jetzt muss ich erstmal die Geschichte meiner 212 bis zum heutigen Erstflug erzählen.
Erworben hatte ich sie Ende November, sie war spantenseitig gebaut für eine Comeback-Mechanik und bis auf das Rumpfvorderteil fertig lackiert.
Das heißt, eigentlich war alles lackiert, aber das Vorderteil (demontierbarer Heckausleger, MZ Bausatz) war schon mit Abbeizer bearbeitet worden wg. Lackfehler.
Ursprünglich wollte ich eine Vario-Mechanik einbauen, die fertigen Spanten und ein Studium der Aerotec-Seite liessen mich dann doch auf die Comeback-Mechanik umschwenken.
ßrgerlich nur, dass der Vorbesitzer den Technik-Satz zur Umrüstung auf Rumpfmechanik auch versteigert hatte, das hätte ich also einige Hunderter billiger haben können, wenn ich das eher überlegt hätte...
So hab ich mir einen gebrauchten Comeback-Trainer hier im Forum gekauft und den Umrüstsatz neu bei Uwe Welter.
In den Kopf gesetzt hatte ich mir M-Blades 860mm, da der Rumpf einen 1,9m Rotor verträgt.
Den Trainer hab ich erstmal etwas überholt und bin ihn (allerdings mit 1,5m Rotor) einige Wochen ohne jedes Problem geflogen.
Warum das wichtig ist?
Als der 212-Rumpf fertig war zum Mechanikeinbau fingen die Probs an:
Erstmal musste ich die Mechanik zerlegen, um sie umzuritzel, von 17 auf 11 Zähne, da der grössere Rotor nur 1100 statt 1600 Touren braucht.
Am 9. Mai war die Bell das erstemal auf dem Platz, geplant war, die Woche darauf nach Frotheim zu fahren.
Schon beim ersten hochfahren der Drehzahl fing die Bell übel an zu schütteln.
Einpacken, ab nach Hause, alle Blätter nachgewuchtet (hab tatsächlich etwas gefunden), Wellen kontrolliert (in Ordnung) und zurück zum Platz.
Erneut Drehzahl hochgefahren, diesmal schüttelte die 212 erst bei etwas höherer Drehzahl---dafür aber um so schlimmer.
Sie spang dabei in die Luft, die Mechanik schien aus dem Rumpf hüpfen zu wollen und meine zusätzliche obere Mechanikabstrebung im Rumpf war in Walhalla.
Weitere Schäden gab es nicht, mit anwesenden Freunden wurde diskutiert und probeweise die 1,5m Blätter montiert.
Lammfromm benahm sich meine Bell plötzlich, allerdings reichte der kleine Rotorkreis natürlich nicht, sie in die Luft zu heben.
Nach diesem Versuch einigten wir uns auf möglicherweise zu hohe Drehzahl und besorgten einen Drehzahlmesser (meiner hatte ausgerechnet an diesem Tag durch meine Schuld seine Batterie leer genuckelt).
Siehe da, die Bell drehte trotz Umritzelung mit gut 1500 Touren am kleinen Rotor.
Logisch, dass die M-Blades damit nicht klar kamen...
Also Drehzahl auf 1100 eingestellt, M-Blades drauf, es war bereits der etwa zehnte Versuch an diesem Tag und ich schob die Gas-Trimmung ziemlich schnell hoch- dabei klappte ein Blatt ein und erlitt eine geringe Blessur durch das Einschlagen im Blattgriff. Gott sei Dank traf es nicht den Rumpf....
Erneute Kontrolle, kein Befund, neuer Versuch.
Leider schüttelte die 212 immer schlimmer, nun schon bei 850 Touren und frustriert packte ich alles ein und fuhr heim.
Frotheim war gestorben, ich hatte in der kommenden Woche viel zu viel zu tun, um noch einen vernünftigen Lösungsansatz zu probieren. Ich hätte die Tage gebraucht, um mich mit der 212 warm zu fliegen, Fehlersuche war in der Kürze der Zeit nicht drin.
In den nächsten 14 Tagen hab ich dann noch einige Male versucht, eine Ursache für das Schütteln zu finden, von U. Welter wusste ich, dass die Mechanik (besonders in Verbindung mit längerer Rotorwelle, die ich nicht habe) bei M-Blades wg. derer hoher Steifigkeit manchmal schütteln kann.
Irgendwann kam eine Motorradreise nach Chemnitz und Mitte Juni beschloss ich, den Rotorkopf zu zerlegen.
Dabei fand ich ein verzogenes Zentralstück und eine krumme Blattlagerwelle.....
Klar, nun fiel mir das einklappende Blatt auch wieder ein!!!
Einige Tage später bestellte ich dann Ersatzteile, die dann Ende letzter Woche kamen und sofort eingebaut wurden.
Und heute hab ich mich LANGSAM an die 1100 Touren rangepirscht, dabei vorsichtig gehovert um den Heckrotor zu justieren, und dann habe ich zwei Tankfüllungen verschwebt, um Gas-und Pitchwerte für den Schwebeflug zu ermitteln
Was nun noch bleibt, ist das Erfliegen der zyklischen Ausschläge (noch zu klein), Entschärfung der Heckrotorfunktion und des Gas- und Pitchmaximums.
Was mir im Endeffekt dieses Theater bescherte war mein Glaube, nach der Umritzelung in etwa die korrekte Drehzahl zu haben. Warum das nicht so ist, weiss ich nicht, vermutlich habe ich irgendwann beim Umbau den Gasservohebel falsch gesteckt...
Sobald die Bell fliegt, kommen der Innenausbau und die fehlenden Abzeichen auf dem Rumpf.
Auch die Kennung wird noch geändert, diese gehört zu einer 205.


Herzlichen Glückwunsch

, da kann ich nicht frei nehmen--leider.




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