Blattwurzel schmieren
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Max M. -
AW: Blattwurzel schmieren
@Piloto Danke für die Bilder, wo hast du diese her, bzw. wo kann man mehr zu dem Thema erfahren?
Mein früherer Fluglehrer hatte im Meteorologie Unterrichtein tolles Beispiel gebracht, das würde ich hier gerne vorstellen.Zitat von DerMitDenZweiLinkenHänden Beitrag anzeigenWie genau hängt das jetzt mit der Corioliskraft zusammen?
Bzw. was entsteht daraus?
Wir machen ein Gedankenexperiment:
Eine Lok fährt vom ßquator zum Nordpol und eine Zweite in umgekehrter Richtung.
Die, die am ßquator startet hat die volle Umpfangsgeschwindigkeit der Erde und wird je näher sie zum Nordpol kommt (in Richtung Umfangsgeschwindigkeit) gebremst. Denn am Nordpol dreht sie sich ja nur noch um sich selbst. Bei der anderen Lok ist es umgekehrt. Sie wird von den Schienen immer mehr (quer-) beschleunigt.
Ersetzen wir jetzt die Lok durch ein Luftkissenboot, wird die Querbeschleunigung ausbleiben und das Luftkissenboot wird sich nicht auf der direkten Linien der Mederianen bewegen, sondern seitlich "ausbrechen". Dieses Ausbrechen ist in Umgfangsrichtung ein "Beschleunigung" bzw. eine "Verzögerung" in Bezug zu der Umgebung.
Für unsere Rotorblätter gilt dies analog.
Viele Grüße
Mirko
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Piloto
AW: Blattwurzel schmieren
..... Corioliskräfte sind in der Technik dann von Bedeutung, wenn eine Drehbewegung von einer zweiten Bewegung -überlagert- wird. Dies ist beispielsweise bei einem Roboter der Fall, der sich dreht und gleichzeitig seinen Greifarm ausfährt......Zitat von stefan.S Beitrag anzeigenDas von Dir beschrieben hat mit Coriolis nix zu tun. Es wäre schön, wenn jeder immer nur Begriffe verwenden würde, die er auch verstanden hat...
Wie soll ich das dann bitte verstehen? Ein biegendes Rotorblatt ist mMn nichts anderes als ein gelenkiger Arm.
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Piloto
AW: Blattwurzel schmieren
Das sind Momentschüsse von einem uralten Video, das ich durch Zufall aufgehoben habe. Der Name war glaube ich: "Die Geschichte der Drehflügler"Zitat von Husi Beitrag anzeigen@Piloto Danke für die Bilder, wo hast du diese her, bzw. wo kann man mehr zu dem Thema erfahren?
Viele Grüße
Mirko
Gruß
Bruno
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Max M.
AW: Blattwurzel schmieren
Na , wenn das kein gutes Beispiel ist. Und der Effekt ist dann nicht dei Flihkraft der Blätter sondern heisst in dem Fall Coriolis ?Zitat von Husi Beitrag anzeigen@Piloto Danke für die Bilder, wo hast du diese her, bzw. wo kann man mehr zu dem Thema erfahren?
Mein früherer Fluglehrer hatte im Meteorologie Unterrichtein tolles Beispiel gebracht, das würde ich hier gerne vorstellen.
Wir machen ein Gedankenexperiment:
Eine Lok fährt vom ßquator zum Nordpol und eine Zweite in umgekehrter Richtung.
Die, die am ßquator startet hat die volle Umpfangsgeschwindigkeit der Erde und wird je näher sie zum Nordpol kommt (in Richtung Umfangsgeschwindigkeit) gebremst. Denn am Nordpol dreht sie sich ja nur noch um sich selbst. Bei der anderen Lok ist es umgekehrt. Sie wird von den Schienen immer mehr (quer-) beschleunigt.
Ersetzen wir jetzt die Lok durch ein Luftkissenboot, wird die Querbeschleunigung ausbleiben und das Luftkissenboot wird sich nicht auf der direkten Linien der Mederianen bewegen, sondern seitlich "ausbrechen". Dieses Ausbrechen ist in Umgfangsrichtung ein "Beschleunigung" bzw. eine "Verzögerung" in Bezug zu der Umgebung.
Für unsere Rotorblätter gilt dies analog.
Viele Grüße
Mirko
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AW: Blattwurzel schmieren
Moin,
mit der Fliehkraft hat das an der Stelle nichts zu tun. Die Corioliskraft ensteht folgendermaßen: Bewegt sich ein Teilchen (das kann auch ein kleiner Teilbereich eines Rotorblattes ein) auf einer Kreisbahn, dann besitzt es eine Winkel- und eine Bahngeschwindigkeit, beides verknüpft über den Radius der Kreisbahn (Winkelgeschwindigleit in rad/s mal Radius in m mal zwei Pi gleich Bahngeschwindigleit in m/s). Wenn sich das Teilchen nun radial nach außen oder innen bewegt, dann ändert es seinen Radius und damit auch den Umfang der Kreisbahn, auf dem es sich bewegt. Seine Winkelgeschwindigkeit bleibt aber die gleiche, denn die wird allein durch die Drehzahl bestimmt. Das Teilchen muss also eine größere Strecke (die vergrößerte Kreisbahn wegen dem größeren Radius) in der gleichen Zeit zurück legen, d.h. seine Bahngeschwindigkeit muss zunehmen. Aus diesem Grund wirkt eine beschleunigende Kraft auf das Teilchen und genau das ist die Coriolis-Kraft.
