Da ich oft Fragen zum 130er erhalte und viele Probleme mit dem Kleinen haben dachte ich mir ich könnte ja meine Erfahrungen niederschreiben.
Außerdem habe ich so ziemlich alle Tuningteile eingebaut und werde euch was zum Sinn oder Un-Sinn darüber erzählen.
Eines vorweg: Ich fliegen 3D und habe auch an so einen kleinen Hubschrauber hohe Ansprüche, der gemütliche Rundflieger oder noch Heckschweber merkt von den Modifikationen natürlich weniger.
Das ganze soll eine kleine Zusammenfassung der wichtigsten Dinge sein, damit sich 130er Neulinge nicht durch die 438290 Seiten der bestehenden Threads schlagen müssen. Trotzdem hilft bei ungeklärten Fragen die Suchfunktion.
Ich unterteile mal grob in Chassis/Rotorkopf/Heck.
Chassis:
Hier gibt es nicht viel zu sagen.
Ich habe lediglich die Taumelscheibenführung entfernt da ich die MH Taumelscheibe verwende.
Außerdem habe ich die Kabel ein bisschen praktischer geführt da es ja leider keine Seltenheit ist wenn mal ein Servo den Geist aufgibt. So ist das wechseln jetzt nur eine Sache von Minuten (außer beim Nick Servo).
Ich verwende die Kabinenhaubenhalterung aus Alu von MH, die macht meiner Meinung nach schon Sinn. Sie ist mir auch nach harten Crashs noch nicht gebrochen, im Gegensatz zu der originalen. Außerdem kostet sie ca. das Gleiche.
Die Antenne der 3 in 1 habe ich freigelegt, eingeschrumpft und mit einem Tropfen UHU Por an der Platine gegen abvibrieren gesichert.
Was wohl schon jeder weiß ist, dass das Kegelrad (auf der HRW) durch das aus Metall ausgetauscht werden sollte. Das Plastikteil hält hier nicht lange. Außerdem muss darauf geachtet werden dass es nicht am Nickservo schleift, gegebenenfalls den Durchmesser etwas verjüngen (Dremel/Bohrmaschine und ein Schleifklotz).
Rotorkopf:
-) Hauptrotorwelle:
Ich fliege noch immer die erste originale HRW! Klar lässt sie sich verdrehen und die Löcher schlagen etwas aus, das macht aber überhaupt nichts! Auch verstärkt habe ich sie nicht.
Abzuraten ist von der MH Vollcarbonwelle da sie einen zu kleinen Durchmesser aufweist und somit Spiel in den Lagern hat.
Wenn man hier etwas verbessern will muss man entweder selber eine aus einem passenden Carbonstab herstellen (funktioniert sehr gut) oder auf die Titanwelle zurückgreifen. Sie passt saugend und die Löcher leiern nicht aus. Verdrehen lässt sie sich natürlich auch nicht. Aber wie gesagt, die originale reicht vollkommen aus.
-) Taumelscheibe:
Wie gesagt fliege ich die Alu TS von MH und würde sie jedem empfehlen. Sie ist deutlich spielfreier (verwende keine Gummis mehr auf den Kugelköpfen) und vorallem liegt der Pin zur Verdrehsicherung in der Drehachse und nicht wie bei der originalen außerhalb davon. Die Plastikverdrehsicherung des Chassis kann dann entfernt werden.
-) Zentralstück:
Das wohl sinnloseste Aluteil am Hauptrotorkopf. Allerdings habe ich es wegen dem Gesamtbild verbaut und im Crashfall ist es wohl auch stabiler. Auch wenn ich nicht glaube dass man das originale Plastikteil kaputt machen kann. Ich habe das von RKH welches bei der Führung der Gestänge so konstruiert ist dass es sicher nicht abspringen kann, vielleicht auch ein kleiner Vorteil.
-) Blatthalter:
Ich denke es liegt an den Blatthaltern (ebenfalls von RKH) und nicht am Zentralstück dass sich der ganze Heli etwas -härter- und Spurtreuer anfühlt. Leider habe ich nie nur eines der beiden Teile aus Alu eingebaut, dann würde man es genauer sagen können.
