â?¦ links rum !
In den nächsten Wochen wollte ich also den Rumpf -pimpen- und gleichzeitig meine -Pilotenfähigkeiten- auf den neuen Heli ausrichten. Die Mechanik bekam anstelle der beiden Sperrholzböcke nun wieder Kufen. Um das größere Gesamtgewicht zu imitieren, versah ich das Kufengestell mit 500 Gramm Blei vom Reifenhändler. Mit etwa 1,6 kg ging es damit auf die Wiese.
In über 15 Testflügen habe ich nach und nach die Einstellung optimiert, mit der Drehzahl gespielt und die Flugzeit gemessen. Irgendwann dann hatte ich mich auf 2200 RPM eingeschossen, das Heck stand bei dieser Drehzahl sehr stabil und der Motor wurde nicht zu heiß.
Video: Test Rumpf Agusta mit Gewichten
Aber ein Gedanke ließ mich nicht los: Wenn ich schon den Rumpf so nah wie möglich an die Realität bringen will, dann müssen Rotorlaufrichtung und Platz des Heckrotors auch dem Original entsprechen. Also reifte über Nacht der Entschluss, den Rotor auf Linksdrehung umzubauen und den Heckrotor auf die linke Seite zu versetzen.
Das macht aber meines Erachtens nur Sinn, wenn auch der Trainer auf dieses Konzept umgebaut wird. Erstens schließt man dann Fehler durch Verwechslung aus und zweitens bleiben die Flugeigenschaften der beiden Helis ähnlich.
Also habe ich kurz entschlossen als erstes in wenigen Minuten ohne Probleme meinen -Whisper-Copter-- Zweiblatt-Trainer umgebaut. Da der Direktantrieb auf einen Freilauf verzichtet, brauchte ich dazu nur zwei Motorkabel vertauschen und die Blatthalter mit Blättern um 180 Grad drehen. Fertig. Auch das Heck habe ich komplett um 180 Grad gewendet, das Heckservo 90 Grad zur Seite gedreht (die lange Schubstange ans Heck läuft nun über dem Heckrohr) und den Riemen um 180 Grad verdreht. Das Heckservo revertiert - auch fertig. Am Sender und Stabi weiter keine Veränderung.
Raus auf die Wiese - oh je.
Der Heli reagierte zwar vollkommen korrekt und richtig auf alle Steuereingaben - fühlte sich aber ganz anders an. Beim Starten gibt es auf einmal eine leichte Seitendrift nach rechts, wo sie doch früher nach links ging und schon im Unterbewusstsein korrigiert wurde. Rechts- und Linkskurven flogen sich vollkommen ungewohnt. Ich bekam bei den ersten Versuchen keinen vernünftigen geschmeidigen Flug hin. Solch abgehacktes -Luftgestümpere- glaubte ich schon längst hinter mir zu haben.
� der Vierblättrige macht Probleme �
So einfach sich mein Trainer in wenigen Minuten umbauen ließ, umso widerspenstiger stellte sich die Agusta-Mechanik an. Auch hier habe ich als erstes die Motorkabel getauscht und die Blatthalter mit Blättern verdreht. Da es am Vierblattkopf etwas enger zuging, kollidierte bei bestimmten Pitchstellungen aber nun eine Anlenkung mit dem zentralen Mitnehmer. Der drehte sich bisher nachläufig. Richtigerweise sollte er sich auch nach der Drehrichtungsänderung nachläufig bewegen. Also diesen Mitnehmer ausgebaut und demontiert, am Gelenk wieder anders herum zusammengeschraubt und wieder (nun linksläufig) nachläufig montiert. Das funktionierte, der Kopf war damit umgestellt.
Mit dem Heck sah es noch etwas komplizierter aus. Während mein Trainer mit einem Align-Heck werkelte (Heckrotorwelle mit 11 Zähnen und einer angegossenen Riemenführung), hatte ich in das Agusta-Heck für eine höhere Drehzahl am Heck eine CopterX-Welle mit nur 10 Zähnen montiert. Die hat aber keine eigene Seitenführung, sondern der Riemen wird durch die oben liegende Spannrolle mittig auf die Heckrotorwelle geführt. Wenn man das Heck nun einfach um 180 Grad verdreht, dann landet die Spann- und Führungsrolle unten. Der Riemen trifft nun führungslos oben aus dem Heckrohr kommend gleich auf die Welle und erst hinter der Welle auf die Führungsrolle. Damit lief der Riemen seitlich auf die HRW auf und schliff am Alugehäuse. Letztlich blieb nur die Möglichkeit, akkurate Löcher zu bohren und die Spannrolle auf die nun obere Seite des Heckgetriebes zu setzen. Gedacht - getan. Der Riemen lief nun wunschgemäß, aber leider war die Führungsrolle nun dem Anlenkhebel der Schiebehülse im Weg. Hier half aber gefühlvolles Erwärmen und leichtes Biegen dieses Plastikteils. Letztlich funktionierte alles und ich setzte auch hier erst mal einen Haken. Später sollte sich rausstellen, dass ich mich wohl zu früh gefreut habe.
Nach dem nun so vollzogenen Umbau der Agusta-Mechanik erfolgte der erste Testflug. Alles funktionierte auf Anhieb und auch die Umgewöhnungsphase war durch den Trainer relativ kurz. In den folgenden Tagen hob ich die Mechanik immer mal wieder ab, um mich an sie zu gewöhnen. Nach einigen weiteren Testflügen stellte sich aber ein unregelmäßiges Heckzucken ein.
Es begann fast unmerklich und steigerte sich ganz langsam in Heftigkeit und Häufigkeit. Schließlich schlug das Heck immer wieder mal unvermittelt fast 90 Grad aus, um sich aber sofort wieder einzupendeln. Ich suchte die Ursache als erstes in der Mechanik (ßberspringen des Riemens, Heckrotor rutscht auf HRW o.ä.). Nichts dergleichen, alles o.k..Dann spielte ich mit der Heckempfindlichkeit am Stabi - keine ßnderung, die Ausschläge häuften sich. Ich hatte wohl ein Problem �


