Man kann die Problematik mit den kamerabestückten Multicoptern nicht ohne den politischen Kontext sehen. Seit ein paar Jahren wird der Drohnenkrieg der USA in den Medien diskutiert und das ändert die Sicht der Menschen. Natürlich hat ein Multicopter mit Kamera und eine Predator-Drohne mit Raketen nicht wirklich etwas miteinander zu tun.
Aber wenn wir es den Medien durchgehen lassen, dass kamerabestückte Copter "Drohnen" genannt werden (weil das für die Medien eben spektakulärer ist), dann haben wir schon viel Boden verloren, wenn wir auf diffenzierte Betrachtung wert legen.
Da fehlt dann eben nicht mehr viel und so manch einer, der mit der Kamera über Nachbars Gärten fliegt, trägt dazu bei, ein brisantes Thema zum Kippen zu bringen.
Ich habe leider im Bekanntenkreis auch jemanden, der sich eine Kamera an den Heli (kein Multicopter) geschnallt hat und dann noch klug genug war, den Leuten an der Haustür ein Foto des eigenen Hauses anzubieten. Gegen solche Ausfälle ist nunmal kein Kraut gewachsen.
Es muss bei sowas einfach in der Szene ganz klar und deutlich besonders gegenüber Neulingen die Haltung vertreten werden, dass man sowas eben nicht tut und dass es dumm ist. Nicht jeder verfolgt politische Themen oder ist in der Lage, die richtigen Schlüsse zu ziehen.
Wir haben ja in der Szene fast alle eine einheitliche Haltung zum Thema "ßberfliegen von Menschen", "Fliegen unter Alkoholeinfluss", "Abstand von stark befahrenen Straßen", "Verbrenner nicht im Vorgarten" usw. usw.
Nun muss da noch dazu kommen, dass es nicht gut ist, andere ohne deren Einwilligung zu filmen. Ob die Auflösung der Kameras nun gut oder schlecht ist, spielt dabei keine Rolle. Die Technik wird immer besser und so wie man heute kaum noch Handys ohne extrem hochauflösende Kameras findet, wird das auch bald bei jedem 50,- EUR Kamera-Copter aus dem Supermarkt so sein. Das macht auch nichts, solange man damit schöne Naturflimchen macht.
Wie so oft, liegt es nicht an der Technik, sondern am Verhalten der Piloten.
Weil jeder so ein Ding fliegen kann, auch wenn er ansonsten völlig talentfrei ist, ist die Verbreitung von Multikoptern eben entsprechend groß und steigt weiter. Und da sehe ich auch den Unterschied zu den Helis. Da muss man schon zumindest einige Monate üben und sich mit dem Hobby auseinandersetzen. Die meisten kommen dann zwangsläufig mit den Themen in Berührung und denken darüber nach (von einigen einfach gestrickten Zeitgenossen mal abgesehen, wie mein Bekannter bewiesen hat).
Und wenn es dann eben nur mit Gesetzen geht, so bin ich dafür!
Martin

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