"Die alte Hirschkuh wird wiedergeboren"- Baubericht einer 2,5 Meter Mil Mi 24 der NVA

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  • thebonny
    HAPStik
    • 02.12.2008
    • 297
    • Thomas
    • MFC Hummelflug Berlin u. MFC Rheinbach-Swisstal

    #121
    AW: &quotie alte Hirschkuh wird wiedergeboren"- Baubericht einer 2,5 Meter Mil Mi 24 der

    Die damalige erste Version des Blatthalters ging davon aus, dass die zu montierenden Radial- und Axiallager ja einen definierten Anschlag haben. Dieser besteht zwar tatsächlich, allerdings auf der falschen oberen Seite des Blatthalters.

    Der folgende Schnitt durch den aktuellen Blatthalter beschreibt das Problem besser: Um die Lager zu montieren, können sie nur von unten (und nicht wie sonst bei fast allen Trainer Helis üblich von oben) in die Blatthalterbohrung eingeschoben werden.

    Wenn sie sich aber nirgendwo unten im Blatthalter abstützen können, so würde der Blatthalter aufgrund der Fliehkraft einfach zusammen mit dem Heckrotorblatt wegfliegen sobald der Heckrotor auf Drehzahl kommt.

    Also mussten wir im aktuellen Blatthalter einen Deckel vorsehen...

    ... der mit sechs Schrauben befestigt wird...

    Folgende Schnittbilder zeigen nun, wie sich die Lager jetzt unten gegen den montierten Deckel abstützen können und damit die Fliehkraft des Heckblattes aufnehmen und in die Blattlagerwelle einleiten können. Die dicke Blattlagerschraube ist übrigens als robuste M4 ausgelegt.

    Schliesslich ist dann auch sofort noch eine heftige Diskussion darüber entbrannt, ob die Deckelschrauben nun M2 sein dürfen oder auf jeden Fall mindestens M2,5 sein müssten.
    Dies war für Jörg nicht so einfach zu realisieren, weil es mit den zur Verfügung stehenden Materialstärken alles einfach wieder verdammt knapp wurde.
    Willi hat dafür extra ein Excelsheet vorbereitet, in dem er für verschiedene Szenarien (Blattgewichte und Drehzahlen) jeweils die resultierenden Fliehkräfte an verschiedenen Punkten der Konstruktion errechnete (siehe Anhang).

    Letztlich, um sicher zu gehen, haben wir dann auch nochmal einige Simulationen durchgeführt, um uns die Maximalspannungen im Blatthalter sowie im Deckel und den Schraubverbindungen anzuschauen.
    Im folgenden mal einige Simulationsergebnisse bei sehr konservativ angenommenen 35-45g Blattgewicht. Das tatsächliche Blattgewicht liegt derzeit bei 28g, dazu später mehr...

    Bei 35g (mit angenommenen 1000N Fliehkraft) und M2,5 Schrauben noch unkritische Spannungswerte...

    Bei 45g Blättern (mit angenommenen 1500N Fliehraft) sähe das dann schon wieder ganz anders aus:

    Spannungsspitzen bis hin zum roten Bereich (bezogen auf den hochfesten Aluminiumwerkstoff 7075)
    Angehängte Dateien

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    • thebonny
      HAPStik
      • 02.12.2008
      • 297
      • Thomas
      • MFC Hummelflug Berlin u. MFC Rheinbach-Swisstal

      #122
      AW: &quotie alte Hirschkuh wird wiedergeboren"- Baubericht einer 2,5 Meter Mil Mi 24 der

      So, hier will ich Euch jetzt mal den aktuellen Stand der Gesamt-Konstruktion präsentieren.

      Mit dieser Version wollten wir dann sowohl in die Prototypen-Fertigung als auch in die erste "echte" Fertigung aus Aluminium und Stahl zum ausgiebigen Test des Kandidaten eintreten.

      Zunächst zeige ich Euch mal Gesamtansichten von verschiedenen Blickwinkeln und anschliessend Schnittdarstellungen, die besser die Funktionsweise des Heckrotors verdeutlichen können.




