Das Experiment - 3D Trainer mit Direktantrieb mal elegant

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  • s.nase
    Senior Member
    • 12.11.2011
    • 1400
    • San
    • Berlin

    #196
    AW: Das Experiment - 3D Trainer mit Direktantrieb mal elegant

    Wenn der Regler einen glatte Dauerstrombelastung erzeugen würde, hätte die Induktivität der Akkukabel ja kaum Einfluss auf die Spannungsspitzen am Reglereingang. Da der Regler aber eine hochfrequente Impulsbelastung erzeugt, verstärkt die Akkukabelinduktivität die Spannungsspitzen am Reglereingang. In wie weit das SpannungsRauschen Einfluss auf die Detektion der Magnetposition im Motor hat, hängt mit Sicherheit auch von der Reglerkonstruktion ab.

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    • Helibri
      Member
      • 23.05.2015
      • 297
      • Stefan
      • Berlin Blankenburg

      #197
      AW: Das Experiment - 3D Trainer mit Direktantrieb mal elegant

      Der Fortschritt auf diesem Kanal ist zur Zeit etwas schleppend, nachdem Ostern abgearbeitet war bin ich mit besser werdendem Wetter doch erst mal wieder zu Gartenarbeit verdonnert worden, dazu etliche andere Aktivitäten...

      Aber wenigstens konnte gestern der neue Regler ausgepackt werden: Der Talon 35 ist erstmal ein sehr nettes Teil, deutlich kleiner und schlanker als der Pichler. Fertig kontaktiert ca. 5g leichter obwohl er 6S statt 4S und 35A statt 30A verdaut, und außerdem ein viel potenteres BEC hat. Aber er war ja auch doppelt so teuer. Gestern also nach allen andern Verpflichtungen die Lötarbeiten schnell erledigt, den Regler initialisiert und eingestellt für eine Runde Probeschweben im frisch frisierten Garten. Gleiches Setting wie vorher für den Picheler, 330KV Martin Motor, Drehzahl 4000-4100, 1000mAh 4S Akku.

      Extrem gut kontrollierbares, sanftes Anlaufverhalten, der Talon scheint da die deutlich bessere Software zu haben. Der Heli flog gefühlt super ruhig (vielleicht hatte ich auch nur einen guten Tag :dknow. Wo ich mit dem Pichler Regler gerade gut 5min vollmachen konnte flog Kaiju mit dem Talon locker 5:30 auf den Akku. Der Regler war kaum warm. Allerdings war jetzt der Motor tüchtig warm, meines Erachtens wärmer als mit dem anderen Regler.

      Und leider, leider: wieder Aussetzer. Ich habe zwar noch Hoffnung, da der Regler nur Basiseinstellungen bekommen hat, die man per Stick machen kann. Das Castle Link USB Adapterteil das man kostenlos dazu ordern kann ist noch unterwegs. Also weiter Daumen drücken.
      Machen ist wie wollen, nur krasser.

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      • Helibri
        Member
        • 23.05.2015
        • 297
        • Stefan
        • Berlin Blankenburg

        #198
        AW: Das Experiment - 3D Trainer mit Direktantrieb mal elegant

        Seit Ostern ist zwar in der Werkstatt wenig gelaufen, aber die Räder in meinem Hirn konnte ich nicht anhalten. Ich war drauf und dran mit dem Kaiju 2.0 anzufangen und habe schon begonnen die Teile anzureißen, da sind mir doch nochmal Zweifel gekommen. Die jetzige 2.0 Konfiguration ist eigentlich zu nahe an der 1.3/1.4er als dass sich der große Aufwand lohnt für etwas, was dann eventuell doch wieder ein Zwischenschritt wird.

        Beim Durchdenken komme ich immer wieder zurück auf eine Konfiguration, die ohne separaten Motorhalter auskommt, Motor Stator als nach oben gedreht. Die Konfiguration mit Haltespange unten hat den Vorteil flexibel verschiedene Motore einsetzen zu können. Ohne die Möglichkeit umzuritzeln hängt die Charakteristik des Antriebs ja immer direkt am eingebauten Motor. Aber da der Martin 330KV an sich sehr gut funktioniert, kann man auch den Heli direkt um den Motor drumrumbauen. Vorausgesetzt natürlich, die Aussetzer verschwinden.

