aktuell gibts ein neues, innovatives Helimodell auf dem Markt, welches mit einer linearen Taumelscheibenanlenkung ausgestattet ist.
Bei konservativ konstruierten Modellen wird die TS bekanntermaßen durch Servohörner und Gestänge angesteuert. Da die Servohörner auf
einer drehbaren Achse befestigt sind, beschreiben diese bei ihrer Bewegung eine Kreisbahn. Die Anlenkung der Taumelscheibe
ist als Resultat nicht linear sondern sinusförmig.
Im Sinus-Nulldurchgang (bei 0° kollektiv-Pitch) steht das Servohorn genau waagerecht. Bei einer kleinen Drehbewegung des Horns bekommt man noch eine fast lineare Auslenkung (relativ zum Knüppelausschlag) der TS. Je weiter sich das Servohorn auf seiner Kreisbahn dreht, desto mehr nähert es sich dem Scheitelpunkt des Sinus.
Es wird also, relativ zum Knüppelausschlag, immer weniger Weg an der TS ausgelenkt.
In der Praxis bedeuet dies: Um die Knüppelmittelstellung (0° Pitch) erreicht die Mechanik relativ viel TS-Ausschlag pro Grad Servohornwinkel, bei den Endpunkten um Maximmalpitch tut sich jedoch nur noch wenig, relativ zum Knüppelausschlag.
Bei einer Linearansteuerung, bei der die Servogestänge annähernd senkrecht verfahren, soll genau dieser Effekt mechanisch eliminiert werden. Der Verfahrweg der Gestänge zur TS ist genau linear zum Knüppelweg, egal, wie groß die aktuelle Auslenkung ist.
Ich möchte nun folgende und auch gerne weitere Punkte zur Diskussion stellen, wobei ich ausdrücklich darum bitten möchte, ausschließlich bei der Technik und deren Auswirkungen auf die Praxis zu bleiben.
1) Ist die lineare TS-Anlenkung am Ende wirklich linear, sprich, kommt am Blatthalter ein durchgängig linearer Verstellwinkel an? Die TS wird durch eine lineare Ansteuerung trotzdem auf einer Kreisbahn gekippt (seitlich auf die TS schauend). Somit überlagert sich wieder eine sinusförmige Bewegung auf die Anlenkung
der Blatthalter. Es ist ja entscheidend, was letztendlich am Blatthalter ankommt.
Ist meine ßberlegung dahingehend korrekt?
2) Welchen positiven Effekt hat eine lineare Anlenkung in der Praxis?
Ich könnte mir vorstellen, dass es im Speedflug sogar eher förderlich sein könnte,
im Bereich von Maximalpitch weniger, dafür feinfühligere Ausschläge zu haben,
wie sie automatisch durch eine konventionelle Ansteuerung mit Servohörnern
ausgeführt wird. (Maximalpitch = Annäherung an den Scheitelpunkt des Sinus mit entsprechend reduzierten Wegen)
Ich fliege zwar selbst gerne schnell, bin aber kein Speedflieger. Daher würde mich die Meinung der Speed-Spezialisten sehr interessieren.
3) Manche FBL-Systeme können die nichtlineare Ansteuercharakteristik
elektronisch ausgleichen. Gibt es hierbei Nachteile, gegenüber einer mechanischen Lösung?
Man könnte auch einfach die Pitchkurve mit Expo belegen, und hätte einen ähnlich ausgleichenden Effekt.
Hat das mal jemand probiert?
Da sich der Konstrukteur der Linearansteuerung sicher viele Gedanken gemacht hat, würden mich die Gründe
dafür interessieren, weil ich in meinen eigenen ßberlegungen (bin Elektroniker, kein Mechaniker) wahrscheinlich
wichtige Punkte vergessen habe.
4) bei zyklischen Ausschlägen ist es meiner Ansicht nach nicht so wichtig,
ob die Ansteuerung der TS linear oder sinusförmig ist.
Meine ßberlegung: Das FBL gibt über die Knüppelansteuerng nur reine Rollraten vor:
--> x-Grad Rotation um eine der Flugachsen in y-Zeit.
Das FBL regelt also von sich aus, wieviel Ausschlag die Servos machen müssen,
damit die Rollrate erreicht wird, unabhänging von der Mechanik.
Dem FBL ist es dabei völlig egal, ob es linear oder
sinusförmig reagieren muss, denn es lässt die Servos genau um den Betrag auslenken, bei dem
die vorgegebene Rollrate schnellstens erreicht ist.
Es wird nur ein Wert vorgegeben, ausgesteuert und dann verglichen.
5) Würde es Sinn machen, wenn die Servohersteller vollintegrierte Linearservos entwickeln würden
(so wie in den kleinen Blademodellen, nur eben mit mehr Kraft und mehr Präzision)
ßber eine sachliche Diskussion würde ich mich sehr freuen!
Viele Grüße
Rolf

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