Graupner Bell 212 Twin Jet, Erfahrungen einer Restauration

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  • Bell
    Member
    • 20.12.2012
    • 205
    • Mark

    #1

    Graupner Bell 212 Twin Jet, Erfahrungen einer Restauration

    Hallo Twin Jet Fans!

    Ende 2012 habe ich meine erste Twin Jet gekauft. Die Bell war zwar nicht 100% komplett, aber dafür unbenutzt. Die Mechanik, hatte ihren Karton noch nie verlassen und bei der Zelle wurde innen lediglich mit einigen Holzarbeiten angefangen. Da ich blutiger Anfänger bin und die Bell mit einem E-Antrieb ausstatten möchte, habe ich mich hier angemeldet und nun - gute 9 Monate später - traue ich mich an meinen ersten Aufbau. Die Zeit habe ich dafür genutzt, Informationen zu sammeln und mein Wissen zu vervollständigen. Und dann wollte ich eine andere Bell umbauen und zum Fliegen bringen. Weshalb eine weitere Bell, bei einer so tollen Basis? Nun, hier im regen Austausch im Oldie Forum wurde mir mit der Zeit doch klar, dass meine Bell eigentlich als Versuchskaninchen für meinen Umbau zu schade ist. Also daher lieber eine andere Bell.

    -Leider- empfand ich auch meine zweite Bell als noch zu gut. Bei ihr war der Holzausbau vollzogen. Von der Mechanik, war lediglich das obere Domlager montiert, damit man mal die Welle mit Kopf einstecken konnte. Der Motor hatte eine Einlaufphase auf einem externen Motorstand hinter sich, sonst war alles unberührt. Die Lackierung war der missglückte Versuch, einen Polizei-Heli dazustellen� Hier müsste -nur- neuer Lack her und man bekommt eine Bell mit 0 Flugstunden. (Fotos von den beiden Bells findet Ihr in meinen Alben.) Also suchte ich weiter.

    Eine -schlechtere- Bell musste her:
    Das war leider gar nicht so leicht. Denn die 212er waren immer zu gut und/oder zu teuer. Dann hat es aber doch geklappt und ich konnte eine optisch ansprechende Bell zu einem akzeptablen Preis kaufen. Die Bell war nicht in Teilen, komplett und die Aussage des Verkäufers (-Noch nie in der Luft, lediglich auf einem Trainer bewegt�-) stimmten optimistisch, zumal auch noch einige Neuteile dabei waren. So wurden wir uns einig.
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  • Bell
    Member
    • 20.12.2012
    • 205
    • Mark

    #2
    AW: Graupner Bell 212 Twin Jet, Erfahrungen einer Restauration

    Als die Bell ankam sah ich schon die groben Spachtelversuche, um einen Rotorblatteinschlag im Heck zu kaschieren. Die weitere Bestandsaufnahme ergab zwar eine sehr gute Mechanik (nichts verbogen oder verrottet, selbst der Motor hat gute Kompression, lässt sich drehen und hat keinerlei Spiel zwischen Schwungscheibe und Lüfterrad), aber die unteren Spanten sahen auch irgendwie so merkwürdig nachrepariert aus. Aber was soll-s. Die Mechanik ist ok, der Preis stimmt immer noch, muß ich halt nur ein wenig mehr an der Zelle arbeiten - das übt. Also frisch an-s Werk.
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    • Bell
      Member
      • 20.12.2012
      • 205
      • Mark

      #3
      AW: Graupner Bell 212 Twin Jet, Erfahrungen einer Restauration

      RC-Komponenten:
      Angefangen habe ich, indem ich die RC-Komponenten ausgebaut habe. Mit der Bell habe ich eine komplette Graupner varioprop-micromodul 35-MGHz mitgekauft. Schnell waren die 4 Servos abgeschraubt und der Empfänger samt Akku und Antenne herausgebaut. Alle Teile scheinen für diesen Heli gekauft worden zu sein und befinden sich in einem tadellosen, neuwertigen Zustand. Servos und Empfänger sehen noch so toll aus, dass es fast zu schade erscheint, diese nicht noch einmal wieder zu verwenden. Ich werde dennoch neue RC-Komponenten verwenden (und auch einen Kreisel) - vielleicht bin ich da zu ängstlich.
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      • Bell
        Member
        • 20.12.2012
        • 205
        • Mark

        #4
        AW: Graupner Bell 212 Twin Jet, Erfahrungen einer Restauration

        Mechanik-Ausbau:
        Dann habe die Mechanik ausgebaut. Dazu gibt es nicht viel zu schreiben. Ging alles fast ganz reibungslos, außer dass es innen im Rumpf wirklich eklig ist, in dem Dreck die Schrauben zu lösen und dann waren da (natürlich) auch vergnatzte Schrauben, die sich nicht lösen ließen. Betroffen sind bei meiner Bell die Imbusschräubchen der Muffe zwischen Ritzewelle und Heckrotorwelle. Die muß ich wohl aufbohren, um dann neue Gewinde (um 90-Grad versetzt) zu schneiden. Oder gibt es da eine gute Möglichkeit, die Schrauben doch noch zu entfernen? Nach der Sichtung der Teile bin ich mit den Mechanik-Komponenten sehr zufrieden. Die Mechanik ist zwar total verölt - und ich habe über die wirkliche Laufleistung keine Ahnung - aber sie ist für meine Zwecke ideal. Ich werde Sie, wie es Wolfgang beschrieben hat, reinigen und dann sehen wir weiter, was ersetzt werden muß. Auf jeden Fall gibt es neue, geschlossene Lager.
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        • Bell
          Member
          • 20.12.2012
          • 205
          • Mark