        Ein anderes Problem wandert mir auch im Kopf rum: Wenn der Rotorkopf immer kürzer wird, dann wandern die Rotorblätter auch immer näher an den Heckausleger ran. Ich weiß zwar nicht, wo da die Grenze liegt, aber irgendwann erwarte ich dass das ungesund wird. Um dem zu entgehen, kann man die Riemenscheibe unter den Motor setzen. Bei dem schlanken Motor sind das dann gerade sowas wie 24mm mehr Luft zwischen Rotorblatt und Heckausleger. Das ganze funktioniert aber nur mit einer durchgehenden Rotorwelle, die von oben durch den Stator in die Motorglocke reicht. Das Riemenrad sitzt dann wie üblich auf der Motorglocke, d.h. also dann von unten unter der Motorglocke. Die rudimentäre Skizze sieht dann so aus:

        WIN_20180418_19_19_31_Pro.jpg

        Wenn der Motor direkt von unten an der Hauptplatte montiert wird, müssen die Taumelscheibenservos auf die andere Seite nach oben wandern. Außerdem wird der Servostern so gedreht, dass das Nickservo vorne liegt. Die Lagerung in den zwei Motorlagern sollte prinzipiell ausreichen, der Lagerabstand ist aber dürftig. Die immer noch weit nach oben ragende Rotorwelle ist schwingungsanfällig. Wenn der Motor nur an der biegeelastischen Hauptplatte hängt, ist das auch nicht gut für die Schwingungen. Um den Lagerabstand zu vergrößern würde ich wieder auf der Oberseite der Hauptplatte einen Lagerstern für die Servoaufhängung mit von oben eingesetztem Domlager vorsehen. Auf der anderen Seite könnte man noch in einer Bodenplatte ein weiteres Lager zur Stabilisierung einbringen. Aber vier Rotorwellenlager sind dann doch eine ganze Menge. Das obere Domlager mit den dranhängenden Servos sollte reichlich Dämpfung reinbringen, auch wenn die Situation mit der Biegebelastung der Hauptplatte nicht verändert wird. Da müssen die Auflager der Platte halt möglichst nah an die Rotorwelle ran. Da die Servos aber auf der anderen, oberen Seite und damit prinzipiell nicht mehr im Weg sind, wird das aber einfacher.

        Das Heckservo kann bei dem unten liegenden Heckrohr dann nicht mehr gut unter das Rohr montiert werden, da steht es ja quasi auf dem Boden auf. Also wandert das Heckservo seitlich neben das Heckrohr und steht über Kopf mit Servohorn unter dem Heckrohr. Mit einer Servobreite von 12mm und einer Rahmenbreite von 36mm passt das Servo genau zwischen das mittige Heckrohr und eine Rahmenwange. Damit ist der sich nach hinten verjüngende Rahmen der 2.0 Version schon wieder Geschichte.

        Die Zahl der notwendigen Teile für den Rahmen wird deutlich kleiner. Neben den Rahmenwangen sorgen nur noch eine Hauptplatte oben und eine Bodenplatte für die notwendige Stabilität, statt vorher vier Platten. Der Rahmen wird am vorderen Ende von einer Spange zusammengehalten und am hinteren Ende von den beiden Heckrohrhaltern, die weiterhin auch das Heckservo aufnehmen. Dann die Halterung für die Riemenführungsrollen, die auch das hintere Auflage für die Hauptplatte oben bietet und die so asymetrisch nach oben ragen soll, dass dort die Taumelscheibenführung montiert werden kann. Vor der Rotorwelle muss oben ein Auflager für die Hauptplatte mit Aufnahme für das Nickservo sein, unten die vordere Befestigung für die Bodenplatte, an der auch die Kufen angeschlagen werden. Der Kleine soll dann auf drei Beinen stehen, vorne auf zwei Halbkufen und hinten auf der Heckflosse. Außer dem Lagerstern sind dann für den Rahmen statt 11 nur noch 6 Aluteile nötig. Eine neue Haube muss her, die nicht so hoch, dabei am besten sehr lang ist.

        Jetzt müssen nur die vermaledeiten Motoraussetzer beherrscht werden, ich werde mal mit meinen verschiedenen Reglern ein paar Kreuztests unternehmen.
        Machen ist wie wollen, nur krasser.

