Die nächste Agusta - aber wieder anders

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  • easter43
    Senior Member
    • 04.08.2010
    • 1081
    • Hendrik
    • Leegebruch

    #16
    AW: Die nächste Agusta - aber wieder anders

    â?¦ links rum !

    In den nächsten Wochen wollte ich also den Rumpf -pimpen- und gleichzeitig meine -Pilotenfähigkeiten- auf den neuen Heli ausrichten. Die Mechanik bekam anstelle der beiden Sperrholzböcke nun wieder Kufen. Um das größere Gesamtgewicht zu imitieren, versah ich das Kufengestell mit 500 Gramm Blei vom Reifenhändler. Mit etwa 1,6 kg ging es damit auf die Wiese.

    Mechanik mit Gewichten

    In über 15 Testflügen habe ich nach und nach die Einstellung optimiert, mit der Drehzahl gespielt und die Flugzeit gemessen. Irgendwann dann hatte ich mich auf 2200 RPM eingeschossen, das Heck stand bei dieser Drehzahl sehr stabil und der Motor wurde nicht zu heiß.

    Video: Test Rumpf Agusta mit Gewichten


    Aber ein Gedanke ließ mich nicht los: Wenn ich schon den Rumpf so nah wie möglich an die Realität bringen will, dann müssen Rotorlaufrichtung und Platz des Heckrotors auch dem Original entsprechen. Also reifte über Nacht der Entschluss, den Rotor auf Linksdrehung umzubauen und den Heckrotor auf die linke Seite zu versetzen.

    Das macht aber meines Erachtens nur Sinn, wenn auch der Trainer auf dieses Konzept umgebaut wird. Erstens schließt man dann Fehler durch Verwechslung aus und zweitens bleiben die Flugeigenschaften der beiden Helis ähnlich.
    Also habe ich kurz entschlossen als erstes in wenigen Minuten ohne Probleme meinen -Whisper-Copter-- Zweiblatt-Trainer umgebaut. Da der Direktantrieb auf einen Freilauf verzichtet, brauchte ich dazu nur zwei Motorkabel vertauschen und die Blatthalter mit Blättern um 180 Grad drehen. Fertig. Auch das Heck habe ich komplett um 180 Grad gewendet, das Heckservo 90 Grad zur Seite gedreht (die lange Schubstange ans Heck läuft nun über dem Heckrohr) und den Riemen um 180 Grad verdreht. Das Heckservo revertiert - auch fertig. Am Sender und Stabi weiter keine Veränderung.

    WhisperCopter Mechanik Heck

    Raus auf die Wiese - oh je. Der Heli reagierte zwar vollkommen korrekt und richtig auf alle Steuereingaben - fühlte sich aber ganz anders an. Beim Starten gibt es auf einmal eine leichte Seitendrift nach rechts, wo sie doch früher nach links ging und schon im Unterbewusstsein korrigiert wurde. Rechts- und Linkskurven flogen sich vollkommen ungewohnt. Ich bekam bei den ersten Versuchen keinen vernünftigen geschmeidigen Flug hin. Solch abgehacktes -Luftgestümpere- glaubte ich schon längst hinter mir zu haben.

    � der Vierblättrige macht Probleme �

    So einfach sich mein Trainer in wenigen Minuten umbauen ließ, umso widerspenstiger stellte sich die Agusta-Mechanik an. Auch hier habe ich als erstes die Motorkabel getauscht und die Blatthalter mit Blättern verdreht. Da es am Vierblattkopf etwas enger zuging, kollidierte bei bestimmten Pitchstellungen aber nun eine Anlenkung mit dem zentralen Mitnehmer. Der drehte sich bisher nachläufig. Richtigerweise sollte er sich auch nach der Drehrichtungsänderung nachläufig bewegen. Also diesen Mitnehmer ausgebaut und demontiert, am Gelenk wieder anders herum zusammengeschraubt und wieder (nun linksläufig) nachläufig montiert. Das funktionierte, der Kopf war damit umgestellt.

    Mit dem Heck sah es noch etwas komplizierter aus. Während mein Trainer mit einem Align-Heck werkelte (Heckrotorwelle mit 11 Zähnen und einer angegossenen Riemenführung), hatte ich in das Agusta-Heck für eine höhere Drehzahl am Heck eine CopterX-Welle mit nur 10 Zähnen montiert. Die hat aber keine eigene Seitenführung, sondern der Riemen wird durch die oben liegende Spannrolle mittig auf die Heckrotorwelle geführt. Wenn man das Heck nun einfach um 180 Grad verdreht, dann landet die Spann- und Führungsrolle unten. Der Riemen trifft nun führungslos oben aus dem Heckrohr kommend gleich auf die Welle und erst hinter der Welle auf die Führungsrolle. Damit lief der Riemen seitlich auf die HRW auf und schliff am Alugehäuse. Letztlich blieb nur die Möglichkeit, akkurate Löcher zu bohren und die Spannrolle auf die nun obere Seite des Heckgetriebes zu setzen. Gedacht - getan. Der Riemen lief nun wunschgemäß, aber leider war die Führungsrolle nun dem Anlenkhebel der Schiebehülse im Weg. Hier half aber gefühlvolles Erwärmen und leichtes Biegen dieses Plastikteils. Letztlich funktionierte alles und ich setzte auch hier erst mal einen Haken. Später sollte sich rausstellen, dass ich mich wohl zu früh gefreut habe.

    Heck mit Spannrolle oben

    Nach dem nun so vollzogenen Umbau der Agusta-Mechanik erfolgte der erste Testflug. Alles funktionierte auf Anhieb und auch die Umgewöhnungsphase war durch den Trainer relativ kurz. In den folgenden Tagen hob ich die Mechanik immer mal wieder ab, um mich an sie zu gewöhnen. Nach einigen weiteren Testflügen stellte sich aber ein unregelmäßiges Heckzucken ein. Es begann fast unmerklich und steigerte sich ganz langsam in Heftigkeit und Häufigkeit. Schließlich schlug das Heck immer wieder mal unvermittelt fast 90 Grad aus, um sich aber sofort wieder einzupendeln. Ich suchte die Ursache als erstes in der Mechanik (ßberspringen des Riemens, Heckrotor rutscht auf HRW o.ä.). Nichts dergleichen, alles o.k..Dann spielte ich mit der Heckempfindlichkeit am Stabi - keine ßnderung, die Ausschläge häuften sich.