Bei den Rotorblättern geht das eben genau in die entgegengesetzte Richtung. Wenn sich ein Blatt unter Last etwas durchbiegt, dann wandert die Blattspitze minimal näher zur Drehachse, der Radius der Kreisbahn wird kleiner, damit nimmt die Bahngeschwindigkeit ab, die Winkelgeschwindigkeit bleibt aber gleich (wegen der konstanten Drehzahl). Darum wirkt auf das Rotorblatt (genauer gesagt auf seine Spitze) eine abbremsende Kraft, die das Rotorblatt in Laufrichtung einklappen will. Die Fliehkraft wirkt dieser Kraft insofern entgegen, als das sie "versucht" den Schwerpunkt der Rotorblätter auf der Linie zwischen Drehpunkt des Rotors (=Rotorwelle) und Drehpunkt des Blattes im Blatthalter (=Schraube zur Blattbefestigung) zu halten.
Coriolis- und Fliehkraft sind also zwei völlig verschiedene Paar Schuhe, da die Fliehkraft radial nach außen wirkt, die Corioliskraft aber tangential entlang der Kreisbahn, je nach Bahnänderung (weiter nach außen oder weiter nach innen) mal entegen der Drehrichtung, mal in Drehrichtung. Das die beiden Kräfte zusammen wirken resultiert nur daraus, dass Blattwurzel und Blattspitze fest miteinander verbunden sind.
Grüße, HagenDer Modellflug ist der Amboss, auf dem die Speerspitze der Evolution geschmiedet wird
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Piloto
AW: Blattwurzel schmieren
Danke Hagen, endlich jemand der es kapiert und so gut hier vorträgt. Ehrlich gesagt ätzt es mich, daß manche Leute hier glauben alles zu wissen und Maulkörbe verteilen wollen, obwohl das Unwissen, das sie anderen zuschreiben, das eigene ist.
Gruß
Bruno
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Piloto
AW: Blattwurzel schmieren
Ja, sorry. Es betraf eigentlich nur einen. Habe vielleicht auch etwas empfindlich reagiert, soll nicht mehr vorkommen.Zitat von Husi Beitrag anzeigenHallo Bruno,
es wäre lieb von dir, wenn du deine Aussage nicht so pauschal machen würdest. Denn so fühlt sich jeder angegriffen und ich weiß nicht ob du das so meinst.
Danke,
Mirko
Gruß
Bruno
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AW: Blattwurzel schmieren
Hallo Hagen,Zitat von kloß Beitrag anzeigen...Darum wirkt auf das Rotorblatt (genauer gesagt auf seine Spitze) eine abbremsende Kraft, die das Rotorblatt in Laufrichtung einklappen will. Die Fliehkraft wirkt dieser Kraft insofern entgegen, als das sie "versucht" den Schwerpunkt der Rotorblätter auf der Linie zwischen Drehpunkt des Rotors (=Rotorwelle) und Drehpunkt des Blattes im Blatthalter (=Schraube zur Blattbefestigung) zu halten.
eigentlich schön erklärt, aber vielleicht noch zwei Anmerkungen dazu:
- Der Fliehkraft ist es egal, wo die Lage des Blattdrehpunktes ist. Das Blatt (bzw. der Massenschwerpunkt) wird eine Lage einnehmen, die die größte Entfernung zur Drehachse aufweist. Deshalb gibt es auch vor- und nachlaufende Blätter, also Blätter, bei denen die Verbindungslinie zwischen Blattschwerpunkt und Rotorachse vor/hinter dem Schwenkgelenk liegt.
- Die ßberlegungen zur Fliehkraft, die eine rückstellende Wirkung bei Schwenk- und Schlagbewegung haben sind richtig, jedoch ist bei kleinen Ausschlägen die Entfernungsänderung zur Drehachse so gering, dass auch die Fliehkraftänderung und damit die Rückstellkraft sehr gering ausfällt. Während die Schlagbewegung durch aerodynamische Effekte (Luftkräfte) gebremst wird, sind diese Kräfte bei der Schwenkbewegung klein, so dass man bei den großen Helis hier Dämpfer eingebaut hat um zu große Bewegungen und Resonanzen zu verhindern. Die EC135 zeigt, dass es auch mit einer starren (in Wirklichkeit aber elastischen) Befestigung geht. Im Modell haben wir die Reibung zwischen Blatt und Blatthalter, die die Schwenkbewegung bremst.
Grüße
Klaus.
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