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        • Harald 365
          Senior Member
          • 17.08.2011
          • 3667
          • Harald
          • MFC Neu-Ulm

          #199
          AW: Das Experiment - 3D Trainer mit Direktantrieb mal elegant

          Zitat von s.nase Beitrag anzeigen
          Vielleicht schreibt Harald noch mal genau, um welche YEPserie es sich handelt.
          Diese hier meinte ich -> HobbyKing YEP 60A (2~6S) SBEC Brushless Speed Controller

          gibst auch unter dem Namen Rotorstar von HK...( sind die gleichen...nur paar € teurer )

          ABER!...ich bin bei dem YEP´s jetzt auch ein bisschen vorsichtig geworden
          ( s. Bild )...da war mal der YEP 150 Amp

          Zwei Jahre ohne Beanstandung, beim Gasgeben am Boden angefackelt

          Das Problem mit dem 12 Polern habe ich jetzt schon öffters gelesen, bei einem
          gehts Super, bei einem andern gibts Probleme.

          Ich teste jetzt mal einen ganz dummen Regler...ohne Schnick Schnack!...nicht
          mal BEC.

          @ Helibri, probier ruhig mal Deine Regler durch, kann sein das Du einen dabei hast

          In meinem 600er CP-Koax werkeln zwei Mystery Regler für je 30,-€...die können
          nur ein eins regeln ...aber das ohne Probleme
          Angehängte Dateien
          GruÃ? Harald

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          • Helibri
            Member
            • 23.05.2015
            • 297
            • Stefan
            • Berlin Blankenburg

            #200
            AW: Das Experiment - 3D Trainer mit Direktantrieb mal elegant

            Wow, Harald, ein derart angesengtes Chassis hätte ich gerne vermieden!

            Der YEP 60 wiegt laut Spec 63g, drei mal so schwer wie der Talon 35. Und ist meines Erachtens doppelt überdimensioniert. Aber vielleicht sind es ja die Reserven, die hier in meinem System fehlen. Ich werd mal den Picheler XQ40 Regler, der in meinem Fireball problemfrei funktioniert, hernehmen.

            ßber einen dummen Einfachregler, ohne irgendwelche Zusatz und Sicherheitselemente oder Funktionen, hab ich auch schon nachgedacht. Gibts massenhaft für Drohnenantriebe, superleicht für kleines Geld. Sollte man vielleicht einfach mal ausprobieren.

            Hat sowas schon mal jemand in seinem Heli betrieben?
            Machen ist wie wollen, nur krasser.

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            • Harald 365
              Senior Member
              • 17.08.2011
              • 3667
              • Harald
              • MFC Neu-Ulm

              #201
              AW: Das Experiment - 3D Trainer mit Direktantrieb mal elegant

              Zitat von Helibri Beitrag anzeigen

              ßber einen dummen Einfachregler, ohne irgendwelche Zusatz und Sicherheitselemente oder Funktionen, hab ich auch schon nachgedacht. Gibts massenhaft für Drohnenantriebe, superleicht für kleines Geld. Sollte man vielleicht einfach mal ausprobieren.

              Hat sowas schon mal jemand in seinem Heli betrieben?
              Wie schon geschrieben...im 600er funzt es super

              Und sobald ich den neuen Regler getestet habe, gebe ich Bescheid
              GruÃ? Harald

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              • jumphigh
                Senior Member
                • 16.12.2009
                • 4248
                • Andreas
                • Allstedt

                #202
                AW: Das Experiment - 3D Trainer mit Direktantrieb mal elegant

                Zitat von Helibri Beitrag anzeigen
                Gibts massenhaft für Drohnenantriebe, superleicht für kleines Geld. Sollte man vielleicht einfach mal ausprobieren.
                Schau, ob du einen Regler bekommst, auf den man BLHeli aufspielen kann. Damit kannst du dann auch einen Governor nachrüsten. Vielleicht geht das ja schon mit den vorhandenen?

                Zitat von Helibri Beitrag anzeigen
                Bei dem schlanken Motor sind das dann gerade sowas wie 24mm mehr Luft zwischen Rotorblatt und Heckausleger.
                Das funktioniert IMHO nicht. Bei ordentlich zyklischem Pitch ist die Auslenkung der Blattspitzen größer als 2,4cm. Das gibt mit Sicherheit regelmäßig einen Boomstrike.
                Zuletzt geändert von jumphigh; 21.04.2018, 10:30.
                Grüße von Andreas

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                • Helibri
                  Member
                  • 23.05.2015
                  • 297
                  • Stefan
                  • Berlin Blankenburg

                  #203
                  AW: Das Experiment - 3D Trainer mit Direktantrieb mal elegant

                  Hallo Andeas,

                  BLHeli hab ich jetzt schon oft gelesen bei den Einfachreglern. Ist das sozusagen das Prüfsiegel "funzt auch im Heli"?