    Ich hatte wohl ein Problem â?¦

    ... bis morgen ...
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    Zu Allem fähig - aber zu Nichts zu gebrauchen.

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    • easter43
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      • 04.08.2010
      • 1081
      • Hendrik
      • Leegebruch

      #17
      AW: Die nächste Agusta - aber wieder anders

      â?¦ der schwarze Tag (16.August 2013)â?¦

      An diesem Tag kam der Schock: Natürlich hatte ich die Testflüge aufgrund der Heckprobleme auf Schwebetests reduziert. Bei einem solchen auf einer eigentlich große PKW-Stellfläche passierte es: Aus dem Schwebezustand in ca. ½ Meter Höhe drehte sich die Mechanik plötzlich unkontrolliert heftig um ihre Hochachse, driftete rückwärts zur Seite und schlug unvermittelt zwischen Gartenzaun und Betonpflaster ein� Keine Zeit mehr für -Throttle hold-, ich war zu überrascht von der Heftigkeit.

      Es gab fast nichts, was nicht kaputt war, die Mechanik war mit voller Drehzahl auf die Steine geschlagen und hatte sich selbst zerstört. Selbst das Chassis war an mehreren Stellen eingerissen, Blätter und Wellen hinüber und das ßbliche. Die Reste schmiss ich in die Ecke und wollte erst mal drei Tage nichts von Heli hören oder sehen.

      Ich stand wieder da wie am Anfang: Alles war wie eine Luftblase zerplatzt, außer einem rohen Rumpf und Flausen im Kopf war von meinem Traumprojekt einfach Nichts mehr da �

      In der nächsten Woche demontierte ich den Rest der Mechanik und kontrollierte den Zustand der noch verwertbaren Bauteile. Dabei wurde ich auch auf die vermeintliche Ursache des kapitalen Crashs aufmerksam: eine Scheuerstelle an mehreren nebeneinander liegenden Stabi-Kabeln führte wohl zu einer ßberbrückung und dem Heck-Kollaps�

      Das Chassis war nicht mehr zu gebrauchen, alles andere noch Verwertbare wurde für den Neuaufbau zurechtgelegt. Als einzig vernünftiger Ansatz offenbarte sich ein kompletter Neubau eines Chassis.

      Hatte mein bisheriges Chassis für den Direktantrieb aus einer Modifizierung eines HK-Rahmens bestanden, so wies es doch einige Nachteile auf. Die gravierendsten waren die schlechte Zugänglichkeit der HRW und der Zahnriemenscheibe und die an einigen Stellen recht dünnen Materialstege. Es reifte nunmehr der Entschluss, ein komplett neues Chassis speziell für den Direktantrieb zu konstruieren und zu bauen. Hatte ich ursprünglich Pertinax-Platten (Hartpapier) als Ausgangsmaterial im Sinn, so ließ ich mich schnell auf Kohlefaser umstimmen. Schnell waren auch ein paar Platten Carbon in der Bucht zu haben und ich ging an das Zeichnen. Die bisherigen Grundmaße sollten bei einer zweckmäßigeren Konstruktion der Seitenplatten unbedingt beibehalten werden.

      Also brachte ich meine Grundmaße zu Papier und zeichnete drum herum ein sinnvolles Chassis. Diese Zeichnung übertrug ich dann auf eine 1-mm-PVC-Tafel und schnitt die Umrisse normal mit der Schere aus. Damit hatte ich eine Schablone, die ich probeweise anpassen und probieren konnte. Es passte fast alles und ich legte die Schablone auf zwei übereinander gelegte 1,5-mm-Carbontafeln. An drei künftigen Schrauböffnungen bohrte ich Löcher durch Schablone und Platten und verschraubte alle drei.



      Ein bisschen Wahnsinn gehört schon dazu, nur mit Dremel und Schlüsselfeile ein Kohlefaser-Chassis zu bauen. Normalerweise macht sowas eine Fräse und in unserer heutigen Zeit sogar eine solche mit CNC. Trotzdem machte ich mich per Hand ans Werk. Ich erspare mir Details - aber trotz Brille und Atemschutz sah ich nach getaner Arbeit aus wie ein Kohlekumpel aus den fünfziger Jahren. Und mein Arbeitsplatz verlangte nach einer Generalreinigung. Vielleicht hätte man das Ganze doch unter fließendem Wasser machen sollen?

      Sei es wie es sei, inzwischen ist alles wieder sauber und das Chassis im Rohbau fertig. Dabei habe ich gleich eine passgenaue Akkurutsche vorgesehen, gleich mit einer kleinen Lasche zum Befestigen der Haltegummis.



      ... bis morgen ...
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      • easter43
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        • 04.08.2010
        • 1081
        • Hendrik
        • Leegebruch

        #18
        AW: Die nächste Agusta - aber wieder anders

        � von längs zu quer �

        Die neue Motoraufhängung sollte nicht mehr an zwei Alu-Längsprofilen, sondern an zwei Quertraversen erfolgen. Damit bleibt die Hauptrotorwelle und vor allem die Riemenscheibe für den Heckantrieb mit ihrer Durchgangsschraube von den Seiten erreichbar. Das alte Chassis musste zum Wechsel der HRW von einer Seite komplett aufgeschraubt werden. Auch waren die Längsprofile mit Schrauben und Muttern befestigt. An die Muttern war jedoch kaum ein herankommen.

        alte Motorbefestigung:

        neue Motorbefestigung:

        Die beiden Quer-Traversen habe ich aus einem Alu-Profilstab aus dem Baumarkt per Hand gesägt und gefeilt. Unproblematisch waren die 4-mm-Bohrlöcher für die Motorbefestigung. Etwas aufwendiger gestalteten sich die jeweils zwei 2-mm-Löcher an den Stirnseiten. Diese dienen der Befestigung am Chassis ohne Muttern. Sie wurden als 1,6-mm-Löcher gebohrt und dann 2-mm-Gewinde hineingeschnitten. Leider brach beim ersten Versuch der Bohrer ab und steckt heute noch im Material, in der zweiten Traverse steckt immer noch der Gewindebohrer.