          #5
          AW: Graupner Bell 212 Twin Jet, Erfahrungen einer Restauration

          Die Zelle - Entlacken:
          Weiter geht es mit der Zelle. Holger hat es vorgemacht, wie man heute alte Farbe ohne Staublunge und/oder Muskelkater abbekommt. Man stopfe den Rumpf in ein abgeschnittenes Hosenbein und tränke den Stoff ordentlich mit Verdünnung. Dann das ganze in einen blauen Sack und eine gute Stunde warten. Da ich Angst hatte, die Verdünnung würde den blauen Sack auflösen, habe ich seine Methode insoweit abgewandelt, dass ich meinen Rumpf in Alupapier eingewickelt habe. Das sah zwischenzeitlich dann ein wenig nach -Hecht im Speckmantel- aus - roch aber nicht so lecker�
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          • Bell
            Member
            • 20.12.2012
            • 205
            • Mark

            #6
            AW: Graupner Bell 212 Twin Jet, Erfahrungen einer Restauration

            Und? Die Methode ist super! Danke Holger!!! Die besten Ergebnisse beim Auflösen des Lacks habe ich mit Nitro-Verdünnung erreicht. Bei Universalverdünnung hat es mal funktioniert, und mit einer anderen überhaupt nicht. Hier müsst Ihr beim Nachmachen einfach mal ein wenig probieren, was sicherlich auch von Eurem Lack abhängig ist. Was wichtig ist, die Zelle wurde bei mir von keiner Lösung angegriffen. Auch hier sollte man vorher lieber einen vorsichtigen Test machen - sicher ist sicher�
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            • Bell
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              • 20.12.2012
              • 205
              • Mark

              #7
              AW: Graupner Bell 212 Twin Jet, Erfahrungen einer Restauration

              Wie viele Leben hat eigentlich eine Bell?
              Ich durfte diese Prozedur leider mehrmals wiederholen - und so ganz ohne Rasierklinge und Taschenmesser ging es dann auch nicht. Ich bin dann auf mindestens drei Vorlackierungen gestoßen: Meine Bell war erst quietsch-orange, dann blau-metallic und dann hat sie eben die rote Lackierung bekommen, mit der ich sie gekauft habe. Und je mehr Lack- und Spachtelschichten wichen, desto deutlicher wurde klar, wie einfach es doch ist, eine schlechte Bell zu kaufen.
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              • Bell
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                • 20.12.2012
                • 205
                • Mark

                #8
                AW: Graupner Bell 212 Twin Jet, Erfahrungen einer Restauration

                Somit ergibt sich nun folgender Zwischenstand für die Zelle. Die Zelle hat mindestens eine richtig harte Landung hinter sich (Ich schätze, dies beendete die quietsch-orange-Phase). Dabei wurden neben des kompletten unteren Holzinnenlebens (alle unteren Spanten und die hintere Zellenwand) auch die Rumpfhaut in diesem Bereich mehrfach arg beschädigt. Vielleicht wurde nach diesem Crash eine andere Mechanik eingebaut, wer weiß. Vielleicht erkennt ja auch jemand -seine- Bell? ßber eine PN würde ich mich freuen.
                Liebe Grüße
                Mark
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                • Bell
                  Member
                  • 20.12.2012
                  • 205
                  • Mark

                  #9
                  AW: Graupner Bell 212 Twin Jet, Erfahrungen einer Restauration

                  Leider hat die unsanfte Landung meine Zelle nicht nur vorne beschädigt - nein, weiter muß bei dieser Gelegenheit auch gleich der Rotor von oben und der Boden von unten zerstörerisch auf den Heckausleger gewirkt haben. Viele Baustellen für einen Heli, der eigentlich gar nicht in der Luft war�

                  Fortsetzung folgt!
                  Liebe Grüße
                  Mark
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                  • Rolli
                    Senior Member
                    • 22.08.2006
                    • 2403
                    • Rolf
                    • auf allen Feldwegen

                    #10
                    AW: Graupner Bell 212 Twin Jet, Erfahrungen einer Restauration

                    Hallo Mark, das sieht ja nicht nach wenig Arbeit aus.
                    Trotzdem viel Erfolg
                    Rolf
                    MC 22, IISI V2 und Einzelzellenüberwachung sind meine treuen Begleiter.

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                    • Bell
                      Member
                      • 20.12.2012
                      • 205
                      • Mark

                      #11
                      AW: Graupner Bell 212 Twin Jet, Erfahrungen einer Restauration

                      Hallo Rolf,
                      stimmt - noch macht es Spaß. Werde jetzt erst einmal den Lack vollständig und dann die beschädigten Holzteile entfernen.

