Wenn es da nicht einige Haare in der Suppe gäbe.
- Das Stabi wird grundsätzlich per Software bedient. Ich brauche also einen Laptop, um mobil Einstellungen vorzunehmen. Oder ein Bedien-Plastikteil, das ca. 50% des Stabi-Preises kostet. Supi.
- Updates der Stabi-Software passieren über die Computer-Software und immer "online". Dabei wird die Seriennummer abgefragt und auf einem Server verglichen, ob die Seriennummer z.B. für die Pro freigeschaltet ist. Sehr bequem für Mikado, die Verbreitung und "Wege" ihrer Geräte zu verfolgen.
- Die Express-Version verfügt nicht über einen (einstellbaren) Cyclic-Ring-Limiter; die einzige Möglichkeit, ein eventuelles Anlaufen der TS zu verhindern, ist durch extrem sorgfältiges mechanisches Setup. Indiskutable Frechheit, daß das nicht konfigurierbar ist.
- Für Cyclic Ring, Vibrationsanalyse etc. benötige ich die Pro-Version. 40 Euro extra. Yeah.
- Die einzige Möglichkeit, die Pro-Version zu beziehen, ist über http://www.mikado-heli.com.hk/ zu gehen. Und das ist die eigentliche Unverschämtheit.
Die Erklärung zur Datenspeicherung durch Mikado wäre übrigens korrekt, wenn denn der Kauf über den deutschen Webshop liefe. Was er nicht tut. Das ändert außerdem nichts an der Tatsache, daß eine Kopplung der persönlichen Daten des Käufers an die Seriennummer des Produkts spätestens nach der korrekten Abwicklung der Transaktion nicht mehr erforderlich ist und damit eigentlich nicht zulässig wäre. Ich weiß, daß Datenschutzrecht heute sowieso gern mit Füßen getreten wird. Normalerweise dürfte Mikado nach dem Kauf allerhöchstens speichern: "Seriennummer: freigeschaltet bis einschließlich 5.2 Pro". Das reicht. Wenn es ein deutscher Shop wäre, okay: von mir aus landen die Daten zum Kauf im Shop-System, aber bitte getrennt vom Rest. Aber so wie es vom Support klingt, wird eine personalisierte Registrierung vorgenommen. What the Hell. Und ein Teil der Daten liegt in China.
Wem das konkrete Stabi gehört, geht wie gesagt niemanden etwas an. Ich habe fast den Eindruck, daß die Auslagerung nach China genau den Zweck verfolgt, das strenge europäische Datenschutzrecht zu umgehen. Ein Gedanke, der nicht eben geeignet ist, mein Vertrauen zu stärken. Laut Auskunft des Mikado-Supports kann ich übrigens die Registrierung bei Verkauf des Geräts jederzeit auf den neuen Käufer "ändern lassen". Es ist schön, daß das geht. Die eigentlich Unverschämtheit ist aber, daß es diese personalisierte Registrierung überhaupt gibt. Es geht Mikado nichts an, wann und an wen ich das VStabi verkaufe. Punkt.
Für mich heißt das also letztlich, daß der Logo im Paket leider ein Fehlkauf war. Eigentlich hatte ich mich vorher die ganze Zeit auf das VStabi als eines der technisch besten Systeme gefreut. Um genau zu sein, bis gestern. Dann ist mir die .hk-Domain im Webshop für die Pro aufgefallen. Entweder kann ich jetzt also das gesamte Paket zurückgehen lassen, oder ich verhökere das VStabi unter Verlust an irgendeinen Facebook- oder Apple-Jünger, dem seine Privatsphäre eh egal ist, und kaufe mir ein Beast. Das ist zwar weniger gut, aber dafür gibt es Updates, ohne erst das Erstgeborene versprechen zu müssen. Wie gesagt, es gibt sicherlich viele Leute, denen das alles egal ist. Aber ich bin nun einmal pingelig, was meine Privatsphäre angeht. Und derzeit bin ich ehrlich gesagt dermaßen angewidert von diesem aufdringlichen und überneugierigen Verfahren, das Mikado da praktiziert, daß ich im Moment eher einen Paddelkopf draufschrauben würde als das VStabi auch nur auszupacken.




Kommentar