        Da ßbung ja den Meister macht, habe ich eben beide Traversen eben noch einmal neu angefertigt. Aber das war wohl die einzige Panne.
        Um es vorweg zu nehmen: Ich war selbst begeistert, wie akkurat alle folgenden Teile zusammen gepasst haben. Wichtig war vor allem die genaue Flucht der HRW, und damit ihr leichtgängiger und lagerschonender Lauf. Auch Servos und Leitrollen saßen perfekt. Probehalber wurde das Heck montiert und der Riemen gespannt: Die Mechanik lief leicht und geschmeidig und ließ sich problemlos per Hand an der HRW drehen.

        Heck wieder ab und erste Anprobe des Rumpfes: Da ich für das neue Chassis die wichtigen Referenzmaße vom alten übernommen hatte, passte auch hier alles bestens. Das Chassis saß an der richtigen Stelle im Rumpf und das Heckrohr kam an der richtigen Position im Heck an.

        Das linksseitige Heck habe ich wie schon beschrieben demontiert und seitenverkehrt wieder aufgebaut. Also nicht das komplette Heck um 180 Grad gedreht, sondern die beiden Flankenprofile ausgetauscht und die Welle nach der anderen Seite eingebaut. Das einzige und entscheidende Teil, das diesen seitenverkehrten Zirkus nicht mitmacht, ist der Anlenkhebel für Schiebehülse. Den kann man drehen und wenden, der passt nicht. Einen spiegelverkehrten bietet der Handel nicht an. Was tun? In Physik habe ich mal gelernt, dass man Thermo-Plastik unter Hitze verformen kann. Dieser Hebel ist aus Thermo-Plastik. Nachdem der erste Versuch mit einem unförmigen Plastik-Klumpen endete, orderte ich mehrere solche Plastikhebelchen für weitere Versuche. Schon der zweite gefühlvolle war relativ erfolgreich, das linksseitige Heck war nun von unten angesteuert und passte in das Rumpfheck.
        Aber hält das auch? Irgendwie hatte ich aber bei dieser warmverformten Plastik-Konstruktion kein gutes Gefühl. Letztlich habe ich eine bessere Lösung gefunden, indem ich den Alusockel für den Umlenkhebel schräg anschraubte. Dazu wurde ein zusätzliches 2mm Loch gebohrt und der Umlenkhebel mit einer zusätzlichen Messinghülse auf einen 1mm weiteren Abstand gebracht. Das Heckservo wurde ebenfalls schräg befestigt und das Schiebegestänge bekam eine präzise Führungskonstruktion. Nun passte der Umlenkhebel ohne Verformung und die komplette Konstruktion erwies sich als sehr funktionsstabil und vor allem leichtgängig.

        Heck neu

        Damit war das neue Chassis im Prinzip fertig zum Probeflug â?¦

        ... bis morgen ...
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        Zu Allem fähig - aber zu Nichts zu gebrauchen.

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        • easter43
          Senior Member
          • 04.08.2010
          • 1081
          • Hendrik
          • Leegebruch

          #19
          AW: Die nächste Agusta - aber wieder anders

          â?¦ langsam wird es ernst - Einfliegen der Mechanik â?¦

          Nun wurde es Zeit, die nagelneue Mechanik auf ihre Tauglichkeit für einen 450er SemiScaler zu testen. Dazu war es mir wichtig, die Testflüge mit dem realen Abfluggewicht durchzuführen. Also packte ich den bereits grundierten Rumpf mit sämtlichen Anbauteilen auf die Waage: Bei 580 Gramm blieb die Anzeige stehen.
          An die Mechanik schraubte ich also wieder ein Kufengestell, das an beiden Seiten mit je 300 Gramm Bleigewichten beschwert wurde. Mit einem 4S 3300er Lipo hatte die ganze Fuhre dann schon deutlich über anderthalb Kilo und fühlte sich auch schon richtig schwer an.

          Mechanik flugfertig

          Für die Schwebe-Tests bot sich unser regelmäßiges wöchentliches Hallen-Winter-Training an. Eigentlich war ich fest überzeugt, dass die Mechanik sofort vernünftig fliegen wird. Schließlich war die zerstörte ja auch geflogen. Und so viele Veränderungen hat es ja nicht gegeben.
          Leider gefehlt: Von Januar bis April 2014 habe ich an der Mechanik nur -herumgedoktort-.

          So -durchwachsen- waren die Ergebnisse:

          - Test1: Der Heli hob gar nicht erst ab, die Drehzahl brach unter Last ein. Ich hatte anstelle eines Reglers absichtlich probeweise einen Steller eingebaut. Da mir selbst der -loweste- Motoranlauf zu schnell war, wollte ich damit die Drehzahl per Hand hochregeln. Leider war dann auch kein GovMode da, der die Drehzahl hielt. Also bis zur nächsten Woche den Roxxy wieder rein.

          - Test 2: Der Heli hob ab und reagierte unfliegbar schwammig. Hier machte ich die MG90-Servos als Ursache des ßbels aus. Die gleichen taten zwar in meinem Trainer problemlos ihre Arbeit, reagierten aber wohl mit dem höheren Gewicht zu langsam und schwerfällig.

          - Test 3: Der Heli hob erstmals ab und schwebte. Probleme machte jetzt das Heck, das offensichtlich nicht genug Druck aufbaute. Das Gieren war einfach nicht zu beherrschen, zuweilen geriet die Mechanik sogar außer Kontrolle. Das Phänomen war mir unerklärlich und ich wusste teilweise keinen Lösungsansatz mehr. Das Heck drehte mit 4,5-facher HR-Drehzahl (Trainer 4fach) Die Anschläge waren völlig ausgereizt. Die Systemdrehzahl mit 2500RPM schon viel höher, als es mir vorschwebte. Und trotzdem hielt das Heck nicht. Ich musste wieder mal erkennen, wie komplex ein solcher Heli ist.