      Auffällig gegenüber der ersten Version sind jetzt das einteilige Gehäuse, die direkt am Gehäuse verschraubte und abgewinkelte Servobefestigung und die vollständig bis zur Blattwurzel aus CFK ausgeführten Heckrotorblätter.

      Hier nun zwei Schnittdarstellungen, die einerseits die innere Anlenkunksmechanik offenlegen und andererseits die bereits erwähnte, zum Heckrotor hin verlegte Kegelradstufe zeigen.



      Die Abtriebswelle zur Heckrotornabe ist als Hohlwelle ausgeführt (Stahl), in dieser sitzen zwei Gleitlager (von z.B. Fa. igus), die einer inneren Schubstange (3mm Durchmesser) sowohl eine axiale Bewegung für die Pitchverstellung als auch einen Rotationsfreiheitsgrad relativ zur Hohlwelle ermöglichen.

      Eigentlich wird die Schubstange über die Blatthalteranlenkungsgestänge und dann über die dreiarmige Pitchbrücke in der gleichen Drehzahl wie der gesamte Heckrotor mitgenommen (4185 U/min) und läuft dabei synchron zu diesem,trotzdem kommt es aber bei Pitchbewegungen (also axialen Auslenkungen) zu kleinen Relativdrehungen der Pitchbrücke gegenüber der Hohlwelle, und das war eine eigene, längere Geschichte...

      ßber die Bewegungssimulationen von Solidworks bemerkten wir relativ früh, dass etwas bei der Anlenkungsmechanik nicht stimmen konnte, das Ding hat sich bei axialen Pitchbewegungen der Schubstange irgendwie immer total "verklemmt". Zunächst dachten wir, das Solidworks spinnt und rechnet sich einen komischen Krams zusammen. "Kann ja wohl gar nicht sein!!"

      Dann kam jedoch mehr die Eigenartigkeit der Anlenkungsgestänge und deren Lagerung in Augenschein. Es sind eben nicht wie sonst häufiger vorkommend Kugelköpfe, die pro einzelnem Gelenkelement Rotationsfreiheitsgrade um alle 3 Achsen im Raum ermöglichen, sondern die Anlenkgestänge (im Original-NVA-Handbuch aus als "Blattzugstange" bezeichnet) werden hier laut Handbuch "kardanisch" aufgehängt mit drei einzelnen Drehgelenken.

      Beim Original-Heckrotor (siehe nochmal folgendes Bild) besitzt das Gestänge zusätzlich zu den Drehgelenken an den beiden Enden noch ein Mittengelenk, welches eine Relativdrehung der beiden Enden zueinander zulässt. Und genau diesen Freiheitsgrad hatten wir bei der Modellierung unserer kleinen Modell-Anlenkgestänge vergessen, daher konnte die axiale Gesamtbewegung von Schubstange, Pitchbrücke und Anlenkgestängen und der dabei notwendigen und gewollten Drehbewegung der Blatthalter bei Pitchveränderung nicht ohne Verklemmung realisiert werden.


      Aufgrund der Kreisbahnbewegung des am Blatthalter befestigten Drehgelenks und dieser speziellen Aufhängungsart der Gestänge kommt es dann zu der bereits angesprochenen Relativdrehung der inneren Schubstange gegenüber der Hohlwelle.

      Folgende Renderings zeigen Euch mal die Gestänge und die Pitchbrücke in verschiedenen Pitchpositionen (0 Grad und ca. 45 Grad Einstellwinkel), jeweils einmal von der Seite, und einmal auf die Pitchbrücke draufgeschaut, hier kann man dann schon die Verdrehung erahnen...

      Zunächst in der 0 Grad Position:

      und jetzt in der 45 Grad Position:


      In folgendem Video seht Ihr das Phänomen der leichten Relativverdrehung mal in der Dynamik eines vollständigen Pitchwegs in beiden Richtungen...
      [youtube]0Iz8cXNeBmQ[/youtube]

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      • thebonny
        HAPStik
        • 02.12.2008
        • 297
        • Thomas
        • MFC Hummelflug Berlin u. MFC Rheinbach-Swisstal

        #123
        AW: &quotie alte Hirschkuh wird wiedergeboren"- Baubericht einer 2,5 Meter Mil Mi 24 der

        Ich wollte noch einige Worte zum Thema Heckblätter verlieren.
        Wir hatten noch eine längere Zeit darüber diskutiert, ob wir die Blätter inklusive der Blattwurzel aus einem Stück aus CFK fertigen wollen, oder ob die Blattwurzel als separates Teil aus Metall hergestellt werden sollte.