                  Das mit den 24mm zwischen Rotorkreis und Heckrohr ist ein Missverständnis. Der kleinste mögliche Abstand wäre bei Riemen oben etwa 50mm. Wenn der Riemen unter den Motor kommt, werden es 24mm MEHR.
                  Machen ist wie wollen, nur krasser.

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                  • jumphigh
                    Senior Member
                    • 16.12.2009
                    • 4248
                    • Andreas
                    • Allstedt

                    #204
                    AW: Das Experiment - 3D Trainer mit Direktantrieb mal elegant

                    Zitat von Helibri Beitrag anzeigen
                    BLHeli hab ich jetzt schon oft gelesen bei den Einfachreglern. Ist das sozusagen das Prüfsiegel "funzt auch im Heli"?
                    Kann man so nicht sagen. Es ist halt eine alternative Firmware für unterstützte Regler, mit denen man für den Heli-Betrieb neben anderen in der Original-Firmware oft vermissten Funktionen einen zumeist gut funktionierenden Governor nachrüsten kann. Da muss es nicht immer ein Hobbywing für €40+ sein, sondern es reicht ein "Billig"-ESC für unter €20. Die können nur leider i.d.R. nicht mit 7A-BECs dienen.
                    Grüße von Andreas

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                    • don_king
                      Gelöscht
                      • 23.11.2009
                      • 2743
                      • Stefan

                      #205
                      AW: Das Experiment - 3D Trainer mit Direktantrieb mal elegant

                      Zitat von Helibri Beitrag anzeigen
                      BLHeli hab ich jetzt schon oft gelesen bei den Einfachreglern. Ist das sozusagen das Prüfsiegel "funzt auch im Heli"?

                      BLHeli ist der Name der Firmware die auf dem Steller läuft.
                      Wurde ursprünglich für China-ESCs für Brushless Umbauten von Micro-Helis entwickelt. Dann kam die Version für Multirotor und inzwischen laufen fast alle Steller für Race-Copter mit BLHeli (bzw. BLHeli_S und BLHeli32).
                      Wie gut das mit low KV Motoren funktioniert kann ich dir leider nicht sagen...

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                      • Helibri
                        Member
                        • 23.05.2015
                        • 297
                        • Stefan
                        • Berlin Blankenburg

                        #206
                        AW: Das Experiment - 3D Trainer mit Direktantrieb mal elegant

                        Also, erste Erkenntnisse von den Reglertests:

                        Erstmal gibts noch einen Seitenstrang der Geschichte. Mein Trex250 hat nämlich plötzlich Reglermucken entwickelt. Sieht aus wie die gleiche Art Aussetzer, der Heli bleibt voll steuerbar. Da soll mich doch der Teufel holen, denk ich, hab ich jetzt vielleicht Probleme mit der Funke oder dem Spektrum Protokoll?

                        Der auf Futaba Protokoll laufende Fireball war ja OK. Die anderen Spektrum Helis erwiesen sich dann aber auch als in Ordnung. :dknow:

                        Also erst mal den Talon 35 auf den Trex gespannt: Funktioniert fehlerfrei. Dann den Trex wieder zurückgerüstet auf den originalen BL15P. Wieder die Ausfälle wie zuvor. Der Talon sollte also prinzipiell in Ordnung sein, und der BL15P hat aus unerfindlichen Gründen jetzt auf einmal eine Macke.

                        Dann den Kaiju mit dem XQ40 ausgerüstet, was nochmal eindrucksvoll gezeigt hat, was für ein fetter Brocken der XQ40 gegenüber dem XQ30 ist. Und siehe: keinerlei Aussetzer allerdings echt bescheidenes Anlaufverhalten, da ist der Talon eine andere Liga. Der Regler war nicht mal warm, aber der Motor war echt heiß. Der XQ40 war allerdings auf 16kHz eingestellt. Zurückgebaut auf den Talon: Gleiche Aussetzer wie vorher. Dafür der Motor noch gut zum Anfassen, der Talon lief heute auf 12kHz. Ich hatte auch schon bei 8kHz getestet, da gings dem Motor noch besser, die PWM Frequenz scheint da voll reinzuhauen.