          Der erste Teil der Lösung lag schließlich in den Hauptrotorblättern. Ich hatte die zum CopterX-Vierblattkopf empfohlenen schmalen CopterX-Scale-Blätter aus Plastik montiert. Irgendwann habe ich sie einfach mal probeweise gegen vier herumliegende HK-Blätter getauscht. Und siehe da: Die Mechanik hob sauber ab und das Heck stand wie angenagelt. Nachdem sich mein -Hurra--Schrei und die Verblüffung gelegt hatten, glaube ich auch die Ursache zu wissen: Die relativ schweren schmalen Scale-Blätter benötigen einen größeren Pitchwinkel zum Anheben des schweren Helis. Damit erzeugen sie natürlich auch einen größeren Luftwiderstand und damit wird ein größeres Gegen-Drehmoment am Heck nötig. Den hat wohl meine Heckkonstruktion nicht gebracht.


          Video: Testflug Halle http://youtu.be/mQz9a8N5gog

          - Weitere Tests: Trotzdem war das Ergebnis nicht nachhaltig. Bei den weiteren Tests gab es immer wieder unvermittelt Probleme mit dem Heck. Der Heli flog mehrere Minuten sehr stabil, dann aber drehte manchmal das Heck weg und gab dem Drehmoment des Hauptrotors nach. Abhilfe erhoffte ich mit dann als letzten Ausweg in größeren Heckrotorblättern. Da ich die 450er Größe schon ausgereizt hatte, fertigte ich kurzerhand selbst einen Satz Blätter nach meinen Vorstellungen an. Material: Polykarbonat, präzise ausgeschnitten, geschliffen, mit Folie beklebt und gewuchtet.

          - Zwei Flüge zeigten erst mal eine positive Tendenz: Die Blätter sorgten für ein stabiles Heck und ich glaubte, nun die Lösung zu haben. Der dritte Flug fand aber leider erst gar nicht statt. Beim Hochdrehen riss eines der Heckrotorblätter ab und sorgte für einen wuchtigen Schlag innerhalb der gesamten Mechanik. Polycarbonat war also nicht der geeignete Werkstoff für Heckblätter.

          - Nach dem Wechsel der Heckrotorwelle bekam ich im Forum den entscheidenden Tipp: Blätter von KBDD ! Hatte ich noch nie gehört. Schnell waren 500er KBDD-Blätter bestellt, die Aufnahmen auf 2mm zurückgeschliffen und mit Messingbuchsen versehen. Die Blattform und Farbe habe ich wiederum an meine Agusta angepasst. Testflug: positiv.

          - Mit dieser Kombination Rotorblättern auferlegte ich mir aber nun erst mal eine ausgiebige Testreihe von mindestens 10 mal fünf Minuten, erst dann würde die Mechanik in den Rumpf montiert. Gleichzeitig nutzte ich sie zum Erfliegen der optimalen Regleröffnung.
          Zum Schluß wurden es doch 18 Testflüge mit der -gewichtigen- Mechanik. Ich habe mir erst grünes Licht für den Einbau gegeben, nachdem sich die Mechanik von Start bis Landung in allen Steuermanövern wirklich berechenbar verhielt und ich ein wirklich sicheres Fluggefühl hatte. Bei den Tests hatte sich die Kombination von -normalen- FBL-Carbon-Blättern und den KBDD-Heckblättern am besten bewährt, deshalb wurden sie dann auch am Rumpfmodell so montiert.

          Heckblätter, Hauptblätter

          Die Drehzahl konnte ich im Laufe der Tests wieder herunter regeln bis 2300RPM. Mit 52% Regleröffnung liegen auch die Temperaturwerte im grünen Bereich. Besonders achten muss ich hier auf den HIMAX-Motor, der gern ziemlich heiß wird.Deshalb habe ich den Timer auf 5 Minuten eingestellt und werde die Flugzeit auf 6 Minuten begrenzen. Möglich wären für die Akkus locker 9 bis 10 Minuten.

          Video: Abschließender Test http://youtu.be/afYTn_ntwvA

          ... bis morgen ...
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          Zu Allem fähig - aber zu Nichts zu gebrauchen.

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          • easter43
            Senior Member
            • 04.08.2010
            • 1081
            • Hendrik
            • Leegebruch

            #20
            AW: Die nächste Agusta - aber wieder anders

            â?¦ Knoten im Kopf â?¦

            Inzwischen wollte ich mich ja auch auf das -Scale-Fliegen- vorbereiten.
            Dazu nutzte ich meinen -WhisperCopter--Trainer, der ja ebenfalls mit einem Direktantrieb, linkem Heckrotor und linksdrehendem Hauptrotor fliegt. Ich lud etliche Filme vom Netz, die die -Agusta- beim Starten, Landen und in Flugmanövern zeigten und -studierte- sie regelrecht.
            Mit dem Trainer übte ich dann vorrangig alle diese Flugelemente. Hauptsächlich waren das langsames, geschmeidiges Fliegen in stabiler Höhe, alle Schwebesituationen und real nachempfundene Starts und Landungen, natürlich auch Seiten- und Nasenlandungen aus einem frontalen Sinkflug .

            Gleichzeitig hatte ich mir im letzten Jahr auch einen neuen Sender zugelegt, um die zusätzlichen Funktionen wie Fahrwerk und Beleuchtung bedienen zu können. Probleme befürchtete ich als Elektronik-Niete bei der Einstellung des Senders und der Kanalbelegung dafür. Diese erwiesen sich als unbegründet, alles klappte fast auf Anhieb.
            Bei den Flügen mit dem Trainer wollte ich jetzt mit dem neuen Sender natürlich auch das Schalten von Fahrwerk und Beleuchtung einbeziehen.

            Nun hatte ich mir angewöhnt, meine Helis mit dem Daumen zu lenken. Aus dieser Richtung kam nun richtig Stress auf mich zu. Die Beleuchtung machte keine Probleme, die wird meist am Boden geschaltet. Ich kam aber einfach nicht damit klar, während des Fluges ohne hin zu schauen das Fahrwerk zu bedienen. Es war einfach kein Finger in der Reichweite des Fahrwerkschalters.
            Hier musste Abhilfe geschaffen werden. Kurz entschlossen kaufte ich für meinen Sender eine Pultablage. Ich wollte das Fliegen mit Daumen und Zeigefinger am Stick testen. Es wurde eine Katastrophe!!! Es gelang mir kein vernünftiger Rundflug. Im Gegenteil: Ich lief mehrmals Gefahr, den Heli zu versenken und vollführte dabei -Ganzkörperverrenkungen-.