                      Dann muß ich die Zelle von innen neu verstärken. Hab schon mal bei R&G geschaut, blicke da aber nicht durch. Könnt Ihr mir da einen Tipp geben, welche Fasermatten und welches Harz gut geeignet sind? Danke für Eure Hilfe!!
                      Liebe Grüße
                      Mark

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                      • Michael Vogler
                        RC-Heli TEAM
                        • 24.05.2006
                        • 4685
                        • Michael
                        • im Verein, Wild und viel in Kärnten ;-)

                        #12
                        AW: Graupner Bell 212 Twin Jet, Erfahrungen einer Restauration

                        Da wird einem die Bedeutung des Wortes "Modellbau" wieder so richtig bewußt.

                        Schönes Projekt, ich wünsche Dir viel Erfolg und Spaß mit der Bell
                        Zuletzt geändert von Michael Vogler; 24.08.2013, 11:15.

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                        • caravelle
                          Member
                          • 09.08.2008
                          • 770
                          • horst
                          • Verein oder auch schon mal wild

                          #13
                          AW: Graupner Bell 212 Twin Jet, Erfahrungen einer Restauration

                          Hallo Mark,
                          viel Spaß bei der Aufbauarbeit!

                          Bezüglich Harz und Matte!

                          Wichtig ist eigentlich alles fettfrei zu bekommen > Bremsenreiniger schafft das perfekt. Dann alles gut und grob anschleifen.
                          Ich habe einen alten Flächenflieger (Mäxi von Robbe) aus den 70/80 er Jahren mit gebrochenem Rumpf im Aufbau.
                          Das Rumpfmaterial ist vergleichbar. Habe alles gut angeschliffen und vorab mit Eboxy eingestrichen. Antrocknen lassen und dann die Matte mit reichlich Harz getränkt und aufgebracht. Alles mit einem Pinsel glattgestrichen und nochmals mit Harz überstrichen. Wichtig alle Luftblasen rausstreichen.
                          Alles hat zwei Tage gut durchgetrocknet und hält bombig.

                          LG Horst

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                          • Bell
                            Member
                            • 20.12.2012
                            • 205
                            • Mark

                            #14
                            AW: Graupner Bell 212 Twin Jet, Erfahrungen einer Restauration

                            Hallo Horst,
                            kannst Du mir bitte über PN bitte eine Adresse schicken? Es gibt da so viel verschiedene Harze....
                            Danke!!!

                            Hallo zusammen,
                            hatte heute keine Lust zu Entlackenâ?¦.
                            Also habe ich angefangen den hinteren Spant (115) nachzufertigen. Dazu habe ich mir den entsprechenden Teil des Schnellbauplans ausgedruckt und auf der Rückseite die Konturen des Spants mit Wachsmalstift nachgezeichnet. Dann den Ausdruck auf das 2mm Sperrholz legen und die Linien mit Bleistift nachzeichnen. So bekommt man einen guten Abdruck auf dem Holz. Nun ist mir aufgefallen, dass Graupner die Holzmaserung quer vorgesehen hat. Ist das richtig, oder nur praktisch. Der hintere Spant müsste doch eigentlich eher Stöße in vertikaler Richtung abfangen. Wäre da eine Maserung von oben nach unten nicht besser? Oder mache ich hier einen Gedankenfehler? Wenn ja, darf ich das Teil gleich noch einmal machen....
                            Danke und liebe Grüße
                            Mark
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                            • WGS
                              WGS
                              Member
                              • 15.09.2010
                              • 675
                              • Wolfgang

                              #15
                              AW: Graupner Bell 212 Twin Jet, Erfahrungen einer Restauration

                              Hallo Mark,

                              Zitat von Bell Beitrag anzeigen
                              Nun ist mir aufgefallen, dass Graupner die Holzmaserung quer vorgesehen hat. Ist das richtig, oder nur praktisch. Der hintere Spant müsste doch eigentlich eher Stöße in vertikaler Richtung abfangen. Wäre da eine Maserung von oben nach unten nicht besser?
                              die Richtung der Außenfasern des Sperrholzes muß man nicht überbewerten, jedenfalls wenn man hochwertiges, vielschichtig verleimtes Flugzeugsperrholz verwendet. Da haben ja dann nahezu gleich viele Schichten den um 90° gedrehten Faserverlauf (ok, immer eine Schicht weniger, als die Außenschichten). Daher sollten es bei 3mm Holzstärke schon 5 Schichten sein, die kochfest verleimt sind.
                              Bei Hubschraubern verwende ich übrigens nur noch Buchensperrholz, keine Birke und vor allem natürlich kein Pappelsperrholz. Der Gewichtsunterschied ist hier eher unbedeutend, aber der Festigkeitsunterschied ist enorm. Das ist zwar etwas teuerer, und beim Sägen von Hand (ja, ich benutze immer noch eine normale, "handbetriebene" Laubsäge nebst passendem Klemm-Tischchen), aber der Aufwand lohnt sich, wenn man "für die Ewigkeit" baut.
                              Grüsse
                              Wolfgang

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