Wie gesagt finde ich dass es eine Besserung im Flugverhalten gab auch wenn der Unterschied nicht wirklich groß ist.
Im Crashfall freut man sich früher oder später über das Alu! Bei den Plastikteilen kommt es immer wieder mal vor dass eine Kugel (für die Anlenkung) vom Blatthalter abreißt. Das passiert bei den Aluteilen garantiert nicht so schnell.
Heck:
-) Heckrohr:
Beim Heckrohr muss darauf geachtet werden dass es keine Risse aufweißt. Es sollte sich nicht zu stark verdrehen lassen. Falls doch kann man es entweder hauchdünn mit Sekundenkleber einstreichen und dann verschleifen oder einfach auswechseln.
Außerdem sollte es komplett ins Chassis eingeschoben werden (bis es ansteht).
-) Starrantrieb:
Ich hatte versuchsweiße schon ein Gleitlager aus einer Messinghülse verbaut. Allerdings bringt es meiner Meinung nach mehr ßrger als Positives.
Die ersten Flüge scheinen etwas ruhiger zu sein aber mit der Zeit reibt sich das Material einfach ab und schmiert. Das führt dann zu lustigen und vor allem lauten Geräuschen.
In Sachen Vibrationen half es auch nicht. War komplett gleich.
-) Heckabstützungen:
Ich verwende die Heckabstützungen von MH. Sie haben den Vorteil dass sie länger sind und sich so die komplette Heckeinheit weniger verdrehen kann.
Leider sind sie etwas dünn ausgeführt was dazu führen kann dass das Metallteil durch leichte Vibrationen brechen kann. Begünstigt wird das ganze wenn die Heckstreben unter Spannung stehen weil die Auflageflächen am Chassis gerade sind und die Aluteile nicht vorgebogen sind. Dem habe ich entgegengewirkt indem ich sowohl am Chassis als auch am Aluteil welches sich am Heckrohr befindet Haubengummis aufgesteckt habe. Bevor ich die Streben nun verschraube kommt im Chassis ein Tropfen Sekundenkleber zur Sicherung rein. Nun nur mit Gefühl anschrauben, durch die Haubengummis ergibt sich eine abgewinkelte Auflagefläche und die Heckstreben stehen nach dem festziehen nicht unter Spannung!
Ich fliege noch immer die ersten MH Heckstreben, so ist mir noch keine kaputt gegangen.
-) Heckservobefestigung:
Die Befestigung von MH ist eigentlich nur schick, einen wirklichen Nutzen hat sie nicht, man könnte sagen die Gewinde reißen nicht so schnell aus, aber naja...
Sind gut für das Gesamtbild.
-) Heckrotorgestänge - Führung:
Die Führung von MH (die Streben werden auch daran festgeschraubt) finde ich gut. Sie läuft nach unten mit weniger Abstand zu, so dass das Gestänge nicht herausspringen kann.
Zusätzlich habe ich noch eine zweite extra Führung von MH verbaut um ein aufschwingen des Gestänges zu unterbinden.
-) Heckgehäuse:
Das Heckgehäuse aus Alu von MH würde ich ebenfalls empfehlen. Es sind hochwertigere Lager verbaut und im Falle eines Crashs ist es auch stabiler (liegt am Ende des Helis - wird oft beim Crash belastet). Außerdem ist ein Lagertausch meiner Meinung nach einfacher, da das Teil einfach massiver ist und die Lagersitze nicht ausleiern.
-) Schiebehülse:
Eine Alu Schiebehülse ist unbedingt zu empfehlen! Ich habe sie ebenfalls von MH, die RKH kenne ich nicht. Ich bin damit sehr zufrieden, sie hat deutlich weniger Spiel und bei dem Plastikteil ist es nur eine Frage der Zeit bis der Pin abreißt. Das ist mir bei der Aluschiebehülse auch nach ein paar Crashs noch nicht passiert.