        Wir haben uns dann aber schließlich doch für ein komplettes Teil aus CFK entschieden. Es erschien uns einfacher, gewichtssparender und letztlich auch robuster. Wir mussten uns nicht um weitere
        Verbindungselemente bzw. Form-/Reibschluss zwischen Blatt und Blattwurzel kümmern. Die Blattwurzel aus Metall hätte aufgrund der höheren Masse zusätzlich noch einen größeren Fliehkraftbeitrag auf
        den Blatthalter bedeutet und letztlich wäre auch die Fertigung eines weiteren, recht komplizierten Alu-Teils kostenmäßig ungünstiger gewesen.

        Das Original-Heckrotorblatt der Mi24 besitzt ein halbsymmetrisches NACA 230M Profil. Bei der Modellierung des Blattes im Solidworks haben wir uns zwar präzise an die ermittelten Maße unserer Vermessungsarbeiten gehalten, auch der Profilquerschnitt wurde genauestens nachempfunden, allerdings spiegelten wir das Profil der Oberseite und machten das Blatt somit Vollsymmetrisch. Wir entschlossen uns dazu, um ein gleich wirksames Blatt unabhängig von Blattmontage- und Heckrotordrehrichtung zu gewährleisten. Ich hatte ja schon beschrieben, dass wir aufgrund der Kegelradstufenverlagerung im Heckgetriebe eine "verkehrte" Drehrichtung am Heck in Kauf nehmen mussten. Später wollen wir diesen Effekt durch Einschleifen eines Wendegetriebes nach der Turbinenmechanik ausgleichen. Für kurzfristige Tests jedoch wollten wir auch die Möglichkeit haben, den Heckrotor unabhängig von der Drehrichtung mit gleicher Wirksamkeit betreiben zu können...

        Nach der Modellierung im 3D CAD offenbarte sich aufgrund der gegebenen Blattgeometrie und Massenverteilung ein neues potentielles Problem:

        Der Blattschwerpunkt liegt in Y-Richtung unterhalb der (roten) Achse, die genau mit der Blattaufnahme fluchtet. Das Solidworks konnte hier keinen genauen Massenschwerpunkt errechnen, weil wir zur Vereinfachung das Blatt als Vollkörper und nicht exakt als CFK-Schalenmodell modelliert hatten. Trotzdem hat sich dann später bei der Fertigung der echten Blätter gezeigt, dass der Schwerpunkt entsprechend nach unten verschoben ist (siehe weiter unten).

        Nun hatten wir schon größere Bedenken, ob die nun mit Hebelarm zur Aufnahmeachse eingehende Fliehkraft ungünstige Momente auf die Blatthalterlager ausüben würde. Durch die zwei, anstelle wie bei Trainer-Helis üblicher einer Aufnahmebohrung in der Blattwurzel kann sich das Blatt ja nicht selbst durch die Fliehkraft ausrichten (also nach vorne abwinkeln, um den Schwerpunkt in die Verlängerung der Aufnahmeachse zu bringen), sondern wird durch die zwei Befestigungen in Position gezwungen.
        Wir hatten auch schon diskutiert, evtl. eine Bohrung als "Langloch" auszuführen, um das Abwinkeln des Blattes zu ermöglichen.
        Schliesslich führten wir auch noch Festigkeits-Simulationen durch, um die Hebelkräfte und Momente und deren Belastungen für die Lager besser beurteilen zu können:

        Simuliert wird hier in einem vereinfachten Modell eine am versetzten Schwerpunkt mit Hebelarm zum Blatthalter wirkende Fliehkraft (violette Pfeile). Als Ergebnis erhält man links in der Tabelle die Verbindungskräfte bzw. Lagerreaktionskräfte in den beiden Radiallagern des Blatthalters (das Axiallager hier mal aussen vor gelassen). Der errechnete Schubkraftanteil von ca. 70 - 80N wirkt in radialer Richtung und sollte von den Lagern hoffentlich auch längerfristig aufgenommen werden können.
        Wie das alles aber unter hochdynamischen Situationen mit Lastwechseln, sich ändernden Einstellwinkeln etc. darstellt, können nur intensive Testreihen am "lebenden Objekt" zeigen.

