Turbinenheli - welche Rotorwelle bei welchem Kopf ?
Hallo Leute,
aus aktuellem Anlass habe ich mal eine Umfrage gestartet zum Durchmesser euerer Rotorwellen u. Rotorkopf-Hersteller bei Turbinenhelis. Bitte seid doch so nett und gebt mal eine Stimme ab.
Ich möchte bzw. kann mich z.Z. noch nicht über den Sinn äussern, werde aber auf jeden Fall dazu berichten.
Re: Turbinenheli - welche Rotorwelle bei welchem Kopf ?
Hallo ich habe bis jetzt die folgen Kombinationen verbaut.
3 mal Airwolf 10mm Welle mit Kopf vom Robbe-Futura/Quatro,
Airwolf mit 10er Welle LSZ-Rotorkopf,
Airwolf mit 12er Welle und Varikopf,
Airwolf mit 12er Welle paddellosem Kopf von Vario mit V-Stabi (momentan in Arbeit)
NH-90 10er Welle mit JR 4-Blattkopf (momentan in Arbeit)
Vario Lama 2,5m mit 12er Welle, Kopf steht noch nicht fest (momentan in Arbeit).
Die Helis fliegen alle, Unterschiede im Flugverhalten sind schon bemerkbar was aber eher am Kopf liegt als an der Welle.
Falls möglich würde ich versuchen eine 12mm Welle zu verwenden.
Re: Turbinenheli - welche Rotorwelle bei welchem Kopf ?
Hallo Leute,
nach dem Motto " schwebende Verfahren veröffentlicht man nicht" habe ich mich bis heute zurückgehalten, um dem Hersteller/Lieferanten ausreichend Zeit zu entsprechender Reaktion zu geben.
Nachdem jetzt jedoch mehr als 4 Monate vergangen sind, möchte ich an dieser Stelle die ganze Angelegenheit nun doch veröffentlichen, da es sich möglicherweise um ein Sicherheitsproblem handelt.
Dieser Beitrag wird etwas länger ausfallen, ich werde jedoch versuchen, den gesamten Vorgang soweit als möglich zu komprimieren. Damit man das Ganze noch lesen kann, werde ich den Beitrag aufteilen. Weiterhin werde ich einige Zeilen aus diversem Schriftverkehr zitieren. Obwohl mir keine offizielle Genehmigung hierfür vorliegt, halte ich den Inhalt für wichtig bzw. aufschlussreich.
Am 28.02.07 bestellte ich telefonisch, nach einem ausführlichen Gespräch über den Verwendungszweck, bei Herrn Streich der Fa. Vario, einen Rotorkopf 1005/60 mit Alublatthaltern für meine neue BK117 mit PHT3 mit 10mm Rotorwelle, welcher auch prompt geliefert wurde. Den Kopf habe ich anschliessend montiert und eingestellt. Der Erstflug erfolgt dann am 11.03.07.
Am 12.03.07 dann folgende Email an Fa. Vario:
"Sehr geehrte Damen und Herren,
o.g. Rotorkopf habe ich nach Zusammenbau und Einstellung gestern auf dem Vereinsgelände im Zuge des Frühjahrs-Anfliegen erstmalig mal auf meiner BK117 mit PHT3-Mechanik testen können. Nach ca. 1,5 Minuten Flugzeit in Augenhöhe brach völlig ohne jede Vorwarnung die Paddelstange direkt am Rotorkopf ab. Das abgebrochene Teil verletzte einen Vereinskollegen in ca. 25m Entfernung am Bein, worauf dieser noch auf dem Fluggelände durch einen zufällig als Zuschauer anwesenden Arzt behandelt wurde.
Am Rotorkopf sind nach erster Kontrolle sämtliche Lager der Paddelstangenaufhängung beschädigt. Der Rumpf wurde bei dem Absturz am Heck und im Leitwerksbereich beschädigt. Nach erster Kontrolle ist das Heck am ßbergang zum Rumpf komplett gebrochen.
Beiliegend die Fotos der zunächst sichtbaren Beschädigungen. Erst nach Demontage der Mechanik kann ein möglicher Schaden am Heckantrieb, welcher als Starrantrieb ausgeführt ist, festgestellt werden.  .......
Zur Klärung der Angelegenheit bitte ich um Rückruf unter meiner Büro-Nr.: ....."
Hier die Bilder dazu:
Als Antwort erhielt ich eine Email, ich solle den kompletten Rotorkopf einschicken. Dies tat ich jedoch nicht, sondern schickte nur den verbliebenen Teil der Paddelstange + defekte Lager, da ich einen Materialfehler für die Ursache hielt und halte.
Zum Glück, soweit man hier noch von Glück sprechen kann, war mein Lackierer an diesem Wochenende erkrankt, sonst wäre der Heli beim Absturz auch noch fertig lackiert gewesen.
Re: Turbinenheli - welche Rotorwelle bei welchem Kopf ?
Hallo Ralf,
vielen Dank für die Aufklärung und die schnelle Reaktion auf meine Nachfrage.
Mir wäre es zwar lieber gewesen Du hättest die Umfrage
aus einem erfreulicherem Anlass gestartet und nicht wegen
so einem schlimmen Vorfall aber es sind doch recht interessante
Angaben über die verwendeten Rotorköpfe darunter.
Das ist ja wirklich Glück im Unglück daß nicht mehr passiert ist und
nicht noch mehr Personen zu Schaden gekommen sind.
Ich bin gespannt wie die Sache ausgeht oder wie sich das Ganze noch entwickelt,
ich Hoffe Du hältst uns auf dem Laufenden was die wirkliche Ursache war - sofern
es sich noch herausfinden lässt.
