Vorstellung neues Modell: Saro Skeeter

Einklappen
X
 
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge
  • MWi
    MWi
    Member
    • 29.12.2015
    • 665
    • Martin
    • Aero Model AMC Belgien und Markgräflerland e.V.

    #31
    AW: Vorstellung neues Modell: Saro Skeeter

    Super Helis, klasse Modellbau - ich lese sehr gerne Deine Berichte!

    Sind denn alle auf Nitro-Basis? Da wäre doch ein E-Antrieb etwas mehr Scale?

    Gruß
    Martin

    Kommentar

    • Piranha
      Member
      • 30.03.2006
      • 119
      • Kai

      #32
      AW: Vorstellung neues Modell: Saro Skeeter

      Hallo!

      @MWi: Ja, alle Modelle sind auf "Nitro"-Basis, wobei der Begriff meiner Ansicht nach nicht ganz korrekt ist, da ich auf jeglichen Nitro-Anteil verzichte. Der Sprit enthält 85% Methanol und 15% ßl, sonst nichts. Ich möchte hier nicht die übliche Diskussion pro / contra Verbrenner entfachen. Nur so viel: Ich würde derartige Modelle nicht mit Verbrennern fliegen wenn ich nicht Wege gefunden hätte, damit das absolut zuverlässig funktioniert und der Verbrennerantrieb in meinen Augen im Vergleich zum Elektroantrieb nicht deutliche Vorteile hätte. Ich habe bisher noch nie ein Modell wegen Motorabsteller verloren. Ich hoffe das bleibt so, ändern kann sich das jeden Tag. Mein ältestes Modell ist eine 25 Jahre alte Huey mit Gfk-Rumpf, Magic-Mechanik und 60er OS, wird regelmäßig geflogen und läuft wie am ersten Tag. Darüber, wie man das anstellt, könnte man Bücher schreiben.... Und gerade bei Modellen wie der S-55, S-56, S-58, Mil-Mi1 und dem Skeeter, deren die Vorbilder auch mit Kolbenmotoren betrieben wurden, ist es Scale ebenfalls einen Verbrenner einzusetzen.

      Aber zurück zum Thema:

      Heute kommen wir zur etwas höheren Modellbaukunst: Der Herstellung eines viertelkugeligen Gebildes über Spanten. In diesem Fall die untere vordere Rumpfpartie. Da die Form kreisrund ist, ist die Herstellung der Spanten (3mm Pappelsperrholz) mittels Zirkel keine Kunst, den sauberen Abstand und die exakte Position zueinander zu finden, damit es auch wirklich eine Kugel wird und kein verbeultes Etwas, wird schon etwas schwieriger.

      Zur Vorbereitung vor dem Beplanken gehe ich wieder so vor wie schon beim Hinterteil beschrieben. Ich prüfe Form und Position der Spanten durch auflegen einer Leiste an verschiedensten Stellen von oben nach unten über das Spantengerüst. Das darf wegen der Homogenität und gleichmäßigen Biegbarkeit des Materials in diesem Fall auch eine Kunststoffleiste oder ein sehr dünner Federstahl sein. Die Leiste muss sich so über die Spanten legen, dass nirgendwo eine Beule entsteht und an keiner Stelle zwischen Spant und Prüfleiste Luft entsteht. Sollte Luft enstehen ist die betreffende Stelle zu unterfüttern, bei Beulenbildung ist der Spant abzuschleifen. So kann man sicher sein, dass beim Beplanken keine Beulen und Dellen enstehen.

      Anspruchsvoll ist dann die saubere Beplankung aus 2mm Balsaholz, das ist dann die Prüfung an dieser Aufgabe. Die Beplankung mit Holzleisten in Längsrichtung hat leider nicht geklappt weil die Leisten schon bei den ersten Versuchen aufgrund zu enger Radien gebochen sind. Man könnte jetzt mit Tricks arbeiten indem man das Holz über Wasserdampf geschmeidig macht, aber das macht dann nur die anschließende Verklebung unnötig schwierig weil Weißleim aufgrund der hohen Feuchte im Holz ewig zum trocknen braucht und Sekundenkleber komplett ausscheidet weil Sekundenkleber eine trockene Oberfläche benötigt.