                        Die Preisfrage: Was liefert der XQ40 was der Talon nicht kann oder nicht versteht?:dknow::dknow:
                        Machen ist wie wollen, nur krasser.

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                        • Helibri
                          Member
                          • 23.05.2015
                          • 297
                          • Stefan
                          • Berlin Blankenburg

                          #207
                          AW: Das Experiment - 3D Trainer mit Direktantrieb mal elegant

                          Die Schlacht an der Reglerfront geht weiter.

                          Erstmal: Hab ich die ganze Zeit XQ40 gesagt? Da waren wohl irgendwie Hirn und Augen verklebt, was ich da verglichen habe ist ein XQ50. Macht also zwei Stufen zwischen dem und dem XQ30. Der mittlere Strom mit dem ich ansteuern will ist 10A. Muss ich wirklich 5-fach überdimensionieren?

                          Erstmal viel gelesen über ESCs und den Umgang damit:

                          - PWM Frequenz: typischer Weise im Bereich 8-16kHz. Die niedrigste Frequenz mit der die Motor-Regler Paarung gut funktioniert sollte die Beste sein. Höhere Frequenz macht die Ansteuerung wohl präziser, ist aber aufgrund der häufigeren Schaltvorgänge mit mehr Verlusten behaftet, was insbesondere in Teillast reinhaut.

                          - Timing: Voreilen der Drehfeldspannung der Motorspulen gegenüber der Rotorposition in Winkelgraden des Drehfelds. Synchronisiert den Stromfluss in den Spulen, der aufgrund der Induktivität des Stators nachhinkt, mit dem Magnetfeld des Rotors. Je mehr Pole desto größer üblicherweise der Winkel/Timing Wert. Kleinere Werte ergeben größeres Drehmoment und besseren Wirkungsgrad, größere Werte mehr Drehzahl und Leistung. Bei schlechtem Timing kann der Motor scheppernde/quietschende Geräusche machen.

                          - Polzahl: Je niedriger die Zahl und je höher die Ansteuerung/ßffnung des Stellers/Reglers desto einfacher ist die Aufgabe zu bewältigen. Je mehr umlaufende Pole desto häufiger rotiert das Drehfeld im Vergleich zum Rotor. Von elektrischer (vs. mechanischer) Untersetzung wird gesprochen. Mit dem vielfach schneller rotierenden Drehfeld steigt die Zahl der Schaltvorgänge und die Anstreuerung hat's schwerer. Auch die elektrische Untersetzung ist wegen der steigenden Zahl der Schaltvorgänge entsprechend Verlustbehaftet. Bei hoch angesteuerten 2-Polern kann der Steller/Regler bezüglich seiner Nennstromstärke gleich dem zu erwartenden mittleren Strom gewählt werden. Bei im Teillast Bereich angesteuerten Vielpolern wird die Aufgabe schwieriger und es treten gerne Spannungsspitzen mit einem Vielfachen des mittleren Stromflusses auf. Der Regler sollte dann gerne mal den doppelten Nennstrom aufweisen. Oder wieviel genau? Da wirds dann langsam dünn mit den Details.

                          - Elkos: Helfen die Spannungsspitzen die durch das Ansteuerungsverhalten entstehen auf der Akkuseite zu dämpfen. Das vermeidet unschöne Rückkoplungen im Akkukabel, die die Situation nochmal verschlimmern könnten. Weiterhin erleichtern sie der Ansteuerungsschaltung die Arbeit, so dass diese im Idealfall effizienter funktionieren kann.

                          Der Tarot/Martin 4008 330KV scheint als einer der zickigeren Motoren bekannt zu sein. Speziell die Motoren mit kurzem Stator xx08/xx06 scheinen schwieriger zu handhaben zu sein, da kommt wohl nicht jeder Regler klar. Jetzt hab ich sowohl beim Kaiju als auch beim Fireball immer wieder quietschende Geräusche gehört, die ich immer dem Riemen zugeordnet habe. Bloß, da war immer alles gut geschmiert, da quietschte nix. Scheint also doch vom Motor zu kommen, siehe Timing.