            Diese Lösung schloss ich sofort wieder aus.
            Blieb also nur, das -Daumenlenken- zu perfektionieren und eine Lösung für das Fahrwerk zu finden. Dabei analysierte ich, was mich am blinden Bedienen des Fahrwerkschalters behindert. Ich stellte fest, dass mir der zweite daneben befindliche funktionslose Kippschalter im Wege war. Also öffnete ich den Sender und suchte nach einer Lösung. Die war auch schnell gefunden. Die Schalter ließen sich problemlos aus dem Gehäuse schrauben. Also -vereinfachte- ich die Senderbedienung, indem ich beide funktionslose Schalter einfach aus dem Gehäuse entfernte, isolierte und im Inneren des Senders ablegte. Die beiden Kippschalter für Beleuchtung und Fahrwerk verlegte ich nach außen, indem ich sie in die nun freien äußeren Schalteröffnungen schraubte. Auf diese Weise ist ein blindes Verwechseln der Schalter ausgeschlossen.

            Blieben nur noch die hässlichen Löcher im Sender. Ich fertigte zwei neue Blenden mit entsprechender Beschriftung an und verdeckte damit die ßffnungen. Nun sieht der Sender wieder professionell aus, ist aber für meine Bedingungen vereinfacht.

            Sender nach Umbau

            Mit dieser Hilfe schaffte ich es in ziemlich kurzer Zeit, das Ein- und Ausfahren des Fahrwerks am Trainer fast perfekt zu imitieren.

            ... bis morgen, dann gehts endlich mit dem Rumpf los ...
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            Zu Allem fähig - aber zu Nichts zu gebrauchen.

            Kommentar

            • beko
              Member
              • 20.08.2013
              • 336
              • Bernd
              • bei Hannover

              #21
              AW: Die nächste Agusta - aber wieder anders

              Zitat von easter43 Beitrag anzeigen
              Ich fertigte zwei neue Blenden mit entsprechender Beschriftung an
              Hallo Hendrik,

              die Blenden sehen sehr gut aus! Verrätst Du uns, wie sowas gemacht wird?

              Gruss Bernd
              [FONT="Times New Roman"]DS-12 | Goblin 380 | Acrobat SE | Tron 5.5 | Voodoo 400/600 | TDSF[/FONT]

              Kommentar

              • Harald 365
                Senior Member
                • 17.08.2011
                • 3667
                • Harald
                • MFC Neu-Ulm

                #22
                AW: Die nächste Agusta - aber wieder anders

                Hallo Hendrik, RESPEKT ....schön zu sehen, das es noch mehr Verrückte gibt.....auch hätte die ein oder andere Erzählung von mir sein können

                Was für eine Devo ist das ?...und hast auch das FBL von WK ?
                GruÃ? Harald

                Kommentar

                • easter43
                  Senior Member
                  • 04.08.2010
                  • 1081
                  • Hendrik
                  • Leegebruch

                  #23
                  AW: Die nächste Agusta - aber wieder anders

                  Zitat von beko Beitrag anzeigen
                  die Blenden sehen sehr gut aus! Verrätst Du uns, wie sowas gemacht wird?
                  ... die beiden Blenden habe ich im Originalzustand fotografiert und die Fotos dann mit Fotoshop bearbeitet, also dann so beschriftet, wie sie zu sehen sind. Die Fotos habe ich in ein Word-Dokument eingefügt und größenmäßig auf die gewünschte Größe eingestellt (lässt sich mit Windows 7 auf den Millimeter genau einstellen). Das Ganze wird auf Decalfolie (für Naßschiebebilder) gedruckt und mit farblosem Lack versiegelt.

                  Anstelle der bisherigen Blenden habe ich aus einer 0,5-mm- Polykarbonat-Platte zwei neue mit nur jeweils einem Loch ausgeschnitten (alte Blenden eignen sich gut als Schablone). Nun einfach die inzwischen getrockneten Decals ausschneiden und auf die neuen Blenden kleben. Zum Schluss die neuen Blenden mit dünnstem Doppelklebeband aufkleben und die Schalter wieder einsetzen. Ist auch alles wieder rückbaubar und in den Originalzustand zu versetzen. ... ist halt ein bischen Arbeit, sieht aber ganz professionell aus

                  @ harald

                  ... ist die Devo 8S mit Software von Gektor, Empfänger RX601 und Stabi CX 3X1000....
                  Heute würde ich die WK-Empfänger/Stabi-Kombi nehmen, ich hab nur Gutes gehört.
                  Aber meine Kombination funktioniert ebenfalls sehr zuverlässig - ich hatte noch nie einen Ausfall.
                  [FONT="Comic Sans MS"]Hendrik[/FONT]

                  Zu Allem fähig - aber zu Nichts zu gebrauchen.

                  Kommentar

                  • easter43
                    Senior Member
                    • 04.08.2010
                    • 1081
                    • Hendrik
                    • Leegebruch

                    #24
                    AW: Die nächste Agusta - aber wieder anders

                    ... nun aber mal zum Rumpf â?¦

                    Vielfach lese ich in Bauberichten, dass der Heli erst mal zum Fliegen gebracht wird und dass Einbau von Beleuchtung und Fahrwerk später erfolgen sollen. In dieser Reihenfolge schwingt die natürliche Ungeduld mit, den Heli schnellstmöglich in die Luft zu bekommen. Da ich den Rumpf im Rohzustand ja schon am Fliegen hatte, legte ich mir folgende grobe Reihenfolge zurecht:

                    - Einbau Servofahrwerk
                    - Einbau Beleuchtung
                    - Umbau Heck auf linksseitigen Heckrotor
                    - Weitere integrative Rumpfumbauten

                    Dann könnte das Grundieren und Lackieren kommen und ganz zum Schluß der Anbau von Details und Kleinteilen (Antennen u.ä.), die sonst der Arbeit am Rumpf nur wieder zum Opfer fallen. Jedenfalls stellte ich mir das Ziel: Die -Hochzeit- von Mechanik und Rumpf wird der Höhepunkt - danach ist der Heli komplett flugfertig, mit allem Drum und Dran.