        Für die eigentliche Fertigung der Negativformen und das CFK Laminieren der ersten Heckblätter hatten wir mehrere Optionen in Erwägung gezogen, haben uns dann aber schließlich für zwei erfahrene Leute aus Willis Freundes- und Bekanntenkreis entschieden.
        Freundlicherweise halfen uns Christoph Danders und Manfred Greve, die beide in der F3A Flächenfliegerszene bekannt sind und auch exklusive Propeller für F3A Maschinenen sowie Multikopter entwickeln und fertigen (Propellerentwicklung | MAGCAD Propeller), bei der Beurteilung, Formenbau, Laminieren und Wuchten der fertigen Blätter, so dass nach einiger Zeit sehr schöne Arbeitsergebnisse entstanden.

        Hier mal ein Blick auf die fertig gefrästen Formen...

        ... und schließlich ein Satz laminierter Blätter...

        ... jedes Blatt bringt es auf 28 Gramm Masse...

        ... hier noch ein paar Fotos von der Schwerpunktermittlung am echten Blatt:

        Ich habe dann den ersten Satz Blätter selber noch einmal auf der hochpräzisen Rotorblattwaage "Taxis" längs und quer vermessen und musste feststellen --> top ausgewuchtet

        Christoph hatte es sich auch nicht nehmen lassen, extra ein Nabenstück aus Carbon zu fräsen, um mal die drei Blätter anzuschrauben und an einem Testmotor bei ca. 2000 U/min (also ca. Hälfte der späteren Betriebsdrehzahl) und 0 Grad Pitch zu betreiben. Ein schon wirklich vielversprechender Sound ... aber seht selbst!
        [youtube]bJQ5xbiccO8[/youtube]

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        • martin176
          martin176

          #124
          AW: &quotie alte Hirschkuh wird wiedergeboren"- Baubericht einer 2,5 Meter Mil Mi 24 der

          Echt schönes Teil Jungs, respekt.Ihr denkt an alles ;-)

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          • thebonny
            HAPStik
            • 02.12.2008
            • 297
            • Thomas
            • MFC Hummelflug Berlin u. MFC Rheinbach-Swisstal

            #125
            AW: &quotie alte Hirschkuh wird wiedergeboren"- Baubericht einer 2,5 Meter Mil Mi 24 der

            Nachdem uns nun sowohl der Heckrotor inklusive der Heckmechanik und Heckblätter fertig entworfen und durchkonstruiert erschien, trauten wir uns langsam an das Thema Fertigung heran.

            Schnell wurde jedoch klar, dass wir es bei der Fertigung mit hohen Vorbereitungs- und letztlich auch Produktionsaufwänden zu tun bekommen werden. Aufgrund der komplexen Geometrie bei gleichzeitig hoher Präzisionsanforderung in den einzelnen Bauteilen des Heckrotors ergaben sich kaum noch Möglichkeiten, die Fertigung unter Eigenregie auf "normalen" 3 Achs-Portalfräsen zu bewerkstelligen.

            In diesem Thread hier Wer kann MI24 Heckrotorteile 5 Achs-Fräsen? - RC-Heli Community wurden die Möglichkeiten der Fertigung diskutiert.

            Hierbei zeigten sich die verschiedensten Meinungen über angeblich ausreichende Fertigungstechnologien von CNC Drehmaschinen mit angetriebenen Werkzeugen, über 4-Achsmaschinen oder konventionellen Dreh- bzw. Fräsmaschinen mit Teilapparat und Hilfsspannvorrichtungen etc.etc.

