Hallo zusammen.
Ich möchte gerne mal auf eine ziemlich rege und intensive Diskussion hinweisen, die seit einigen Tagen im entsprechenden Pulsar Thread im rc-network stattfindet.
Es geht dort um die Art der Abschaltung bei einem Entladeprozess.
Ich weiß nicht wer von euch den Entladeprozess beim Pulsar3 schon mal benutzt hat und genau verfolgt hat wie die Abschaltung funktioniert, denn sie funktioniert anders als bei allen anderen Ladern die ich kenne:
Im Entlademenü stellt man die Entladeschlussspannung -Vd- ein, bei einem Lipo kann man diesen Wert im Bereich von 3,1V bis 3,4V einstellen. Standardmäßig sind dort 3,3V eingestellt.
Die Abschaltung funktioniert beim Pulsar nun folgendermaßen:
Das zunächst entscheidende Kriterium für die Beendigung des Entladevorgangs sind nicht (wie ich es von anderen Ladern kenne) die Einzelzellenspannungen, sondern die rechnerische mittlere Einzelzellenspannung.
Bei einem Akkupack wo alle Zellen gleich gut sind spielt das keine Rolle, da es praktisch aufs Gleiche rauskommt als wenn man die Einzelzellenspannungen als Abschaltkriterium nehmen würde.
Sobald man aber einen Akkupack bei dem nicht alle Zellen gleich sind (das ist früher oder später bei jedem Akkupack der Fall, eine Zelle ist nun mal immer die schwächste) sieht die ganze Sache ganz anders aus. Dann passiert beim Pulsar3 folgendes:
Angenommen Vd ist wie vorgegeben auf 3,3V eingestellt und wir entladen einen 6s Lipo bei dem eine Zelle schon etwas schwächer ist als die anderen (hier im Beispiel soll Zelle 1 die schwache Zelle sein).
Wenn der 6s Lipo Entladen wird kommt irgendwann z.B. folgender Zustand:
Zelle 1: 3,3V
Zelle 2: 3,5V
Zelle 3: 3,5V
Zelle 4: 3,5V
Zelle 5: 3,5V
Zelle 6: 3,5V
Gesamtspannung: 20,8V
mittlere Zellenspannung: 20,8V:6= 3,47V
Die Ladegeräte die ich kenne (bis auf den Pulsar) würden den Entladevorgang bei der obigen Situation beenden da Zelle 1 mit 3,3V die eingestellte Entladeschlussspannung erreicht hat, doch der Pulsar entlädt weiter da die mittlere Zellenspannung, die hier 3,47V beträgt, noch weit über den eingestellten Vd=3,3V liegt.
Zu einem späteren Zeitpunkt mag man z.B. dann folgende Situation vorfinden:
Zelle 1: 3,1V (Zelle 1 ist praktisch schon zu 100% leer, deshalb sinkt die Spannung hier schneller bei den anderen Zellen)
Zelle 2: 3,4V
Zelle 3: 3,4V
Zelle 4: 3,4V
Zelle 5: 3,4V
Zelle 6: 3,4V
Gesamtspannung: 20,1V
mittlere Zellenspannung: 20,1V:6= 3,35V
Auch hier geht der Entladevorgang weiter, denn die mittlere Zellenspannung, die hier 3,35V beträgt, liegt immer noch über den eingestellten 3,3V. Das Zelle 1 hier bereits nur noch 3,1V hat spielt keine Rolle, der Entladevorgang geht weiter.
Dann kommt man irgendwann zu der Situation es so aussieht:
Zelle 1: 3,0V
Zelle 2: 3,37V
Zelle 3: 3,37V
Zelle 4: 3,37V
Zelle 5: 3,37V
Zelle 6: 3,37V
Gesamtspannung: 19,85V
mittlere Zellenspannung: 19,85V:6= 3,31V
Wenn es nach der mittleren Spannungslage gehen würde, würde hier immer noch weiter Entladen, allerdings gibt es nun ein zweites Abschaltkriterium: Die sogenannte -Notabschaltung-.
Im Lipoentlademodus liegt diese Notabschaltung 0,3V unter der eingestellten Spannung Vd.
In unserem Fall beträgt die Notabschaltung bei Vd=3,3V also 3,0V.
Der Pulsar beendet hier den Entladevorgang da Zelle 1 mit 3,0V die Notabschaltungsgrenze erreicht hat.
Im rc-network ist nun eine Diskussion über dieses Abschaltverhalten entbrannt.
Dort sind einige User (inklusive meiner Wenigkeit) der Meinung das es vielleicht doch besser wäre wenn das Abschaltkriterium eben nicht die mittlere Einzelzellenspannung ist sondern die Spannung der schwächsten Zelle entscheidend ist, damit die eben schon geschwächte Zelle nicht auch noch unnötig so tief entladen wird und womöglich dadurch noch mehr geschwächt wird.
Außerdem ist die Kapazität die bei dem aktuellen Abschaltverfahren raus kommt (wo also Zelle 1 bis 3,0V entladen wird) meiner Meinung nach uninteressant, da dies nicht die wirklich sinnvoll nutzbare Kapazität des Akkus ist, weil der Akkupack schon zu tief entladen wurde.
Alle anderen Ladegerät die ich kenne nutzen als Abschaltkriterium beim Entladen die Spannung der schwächsten Zelle, sobald die schwächste Zelle dann diese Spannung erreicht wird der Entladeprozess beendet, beim Pulsar ist dies eben nicht so.
Ich lade euch herzlich ein bei der Diskussion im rc-network oder auch hier eure Meinung dazu abzugeben.
Angefangen hat die Diskussion hier (es sind allerdings nun schon ca. 6 Seiten darüber diskutiert worden) : http://www.rc-network.de/forum/showt...=1#post2872079
(Leider sind die rc-network Server speziell in den Abendzeiten momentan aufgrund einer Systemumstellung ziemlich lahmâ?¦)
Grüße,
Piotre


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