                    Also begann ich mit dem mitgelieferten -Fahrwerk-. Abgesehen davon, dass die Plastikgelenke eigentlich genial einfach konstruiert sind, haben sie nur den Nachteil, dass sie wenig mit -Scale- und noch weniger mit einer Agusta zu tun haben. Die hinteren Räder stehen auf angewinkelten gebogenen Drähtchen und fahren an der falschen Stelle in den Rumpf, das Bugrad hat nur eine Strebe und versenkt sich nach hinten anstelle nach vorn. Das sind eben Zugeständnisse an die 450er Baugröße, für die ich auch keine Alternative gefunden habe.
                    Also: Das Beste draus machen. Dazu habe ich die sehr schlecht gegossenen Plastikgelenke erst mal demontiert und allen Grat entfernt. So wurden die Gelenke schon mal leichtgängig (aber auch ein wenig wackelig). Dann habe ich eine Alternative zu den Drahtbeinchen gesucht. Da bin ich in meinem Ersatzteillager fündig geworden. Alu-Pitch-Kompensatoren von einem alten Paddelkopf sehen zwar auch nicht -Scale- aus, verbessern aber den Eindruck wesentlich. Aus diesen Lenkhebelchen habe ich die Kugellager entfernt und an dieser Stelle schräg seitlich eine 2-mm-Bohrung gesetzt. Die original Drahtbeine habe ich bis auf das Gewindeteil gekürzt und in diese Bohrung eingeklebt. Dabei wurde die gesamte Lageröffnung mit Klebstoff verfüllt. Das Ganze wurde tatsächlich außerordentlich stabil und zur Zierde mit einer dünnen Klappe versehen. Schließlich klebte ich noch kleine Drähtchen als Imitation der Bremsschläuche an.

                    Fahrwerke

                    Das Bugrad wurde mit diesen Alu-Hebeln beidseitig befestigt, bekam so eine Gabelführung. Außerdem wurde das Servo flacher an einer weniger störenden Stelle in die Rumpfwanne eingebaut. Die restliche Montage erfolgte laut Anleitung, zu der es wirklich kaum eine Alternative gibt. Damit die Räder nicht blitzschnell im Rumpf verschwinden, habe ich einen elektronischen Verzögerungsbaustein vorgeschalten. Der reduziert nicht nur das Tempo wunschgemäß, sondern hilft auch bei der Synchronisation der Laufrichtung beider Servos.


                    Verzögerungsbaustein am Bugrad-Servo

                    Die Bugrad-ßffnungsklappen im Rumpf wurden durch zwei fest angeklebte schmale Blenden angedeutet, an den hinteren Rädern sind feste Blenden angeklebt, die mit ein- und ausfahren und im eingezogenen Zustand den Fahrwerkschacht verschließen.
                    Zum Schluss habe ich die drei Plastikrädchen mit kleinen Kugellagern aus der Ersatzteilkiste versehen. Jetzt rollt die Agusta auch sanft. Vielleicht krieg ich ja mal Start oder Landung wie ein Flächenflieger zustande �

                    Video: Einziehfahrwerk http://youtu.be/fjZ5niORdzk

                    ... bis morgen ...
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                    Zu Allem fähig - aber zu Nichts zu gebrauchen.

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                    • easter43
                      Senior Member
                      • 04.08.2010
                      • 1081
                      • Hendrik
                      • Leegebruch

                      #25
                      AW: Die nächste Agusta - aber wieder anders

                      � weiß und rot und grün - die Beleuchtung �

                      Die originalgetreue und -vorschriftsmäßige- Beleuchtung meiner Agusta war mir sehr wichtig, hat sie doch einen nicht zu unterschätzenden Anteil am Gesamteindruck des Modells. Deshalb habe ich mir viele Fotos und Videos vor manntragenden A109 angeschaut. Natürlich gibt es auch hier mehrere Varianten, je nach Nutzung und Zulassungsland. Ich habe mich für folgendes relativ häufiges Beleuchtungsschema entschieden: Positionsleuchten grün und rot in den Spitzen der Höhenleitwerke, weißes Dauerlicht nach hinten in der äußersten Heckspitze, zwei ACL-Blitzer auf dem Rotordom unmittelbar hinter dem Rotor und etwa in der Mitte unter dem Heckausleger, und schließlich zwei in die Fahrwerkstummel integrierte Landescheinwerfer.

                      Als Modellbeleuchtung hat sich schon bei meinem vorherigen Projekt die -Miniflash-Pro- bewährt. Diese sieht bereits alle diese Funktionen vor und die Schalteinheit wurde seitlich innen im Rumpf platziert. Die beiden seitlichen Positionsleuchten mussten natürlich vor der Montage der Höhenleitwerke in diese eingeharzt werden. Dazu habe ich in die Unterseite der Leitwerkteile mit dem Dremel eine lange Nut für den Draht und eine kleine Höhlung für die LED gefräst. Die LED habe ich mit der Spitze nach vorn eingesetzt, denn man sollte sie ab schräg hinten nicht mehr leuchten sehen. Draht und LED wurden im Leitwerk mit Sekundenkleber fixiert und dann die Nut wieder zugeharzt. Das Kabel wurde vorher natürlich auf die erforderliche Länge gebracht. Dann habe ich beide Höhenleitwerke mit je zwei Dübeln aus Messingdraht versehen und in den Rumpf eingeklebt. Zum Schluss habe ich aus 2K-Knete um die LEDs kleine Gehäuse geformt, damit das Ganze dann auch annähernd wie aufgeschraubte Positionsleuchten aussieht.

                      Leitwerke mit Posi

                      Um die weiße Heckleuchte in der abnehmbaren Heckspitze zu realisieren, habe ich als erstes ein Kabel mit einem Servostecker als -Steckdose- an das Heck verlegt und diesen dort seitlich eingeharzt. Dann habe ich die LED in das abnehmbare Heckteil eingesetzt und einen kurzen Draht mit Stecker hinein geklebt. Damit die LED nicht einfach so aus dem Heck schaut, kam eine kleine transparente Plastikkappe darüber (irgendwoher aus dem Haushalt). Somit sieht die Heckleuchte ziemlich echt aus, lässt sich sehr einfach mit dem Heckende abnehmen und durch einfaches Anstecken wieder aktivieren.