-) Heckblatthalter:
Ich empfehle klar die originalen Heckblatthalter aus Plastik. Ich bin schon die MH Alu Heckblatthalter (auch die mit Gewichten) geflogen, allerdings sind die MH Wellen echt weich. Wenn man unvorsichtig ist kann man sie schon beim Einbau zerstören.
Es mag sein dass das System mit den Aluteilen etwas ruhiger läuft, aber nach dem ersten Crash baut ihr garantiert wieder um. Die originale Heckwelle hat bei mir bisher alles (auch Crashs) mitgemacht ohne sich zu verbiegen. Und die Plastik Heckblatthalter haben meiner Meinung nach keine Einbußen in der Performance. Mein Heck steht wie eine Eins.
-) Heckfinne:
Ich bin schon ein paar verschiedene geflogen, sie nehmen sich aber alle nicht viel.
Die RKH sind sehr dünn und damit weich -> beim ersten Crash meist kaputt.
Ich würde also für den CFK Style die von MH empfehlen. Sie ist deutlich robuster.
Egal für welche ihr euch entscheidet würde ich empfehlen zwischen der Finne und dem Heckgehäuse eine dünne Scheibe eines Haubengummis mitzuschrauben. Das entkoppelt sie etwas von den Vibrationen (schwingt sich nicht mehr so auf) und schützt auch ein wenig im Crashfall. Natürlich nicht komplett festschrauben sondern so, dass man sie noch ganz leicht bewegen kann (Dämpfung vom Haubengummi).
Das wars dann wohl mal zu den Tuningteilen... ein paar allgemeine Tipps und Tricks möchte ich noch niederschrieben:
-) Zur Bekämpfung von Spiel in den Anlenkungen eignet sich UHU Por bestens! Ich habe einen kleinen Tropfen am Pin der Heckschiebehülse und auf der Kugelkopfpfanne der Heckanlenkung (Umlenkhebel), da mir der schon einmal abgesprungen ist und ziemlich viel Spiel hat (2 Probleme auf einmal gelöst).
-) Fast alle Heckprobleme die ich bisher gesehen habe konnte man mit dem wuchten der Heckblätter beheben. Sollte wohl bekannt sein, falls nicht:
Einfach kleine Stücke Tesa zuschneiden und auf ein Heckrotorblatt kleben. Sollten die Vibrationen schlimmer sein war es das falsche, werden sie weniger, war es das richtige.
Dann kann man ein bisschen mit der Menge an Tesa und dem Ort wo man es aufklebt (weiter außen bzw. weiter innen) experimentieren.
100% Vibrationsfrei wird man den kleinen Heli nicht bekommen, aber meine Finne schwingt in keiner Sekunde des Hochlaufens.
-) Für die Servos empfiehlt sich Teslanol. Alle paar Flüge sprühe ich ein wenig davon in die Servos. Das schwemmt den Abrieb der Schleifer raus und sorgt für Langlebigkeit. Von Zeit zu Zeit bleibt es einem aber nicht erspart die Servos zu öffnen und sie mit Teslanol und einem Wattestäbchen gründlich zu reinigen.
Das Ganze verhindert auch dass die Servos irgendwann unkontrolliert in Endposition fahren und dann abbrennen.
-) Bewegt sich ein Servo nur noch wenn man kurz an den Zahnrädern -andreht- ist meistens der Motor hinüber, hebt euch das Servo für Ersatzteile auf bzw. bis es den Motor von einem Drittanbieter gibt und ersetzt ihn dann.
-) Ich habe oft von abreißenden Motorkabeln an den Servos gehört. Um dem vorzubeugen kann man auf die Lötstellen einen kleinen Tropfen UHU Por geben.


weiß ich jetzt schon auf was ich schauen muß wenn er nicht so fliegt wie er soll,bzw was sinnvoll ist und nicht, das schont auch die Hobbykasse, wenn man schon vorher weiß es ist nicht alles Gold was glänzt (Tuningteile)


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