      Ist aber alles nicht der Weltuntergang. Ich habe dann einfach mehrere Balsabrettchen in Querrichtung nebeneinander verklebt und entsprechende Leisten entgegen der Maserung geschnitten. Diese Leisten sind dann aufgrund der Querlage der Maserung sehr gut zu biegen.

      Da die Beplankung der Kugelform mit einmaliger Beplankung zur maximalen Herausforderung wird, zumal die Haltbarkeit aufgrund der erwähnten Querlage der Maserung ohnehin zu Wünschen übrig lassen wird, habe ich mir angewöhnt derartige Gebilde doppelt zu beplanken. Zumal, wie in einem der ersten Posts erwähnt, etwas mehr Gewicht vorne dem Schwerpunkt ohnehin entgegen kommt. Ich beplanke also erst einmal so sorgfälig es geht, was aber trotz aller Bemühungen nicht wirklich perfekt gelingen wird. Eine gewisse Frustrationstolleranz in dem Wissen, dass später alles besser wird, sollte man hier haben. Dann schleife ich im Zweifelsfall solange, bis das ehemals 2mm Balsaholz der ersten Lage nur noch sehr dünn ist. Das Ziel soll sein, die Kugelform unabhängig der Materialstärke möglichst genau zu treffen. Auch hier ohne Schleifklotz mit der Flachenhand kreisend schleifen. Wenn gar nichts mehr geht und das Holz durchzuschleifen droht kann man auch von innen Material hinterkleben und dann weiterschleifen, was in dem Fall aber zumindest an dieser Stelle nicht nötig war. Gute Vorbereitung zahlt sich hier aus. Wenn man sich sehr viel Mühe gegeben hat ist das Ergebnis dann schon gar nicht so schlecht und gut rund. Auf diese dünne Unterlage beplanke ich dann abermals mit 2mm Balsaholz. Diese zweite Lage wird dann nochmals geschliffen. Von den in Summe 4 mm Gesamtbeplankung bleiben dann nach den Schleifgängen noch etwa 2 mm übrig. Der Vorteil liegt auch darin, dass man durch die dazwischenliegende Klebeschicht eine Art Balsa-Sperrholz erzeugt, was dann wirklich ganz erstaunlich stabil und trotzdem leicht ist.

      Gruß

      Kai
      Angehängte Dateien

      Kommentar

      • Logo3030
        Member
        • 21.09.2004
        • 910
        • Gerd
        • Austria/Vorarlberg

        #33
        AW: Vorstellung neues Modell: Saro Skeeter

        Zitat von Piranha Beitrag anzeigen
        Der Herstellung eines viertelkugeligen Gebildes über Spanten
        ....vielen Dank für diese Infos zu diesem Thema !! lg. Gerd

        Kommentar

        • Gast
          Gast

          #34
          AW: Vorstellung neues Modell: Saro Skeeter

          Heute kommen wir zur etwas höheren Modellbaukunst:

          Dem würde ich ohne wenn und aber zustimmen!!!!!!

          Kommentar

          • thzi
            Member
            • 03.02.2013
            • 188
            • Thomas
            • CH

            #35
            AW: Vorstellung neues Modell: Saro Skeeter

            Chapeau! Modellbau - und Teaching-Kunst. Ein Genuss, hier mitzulesen. Vielen Dank und weiter so!
            Grüsse, Thomas

            Kommentar

            • Clarion Power
              Senior Member
              • 29.10.2012
              • 1973
              • Mirko
              • Mittelhessen

              #36
              AW: Vorstellung neues Modell: Saro Skeeter

              Nicht wundern wenn hier keiner was schreibt. Den anderen Lesern geht's bestimmt wie mir...mit offenem Mund deine Berichte lesen und sich fragen: Wie macht der das blos....?

              Respekt! Freue mich auf mehr!

              Kommentar

              • Bladerer
                Junior Member
                • 25.11.2021
                • 13
                • Ronald
                • Wien

                #37
                AW: Vorstellung neues Modell: Saro Skeeter

                Das ist beeindruckend!