                      Heckspitze

                      Nun musste aber Ordnung im Rumpf geschaffen werden. Lose hängende Drähte sind das Letzte, was man in einem so engen Rumpf braucht. Deshalb habe ich alle Geduldsreserven mobilisiert und die drei Doppeldrähte der Positionsbeleuchtung mit Hilfe eines langen Messingdrahtes in zwei verschieden dicke Trinkröhrchen eingefädelt. Ich gebe zu, dass bei diesem Arbeitsgang auch Flüche zu hören gewesen sind. Die Trinkröhrchen wurden dann in der Rumpfwanne festgeklebt. So sind die Kabel aus dem Weg und laufen keine Gefahr, mit der Mechanik zu kollidieren.

                      Blick in den Rumpf

                      ... bis morgen ...
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                      Zu Allem fähig - aber zu Nichts zu gebrauchen.

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                      • easter43
                        Senior Member
                        • 04.08.2010
                        • 1081
                        • Hendrik
                        • Leegebruch

                        #26
                        AW: Die nächste Agusta �?? aber wieder anders

                        � Blitzer müssen Blitzer sein �

                        Es folgten die Landescheinwerfer. Die Miniflash ist für einen zweistufigen Betrieb ausgelegt. Das heißt, dass ich sie mit einem Zwei-Stufen-Schalter am Sender differenziert betreiben kann. In der Stufe 1 werden Positionslampen und ACL eingeschalten, in der Stufe 2 kommen die Landescheinwerfer dazu. In mehreren Videos vom manntragenden Agustas passieren diese beiden Stufen auch in dieser Reihenfolge, vor dem Hochfahren des Triebwerkes und unmittelbar vor dem Abheben.

                        So wie beim Original habe ich die beiden Scheinwerfer mit Reflektoren in die Fahrwerksstummel eingeklebt. Dazu habe ich die Außenhaut der Vorderseiten großflächig abgefräst und die Reflektoren in die so zugänglichen Hohlräume eingeklebt. Die Kabel sind ohne Probleme ins Rumpfinnere bis zur Miniflash zu ziehen. Dann habe ich die kompletten Vorderseiten der Fahrwerkstummel mit stabiler transparenter Plastikfolie (Verpackungsmüll) wieder zugeklebt und an den Rändern verspachtelt und geschliffen.

                        Landescheinwerfer im Rohzustand

                        Zum Schutz vor dem Zerkratzen der Folie habe ich sie an dem künftigen Lampenausschnitt erst mal mit Tesa-Film geschützt. Die Stummel haben nun wieder die alte Form, sind aber an den Vorderseiten durchsichtig. Der Leuchtenausschnitt wird nun ausschließlich durch die entsprechende Maskierung beim Lackieren gebildet. Dort, wo künftig das Licht austritt, wird maskiert und ringsum macht der Lack die Vorderansicht wieder undurchsichtig. Es empfiehlt sich aber generell vor dem Grundieren, die unmittelbare Umgebung der LEDs (auch der anderen) zu schwärzen. Damit minimiere ich nach Fertigstellung ein Durchscheinen der Lampen durch den Rumpfwerkstoff.

                        Weiter mit den ACL-Blitzern. Eigentlich kein großes Thema, denn die Miniflash hat zwei Blitzer-LEDs vorgesehen. Da die ACL-Leuchten beim Original doch recht groß ausfallen, habe ich aus zwei alten Kugelschreibern entsprechende Gehäuse gebastelt. Leider waren die ACL-Blitze darin kaum noch wahrzunehmen. Nach über einer Woche Nachdenken und -Spezialistenbefragung- habe ich von Stephan Lukas (Lipoblitzer.de) entsprechende Emitter-LEDs geordert und montiert. Die bringen richtig Leistung und sorgen auch für entsprechende Aufmerksamkeit. Sie werden durch ein Y-Kabel parallel der Miniflash geschaltet und verfügen natürlich nochmal über eine kleine in der Rumpfwanne unterzubringende Steuereinheit.

                        Video: Beleuchtung Agusta http://youtu.be/APhjaOp_Ka0

                        Das Ergebnis hat mich sehr zufrieden gestellt. Alle Leuchten funktionierten wie gewünscht, die ACL-Blitzer sind ein echter Hingucker und machen schon auf dem Startplatz auf das ansonsten ja kleine Modell aufmerksam. Positiver Nebeneffekt ist am Rande ihre Funktion als Lipo-Warner. Wenn die Spannung nachlässt, geht das ACL in Doppel- und Dreifachblitze über.



                        ... bis morgen ...
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                        • easter43
                          Senior Member
                          • 04.08.2010
                          • 1081
                          • Hendrik
                          • Leegebruch

                          #27
                          AW: Die nächste Agusta �?? aber wieder anders

                          â?¦ von rechts das Loch nach links â?¦

                          Wichtigste Arbeit war nun noch die Umarbeitung der abnehmbaren Heckspitze auf den nun links angebrachten Heckrotor. Dabei galt es vorsichtig zu hantieren, denn in der Heckspitze ist ja bereits die Posi-LED eingebaut und es liegt ein loses Kabel. Und im Rumpfende sollte die -Steckdose- für dieses Kabel nicht wieder kaputt gemacht werden.

                          Prinzip war, erst alles was rechts -Loch war- zu verschließen und anschließend auf der linken Seite die entsprechenden ßffnungen neu zu fräsen. Als erstes habe ich also an das rechte hintere Rumpfende eine Fase aus Polykarbonat angefertigt und mit Sekundenkleber eingeheftet. Die habe ich dann mit Glasfasergewebe hinterfüttert und eingeharzt. Gleiches an der Heckspitze: Rechte ßffnung mit genau zugeschnittenem PVC verschlossen und von innen mit Fasermatten verstärkt. Dann habe ich in Kleinarbeit beide Teile an der Stirnseite so lange geschliffen, bis sie mit einer akzeptablen Nut zusammen passten. Dann wurde die Mechanik eingesetzt und das Heck angeheftet. Jetzt hieß es, erst mal am Rumpfende linkerseits stückweise vorsichtig alles Störende weg zu fräsen. Irgendwann liefen dann Umlekhebel und Schiebehülse frei. Jetzt erfolgte das Anpassen der Heckspitze. Ich habe sie einfach immer wieder angesetzt und vorsichtig Material abgefräst, bis auch an ihr nichts mehr anstieß.

