da sich scheinbar doch so einige für die Flitework Bo interessieren habe ich mich entscheiden jetzt doch einen kleinen Baubericht zu schreiben.
Es begab sich zum Jahreswechsel 2013/14. Ich hatte gerade in paar meiner Modellbausachen verkauft und war somit relativ flüssig. Mein geplanter Hallenscaler, eine Solo Pro 229 EC-145 ließ nach wie vor auf sich warten und der Bau meines JetRanger wurde absehbar immer umfangreicher. Dazu ein paar Schlafstörungen, aufgrund zu viel Schlaf in den Nächten zuvor und die Grundlage für "dumme Ideen" war gelegt.
robbe hatte zu dieser Zeit die Flitework Bo als Neuheit beworben und ich hatte absehbar in der kommenden Saison keinen Scaler. Somit beschloss ich das Projekt anzugehen. Nach kurzer Recherche wurden folgende Komponenten bestellt:
- eine T-Rex 500e Super Combo (KX017014)
- ein MSH Brain
- ein Align Vierblattkopf (H50145)
- zwei Satz schwarze Align Rotorblätter
Den Rumpf wollte ich bei meinem Händler ordern und erntete nur Gelächter. Zitat: "Wenn der kommt freß ich nen Besen quer". Also wurde die robbe Webseite beobachtet und als das Lieferdatum von KW01/2014 auf KW11/2014 gesetzt wurde schrieb ich eine Mail an Flitework. Innerhalb kuzer Zeit hatte ich eine sehr nette Antwort von Herrn Reitinger persönlich und ca. eine Woche später erreichte mich eine große Kiste:
Darin enthalten ein ganzer Haufen Teile, sehr sauber verpackt:
Während des Baus wurde natürlich die T-Rex Mechanik aufgebaut und eingeflogen. Es sollte natürlich, wir im Original ein Linksdreher werden. Wenn schon, denn schon. Deshalb habe ich den Freilauf mit einer Ständerbohrmaschine und einem umgedrehten, passenden Boherer ausgedrückt und mit einer passenden Nuss aus meinem Werkzeugkasten anders herum wieder eingedrückt. Das größere Problem stellte allerdings die Anlenkung des Hecks dar. Baut man dies auf die andere Seite braucht man natürlich einen anderen Umlenkhebel. Fündig wurde ich bei microhelis. Dieser lässt sich für beide Seiten aufbauen, gefällt mir zwar nicht besonders, funktioniert aber bis heute super. Und weil mich die Teile so angefixed haben wurde der Bestellfinger auch noch bei den Scheibenwischern und den Antennen unhaltbar.
Den Vierblattkopf von Align kann man aufgrund des fest verbauten Taumelscheibenmitnehmers leider nicht rumdrehen. Das macht aber nichts, dann werden die Blätter halt von hinten angelenkt. Da läuft zwar bei positiv Pitch die Taumelscheibe nach unten, sonst bleibt aber alles gleich. Eine leichte TS-Verdrehung musste ich auch programmieren, dann war dieser perfekt eingestellt.
Anschließend wurde die Fuhre als Mechanik eingeflogen. Ein bisschen musste ich in den tieferen Einstellungen tricksen aber sämtliches Wobbeln war in den Griff zu bekommen.
Nun aber weiter mit dem Bau: Zuerst wurden die Kufenbügel montiert. Innen verschraubt:
...und auf der Innenseite mit je einem T-Stück und zwei Inbusschrauben mit den Kufen verbunden:
Danach wurde die hintere Mechanikhalterung verklebt:
...und die Heckumlenkung aufgebaut:
Ja, diese liegt als Bausatz bei. In meiner Anleitung war der Aufbau übrigens für den von Flitework vorgesehenen Aufbau als Rechtsdreher verkehrt herum abgebildet. Für mich natürlich perfekt, da ich ja einen Linksdreher aufbauen wollte. Aber wiederum verwirrend, da ich erstmal umgedacht hatte und dann verwundert war, ein rechtsdrehendes Heck provisorisch zusammengesteckt zu haben. Ich habe dies Herrn Reitinger mitgeteilt und er hat auch prompt die Anleitung korrigiert.
Was mir überhaupt nicht gefiel war die Lösung der Heckanlenkung über einen Stahlbowdenzug. Obwohl mir klar war, daß das nicht das gelbe vom Ei ist, habe ich diesen aus Interesse mal probeweise (um die Ecke) eingelegt und probiert: Man war der schwergängig, Das erklärt auch die Empfehlung in der Anleitung, für das Heck doch besser ein Servo in Standardgröße zu verwenden.
Nun sind die simpelsten Lösungen immer noch die besten. Daher kamen folgende Teile zum Einsatz:
- eine Servoscheibe aus der Restekiste
- zwei Kugellager von den Logo Umlenkrollen (die passen perfekt in den Zahnkranz der Servoscheibe)
- und ein Stück Carbonrundstab
Das Ergebins seht Ihr hier:
Eine lange Gewindestange, mehrere Gabel- und Kugelköpfe später sah das Ganze dann so aus und war perfekt leichtgängig:
Vom Heckservo selbst habe ich jetzt kein Bild da. Dieses ist aber lt. Anleitung im Rumpf verbaut. Von dieser Lösung bin ich ziemlich begeistert, da das einmal eingestellte Heck sich nicht mehr verändert, egal wie man den Riemen spannt. Okay, würde man das Servo am Heckrohr festmachen wäre das nicht anders, aber, oh Schreck, diese Modell hat keines. Der Riemen wird nämlich direkt im Rumpf gespannt.
Da mir jetzt irgendwie die Bilder ausgehen beschränke ich mich darauf, daß der Rest des Mechanikeinbaus nach Anleitung erfolgte. Fertig sieht das Ganze dann so aus:
Jetzt ging es an den Erstflug. Dieser hatte Licht und Schatten, brachte aber keine unlösbaren Probleme. Super war, daß die Einstellungen des Brains perfekt passten. Masse wirkt sich scheinbar positiv aus. Allerdings hatte ich in einigen Lastsituationen ein merkwürdiges Brummen. Ich kann bis heute nicht sagen, ob der Riemen auf der hinteren Riemenrolle übergesprungen ist oder er in Resonanz kam, oder vielleicht auch beides. Auf jeden Fall half eine zusätzliche Andruckrolle vor dem hinteren/oberen Riemenrad. Da das Lager leider etwas schmal war ließ ich mir von einem befreundeten Modellflieger eine kleine Hülse drehen und verklebte diese auf diesem. Der Einbau war ziemlich fummelig aber heute läuft der Riemen sauber.
Und weil er gerade mit mir beschäftigt war und davon reichlich Plan hat, baute er mir gleich noch eine passende Beleuchtungselektronik mit passend abgestimmten LEDs. Die Gehäuse drückte ich selbst, aus alten Plasteverpackungen. Ein anderer befreundeter Fliegerkollege besorgte mir noch Bilder vom Original. Das Ergebnis sieht so aus:






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