            Auch wenn ein wahrer Künstler an Dreh- und Fräsmaschinen sicher auch mit konventionellen Maschinen klar gekommen wäre, hat es Jörg hier eigentlich ganz gut auf den Punkt gebracht:

            Zitat von bon Beitrag anzeigen
            ...
            Zunächst einmal, klar man kann das mit einer Drehbank und einer 3-Achsfräse hinbekommen, zig Aufnahmen, Teile mehrmals wenden, mit einer zweiten Maschine bearbeiten.
            Kein Thema. Da ich beruflich mit der Drehbank und der Fräse (leider nur 3-Achsen) unterwegs bin kann ich dem zustimmen. Aber der ständige wechsel bringt IMMER Ungenauigkeiten mit sich, auch wenn die Spannzange, Aufnahmen usw. noch so ausgeklügelt sind.
            ...
            Und ja, Spacebaron, das Ding soll auch nach was aussehen.

            Grüße
            Jörg
            Nach einigen weiteren Gesprächen einigten wir uns dann schließlich darauf, nach Firmen Ausschau zu halten, die uns die Teile mit aktuellen Fräsmaschinen in professioneller Qualität zu noch akzeptablem Preis fertigen kann. Wobei man "akzeptabel" in diesem Zusammenhang natürlich äußerst großzügig sehen muss

            Bevor wir aber tatsächlich einen solchen kostenintensiven Auftrag vergeben konnten, erschien es uns zur Vermeidung gröbster Konstruktionsfehler unbedingt notwendig, die SolidWorks Teile zunächst einmal als Prototyp auf einem guten 3D Drucker ausdrucken zu lassen, um uns ein Gefühl für die Dimensionen des gesamten Heckrotors und dessen funktionierender Kinematik zu geben.

            Wir wollten schauen, ob sich der Entwurf tatsächlich so auslenken und bewegen lässt, wie wir es in der SolidWorks Bewegungssimulation erahnen konnten, außerdem mussten wir testen, ob sich alles so montieren und fügen lässt, wie wir es geplant hatten.

            Dabei war es schon schwierig genug, alleine die kleinen Spezialkugellager ausfindig zu machen und zu beschaffen. Teilweise ging dies nur nach Bitten und Telefonaten mit Großhändlern, weil bestimmte Lagertypen über den Handel an Endverbraucher kaum zu beschaffen waren.

            Es wäre fatal gewesen, die ersten 2 Exemplare der echten Fertigung in Stahl und Alu in Auftrag zu geben, ohne diese grundsätzliche Funktion sicherzustellen.

            Von seiner Arbeit her kannte Jörg eine gute Firma aus den Niederlanden, die hochwertige 3D Drucke anbietet und denen man die Teile einfach über das Internet als Dateien zur Verfügung stellen kann. Abgerechnet wird dabei über das benötigte Druckvolumen.

            Hier seht ihr mal das Zentralstück mit Blatthaltern und damals noch aus Ureol gefrästen, prototypischen Heckblättern...

            Hier ein Foto vom fertig montierten Zustand mit dreiarmiger Pitchbrücke und mit Anlenkgestängen versehenen Blatthaltern...

            Und auch auf meinem Lagerbock für Rotorauswuchtungen macht der Prototyp schon eine gute Figur. Und er macht bei Pitchverstellungen tatsächlich die in der Simulation beobachtete Relativdrehung gegenüber der antreibenden Hohlwelle

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            • Schraubcopterflieger
              Senior Member
              • 15.01.2013
              • 2953
              • Dominique

              #126
              AW: &quotie alte Hirschkuh wird wiedergeboren"- Baubericht einer 2,5 Meter Mil Mi 24 der

              Oh mann... die 2,5m stehen ja schon lang als abstrakte Zahl im Raum. Aber der Rotor lässt jetzt so langsam erahnen wie Riesen groß das Gerät tatsächlich mal sein wird.

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              • beetlejuice
                Senior Member
                • 18.02.2004
                • 1386
                • Günter
                • Weiz-Graz-Zeltweg

                #127
                AW: &quotie alte Hirschkuh wird wiedergeboren"- Baubericht einer 2,5 Meter Mil Mi 24 der

                Lange nichts Neues gelesen - gibt es updates bei eurem Projekt?