                          Tests mit der Ansteuerfrequenz haben gezeigt, dass der XQ30 mit 8kHz den Motor gar nicht angegreht bekommt, den muss man von Hand anwerfen! Der Talon35 hat das Problem bei 8kHz nicht, mit 16kHz läuft er so unfassbar butterweich - - bis zum Aussetzer. Bei den Tests mit dem XQ30 kommen die Aussetzer ganz klar mit der Erwärmung von Regler und Motor. Heute war es sogar so, dass nach den ersten Aussetzern der Regler gar nicht mehr richtig weiterlief, es entstand sowas wie ein Pulsbetrieb, bei dem der Regler nach Abfallen der Drehzahl wieder anlief um bei Erreichen einer höheren Drehzahl erneut auszusetzen. Interessanter Weise konnte man damit gerade so schweben...

                          Was sicher ist: Es geht mit einem dicken Regler - aber wie dick muss er sein?

                          :dknow: :dknow: :dknow: :dknow: :dknow:
                          Machen ist wie wollen, nur krasser.

                          Kommentar

                          • Helibri
                            Member
                            • 23.05.2015
                            • 297
                            • Stefan
                            • Berlin Blankenburg

                            #208
                            AW: Das Experiment - 3D Trainer mit Direktantrieb mal elegant

                            Mehr Tests:

                            Der XQ30 kennt bezüglich Timing die Einstellungen Low und High (7-22° und 22-30°), ansonsten ein Autotiming, das den besten Bereich automatisch ermittelt. Für Vielpoler wird der Timing Bereich High empfohlen. Und tatsächlich, mit Timing Low läuft er noch schlechter als mit Timing High.
                            Mit Timing Auto läuft er gleich wie mit Timing High.

                            Der XQ30 ist nach dem Flug kochend heiß und stinkt nach heißem Plastik und heißer Elektronik. Das heißt alles ist heiß, der Kühlkörper, die Seite mit der Platine, die Elkos, alles was man anfassen kann. Ich habe gelesen, dass falsche oder zu kleine Elkos an entsprechend hoher Temperatur erkennbar wären....

                            Also wieder zurück zum Talon35. Bei dem kann ich am Timing ohne den USB Link nichts machen, und der ist noch in der Post. Der Talon35 zeigt die ersten ein bis zwei Aussetzer ungefähr nach der selben Flugzeit wie der XQ30. Der Motor ist dann aber noch deutlich kühler als beim XQ30. Der Regler selber ist dann kaum handwarm, Elkos genauso. Die Elkos haben exakt die selbe Kennung wie die vom XQ30. Nach diesen ein bis zwei Aussetzern läuft der Talon35 erst mal klaglos und ohne Ruckeln weiter, während der XQ30 da heute in den Sägezahnbetrieb verfallen ist. Erst gegen Ende des Flugs kommen häufige Aussetzer.

                            Nach dem Flug ist der Talon35 rundrum kaum handwarm, Elkos genauso. Der Motor ist dann genau so heiß wie beim XQ30. Die Geräusche am Motor sind bei beiden Reglern die selben.
                            Machen ist wie wollen, nur krasser.

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                            • Harald 365
                              Senior Member
                              • 17.08.2011
                              • 3667
                              • Harald
                              • MFC Neu-Ulm

                              #209
                              AW: Das Experiment - 3D Trainer mit Direktantrieb mal elegant

                              Hallo Stefan ...Du bist ja richtig fleißig ...ja die 14 Poler sind eine
                              Wissenschaft für sich

                              Das was Du weiter oben so geschrieben hast, ist soweit richtig, das ist auch meine
                              Erkenntnis

                              Ich bin mit dem neuen Regler leider noch nicht so weit...einbauen und alles verkabeln...
                              danach kann ich Dir gerne Bescheid geben
                              GruÃ? Harald

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                              • Helibri
                                Member
                                • 23.05.2015
                                • 297
                                • Stefan
                                • Berlin Blankenburg

                                #210
                                AW: Das Experiment - 3D Trainer mit Direktantrieb mal elegant

                                Gestern wieder so ein echt typischer Testtag... aber was solls, weitermachen, hilft ja sonst nichts.

                                Nochmal Danke an Harald für den seelischen Beistand. Allerdings sind meine Motore von der Gattung N18P24, das Problem ist also nochmal 10 Pole größer.