                Vielen Dank für deine großzügigen Einblicke. Ich bin platt! und wieder ein wenig schlauer ;-)
                [FONT="Lucida Console"]ich fliege ergo bin ich[/FONT]

                Kommentar

                • Uli M.
                  Member
                  • 24.01.2011
                  • 153
                  • Uli

                  #38
                  AW: Vorstellung neues Modell: Saro Skeeter

                  Unglaubliches handwerkliches Geschick und Präzision....Donnerwetter!!
                  Hoffentlich kannst du deine Fähigkeiten auch beruflich ausleben :-)
                  Gruß Uli

                  Kommentar

                  • getsuyoubi
                    Member
                    • 01.11.2013
                    • 705
                    • Christoph
                    • Queens, NY

                    #39
                    AW: Vorstellung neues Modell: Saro Skeeter

                    Einfach fantastisch!!!
                    Gruss aus NYC, Christoph

                    Kommentar

                    • Piranha
                      Member
                      • 30.03.2006
                      • 119
                      • Kai

                      #40
                      AW: Vorstellung neues Modell: Saro Skeeter

                      Hallo!

                      Bevor es weiter geht zunächst nochmal vielen Dank für euere Aufmerksamkeit und die anerkennenden Worte.

                      @Uli M. Beruflich bin ich in der Softwareentwicklung für Kassen- und Reservierungssysteme unterwegs. Der Modellbau gibt mir die Möglichkeit etwas Reales zu erschaffen. Software ist ja doch ehr etwas Abstraktes. Vielleicht kommt daher auch meine Vorliebe für Verbrenner und Paddelköpfe: Es soll dann im Hobbybereich etwas anfassbares, zerlegbares, mechanisches, visuell erfassbares sein.

                      Dann mal weiter mit der Erschaffung etwas "anfassbarem": Gestern haben wir gesehen wie das kugeleige untere Vorderteil entsteht. Am Ende soll es so sein, dass die Mechanik auf einem Unterbau steht, der das Bug- und Hauptfahrwerk und das abnehmbare Vorderteil trägt. Ich hatte erst überlegt die Mechanik und das fahrwerttragende Unterteil in einem Teil zu bauen, die Idee aber verworfen weil der Ein- und Ausbau des Motors nach unten aufgrund der Fahrwerkskonstruktion und des im Durchmesser großen Lüfterrades nicht mehr ohne Weiteres möglich gewesen wäre. Deshalb ist für den Fall eines fälligen Motorausbaus der Unterbau von der Mechanik trennbar. Den Unterbau habe ich aus einfachen 3mm Pappelsperrholzplatten mit Verstärkungen an neuralgischen Punkten, wie etwa der Fahrwerksaufnahme und der Mechanikbefestigung hergestellt. Das war keine große Sache und schnell zu machen. Zum zuvor angesprochenen Thema der Montierbarkeit: Die in Bild 1 zu sehenden länglichen Alu-Drehteile dienen zur besseren Einführbarkeit und zum besseren Entfernen der Schrauben, mit denen später die Mechanik befestigt wird. Wenn diese Teile nicht vorhanden wären könnte es leicht passieren, dass die Schrauben beim Rausdrehen in dem Holzkonstrukt verschwinden oder es schwer wird die Befestigungsbohrungen beim Eindrehen der Schrauben im "Blindflug" zu treffen.

                      Auf den folgenden Bildern liegt das ganze Bauwerk auf dem Kopf. Vorne ist das kugelige Vorderteil an dem zuvor beschriebenen Unterteil angesetzt. An dem Unterteil ist das Mechanikunterteil angeschraubt. Am Mechnikunterteil ist hinten ein ringförmiger Spant zu sehen, der nur mit ganz wenig Kleber an wenigen Punkten am Mechanikunterteil angeklebt ist und später wieder von der Mechanik entfernt wird. Sinn der Aktion ist, dass der folgende Bau des Rumpfunterteils im "Ist-Zustand" erfolgen kann und auf diese Weise später alles perfekt zusammenpasst. gerade schwierigere Bauten im "Soll-Zustand" führen leicht dazu, dass später irgendetwas schief ist oder nicht genau passt und man aufwändig korrigieren muss. Von Vorderteil zum Heckspant führen dann Längsspanten, dazwischen dann vertikale Spanten. Im Bereich der hinteren Fahrwerksverschraubung sind links und rechts je zwei Hilfsleisten zwischen Spantengestell und Unterteil zu sehen, die nur dazu dienen den Abstand zwischen Spantengerüst und dem Rest des Konstrukts während der folgenden Arbeiten unverrückbar zu
                      halten. Diese Teile werden später wieder entfernt.