                Günter
                Erwin 5, Birdy DS, Su-35, Mig21
                1:4 Jet Ranger, Heli Baby NT, Agusta A109
                Jeti DS24

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                • thebonny
                  HAPStik
                  • 02.12.2008
                  • 297
                  • Thomas
                  • MFC Hummelflug Berlin u. MFC Rheinbach-Swisstal

                  #128
                  AW: &quotie alte Hirschkuh wird wiedergeboren"- Baubericht einer 2,5 Meter Mil Mi 24 der

                  Zitat von beetlejuice Beitrag anzeigen
                  Lange nichts Neues gelesen - gibt es updates bei eurem Projekt?

                  Günter
                  jede Menge Neues Günter. Ich hatte in den letzten Wochen nur zu wenig Zeit und Muße für qualitativ gute Berichte. Aber wir sind dran, bisschen Geduld noch

                  Kommentar

                  • thebonny
                    HAPStik
                    • 02.12.2008
                    • 297
                    • Thomas
                    • MFC Hummelflug Berlin u. MFC Rheinbach-Swisstal

                    #129
                    AW: &quotie alte Hirschkuh wird wiedergeboren"- Baubericht einer 2,5 Meter Mil Mi 24 der

                    nachdem wir uns dann mit dem ausgedruckten und montierten Prototypen sehr zufrieden zeigten und unermüdlich und freudig wie die kleinen Kinder an der Pitchverstellstange zuppelten, um die sich drehenden Blatthalter und Blätter zu bestaunen, kam dann schließlich doch der Tag der Wahrheit.

                    Jetzt musste das Ding ja schließlich noch in Alu und Stahl abgebildet werden, da die Druckteile dann wohl doch nicht ganz den zu erwartenden Kräften bei über 4000 U/min standhalten würden

                    Also hieß es erstmal Kontakte knüpfen zu möglichen Kandidatenfirmen, die uns die benötigten Einzelteile als Auftragsarbeit zu noch akzetablem Preis fertigen konnten.

                    Den ersten Termin hatten wir quasi vor der Haustür bei einem Berliner Unternehmen.
                    Hier seht ihr wie wir zusammen mit deren Fertigungsleiter unsere Solidworks-Teile in deren Pro/ENGINEER 3D CAD importieren und die Komplexität, Machbarkeit und letztlich auch Preisgestaltung diskutieren.

                    Hier das Zentralstück...

                    ... und der Blatthalter

                    In den Gesprächen lernten wir schnell, dass der Bärenanteil der Fertigungskosten nicht auf Maschinenlaufzeit oder Material sondern natürlich auf die Vorbereitungskosten für das Erstellen der CAM entfielen. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht wäre es also günstig, diese Einmal- oder Fixkosten auf möglichst viele produzierte Stücke umzulegen. Und jetzt versteht Ihr auch besser, warum Jörg und ich uns letztes Jahr über den Beitritt von Willi zu unserem Projekt so sehr gefreut haben

                    Nun konnten wir also die jeweiligen Einmalkosten auf mindestens 2 Heckrotoren (also z.B. 6 mal Blatthalter + ET-Blatthalter fertigen) umlegen und kamen auf entsprechend ertragbarere Stückkosten pro Teil. So beruhigend dieser Gedanke erschien, so verunsichernd hängt weiterhin das Damoklesschwert über uns: "Was passiert, wenn das Ding unsere Stress-Tests nicht überlebt und wir es nochmal massiv konstruktiv überarbeiten müssen??" Denn dann fallen natürlich nicht nur weitere Kosten für neue zu produzierende Stücke sondern eben auch wieder die hohen Einmalkosten für die (zumindest zu überarbeitende) CAM an.

                    Letztlich entschieden wir uns dann für eine Firma, zu denen der Kontakt über Josef Alterbaum zustande kam. Zur Angebotsvorbereitung extrahierte Jörg aus dem SolidWorks technische Zeichnungen, die nicht nur genaue Bemaßungen in allen Ansichten und relevanten Schnitten, sondern auch wichtige Informationen über Wellen/Naben-Passungen, Gewindespezifikationen sowie das zu verwendende Material enthielten.