                                Zurück zum Testtag: Der wurde unvermutet buchstäblich eingeläutet durch den Postboten, der ein heiß ersehntes Stück Elektronik, den USB Link zum Talon Regler, ins Haus brachte. Also schnell die Brückentagpflichten Aufräumen, Einkaufen, etc..., erledigt um dann am frühen Mittag endlich am Regler weiterzumachen.


                                Härtegrad 1: Software auf den Rechner, das Ding an den Micro-USB gehangen und den Regler angesteckt: Funktioniert, Computer spricht mit dem Reger, ich war erst mal begeistert!

                                Härtegrad 2: Durch alle Softwareoptionen gekämmt und festgestellt, dass der Reger wie geliefert auf irgendeine Antriebseinstellung für Flächenmodelle gesetzt ist. Was man mit der Knüppelprogrammierung vom Sender aber garnicht beeinflussen kann... Wohl, wohl, also erst mal auf Heli umgestellt und nach bestem Wissen und Gewissen die Parameter verteilt. In der Zwischenzeit waren auch Akkus startklar, also los, mit dem Heli am langen Arm durch die Terassentür in den Garten getreten um... erstmal beinahe durch eine Sturmböe wieder ins Haus geblasen zu werden

                                Härtegrad 3: Entsetzt wieder ins Haus zurückgezogen und Wetterbeobachtungen angestellt. Der Wind war zwar eklig, aber unter der Baumabdeckung im Garten gings gerade so fürs Kampfschweben. Die erste Böe war wohl zufällig eine besonders heftige. Also raus, Heli startklar gemacht und ... es fängt an zu nieseln.
                                Ich fass es nicht.

                                Härtegrad 4: Trotzdem jetzt den Heli angesteckt und probegeschwebt - Er stellt sich schon nach kurzem Flug mit unwillig runterdrehendem Rotor wieder ins Gras. Also zwei Akkus lang alle Regleroptionen durchprobiert. Zwar scheints mit höheren PWM etwas besser zu laufen, das Timing hat irgendwie keinen erkennbaren Effekt auf das Problem. Man kann den ßberspannungsschutz im Regler abschalten (Achtung Gefahr Meldungen zum Trotz), aber auch das zeigt keinen Effekt. Scheint also nicht an Spannungsspitzen zu liegen.

                                Härtegrad 5: In der Zwischenzeit hatte es dankenswerter Weise aufgehört zu nieseln. Das nächste Level wurde erreicht, in dem ich von Heli auf Multirotor umgestellt habe (wieder Achtung Gefahr, jegliche Gewährleistung erlischt jetzt ). Jetzt gibts zwar keinen Sanftanlauf mehr, aber darauf kann ich im Zweifel gut verzichten wenn der Rest tut. Und siehe: Das Anlaufen des Motors funktioniert so viel besser. Und Kaiju setzt sich nicht mehr nach jedem Aussetzer gemütlich ins Gras zum Ausruhen, sondern zuckt nur noch kurz unwillig. Das war zwar noch nicht toll, aber besser als alles was er bisher gezeigt hat.

                                Härtegrad 6: Nach weiteren zwei Akkus ohne entscheidenden Fortschritt steigt der Heli plötzlich auf, ohne dass ich Pitch gegeben hätte. Throttle Hold und ins Gras gedrückt. Alles inspiziert, alle Funktionen normal, die normale Vorflugkontrolle zeigt keine Auffälligkeiten. Was war das?? Also natürlich nach negativem Befund wieder gestartet. Nach zehn Sekunden steigt das Ding wieder auf, diesmal heftiger. Ich musste ihn runterhauen um das zickige kleine Monster am Ausbüxen zu hindern. Dabei hat er sich leider die Schnauze zerdrück und mit den Latten ins Gras gebissen. Und jetzt war auch klar warum: Das Nickservo stand nach oben ausgelenkt und hat nur noch ab und zu auf Knüppelrühren so ein bißchen gezuckt. Das Biest hat vor dem Abheben brav gewackelt und so getan als wärs fit und ist dann direkt nach dem Abheben gestorben!

                                Damit endete also ein typischer Testtag. Jetzt muss erst mal ein anderer Satz TS Servos fit gemacht und die Rotorwelle wieder gradgebogen werden.
                                Machen ist wie wollen, nur krasser.

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