Ich hatte diese Saison das Vergnügen den Seven zu fliegen. Bei einigen hundert Flügen fiel mir mitunter die Effizienz des Modells auf. Als ich die Maschine neu hatte, kamen schon öfters Sprüche wie; na der lässt aber jeden Tropfen Akku Energie auf der Rotorblattspitze tanzen. Ich habe das seinerzeit dem angenehmen Betriebsgeräusch zu geschrieben und nicht weiter beachtet.
Die Erkenntnisse kamen für mich als "Schnellmerker" erst nach und nach im Vergleichs fliegen mit anderen Maschinen wie Strike; Kraken, Specter, TDR, Diabolo usw. Da das Winterliche Wetter nicht jeden Tag zum fliegen einlädt, kann ich die Seven Bauanleitung zum "schmökern" empfehlen. Da werden einige Konstruktive Lösungen gezeigt. Beim Seven hat man offenkundig versucht alle Kräfte im Getriebe und deren Kraftrichtungen möglichst ideal abzufangen. So wurde z.b. der Motor nicht nur am CFK Chassis verschraubt, die Radial wirkende Kraft der Pfeilverzahnung wird zusätzlich Alu auf Alu verschraubt aufgenommen. Ich habe dazu ein Bild gemacht, wo man zumindest den Schraubenkopf neben dem Motor sehen kann und verweise erneut auf die Bauanleitung. Neben dem Motorwellen-Gegenlager wird die radiale Kraft von den Motorlagern aufgenommen. Dh. die erste Getriebepaarung/Wellenpaar erzeugt dank Pfeilverzahnung lediglich radiale Lasten und ist 3x im Motor + 1x im Gegenlager = 4fach (antriebsseitig) radial gelagert sowie 3fach auf der Zwischenwelle 2x radial und 1x axial gelagert. Das Pfeilverzahnte Ritzel ist so konstruiert, dass die beiden Hälften des Peek Ritzel durch die Antriebskraft immer zusammen gedrückt werden. Die radiale und axiale Lagerung der Zwischenwelle ist der Schrägverzahnung der zweiten Getriebestufe geschuldet. Die Hauptrotorwelle besitzt, wie üblich eine ausreichend große radiale Lagerung, welche die Belastungen und Kräfte des Rotorkreis mit aufnimmt. Das Ergebnis ist zum einen, ein wirklich schöner angenehmer Resonanz und Vibrationsarmer Getriebelauf, zum anderen eine recht hohe Effizienz, die ich in der Art bei einem 2stufigen Getriebe nicht erwartet hätte. Den Seven hatte ich ausgerüstet mit 4525iger Motor und 135iger Aureus YGE Regler. Wenn ich andere Helis im Vergleich mit einem 200er HW, 210er Kosmik, 205er HVT YGE Regler und mit einem 4530 oder 4535iger Motor geflogen bin, war der Seven mit seinem eher günstigen leichten Setup durchaus Konkurrenzfähig. In sehr langatmigen Lastpassagen würde ich keinen großen Rückstand beschreiben, bei Figuren wie Tic Toc (TT) /Piro TT, 4 Jahreszeiten / Time Machine, Rolling Funnel, Piroflip etc den stärkeren Setups mitunter ebenbürtig, wenn nicht sogar überlegen. Nach dieser Beobachtung wollte ich Wissen, inwiefern Einbildung auch eine Bildung ist und habe den Seven Antrieb in einen meiner Diabolos verbaut. Hier war der Aha Effekt nicht mehr vorhanden. Das reine Gewicht der Komponenten konnte es also nicht nur sein. Hier könnte die Konstrukteurleistung des Seven Getriebe eine Rolle spielen.
Einen Crash hatte ich in dieser Sasion mit einem Seven. Die Kosten bei PSG beliefen sich auf 96Euro. Der Regler war ausgefallen und der Heli in der Notauro nicht mehr wirklich sanft zu landen. Am Boden brach dann das Landegestell in eine Chassis Hälfte ein und der Regler lief wieder an. Den Chickendance konnte ich erst nach einigen Schrecksekunden beenden. Bei der Aktion blieben alle Wellen gerade. Es gingen zwei Lager kaputt, Heckrohr und Anlenkung sowie eine untere Chassis Hälfte und ein Gabriel Kugelkopf (den ich aber noch so hatte und nicht der nicht mit bestellt wurde). Alle Gewinde in allen Alu Teilen blieben bei dem Crash + Chickendace unversehrt erhalten.
Die Qualität der Alu Komponenten und der z.b. hohlen 8mm Heckrotorwelle scheint gut zu sein. Im Vergleich zu meinen Erfahrungen mit XL-Power und Soxxos in den Jahren zuvor, ist die vergangene Saison PSG fliegen, eine meiner günstigsten seit langem gewesen. Der Seven funktionierte dabei wie das sprichwörtliche Schweizer Uhrwerk. Ein Crash erzeugte keine fortlaufende Serienfehler. Was offenkundig defekt war wurde getauscht, der Rest war ganz geblieben und funktionierte wie im Neuzustand.
Was will uns jetzt die Werbesendung sagen? Das der PSG Seven mich überzeugt hat und viel Spaß macht? Ja vielleicht auch, allerdings höre ich wiederholend Kritiken bezüglich den Preisen bei PSG und auch darüber, dass ständig mehr deutsche Heli Hersteller den Markt verlassen. Hier möchte ich mit meinen bisherigen Erfahrungen die Sichtweise derjenigen erweitern, die die Kritiken üben. Ich will Mut machen Deutsche Produkte und deren (im Fall PSG) einwandfreien Support zu nutzen. Denn letztendlich zählt nicht der Preis einer einzelnen Komponente, sondern auch das was die Komponenten im Miteinander ausmachen. Das geht vom Herstellerumgang mit seinen Kunden bis zu den benötigten Elektronik Komponenten. Wenn das Setup den Gesamtpreis senkt, ist man flugfertig auch nicht viel höherpreisig wie bei manch einem Mitbewerber, aber wie vorliegend erklärt mitunter in identischer Leistungsklasse. Gejammert wurde meines Erachtens genug, dass Henseleit, Mikado, Plöchinger oder Minicopter aufhört. Wir können ja auch mal darauf schauen, was es in Deutschland noch gibt und was diese Produkte im Vergleich bieten. Wer gerne konsumiert ist allerdings beim Seven falsch, den kauft man sich "gefühlt" fürs Leben. Meine anderen Maschinen bleiben mittlerweile meist im Regal. Wenn ich zum fliegen raus fahren möchte ist der PSG Seven fast immer dabei.
Soviel zu meinen Erfahrungen, jetzt würde mich interessieren ob es weitere Erfahrungsberichte gibt und ob diese ggf widerlegen oder bestätigen was ich zusammen tragen konnte.
Beste Grüße
Christian
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. Aber wie auch schon geschrieben wurde hier ist echt auch ein großer Preisunterschied gegeben rd. 1000€. Wobei wenn mal die dtl Lohnkosten und das bessere mat. und dann noch die Kleinserie betrachtet "geht" es wiederum fast.



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