                    Hier seht Ihr mal einige Beispiele (echte Bemassungen verändert oder gelöscht):

                    Basierend auf diesen Zeichnungen machte uns das Fertigungsunternehmen ein wirklich akzeptables Angebot, so dass wir entsprechend den Auftrag erteilten und in eine geduldige Wartephase übergingen (die zunächst kommunizierte Lieferzeit betrug ca. 6 Wochen). Es ist ja auch klar, dass ein Industrieunternehmen mit teuren 5-Achs-Maschinen nicht alles stehen- und liegenlassen kann für ein paar spinnerte Hobbyisten, die sich mehr oder weniger Einzelstücke anfertigen lassen wollen...

                    Was dann aber nach unendlich lange empfundener Zeit schließlich geliefert wurde zauberte uns ein breites Grinsen ins Gesicht, nicht nur die Einzelteile waren schön, auch das provisorisch montierte Gesamtwerk lag gut in der Hand...

                    Kommentar

                    • thebonny
                      HAPStik
                      • 02.12.2008
                      • 297
                      • Thomas
                      • MFC Hummelflug Berlin u. MFC Rheinbach-Swisstal

                      #130
                      AW: &quotie alte Hirschkuh wird wiedergeboren"- Baubericht einer 2,5 Meter Mil Mi 24 der

                      bevor wir mit der richtigen Montage des Heckrotors beginnen konnten, galt es noch einige einfachere Teile selber mit der zur Verfügung stehenden Portalfräse bzw. Drehbank zu fertigen.

                      Hier standen zunächst einmal die drei noch fehlenden Blatthalterdeckel an, für deren Kühlung eine schöne Badewanne gezimmert wurde...

                      und so sehen die dann fertig und geputzt aus...

                      ...und endlich konnte ich mich für das Drehen der Abstandshülsen zwischen den Radiallagern auch mal nützlich machen:

                      hier links seht ihr die Messinghülsen kurz vor der Montage...

                      und hier mal die ominösen "Blattzugstangen" (Vorsicht! NVA Handbuch Terminologie ), denen - wie schon beschrieben - das im Original vorhandene mittlere Gelenk für die Relativdrehung der beiden Enden zueinander fehlt, das war im Modellmaßstab einfach nicht vernünftig zu realisieren. Also mussten wir den Freiheitsgrad auf andere Art und Weise erzielen, nämlich durch konisches Ausfeilen der oberen Bohrung, um genügend Spiel in Verbindung mit der sich drehenden Pitchbrücke zu erzielen (siehe Video weiter unten), im Prinzip also ein Pseudo-Kugelgelenk...

                      nun gab es ja auch noch einiges zu schmieren, vor allem die Axiallager in den Blatthaltern, sowie die Kegelradstufe Stahl auf Stahl. Für die Axiallager haben wir das gute alte Align Fett genommen und für die Kegelradstufe ein gängiges Allzweckfett:

                      vor dem Montieren der Blatthalter wollten wir aber erst nochmal spielen und haben nach dem Einstellen des Zahnflankenspiels der Kegelradstufe mittels Unterlegscheiben, diese mit "brachialer Akkubohrmaschinen-Leistung" beaufschlagt...
                      [YOUTUBE]kCTZc00y19w[/YOUTUBE]

                      so weit so gut, hier wird dann auch schon nach Fetten und Einsetzen der Lager der Deckel aufgesetzt und montiert...

                      so fertig montiert sehen die drei Schnuckelchen wirklich knuffig aus

                      und wenn dann noch die bereits vorhandenen Heckblätter angeschraubt werden können, dann kann man ja auch nochmal schnell ein Servo (Futaba BLS452 --> was haltet Ihr von der Wahl fürs Heck bei Betriebsspannung ~ 6V ?) in die Halterung setzen und zum weiteren Spielen einen Servotester missbrauchen...
                      [YOUTUBE]Y3SEJsOeD28[/YOUTUBE]
                      ihr seht hier sehr schön wieder die bereits aus der Simulation bekannte Drehung der Brücke. Ohne das Ausfeilen der Blattzugstangen war ein deutliches Haken und wesentlich höhere Stellkräfte zu spüren. Das Spiel in der oberen Bohrung musste also auf jeden Fall erzeugt werden.

