Hi,
das ist alles eine - näher betrachtet - durchaus nicht einfache Materie. Das wir hier in D inzwischen in allen Bereichen ein Preisniveau erreicht haben, daß der Kirchturm wackelt, muss man nicht mehr eigens erwähnen. Das merkt jeder hier jeden Tag bei jedem Produktbereich, ob Modellbau oder alles Andere. Schon an der Kasse bei Feinkost Aldi trifft einen meist schon der Schlag! Die Lohnentwicklung hält da schon lange nicht mehr Schritt. Ursache/Wirkungsprinzip - Schuld daran ist größtenteils die Politik (D und EU): Völlig hemmungslose Steuerabzocke über der Grenze der Verfassungswidrigkeit! Speziell der ehemalige Mittelstand wird ausgezogen bis auf´s letzte Hemd, in einer Gesamtbetrachtung ALLER direkter und indirekter Steuern sowie Abgaben kommt man hier schon locker mal auf über 70% (soll heißen, 30 % vom Brutto bleiben übrig).
Verwaltungsvorschriften, Umweltvorschriften, Verordnungen, Gesetze: All dies kostet weiter in der Umsetzung weiter Geld und erhöht die Produktpreise. Da fängt jeder an zu rechnen, auch Leute, die vor 5 Jahren noch nicht auf den Pfennig (äh Cent) geachtet haben. Wir haben hier in D eine ganz gewaltige Schieflage - lässt man die Sonntagsreden unserer offiziell legitimierten parteiorganisierten Lügner mal beiseite - sogar einen wunderschönen schwarzen Abgrund, an dessen Boden die Bagger stehen und ihn gerade täglich noch tiefer buddeln!
Und - lieber Hans-Willi - da fängt das Problem an: Modellbau kann ich machen, muss ich nicht unbedingt. An dem was mir staatlich legitimiert geraubt wird, kann ich nix machen. Den kleinen anderen übrig gebliebenen Rest, den kann ich versuchen zu steuern.
Deshalb kann ich Spatz verstehen, obwohl ich persönlich derzeit noch versuche, örtlichen Händlern Vorrang gegenüber Bestellungen im Internet zu geben. Neben dem "Kauferlebnis" vor Ort bekomme sogar ich - mit meiner wirklich nicht gerade kleinen Modellbauerfahrung - ab und zu noch Beratung, die ich gebrauchen kann. Die "Zusatzleistungen" wie Beratung, Freundlichkeit, Nachfragen vor Ort usw. rechtfertigen dann für mich den Spruch: Leben und Leben lassen, Geldverdienen ist ja wahrlich keine Schande.
Wenn Preis-/Leistung insgesamt stimmen. Wenn ich meine Heli´s oder Teile dort mal hinbringen kann - beruflich sehr eingespannt und wenig Zeit (schliesslich müssen die obigen übrig bleibenden 30 % vom Brutto mal irgendwie doch einmalocht werden), wenn daran was zu reparieren ist. Trotzdem ich lieber selbst bastele. Wenn ich keinen Nerv darauf habe, in 5 Internetshops 15 Teile zu bestellen, weil der eine dies nicht da hat und der andere das und am Samstagmorgen dann in einer 80 m langen Schlange am miefigen Postschalter 1,5 h zu stehen, um die 5 Pakete abzuholen, die der Paketdienst bei mir zu einer Zeit vorbeibringen wollte, wo ich gerade mal dabei bin, Steinbrück´s Steuererhöhungsträume schweißgebadet und voller Stresshormone zu unterstützen.
Reine Kistenschieberei (hinten rein, vorne raus) hingegen, verbunden mit Gejammer über "ist unter meinem Einstandspreis" kann ich nicht ab. Beispiel letztens: Kreisel 401 179,- Euro, das Ding gibt´s fast überall (Robbe Aufkleber) um 139,-. Sowas gibt dann vor Ort richtig ßrger, vor allem wenn dann der Händler jammert, er mache bei 175 Euro Verluste.
Mein Fazit: Jedem Händler sei seine Bruttomarge von 20-30 % (noch) gegönnt - wenn das insgesamte Leistungsspektrum stimmt. Oft stimmt dies nicht, gerade deshalb trennt sich aktuell die Spreu vom Weizen. Diese Konsolidierung tut in meinen Augen gut - übrig werden die guten bleiben, weil die Kistenschieber hoffentlich bald verschwinden. Kistenschieben und sparen dabei können die Leute heutzutage selbst - siehe Spatz! Das Geschäftsmodell eines lokalen Modellbauhändlers muss und wird sich in naher Zukunft gewaltig wandeln.
Viele Grüße
Thorsten





.. lächerlich, oder?
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