... bis morgen ...



Und mein Arbeitsplatz verlangte nach einer Generalreinigung. Vielleicht hätte man das Ganze doch unter fließendem Wasser machen sollen?

Das Heck drehte mit 4,5-facher HR-Drehzahl (Trainer 4fach) Die Anschläge waren völlig ausgereizt. Die Systemdrehzahl mit 2500RPM schon viel höher, als es mir vorschwebte. Und trotzdem hielt das Heck nicht. Ich musste wieder mal erkennen, wie komplex ein solcher Heli ist.
....schön zu sehen, das es noch mehr Verrückte gibt
Dazu habe ich die sehr schlecht gegossenen Plastikgelenke erst mal demontiert und allen Grat entfernt. So wurden die Gelenke schon mal leichtgängig (aber auch ein wenig wackelig). Dann habe ich eine Alternative zu den Drahtbeinchen gesucht. Da bin ich in meinem Ersatzteillager fündig geworden. Alu-Pitch-Kompensatoren von einem alten Paddelkopf sehen zwar auch nicht -Scale- aus, verbessern aber den Eindruck wesentlich. Aus diesen Lenkhebelchen habe ich die Kugellager entfernt und an dieser Stelle schräg seitlich eine 2-mm-Bohrung gesetzt. Die original Drahtbeine habe ich bis auf das Gewindeteil gekürzt und in diese Bohrung eingeklebt. Dabei wurde die gesamte Lageröffnung mit Klebstoff verfüllt. Das Ganze wurde tatsächlich außerordentlich stabil und zur Zierde mit einer dünnen Klappe versehen. Schließlich klebte ich noch kleine Drähtchen als Imitation der Bremsschläuche an.
und die drei Doppeldrähte der Positionsbeleuchtung mit Hilfe eines langen Messingdrahtes in zwei verschieden dicke Trinkröhrchen eingefädelt. Ich gebe zu, dass bei diesem Arbeitsgang auch Flüche zu hören gewesen sind.
Die Trinkröhrchen wurden dann in der Rumpfwanne festgeklebt. So sind die Kabel aus dem Weg und laufen keine Gefahr, mit der Mechanik zu kollidieren.
).
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