Graupner Bell 212 TwinJet - das Ende...

Einklappen
X
 
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge
  • WGS
    WGS
    Member
    • 15.09.2010
    • 675
    • Wolfgang

    #61
    AW: Graupner Bell 212 TwinJet - das Ende...

    ... der offiziellen Weiterentwicklung dieses Klassikers.

    Wahrscheinlich bin ich nicht der einzige, dem das so geht: Man gibt sich mit Feuereifer an ein Projekt, arbeitet emsig daran weiter, doch irgendwann kommt
    etwas dazwischen, das wichtiger/eiliger/interessanter ist, so dass man das begonnene Projekt "kurzzeitig" unterbrechen muss - doch dann bekommt man für
    eine viel längere Zeit, als ursprünglich beabsichtigt, einfach "nicht mehr die Kurve" daran weiterzuarbeiten.

    So ging es mir mit diesem Modell.
    Zudem hatte ich mir vorgenommen, nur noch an Modellen zu bauen, wenn ich wirklich Lust dazu habe, im Gegensatz zu früher, wo im beruflichen Alltag stets
    irgendwelche Modelle fertig werden mussten.

    Wie auch immer: Jetzt ist bei mir wieder Bell 212 TwinJet angesagt:

    Während der Unterbrechung der Arbeit an diesem Modell traf der GfK-Beschlagsatz von Ewald Glanzer ein. Die Teile sind wirklich sauber gefertigt, mit
    einwandfreier weißer Deckschicht. Mir ging es hauptsächlich um den Rumpfdeckel, der ursprünglich tiefgezogen war und mit einem Versteifungsgerüst versehen
    werden musste. Ich habe darüber hinaus noch den Rand mit einem dünnen Glasgewebeband verstärkt, das auf der Unterseite mit dünnflüssigem Cyanokleber
    aufgebracht wurde und das verhinderte, dass das ABS unter dem Druck der Schrauben mit der Zeit brüchig wird und Sprünge bekommt.

    All das ist bei dem Deckel von Ewald nicht erforderlich: Er besteht aus einer Kohlefasermatte, die auf die weiße Deckschicht laminiert wurde, so dass man
    lediglich die Unterseite des Deckels plan schleifen muß (eigentlich nur den Rand). Ein Verstärkungsgerüst ist ebenso überflüssig, wie eine Verstärkung der
    Befestigungsbohrungen.

    Normalerweise wird der Deckel auf den Rumpf gelegt und ausgerichtet; dann bohrt man die Befestigungslöcher gleichzeitig durch Deckel und Auflage am Rumpf,
    so dass sie in jedem Fall fluchten. Bei einem zu restaurierenden Rumpf aber sind meist die Einschlagmuttern für die Befestigung des Deckels schon angebracht,
    so dass man sie nun auf den Deckel übertragen muss.

    Nach einigem ßberlegen habe ich einen einfachen Weg gefunden: Auf dem Rumpfrücken habe ich ein Stück Transparentpapier über die ßffnung gespannt und mit
    Tesafilm fixiert. Die durchscheinenden Bohrungen habe ich dann mit schwarzem Filzstift auf das Transparentpapier übertragen. Mit Tesa Fotostrip (ein sehr dünnes,
    doppelseitig klebendes Klebeband) habe ich dann den Deckel korrekt ausgerichtet auf das Transparentpapier geklebt und die Tesafilm-Streifen vom Rumpf entfernt.
    Jetzt klebte das Tranparentpapier auf der Unterseite des Deckels, so dass ich ihn lediglich herumdrehen musste und die Bohrungen von der Unterseite her durch die
    Markierungen hindurch anbringen konnte - es passte auf Anhieb.




    (wird fortgesetzt)

    .
    Angehängte Dateien
    Grüsse
    Wolfgang

    Kommentar

    • WGS
      WGS
      Member
      • 15.09.2010
      • 675
      • Wolfgang

      #62
      AW: Graupner Bell 212 TwinJet - das Ende...

      ... der offiziellen Weiterentwicklung dieses Klassikers.

