vor zirka einem halben Jahr habe ich mir einen Henseleit MP XL E mit Rigidkopf gekauft. Ich habe den Hubi dann mit aller Liebe und in voller Perfektion zusammengebaut. Zum gutem Schluß gabs dann noch ein Henseleit V-Stabi 4.0.
Der komplette Hubschrauber war hundertprozentig perfekt eingestellt incl. V-Stabi.
Da ich in meiner zwanzigjährigen Modellbaukarriere alle neuen Lager und Zahnräder immer mit sehr wenig Spiel einstelle und dies auch beim MP XL E gemacht habe, dachte ich, laß in erst mal im Stand ein paar Minuten einlaufen und schau, ob alles perfekt paßt.
In der Lagerhalle meines Freundes stellte ich den Hubschrauber ab, kontrollierte nochmal alles und ließ in dann hochlaufen.
So, jetzt geht die Party los. Beim Hochlaufen hebt er die linke Kufe, ich steuere mit Roll etwas dagegen, sofort hebt er die rechte Kufe und zwischenzeitlich wandert der Hubschrauber auch noch nach vorne in Richtung einer Betonmauer und zerstört sich in aller Ruhe selber. Das ganze Spiel hat zirka drei bis vier Sekunden gedauert. Natürlich habe ich den AR-Schalter kurz vor der Mauer betätigt, was aber nicht mehr viel genützt hat.
Absolute Stille, ich stehe vor meinem Hubschrauber bzw. den restlichen Teilen und kann nicht mal ansatzweise glauben, was hier in den letzten Sekunden abgegangen ist. Ich wollte eigentlich nur den Hubschrauber im Stand ein paar Minuten einlaufen lassen. Wahnsinn, ich will nicht mehr leben !!!!!
Fünf Tage später und nach langem überlegen, kann ich drei Fehler meinerseits feststellen.
1. Fehler: Zuwenig negativ Pitch, war bei ca. 0-1 Grad positiv. Das reicht anscheinend, daß sich der Hubschrauber seitlich, bis zum Streifen der Blätter am Boden, neigen kann.
2. Fehler: Ich bin höchstwahrscheinlich beim Umhängen der Funke mit den Gurt am Rollhebel gestriffen und hab diesen unbemerkt betätigt.
3. Fehler: Ich habe den Hubi etwa drei bis vier Grad nach vorne geneigt aufgebaut, damit die Heckblätter nicht immer das Gras mähen und wegen der geileren Optik.
Diese (höchstwahrscheinlichen) drei Fehler, wären bei einem Hubschrauber mit Paddeln völlig uninteressant gewesen. Da wäre gar nix, aber schon wirklich gar nix passiert. Aber mit der unterstützenden Elektronik muß man jetzt wirklich umdenken, zumindest bis der Hubi in der Luft ist.
Warnung an alle, die jahrelang mit Paddeln geflogen bzw. gestartet sind und jetzt auf paddellos umsteigen.
Der Hubschrauber muß auf einem relativ gerade Untergrund stehen. Nach dem Einschalten der Funke, sollte er nicht mehr bewegt werden. Finger weg von der Funke bis er in der Luft ist. Es gibt nur einen Hebel beim Starten und das ist der Pitchknüppel, sonst nix. So habe ich mir das jetzt eingeprägt und ich hoffe, daß ich so etwas nie wieder erleben muß. Der Hubschrauber ist schon wieder aufgebaut und ich um fünfhundert Flocken leichter.
An alle Querulanten: Es bestand zu keinem Zeitpunkt der Aktion irgendeine Gefahr gegenüber dritten Personen. Die Halle ist komplett aus Beton und auch groß genug. Ich wollte den Hubschrauber nur im Stand laufen lassen, nicht abheben und auch nicht fliegen, deshalb ware ich auch nicht im Freien. Das Geschrieben ist meine Meinung und bezieht sich auf einen MP XL E mit V-Stabi 4.0.
Ich habe das nur geschrieben um andere zu warnen, weil dieses Startproblem noch nie so richtig behandelt wurde und es gibt auch Anfänger die zwar davon gehört haben, aber sich um den Ernst der Situation nicht bewußt sind, oder waren, so wie ich.
Gruß Markus

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