Hi,
hmm, ist das Dein erster Heli?
Benzin/Elektro/Methanol wird leider sehr häufig wie eine Glaubensfrage behandelt (teilweise fast so schlimm wie: Paddel/Flybarless, 35MHz/2G4, Graupner/Futaba, etc.). Wenn Du noch etwas Zeit hast, dann suche Dir doch am besten einen Verein, wo Du Dich mal umhören kannst. Oder geh auf Heli-Flugtage, wie z.B. das RC-Heli-Treffen, um Dir dort die Modelle anzuschauen und anzuhören (Lärm!). Lies hier auf rc-heli was die Leute an Erfahrungen posten.
Meine Erfahrung (und damit wird es ganz subjektiv):
Ich habe mit einem Logo10 angefangen. Das waren noch die NiCd-Zeiten, in denen nach 6 min Flugzeit Schicht im Schacht war; die NiCd hatten die ersten 3 min Dampf und dann war Schweben angesagt, bis der Akku leer war. Die Zeiten haben sich natürlich mit den Lipos geändert. Trotzdem finde ich, dass man mit Elektro sehr sauber fliegt, kaum Einstellerei an Vergaser oder dergl. Trotzdem gibt es gelegentlich wohl bei extremer Hitze oder im Winter Probleme mit der Temperatur der Akkus. Und wenn man nicht genügend Akkus hat (Investititon!), dann muss man sich eine Lösung zum Laden der Akkus auf dem Flugfeld einfallen lassen. Wenn sich ein Lipo-Akku mal aufbläht, dann ist meistens der gesamte Akku futsch. Ich fliege mittlerweile den Joker mit Lipos und bin sehr zufrieden. Die Joker-Mechanik an sich könnte man auch sehr gut in Scale-Rümpfe einbauen. Hier ist allerdings noch das Problem, dass man die Lipos in der Regel nicht ganz so einfach in die Rümpfe und aus den Rümpfen heraus bringt, um sie ausserhalb des Modelles zu laden. Im Modell laden, wird im allgemeinen nicht empfohlen. Wenn man mit der Antriebsauslegung Neuland betritt, dann muss man sich auf einige Experimente einstellen in bezug auf Untersetzungsverhältnis 8Ritzel) und Regleröffnung. Und wie man beim 3D Rigid sehen kann, kann man beim extremen Fliegen selbst mit der vom Hersteller vorgeschlagenen Kombination aus verschiedenen Gründen nicht immer 100% sicher sein.
Dann hatte ich eine Uni-Mechanik (nur ganz kurz, schnell wieder verkauft) und dann zwei NTs, die mit Methanol (1%Nitro) fliegen. Dank Lötterle-Vergaser und OSFX-Motor hatte ich, bis auf ein Mal, nie Probleme mit der Vergaser-Einstellung. Flugzeiten, so moderat wie ich fliege, zwischen 10min und 13min mit einer 500ccm Tankfüllung. Der OS-Motor springt immer sofort an und der NT ist eh sehr wartungsarm. Diese Kombination würde ich jederzeit wieder verwenden. Wenig Vibrationen und durch das niedrige Drehzahlniveau und den starken Motor, der nie an der Leistungsgrenze betrieben wird, auch ein sehr angenehmer Lärmpegel. Da gibt es aber auch andere Beispiele, wie zum Beispiel die furchtbar kreischenden Rappi-50. Beim NT ist es wirklich so: 13min fliegen, 1min tanken, 13min fliegen usw. Eine Empfänger-Ladung reicht in der Regel bis zu vier Flüge. Und bei einem Absturz geht höchstens eine Tankladung verloren.
Jetzt habe ich mir für ein Scale-Projekt einen Benzin-Motor zugelegt (dauert aber noch lange bis das fertig ist). Hier fällt mir im Vergleich zum Methanoler erst einmal auf, wie wenig man auf das Flugfeld mitnehmen muss. Kein E-Starter, kein Glühkerzen-Akku und durch den niedrigen Verbrauch des Benziners kann man viel länger fliegen. Wenn man dann auch noch den Stihl-Sprit verwendet, dann stinkt der Benziner-Heli auch nicht nach Benzin. MEIN Benziner (GC230RC) ist relativ laut, aber es gibt bestimmt auch bessere Schalldämpfer als den, den ich verwende. Und die Vibrationen sind deutlich stärker als bei meinem OSFX90 (Elektro ist natürlich das niedrigste Niveau). Der Benzin-Motor ist auch deutlich schwerer bei vergleichbarer Leistung als ein Methanoler. Angeblich ist der Benziner-Vergaser leichter einzustellen; wenn er einmal zufriedenstellend läuft, dann muss man nur noch selten etwas ändern. Aber das ist Hörensagen, keine eigene Erfahrung. Ein Vorteil des Benziners gegenüber Methanol ist auch die geringere Rauchentwicklung. Bei 1% Nitro und magerer Einstellung sieht man zwar auch nur wenig Rauch, aber sobald man sich mal einen 20% Nitro-Antrieb (oder gar 30%) anschaut, da sieht man teilweise am Start das Modell kaum noch vor lauter weißem Rauch - und das kommt bei einem Scale-Modell gar nicht gut. Selbst den vielleicht lästigen Seilzugstarter kann man bei eintsprechenden Mehrkosten durch einen Onboardstarter ersetzen - Komfort pur.
Das sind meine Erfahrungen. Ich werde wohl auch in Zukunft alle drei Antriebe weiter besitzen. Meine Entscheidungen habe ich eigentlich immer aufgrund von anderen Modellen, die ich irgendwo selber habe fliegen sehen, getroffen - nie aufgrund von Diskussionen nur in einem Forum. Wenn man mit dem Besitzer der Modelle selber reden kann, erfährt man immer am meisten.
So, und jetzt ist es wie bei "Herzblatt":
Und nun, lieber Thomas, für welchen Motor entscheidest Du Dich: Benzin, Methanol oder Elektro?
:-)
Bernhard



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