Vorwort:
Chinamotore haben immer wieder dasselbe Problem, selbst wenn die Konstruktion gut ist, in der Fertigung wird bei steigenden Stückzahlen geschlurrt, und die Endkontrollen, insofern es denn eine gibt, arbeitet häufig nicht vernünftig, so das die Motore teilweise krumm und schief mit eiernden Glocken, rasselnden Lagern, und abweichenden elektrischen Werten beim Kunden ankommen,
darum ein paar Vorgedanken:
Bei den Lagern sind häufig nicht die Lager an sich schuld, selbst das hochwertigste SKF-Lager lebt falsch eingesetzt nicht lange. Ein weiterer Knackpunkt sind die Wicklungen, es werden viele dünne Drähtchen verseilt, diese lieblos wie ein Wollfaden draufgespult, mit dem Ergebniss das trotz mäßigem Füllgrad sämtliche Kühlluft ausgesperrt wurde, und die "Fäden" sich nicht in erster, oder zumindest zweiter Reihe am Stator abkühlen können. Ich messen jeden Motor der hier hereinkommt vor dem zerlegen durch, viele Chinamotoren würde bei uns wegen stark abweichenden Innenwiderständen (ungleiche Wicklung) oder Durchschlag beim 1000V Test durchfallen.
Deshalb empfehlen ich demjenigen der einen China-Motor "direkt aus der Tüte" fliegen will, und an seinem Regler hängt, nur China-Motore die durch eine vernünftige Endkontrolle gelaufen sind zu nutzen, oder sie vor dem Einsatz von einem Fachmann durchmessen zu lassen !
Als vorbildliches Beispiel sei hier die Fa-Hacker-Motore genannt, hier achtet man sehr auf die Qualität der importierten Motore, so das genannte Problem der Qualitätsstreuung nahezu ausbleiben,
Auch bei der China-Scorpion HK45 Serie scheint neuerdings auch die Qualitätssicherung etwas besser zu arbeiten, zumindest das kurze Modell 4525 läuft mechanisch rund, die Lager kann man wechseln, bei knapp 40St. vermessenen "Editions" gab es keine 1000V Schlüsse, sehr selten traten abweichende Innenwiderstände durch Wickelfehler auf.
Bei deutschen Qualitätsherstellern wie z.B: Kontronik braucht man sich um solche Dinge keinerlei Gedanken zu machen, es werden wesentlich höherwertige Materialien verwendet, insbesondere beim Statorblech ist nur das Beste gut genug, was spätestens beim Vergleich über das Leistungsgewicht Bände spricht, die Qualitätskontrolle arbeitet dort sehr gut.
ßberall wo Menschen arbeiten, passieren aber natürlich auch Fehler, wichtig finde ich das richtig damit umgegangen wird, von der Qualitätskontrolle hängt nicht nur der Heli ab, sondern evtl. sogar ein Menschenleben !
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Zum Thema, Turnigy Heli-Drive SK3 700
Ich habe nun eine Kleinserie dieser Motoren von 10Stück aus getrennten Bestellungen unter die Lupe genommen;
Mechanisch ist der Motor sehr durchdacht, ein paar innovative High-Lights schliesen Produktionsfehler aus, als Beispiel sei hier der Magnetsicherungsring genannt, dieser verhindert schief eingesetzte Magnete. Die Magnete sind sauber eingeklebt, und nicht wie bei vielen Chinamotore mit Kleber "verschmottert".
Die Glocken sind feingewuchtet, durch die saubere Verarbeitung findet sich aber nur wenig bis keine Wuchtmasse in den Glocken. Beim Lüfter war ich zuerst skeptisch, dieser ist sehr "offen" gebaut, sicher nicht so effektiv wie beim Turnado oder Pyro, aber er funktioniert.
Das Fräsbild des Trägers ist Scorpion/Align-like, das Befestigungsröhrchen eher wie beim Turnado mit "Gewinde, Verdrehtstift und Sicherungsclip" ausgebildet. Alle Ecken und Kanten, sogar innen wo man dieses nicht sieht, sind perfekt entgratet. Der gut isolierte Stator ist der typische "China-Standard" 4035er mit 0,2er Blech, der sich baugleich in vielen China-Motoren findet. Der Motor ist in Minuten zerlegt und entwickelt.
Mechanisch zeigt dieser Motor was in China geht wenn die Konstruktion eher auf Produktionssicherheit statt auf max. Leistung ausgelegt wurde.
Elektrisch kommt es nun aber ganz Dicke;
2 Stück hatten einen 1000V Schluss, 5 Stück einen stark abweichenden Innenwiderstand (z.B. 18,4/22,5/17,9mOhm, 28,1/22,1/27,6mOhm). Die angegebenen 17mOhm des Herstellers konnte keiner der Testlinge erreichen, auch konnte kein vernünftiger Mittelwert gebildet werden.
Die Werte der "laufenden" Motoren schwankten von 2,4A/545U/V bis 2,6A/535U/V, ein Wechsel der Glocken untereinander änderte an nichts an diesen Werten, durch Lagerwechsel "näherten" sich die Werte etwas.
Weitere Ursachenforschung habe ich wegen der Multifilarwicklung nicht betrieben.
Aus meiner Sicht;
Aus der Tüte sollte man den Motor nicht fliegen, sondern zuerst vom freundlichem Elektriker vermessen lassen, danach kann er dann, wenn die Werte stimmen, in den Heli.
Aber:
Ein sehr guter Motor als Basis für die Wickelfetische und Tuningprojekte, wenn man ihn als Bausatz betrachtet bekommt man hier ein tolles Kit für 75$.
Einen qualitativen Vergleich mit den wesentlich teureren China-Goldköpfen-KITs derselben Größenordnung braucht der 700er Turnigy nicht zu scheuen, im Gegenteil, bei der mechanischen Verarbeitung hat der Turnigy die Nase vorn. Feile und Dremel dürfen in der Schublade bleiben, da alles perfekt zusammenpasst. Die Statoren sind schnurrgerade gestapelt gut isoliert mit mächtig viel Platz unter dem Statorträger und Lüfter, was diese Motoren besonders Einsteigerfreundlich für die ersten Wickelexperimente macht.
Motor-Innereien offen:
ßuserlichkeiten:
Viel Platz für Wickelexperimente:
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Gleich vorweg, böse Stimmen werden wieder "Werbung" schreien.
Wir sind weder Herstellerabhängig noch der Reptiliensekte anhängig, und darum nicht voreingenommen. Für uns ist dasselbe ob wir ein Motor von Hersteller X oder Y tunen.






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