Vor allem wünsche ich Dir daß sich die Kosten für Dich in Grenzen halten, von der ganzen
Arbeitszeit ganz zu schweigen die in einem schönen Modell steckt.
Was hattest Du ungefähr für eine Kopfdrehzahl - nur Interessehalber da es mir selber
mal eine BK zerlegt hat als sie in Eigenresonanzen gekommen ist.
Re: Turbinenheli - welche Rotorwelle bei welchem Kopf ?
Als nächstes erfolgte die recht aufwändige Reparatur des Rumpfes. Das gesamte Heck wurde komplette mit CFK-Gewebe und Rowings repariert bzw. verstärkt. Weiterhin tauschte ich vorsichtshalber die Rotorwelle + Lager aus (noch immer 10mm). Die gesamte Reparatur zog sich über einige Wochen hin, weshalb ich mich auch noch nicht weiter mit dem Rotorkopf beschäftigte.
Auf der Modellbau-Messe in Dortmund wollte ich mich mit Vario über die Angelegenheit unterhalten. Leider war die Firma dieses Jahr nicht anwesend. Allerdings erfuhr ich dort von Roman Kulossek, das es möglicherweise Probleme mit dem Rotorkopf geben könnte. Etwas genaueres konnte er mir zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht sagen. Von Vario habe ich allerdings nichts dazu gehört.
Da der Rumpf wieder repariert war, fertigte ich mir selbst eine Paddelstange aus gezogenem Silberstahl an, damit ich wieder fliegen konnte. Die ersten Testflüge waren auch soweit ok, aber ein schlechtes Gefühl blieb doch bei dem Gedanken an den Rotorkopf. Da der Rumpf zwischenzeitlich auch noch beim Lackierer war, habe ich mich im Juni nochmals an Vario gewandt, um näheres zu der Angelegenheit zu erfahren. Was jetzt folgte, ist ein absoluter Witz, ein unsägliches Wortgeplänkel per Email. Zunächst hatte man angeblich nichts von mir gehört. Dann hatte man die Teile nicht bekommen. Plötzlich waren die Teile doch vorhanden.
Generell wäre der Rotorkopf als 10mm Version nicht zur Verwendung mit einer Turbine geeignet.
Zitat:
"... Wir führen Rotorköpfe, deren Namen ausdrücklich auf die weitere
Bestimmung hinweist (z.B. Benzin-Rotorkopf, Elektro-Rotorkopf). Wie
wir gehört haben, werden solche Rotorköpfe ungeachtet dessen für den
Einsatz auf Hubschraubern mit Turbine eingesetzt. "
Meine Frage, warum Herr Streich mir den Kopf denn dann verkauft habe, blieb jedoch bis jetzt unbeantwortet.
Auf jeden Fall liege die Schuld nicht bei Vario, sondern bei Jetcat, da eine 10mm Rotorwelle zu dünn sei und deshalb dieser Schaden vorkommen kann.
Zitat:
" .... Außerdem haben wir die Firma JetCat schriftlich aufgefordert ihre
Kunden, über die möglichen Folgen des Betriebs der PHT-3 mit 10mm
Rotorwelle und VARIO Benzin-Rotorkopf in Kenntnis zu setzen. "
Ausserdem liegt lt. Vario überhaupt kein Materialfehler vor
Zitat:
"...Es handelt sich nicht um einen Materialfehler, sondern um einen
Ermüdungsbruch, der nach Ihren Angaben nach wenigen Minuten erfolgte.
Zur Herbeiführung eines Ermüdungsbruches ist eine definierte Anzahl von
Biegebelastungen notwendig, die in der Kürze der Zeit nur durch sehr
hochfrequente Schwingungen (Turbinendrehzahl) verursacht werden können."
Wer sich etwas mit Materialkunde auskennt, möge sich selbst seine Gedanken machen.
Re: Turbinenheli - welche Rotorwelle bei welchem Kopf ?
Hi Michael,
sorry ich war noch bei meinem Bericht. Schreibe mir so langsam die Finger wund.
Ich fliege 1250 am Kopf. Schwingungen sind aber bis zu diesem Tag überhaupt nicht feststellbar gewesen. Die Mechanik habe ich schon als Powercat geflogen, allerdings mit einem Robbe Futura Kopf, welcher mir für die BK zu weich erschien. Deshalb der Umstieg auf Vario.
Re: Turbinenheli - welche Rotorwelle bei welchem Kopf ?
Fakt ist, das die Firma Vario nicht einmal die defekten Teile ersetzt hat. Man hat jedoch mir einen Umbau auf 12mm für freundliche 300,- angeboten, was ich an dieser Stelle lieber nicht kommentieren möchte.
Nachdem ich nun erfahren habe, das es bereits wohl mindestens 5 weitere Abstürze mit diesem Rotorkopf gibt, habe ich den Kopf jetzt entsorgt. Das war auch der Grund für meine Umfrage.
Da ich jetzt so langsam in Bezug auf einen Rotorkopf sehr skeptisch bin, habe ich mich schon wieder mal an Roman Kulossek gewandt. Obwohl ich ihn in den letzten Monaten wohl mächtig genervt haben muss (sorry und vielen Dank nochmals von hier), hat er mir mal wieder völlig unbürokratisch geholfen.
Re: Turbinenheli - welche Rotorwelle bei welchem Kopf ?
Eine letzte Anmerkung noch - ich fliege weiterhin mit einer 10mm Rotorwelle, da ich ganz eindeutig auf die Kompetenz des Herstellers der Mechanik vertraue.
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