                      Die untere Verkleidung entsteht dann auf gleiche Weise wie im Post zuvor beschrieben in doppelter Ausführung um den Schwierigkeitsgrad einerseits in Grenzen zu halten und andererseits genügend Material zum Schleifen zu haben.Da nicht das gesamte Teil nach vorne abnehmbar sein kann weil es natürlich hinten Richtung Heck zu schmal wird um es noch über die Mechanik ziehen zu können, muss das Teil später vertikal geteilt werden. Da bei vorheriger, vor der Beplankung stattfindender, Teilung und somit der separaten Herstellung von zwei Teilen kaum mehr sauber ineinander übergehende Rundungen erzielt werden können, habe ich mich dazu entschlossen erst ein Teil als Ganzes zu bauen und es dann vertikal durchzusägen.

                      Ich gebe zu, dass mir zu dem Zeitpunkt noch nicht ganz klar war wie ich das bewerkstelligen werde aber die Vorteile schienen zu überwieden und wie sich später herausstellte war die Entscheidung richtig. Sehr vorsichtiges Sägen mit einer Bügelsäge hat das Problem dann gelöst. Auf dem letzten Bild ist der vertikale Schnitt im Bereich der Hinteren Fahrwerksverschraubung schon zu sehen. Das hintere, abgetrennte, Teil wird später mit dem Heck Verklebt und mitsamt dem Heck an der Mechanik angeschraubt. Das vor der Trennlinie liegende Vorderteil kann dann problemlos wie eine Trainerhaube nach vorne abgezogen werden. Da ursprünglich alles eins war braucht man sich über die Passgenauigkeit der Trennebene keine Gedanken zu machen.

                      Gruß

                      Kai
                      Angehängte Dateien

                      Kommentar

                      • Logo3030
                        Member
                        • 21.09.2004
                        • 910
                        • Gerd
                        • Austria/Vorarlberg

                        #41
                        AW: Vorstellung neues Modell: Saro Skeeter

                        ...jetzt weiss ich endlich einmal, wie ich bei meinem Chinook Holz-Urmodell die Rundungen hinbekommen kann !!....vielen Dank für die Infos!! lg. Gerd

                        Kommentar

                        • Stebe
                          Senior Member
                          • 12.07.2017
                          • 1361
                          • Stefan
                          • Friesland

                          #42
                          AW: Vorstellung neues Modell: Saro Skeeter

                          Zitat von Clarion Power Beitrag anzeigen
                          Nicht wundern wenn hier keiner was schreibt. Den anderen Lesern geht's bestimmt wie mir...mit offenem Mund deine Berichte lesen und sich fragen: Wie macht der das blos....?
                          Genauso geht es mir auch. Ich lese diesen Thread, sehe die Fotos und staune mit offenem Mund über diese Perfektion......und das "modelieren" mit Holz!
                          Einfach schön anzusehen......ich freue mich auf mehr...
                          Viele Grü�e,
                          Stefan

                          Kommentar

                          • Bladerer
                            Junior Member
                            • 25.11.2021
                            • 13
                            • Ronald
                            • Wien

                            #43
                            AW: Vorstellung neues Modell: Saro Skeeter

                            Auch die Sprache ist wunderschön, geduldig und mitreissend! Sehr inspirierend!
                            [FONT="Lucida Console"]ich fliege ergo bin ich[/FONT]

                            Kommentar

                            • MWi
                              MWi
                              Member
                              • 29.12.2015
                              • 665
                              • Martin
                              • Aero Model AMC Belgien und Markgräflerland e.V.