      Das Kufenlandegestell des 212TJ ist ebenso typisch für dieses Graupner-Modell wie auch häßlich. In seiner überbreiten und viel zu
      hohen Ausführung mit dicken, schichtverleimten Kufenbrücken aus Holz und Befestigung am Rumpf über lange Schwingmetalle
      entsprach es der landläufigen Ansicht der "Gründerzeit", wie solch ein Landegestell aussehen sollte, um die häufig auftretenden
      "Landestöße" ("Plumpser") der übenden Helianfänger möglichst lange zu überstehen.

      Nach einiger Zeit erkannte man, dass Schwingmetalle häufig zu Vibrationen im Flug führten, wenn sich das ganze Landegestell
      gegen den Rumpf aufschaukelte, ihr Beitrag als "Stoßdämpfer" aber eher bescheiden war, wenn man ihn überhaupt bemerkte.
      Für das Absorbieren heftiger "Landestöße" ist schichtverleimtes Holz (ebenso wie GfK- oder CfK-Laminat) sicher das am wenigsten
      geeignete Material, wenn es sich, wie hier, bei Belastung aufbiegt (was zum Trennen der Schichten führt) anstatt sich zusammen zu
      ziehen, wodurch die Schichten gegen einander gepresst würden.

      In der Folge dieser Erkenntnis (und wegen der deutlich einfacheren Fertigung) erhielten die Heli-Modelle dann Kufenbrücken aus
      Alu-Flachprofil, Federstahl oder Kunststoff. So erhielt z.B. der KAVAN JetRanger, der zunächst auch mit Holz-Kufenbrücken geliefert
      wurde, später (wie schon die Alouette II aus dem selben Hause) ein alternatives Landegestell aus Stahldraht-Kufenbrücken, das
      zudem einen merklichen Gewichsvorteil brachte.

      Für den 212TJ in seiner letzten Ausführung gab es die Holz-Kufenbrücken schon nicht mehr, statt dessen wurde vorgeschlagen, das
      Alu-Landegestell aus dem Kompakt-Chassis mit passenden Bohrungen zu versehen und hier zu verwenden. Auch schon vorher
      hatten einige Wettbewerbsflieger aus Gewichtsgründen andere Landegestelle für ihren 212TJ gebaut, meist mit Federstahl-Kufenbrücken.

      Die lange Einführung soll erklären, warum meine Bell 212 TwinJets kein Kufenlandegestell mit Holzbrücken erhalten (auch wenn sie
      jetzt wieder verfügbar sind). Modifikationen an "historischen" Modellen erscheinen mir zulässig und der Authentizität nicht abträglich,
      wenn sie ein Modellbauer "zur Zeit des Modells" so hätte vornehmen können oder vorgenommen hat.
      Das Modell erhält also das gleiche Landegestell, das schon mein anderer TJ besitzt, und das sich in den bald 10 Jahren Flugbetrieb
      seither sehr gut bewährt hat und optisch wesentlich näher am großen Vorbild liegt.

      Die Kunststoff-Halterungen für die Kufenbrücken habe ich ersetzt durch ähnliche, die ich aus Alu-U-Profil 10 x 15 x 1,5 geschnitten
      und mit den zum Rumpf passenden Bohrungen versehen habe.



      Diese Halterungen werden über flache Schwingmetalle am Rumpf befestigt, welche aber nicht zur Stoßdämpfung dienen, sondern dem
      Ausgleich der Wölbungen der Rumpfschale sowie der gegebenen Richtungen der Gewindeeinsätze. (Beim nächsten Modell werde ich auch
      diese Schwingmetalle weglassen und einwandfreie Auflageflächen für eine direkte, starre Befestigung der Alu-Profile schaffen.)
      Die Gewinde der Schwingmetalle werden einseitig so gekürzt, dass die Aluprofile mit einer flachen M4-Mutter befestigt werden
      können und von Gewinde dann nichts übersteht.