                          Jetzt mussten drei kleine Holzböckchen für die Treibschrauben eingeharzt werden. Dabei war nochmals darauf zu achten, dass diese dann die Mechanik nicht störten. Nun habe ich kleine Schraublöcher gebohrt, die Spitze ausgerichtet und erst mal angeschraubt. In diesem Zustand kamen dann die -Schönheitsreparaturen-, indem beide Teile im zusammengeschraubten Zustand eingespachtelt wurden. Bevor die Spachtelmasse endhart wurde, habe ich Rumpf und Spitze vorsichtig mit einer Klinge getrennt. Dann mehrmals geschliffen und nachgespachtelt - fertig.

                          Ach so - beim Original gibt es auf der rechten Seite eine Kappe über dem Gegenlager der Heckrotorwelle. Die habe ich natürlich auch aufmodelliert. Die Platzierung stellt natürlich wieder ein Optimum zwischen dem Vorbild und dem tatsächlichen Einbauort der Heckrotors dar.

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                          Zu Allem fähig - aber zu Nichts zu gebrauchen.

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                          • easter43
                            Senior Member
                            • 04.08.2010
                            • 1081
                            • Hendrik
                            • Leegebruch

                            #28
                            AW: Die nächste Agusta �?? aber wieder anders

                            â?¦ nun wird der Rumpf gepimpt â?¦

                            Fahrwerk und Beleuchtung waren nun erst mal grob erledigt - jetzt ging es an das -Pimpen- des Rumpfes. Der recht einfache und preiswerte Rumpfkörper von HeliArtist stellt erst mal eine vernünftige Basis für einen relativ originalgetreuen Aufbau dar. Der Rumpf ist stabil und relativ passgenau verarbeitet, die Gesamtkonturen sind ziemlich stimmig. Ausnahme bilden die beiden Fahrwerkstummel, die am Original weitaus filigraner und flacher sind. Dafür bieten sie halt Platz für Fahrwerk und Landescheinwerfer. Die Holzteile sind an den richtigen Stellen eingeharzt und erlauben eine unkomplizierte Montage. Enttäuschend ist die Qualität der Mittelnaht, die an mehreren Stellen aufbrach und nachgeharzt werden musste.

                            Was habe ich verändert? Unter -integrativen- Veränderungen verstehe ich alle nachhaltigen Veränderungen am Rumpf, die nicht durch einfaches Ankleben erreicht werden (z.B. Antennen usw.) Verändert wurden vor allem die Triebwerksgehäuse. Dazu wurden die gewünschten Konturen aus 2-Komponenten-Knetmasse auf den Rumpfkörper auf modelliert. Nach dem Aushärten wurde an diesen Stellen von innen das Originalmaterial mit dem Rundfräser wieder bis auf ca. 1,5 bis 2mm abgetragen. Dann wurden die Lüftungs-ßffnungen hinein gefräst und das Ganze gespachtelt und geschliffen. Später wurden die ßffnungen mit Gaze verschlossen und mit lackiert. Auf diese Weise entstand die gesamte Region um die Triebwerkszelle. Die große Lüftungsöffnung der Triebwerke wurde durch kleine gebogene Treppenleitern (Architekturmodellbau) nachgebildet.

                            Foto: Triebwerk

                            Bei den Türgriffen (am HeliArtist nur zu ahnen) und an der Kabinenbelüftung ging ich genau anders herum heran. Damit keine Löcher entstehen, habe ich hier als erstes die Innenseite des Rumpfes an der gewünschten Stelle mit 2K-Knetmasse verstärkt. Dann wurden von außen die Klinken und Schlitze hinein gefräst und ebenfalls gespachtelt und geschliffen.

                            Die Fenstergummis habe ich aus Klingeldraht gefertigt. Die Isolation wird mit einer Klinge längs zu etwa einem Drittel auf der gewünschten Länge -weggeschabt-. Dann lässt sich die Kupferseele herausnehmen und ich erhalte ein halbrundes Profil, das sich um die Fenster legen und mit Sekundenkleber fixieren lässt. Diese müssen natürlich vorher ringsherum glatt und auf eine einheitliche Materialstärke geschliffen werden.

                            Den Tankstutzen habe ich angefertigt. Hier habe ich in den Rumpf ein entsprechend großes Loch gebohrt. Den Außenring habe ich aus 1mm-PVC geschnitten und gefeilt, den Mittelzylinder aus 2mm-Material. Das Ganze habe ich auf ein Stück PVC geklebt. Dieses wurde aber erst nach der Lackierung des Rumpfes von innen eingeklebt.

                            Die Türschienen habe ich aus PVC-Halbprofilen gefertigt. Sie wurden auf die richtige Länge geschnitten und einfach auf den Rumpf geklebt. Die Schienenenden wurden wiederum aus 2-Komponenten-Knetmasse darauf modelliert, anschließend gespachtelt und geschliffen.

                            Türschienen

                            ... bis morgen ...
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                            • der_dreamdancer
                              Senior Member
                              • 13.10.2011
                              • 3501
                              • Christian
                              • Salzburg

                              #29
                              AW: Die nächste Agusta �?? aber wieder anders

                              Coole Idee, das mit der Knetmasse....
                              Chris

                              Kommentar

                              • gde2011
                                gde2011

                                #30
                                AW: Die nächste Agusta - aber wieder anders

                                Ich nehme da bisher immer Gorilla Plastik. Aber Knete (ich hätte die sogar in der Werkstatt) scheint besser, da man sie wesentlich länger bearbeiten kann als dieses Plastikzeug, wobei man sich auch noch Finger verbrennt ).

                                Kommentar

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