Hallo Elo,
ich fliege meinen SJM-430 mit geloggten (Eagletree) und ausgelesenen (Roxxy 960-6) 2350U/min am Kopf. Und der reagiert alles andere als schwammig. Ich habe noch den SJM-Originalmotor (der Scorpion liegt zum Umbau schon rum) mit 13Z-Ritzel im Einsatz. Stellgrad des Reglers 70% Graupner entspricht 85% Futaba.
Wenn ein Heli schwammig wirkt, ist das nicht alleine eine Sache der Kopfdrehzahl. Da spielen Rotorblätter, Paddel und TS-Servos ebenso mit. Ich habe derzeit Helitec 430mm und Standardpaddel montiert. Als TS-Servos nutze ich die neuen Robbe FS-555 BB MG. Und die sind wirklich Klasse. Bisher hatte ich Hitec HS-85MG im Einsatz. Die sind auch schon gut. Die Robbe sind aber deutlich besser. Damit hat der SJM-430 eine bisher nicht erreichte Steuerpräzision. Ich hätte nie gedacht, dass TS-Servos soviel ausmachen.
Ich habe auch einen TD-Rigid im Einsatz. Das ist mein erster Flybarless-Heli mit einem V-Stabi-System. Ich nutze das AC-3X und freunde mich mit dem System und Heli so langsam an. Derzeit fliege ich mit moderaten Kopfdrehzahlen zwischen 1400 und 1500U/min und gutmütigen AC-3X-Einstellungen. Bestechend ist die Flugpräzision. Den Heli kann man über mehr als 100m laufen lassen ohne eingreifen zu müssen. Man kann die Knüppel wirklich loslassen und es passiert nichts.
Mein SJM-430 zeigt ein ähnliches Verhalten. Eine so lange Geradeausflugstrecke ohne Engriff wie beim TDR erreiche ich zwar nicht. 30 bis 50m ohne Eingriff sind aber drin. Der SJM-430 steigt nicht auf, rollt nicht weg - genial. Und wenn ich dann mal steuere, dann macht er exakt was ich will - auch bei 2350U/min.
Was will ich damit sagen?
Wenn sich Dein SJM-430 schwammig anfühlt, dann liegt das ganz sicher nicht allein an der Kopfdrehzahl.
Es wird ja immer wieder diskutiert wo man bei der Ausstattung sparen kann. Nach meinen bisherigen Erfahrungen würde ich folgende Reihenfolge aufstellen:
Nicht sparen sollte man an
1. Gyro und Heckservo
2. TS-Servos
3. Regler
4. Motor
5. Akkus
ßberhaupt nicht sparen würde ich an Gyro und Heckservo. Schlechte und ungeeignete Komponenten wirken sich am ehesten frustrierend aus. Ein stabil stehendes und präzise steuerbares Heck ist durch nichts zu ersetzen.
Die TS-Servos habe ich bewusst auf Platz 2 gesetzt und zwar noch vor den Regler. Die TS-Servos bestimmen mit den Rotorblättern direkt das Steuerverhalten und die Flugpräzision. Und da lohnt es sich mehr Geld auszugeben. Ich bin auf dem SJM-430 auch schon chinesische Billigservos oder auch die FS-70 geflogen. Bleibenlassen kann ich nur sagen - man ärgert sich. Bei den Servos montiere ich übrigens immer die Standardkreuze und hatte bisher nur mal bei einem Robbe Spirit Pro Getriebeschäden (FS-502BB mit Kunststoffgetriebe). Bei anderen Crashs haben die Servos mit Metallgetriebe anstandslos gehalten - weil die Servoarme gebrochen sind. Wer also noch nicht so fit ist und mal mit einem Crash rechnen muss, sollte lieber die Finger von CFK- oder Aluarmen lassen. Kunststoff-Servoarme sind eine ideale Sollbruchstelle und schützen die Servogetriebe.
Der Regler rangiert bei mir an Stelle 3. Im normalen Rundflug ohne große Zappelmanöver machen sich Drehzahleinbrüche aufgrund eines schlechten Governormodes weniger bemerkbar. Da reicht anfangs auch der SJM-Originalregler. Der ist zwar im Softstart nicht so prickelnd, hat aber ein brauchbares BEC und kommt mit dem SJM-Motor gut klar. Wer bereit ist ein paar Euro mehr auszugeben sollte mal nach den Roxxy 9xx schauen. Der Roxxy 960-6 ist gerade mal 7 Euro teurer (Mans-Toy) als der SJM-60ESC aber um Welten besser. Voraussetzung ist aber der Einsatz von 2,4GHz, sonst handelt man sich nur Probleme ein.
Der Motor rangiert bei mir an Stelle 4 der Wichtigkeit. Der SJM-Originalmotor reicht für normales Programm mit leichten Kunstflugfiguren völlig aus. Bevor man in einen Scorpion investiert, sollte man eher nach einem besseren Regler schauen.
Die Akkus rangieren bei mir am Schluß. Natürlich spielen die für die Performance des Helis auch eine entscheidente Rolle. Aber letzlich sind das Verschleißteile, die nach einer gewissen Zeit gewechselt werden müssen. Und da sollte man nicht zuviel Geld vergraben. Ich fliege inzwischen 7S1P-LiFePo. Selbst konfektioniert kostet mich so ein Pack mit Kabeln, Stecker und Schrumpfschlauch weniger als 80Euro. Ein vergleichbarer Lipo schlägt mit mehr als 100 Euro zu Buche und hält nicht so lange wie ein LiFePo. Aber auch bei den Akkus ist der persönliche Flugstil und auch die Leistungserwartung des Piloten ausschlaggebend.
Es ist klar, dass unsere "Hardcore-SJM-Quäler" wie Marcel und Simon eine Highend-Ausstattung fliegen. Aber das muss ja nicht jeder so machen.
Gruß Dieter

Mein Tip: mal Nick und Roll Ausschläge messen, beide per TS-Mischer so einstellen, daß ca. 6-8° (je nach Geschmack) anliegen und nochmal probieren.
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