      Auf den U-Profilen werden die aus 5mm-Stahldraht gebogenen Kufenbrücken mit jeweils 2 Kunststoff-Kufenschellen befestigt; an den
      Befestigungsschelllen werden die Kufenbügel mit ABS-Plättchen unterlegt, so dass sie nicht an den Befestigungsmuttern der
      Aluprofile anstossen.
      Für die Verbindung der Kufenbrücken mit den 10mm! Kufenrohren verwende ich passende Kunststoff-Verbinder sowie an den
      Verbindungsstellen eingeklebte Hartholzdübel. Nach dem Ausrichten der Kufen im Landegestell werden die Kufenrohre dann durch die
      Kunststoffverbinder hindurch mit 5mm angebohrt und zwar so weit, dass der Bohrer durch Rohrwand und Holzdübel hindurch gerade auf
      die gegenüberliegende Rohrwand trifft.
      Ich habe dann die Kunststoff-Verbinder so weit gekürzt, dass sich ein Außendurchmesser von 7mm ergibt. Zur optischen Aufwertung
      habe ich dann Stücke 7/5mm ABS-Rohr auf die Drahtbügel aufgeschoben (mit Föhn erwärmen). Nachdem ich schließlich mit Drehmel und
      Trennscheibe ein paar Kerben in die Enden der Kufenbrücken geschliffen habe, wurden sie in den Kufenrohren mit UHU plus
      endfest300 verklebt.



      Die ABS-Rohre auf den Kufenbügeln enden jeweils beidseitig der Befestigungsschellen an den U-Profilen, die Klemmung erfolgt also
      direkt auf dem Stahldraht, und die Kunststoffrohre bilden Anschläge für die Zentrierung des Landegestells am Rumpf.
      Am vorderen U-Profil wurde noch die Halterung für den Keilriemen angebracht in Form von zwei M3-Schrauben mit Ms-Distanzhülsen
      und großen U-Scheiben, was sich auch schon beim anderen TJ bewährt hatte.



      Die hinteren Kufenenden sind - entsprechend dem Vorbild - leicht nach oben gebogen und mit einem eingeklebten Holzdübel
      verstärkt. Vorn sind die kleinen Alu-Trittbretter nach Plan angebracht, die großen in der Mitte wurden aus Buchen-Vierkantleisten
      10x10mm hergestellt, was das Lackieren gegenüber den vorgesehenen Balsa-Trittbrettern erheblich vereinfacht.



      Wenn später alles lackiert sein wird und die Trittbretter mit grobem Sandpapier beklebt worden sind, wird das Landegestell etwa
      so aussehen, wie bei meinem anderen TJ.




      (wird fortgesetzt)

      .
      Angehängte Dateien
      Grüsse
      Wolfgang

      Kommentar

      • Bruteforce
        Member
        • 23.03.2013
        • 455
        • Marco

        #63
        AW: Graupner Bell 212 TwinJet - das Ende...

        Grossartiges Flugbild!
        Hubschrauber zeit 1985, von Oldies bis Vario Turbine.

        Kommentar

        • Bell
          Member
          • 20.12.2012
          • 205
          • Mark

          #64
          AW: Graupner Bell 212 TwinJet - das Ende...

          Hallo Wolfgang,
          Du bist nicht der einzige, dem es mit der Zeit so geht....
          Toller Bericht!!! Bin schon auf die Forstezung gespannt
          Liebe Grüße
          Mark

          Kommentar

          • Rolli
            Senior Member
            • 22.08.2006
            • 2403
            • Rolf
            • auf allen Feldwegen

            #65
            AW: Graupner Bell 212 TwinJet - das Ende...

            Hallo Wolfgang, Dein Bericht u. Deine Bilder haben mich mal wieder richtig animiert, heute bei dem wunderschönen Wetter unseren geliebten Twin Jet auszuführen.
            Das ürsprüngliche Landegestell ist wirklich nicht berauschend, daher habe ich es auch geändert.
            Wünsche Dir viel Erfolg und das Du weiterhin wieder Lust zum Basteln hast
            Liebe Grüße aus Soest
            Rolf
            Angehängte Dateien
            MC 22, IISI V2 und Einzelzellenüberwachung sind meine treuen Begleiter.

            Kommentar

            Lädt...
            X