                              #44
                              AW: Vorstellung neues Modell: Saro Skeeter

                              Ein wirklich sehr toller Bericht, und auch wirklich inspirierend. Klasse Modellbau. Mein Kommentar zum Methanol/Nitro sollte absolut keine Kritik darstellen, jeder macht es so wie es Spaß macht.

                              Kommentar

                              • Piranha
                                Member
                                • 30.03.2006
                                • 119
                                • Kai

                                #45
                                AW: Vorstellung neues Modell: Saro Skeeter

                                Hallo!

                                Bevor es heute weiter geht möchte ich mir erlauben zu "Wie macht der das bloß..." kurz off-topic abzuschweifen. Ich hatte schon öfter das Privileg in original Oldtimer-Hubschraubern und Oldtimer-Flugzeugen mitfliegen und auch selber unter Aufsicht eines Fluglehrers steuern zu dürfen. Ich selber habe eine UL-Lizenz und enstprechende Kontakte in alle möglichen Bereiche der Fliegerei. Mit am spektakulärsten waren sicher meine Flüge in der Sikorsky S-58 der Meravo, oben im Cockpit neben dem Piloten. Wenn ich in so einer Maschiene sitze und ein 60 Jahre alter Sternmotor gestartet wird, oder wenn ich in einem Museum stehe, in dem historisches Fluggerät längst vergangener Zeiten ausgestellt ist, wird mir bewusst, dass das von Menschen erbaut wurde, die keinerlei Computer zur Konstruktion oder Fertigung hatten. Die zu dutzenden an Zeichenbrettern jedes Detail dieser Maschinen händisch mit Linial, Stift und Rechenschieber konstruiert und gezeichnet haben. Die an heute steinzeitlich anmutenden Drehbänken und Fräsmaschinen ohne jede CNC-Unterstützung Zylinder, Kolben, Kurbelwellen und Zahnräder hergestellt haben. Wie mögen wohl die Spanten aus kaum mehr als papierdünnem Alublech ohne Laser-Schneidmaschienen oder CNC-Fräsen in Handarbeit entstanden sein? Wie die komplexen Kurbelwellen- oder Getriebegehäuse? Wie die feinen Kühlrippen in Motorengehäusen? Von Planeten- und Kegelgetrieben, Vergasern, Hydraulikelementen und Hauptrotor- oder Propellerblättern ganz zu schweigen? Schaut euch im Museum mal das Innenleben eines als Schnittmodell ausgestellten Sternmotors an. Unfassbar was da alles fehlerfrei zusammenarbeiten muss - und trotzdem laufen diese Wunderwerke zum Teil heute noch. Wie konnte man sich ohne Simulationsprogramme oder Finite-Elemente-Berechnung sicher sein, dass das trotz der hohen Virbrationsbelastung durch diese mit brachialer Gewalt derhenden Motoren alles hält? Und am Ende ist da jemand eingestiegen und hat einfach so den Erstflug durchgeführt, ohne dass zuvor mit Rechnerhilfe simuliert wurde ob das Gerät auch wirklich akzeptable Flugeigenschaften aufweisen wird.

                                Steigt mal heute in eine Bell 47, Hughes 300 oder in eine Antonov 2. Die Dinger fliegen auch aus heutiger Sicht tadellos, mit geringen Leistungsreserven zwar aber trotzdem sehr gutmütig und völlig problemlos! Ihre "Uhrenläden" im Cockpit im sind im Gegensatz zu heutigen Glascockpits schnell zu verstehen. Eine moderne Bell 407 ist im Vergleich dazu zwar ein Rennpferd, in den Flugeigenschaften aber insgesamt nicht einfacher zu handhaben. Die Cessna 152 wird noch heute wegen ihrer unbeschreiblichen Gutmütigkeit und Unzerstörbarkeit gerne zur Anfängerschulung eingesetzt.

                                Was für Meister der Ingenieurs- und Handwerkskunst müssen dort am Werk gewesen sein! Wie haben die das bloß gemacht? Fragt euch mal, wie man eine CH-53 oder Boeing 747 mit den Mitteln der 1960er-Jahre, also mit Tuschestift und Rechenschieber, konstruiert hat. Wie mag man das alles koordiniert haben, damit aus unzähligen einzeln konstruierten Einzelteilen am Ende ein flugfähiges Gesamtgebilde entsteht? Und der Schwerpunkt passt auch noch ohne reichliche Bleizugabe vorne oder hinten auf Anhieb.