                      Dann kamen die nächsten "Trockenübungen", bei denen wir die Rotation des Rotors mit gleichzeitiger Pitchverstellung kombinierten...
                      [YOUTUBE]p1OcFJ6pOWU[/YOUTUBE]

                      und sogar schon mit Blättern...
                      [YOUTUBE]kFHLx1MLMrA[/YOUTUBE]

                      hach schön, da könnte man den ganzen Tag mit spielen... im Anhang findet ihr noch einige weitere Impressionen...
                      Angehängte Dateien

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                      • beetlejuice
                        Senior Member
                        • 18.02.2004
                        • 1386
                        • Günter
                        • Weiz-Graz-Zeltweg

                        #131
                        AW: &quotie alte Hirschkuh wird wiedergeboren"- Baubericht einer 2,5 Meter Mil Mi 24 der

                        Sehr schön, der Heckrotor!

                        Die letzten 3 Videos sind bei mir leider "privat" und nicht zu sehen...

                        Günter
                        Erwin 5, Birdy DS, Su-35, Mig21
                        1:4 Jet Ranger, Heli Baby NT, Agusta A109
                        Jeti DS24

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                        • thebonny
                          HAPStik
                          • 02.12.2008
                          • 297
                          • Thomas
                          • MFC Hummelflug Berlin u. MFC Rheinbach-Swisstal

                          #132
                          AW: &quotie alte Hirschkuh wird wiedergeboren"- Baubericht einer 2,5 Meter Mil Mi 24 der

                          Zitat von beetlejuice Beitrag anzeigen
                          Sehr schön, der Heckrotor!

                          Die letzten 3 Videos sind bei mir leider "privat" und nicht zu sehen...

                          Günter
                          Vielen Dank für den Hinweis Günter!

                          Bin noch nicht so der YouTube Profi. Aber hab die EInstellung jetzt wohl gefunden und korrigiert.

                          Da hättet Ihr ja fast das Beste verpasst

                          Kommentar

                          • Hummerfresse
                            Member
                            • 23.02.2008
                            • 825
                            • Manu
                            • Chiemgau

                            #133
                            AW: &quotie alte Hirschkuh wird wiedergeboren"- Baubericht einer 2,5 Meter Mil Mi 24 der

                            Sehr geil.
                            Hammer Projekt das ihr da durchzieht.
                            Weiter so
                            Gruss
                            Manuel

                            Kommentar

                            • matruepix
                              Member
                              • 12.08.2012
                              • 48
                              • Martin
                              • Berlin Süd

                              #134
                              AW: &quotie alte Hirschkuh wird wiedergeboren"- Baubericht einer 2,5 Meter Mil Mi 24 der

                              Kann mich dem Vorschreiber nur anschließen ...wie geil ist das denn.....
                              Weiterhin viel Erfolg bei Eurem Projekt und alles Gute

                              VG matruepix
                              Vorbei ist es erst,wenn er wieder steht

                              180CFX,Goblin 500,Goblin 380,Goblin 700 3Blatt

                              Kommentar

                              • thebonny
                                HAPStik
                                • 02.12.2008
                                • 297
                                • Thomas
                                • MFC Hummelflug Berlin u. MFC Rheinbach-Swisstal

                                #135
                                AW: &quotie alte Hirschkuh wird wiedergeboren"- Baubericht einer 2,5 Meter Mil Mi 24 der

                                Zitat von matruepix Beitrag anzeigen
                                Kann mich dem Vorschreiber nur anschließen ...wie geil ist das denn.....
                                Weiterhin viel Erfolg bei Eurem Projekt und alles Gute

                                VG matruepix
                                Im Namen von Jörg und Willi möchte ich hier einmal ausdrücklich und exemplarisch Danke sagen an alle Foristen, die hier immer wieder mitlesen und uns Mut machen. Konstruktives und positives Feedback (natürlich auch inklusive Verbesserungsvorschläge!!) wirkt motivierend auf uns, und hilft uns über die doch sehr lange Strecke zu laufen...

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