                                Meine Oldtimermodelle und der Bau in klassischer Handarbeit sind natürlich auch eine Hommage an diese alten Meister, die sich meiner allerhöchsten Anerkennung sicher sein können.

                                Ich denke die Antwort auf die Frage: "Wie macht der das bloß?" ist: Es is die Begeisterung die uns antreibt, heute etwas mit den gegebenen Mitteln zu erschaffen, das gestern noch unmöglich erschien. Jeder Fortschritt entsteht aus Begeisterung, kein Zwang wird diese Begeisterung je ersetzen können.


                                Aber ich schweife in meiner Bewunderung dieser Meisterwerke zu sehr ab - nun zurück zum Thema, bevor die Admins wegen übermäßiger Abweichung vom Thema auf den Plan gerufen werden:

                                Heute entsteht der Aufbau der Kabine. Das Unterteil der Mechanik befindet sich nach wie vor in dem Konstrukt und auch der provisorische Heckspant ist noch vorhanden um das hintere Oberteil zu formen. Die Verkleidung ist wieder in doppelter Beplankung über Spanten enstanden. Business as usual, wie in den Beiträgen zuvor beschrieben. Um das vordere Kabinenteil, das später die Verglasung tragen wird, symmetrisch aufbauen zu können, habe ich erst ein inneres Stützgestell auf das Unterteil gebaut, an dem die vertikelen Träger der Kabine fixiert werden konnten. Dadurch habe ich alle nötigen Winkel symmetrisch einhalten können und das Ganze ist nicht sofort wieder zusammengebrochen bevor alles verklebt und ausgehärtet war. Die horizontalen Rahmen oben und in der Mitte verbinden dann die vertikalen Steben und geben dem Ganzen zumindest ein Minimum am Stabilität. Die vertikalen Streben sind natürlich nicht stumpf auf das Unterteil geklebt sondern ragen durch Bohrungen ca. 2 cm tief in das Unterteil hinein und sind dort großflächig verklebt. Nachdem das Stützgestell vorsichtig entfernt war sah das alles schon nicht ganz schlecht aus. Später, nach der äußeren Beschichtung mit Gfk habe ich innen zur weiteren Versteifung noch ein paar Carbon-Rovings eingeklebt. Somit ist alles sehr fest und stabil.

                                Nachdem das wie auf den Bildern zu sehen soweit fertig war habe ich den Heckausleger an das Mechanikunterteil geschraubt und mit der vorderen Verkleidung im Bereich des provisorischen Heckspants verklebt. Somit war alles ein Teil und die Spannung entsprechend groß, ob mein Plan einer nachträglichen vertikalen Teilung, wie im letzten Post beschrieben, aufgehen würde.

                                Lange Rede, kurzer Sinn: Nach einigen spannenden Zügen mit der Bügelsäge war das Vorderteil ordentlich abgetrennt und konnte wie eine Trainerhaube nach vorne abgezogen werden. Der Heckausleger konnte mit leichter Gewalt, um den nur wenig verklebten provisorischen Heckspant von der Mechanik zu reißen, von der Mechanik gelöst werden und war nun mit dem hinteren, abgesägten Teil verbunden. Alle nicht mehr benötigten provisorischen Teile konnten jetzt entfernt werden.

                                Das letzte angehängte Bild zeigt das Vorderteil nach der Gfk-Beschichtung und dem Füllern. Ihr könnt euch jetzt vorstellen, wo der vertikale Schnitt verläuft und welches Teil mit Heckausleger verklebt ist. Dazu habe ich später auch noch ein Foto wenn es um die Detailarbeiten geht. Dann wird das nochmal verdeutlicht. Bis dahin heißt es erstmal wieder schleifen, schleifen, schleifen....

                                Gruß

                                Kai
                                Angehängte Dateien

                                Kommentar

                                Lädt...
                                X