Heckflattern bei Tictocs - Empfindlichkeit?

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  • OlliW
    OlliW

    #31
    AW: Heckflattern bei Tictocs - Empfindlichkeit?

    Hallo Zusammen,

    bin durch Zufall auf diesen Thread gestoßen, ich habe keine Ahnung von FBL da ich kein FBL benutze, aber aus Sicht der Regler kann ich vielleicht etwas zu sagen (was dann nicht erklärt wenn in Anleitungen etwas anders stehen sollte).

    Das Ziel eines Reglers ist es, ganz klar, trotz "Störungen" ein vorgegebenes Ziel zu erreichen. Dazu schaut der Regler sich die "Abweichung" vom Ziel an und versucht diese möglichst klein zu halten. Schon "intuitiv" scheint es einsichtig das es dem Regler um so leichter fällt das Ziel zu erreichen je kleiner die "Störungen" bzw die "Abweichungen" sind, tatsächlich läßt sich das mit Mathehokupokus auch zeigen.

    Wenn wir die Eigenschaften/das Verhalten des zu regelnden Systems, also bei uns der Heli, genau wüssten, dann bräuchten wir eigentlich gar keine Regelung (closed loop), sondern eine gute alte Steuerung (open loop) würde es tun, den dann könnten wir die Steuerung so auslegen dass die "Abweichungen" immer Null wären (jetzt lassen wir mal Wind etc weg, sondern schaun nur auf's System).

    Leider wissen wir das natürlich nicht. Aber es erscheint auch wieder "intuitiv" einsichtig, dass je besser wir die Eigenschaften/das Verhalten des Systems schon von vorneherein mit berücksichtigen, desto kleiner werden die "Abweichungen" im Mittel sein, und umso leichter hat es die Regelung ihren Job zu erledigen.

    Mit dem DMA versucht man nun genau eine Eigenschaft/Verhaltensweise des Heli mit zu berücksichtigen, ohne erst den PID-Regler bemühen zu müssen. In der Regler-"Sprache" heisst das dann manchmal Vorsteuerung (Störgrößenkompensation), und viel andere coole Ausdrücke liesen sich einwerfen... aber das Prinzip ist immer das Selbe, möglichst viel des Jobs bereits als Steuerung (open loop) zu erreichen, so dass der Regler (closed loop) weniger zu tun hat bzw. das was er zu tun hat besser hinbekommt.

    War jetzt vielleicht schon alles bekannt, aber was folgt daraus für die Frage erst Empfindlichkeit und dann DMA oder andersherum. Stefan hat es IMHO eigentlich schon perfekt gesagt. Wenn wir den erweiterten Regler so einstellen wollen dass er seinen Job schon ohne Regelung, also open loop, optimal erfüllt, dann ist es vielleicht auch wieder "intuitiv" einsichtig dass wir das am Besten auch open loop machen. Leider ist es so das keiner von uns einen Heli wirklich open loop fliegen will (oder wie ich nicht kann). D.h., es bleibt nur der nächst beste Weg, nämlich das wenn schon closed loop dann wenigstens so das wir vom closed loop nicht so viel merken. Beim Heli bzw Gyro würde das heissen, Rate Mode, und Empfindlichkeit möglichst runter.

    Also, aus der Reglersicht würde ich ganz klar denken:
    Erst DMA im Rate Mode mit kleiner Empfindlichkeit optimal anpassen, und dann alles Weitere wie P, I, D, Delay, Accelerations, etc.

    My 2 Cents,
    Olli

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    • Andreas Perzl
      VIRA
      Hersteller
      • 27.09.2009
      • 3068
      • Andreas
      • Rgbg

      #32
      AW: Heckflattern bei Tictocs - Empfindlichkeit?

      Hmmmh also dann steh ich und Mikado wohl allein mit meiner Meinung, mir ist das schon auch irgendwo einleuchtend aber nicht völlig.

      @Stefan:
      Das neutralisieren wie oben beschrieben ist ja in dem Fall eigentlich nicht gewünscht weil das Drehmoment ja in Richtung der gewünschten Heckdrehung wirkt.

      @Olli:
      Du schreibst man versucht DMA zu verwenden um den PID nicht bemühen zu müssen, aber es gibt ja Situation wo der DMA gleich bleibt (aufgrund gleicher Steuereingaben) sich die Belastung am Heck ändert!

      Ihr verwirrt mich jetzt ehrlich gesagt wenn Ihr die Situation nicht kennt
      Beispiel schnell rückwärts aus großer Höhe fallend = Geschwindigkeitaufbauend.
      Da dreht das Heck gern raus und DMA hat damit nix zu tun.

      Hab auch grad erst die Einstellerei eines FBL System hinter mir (das CopterX) und da ist es nicht zielführend (es sei denn ich täusch mich) vor optimalen PID Werten das DMA mit reinzunehmen.
      Da kommt es nämlich dann auch zum drehen gegen das Drehmoment (Heck geht nach links bei Belastung obwohl Rechtsdreher).
      Mag eine Eigenschaft vom dem FBL sein aber das macht mich stutzig!

      Ich frag jetzt mal im V-Stabi Forum aus Neugier!

      Gruß,
      Andi
      ViRA, Because Best Vibration Is No Vibration: http://www.pean-engineering.com

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      • OlliW
        OlliW

        #33
        AW: Heckflattern bei Tictocs - Empfindlichkeit?

        wie gesagt, ich habe keine FBL Erfahrung, und 3D Erfahrung schon gar nicht... ich kann dir nur meine Vorstellung darüber wie ein Regler darüber denkt schildern.

        Grundsätzlich würde ich sagen dass jede Methode mit der du zum Erfolg kommst geeignet ist, egal was irgendwo steht oder irgendwer sagt.

        Bzgl. des DMA habe ich allerdings das Gefühl das du zuviel erwartest/verlangst. Das ist keine Wunderwaffe die alle Situationen erschlägt. Bei Situationen die dadurch nicht modelliert werden muss das nach wie vor die Regelung erledigen. Wenn du oft in Flugzuständen fliegst in dem der Heli als unabhängiges System eben NICHT durch ein Modell mit DMA beschrieben wird, dann ist Einführen von DMA eben auch kontraproduktiv (wobei mir gar nicht klar ist dass es solche Flugzustände gibt, aber da bist du der Experte und glaube es gerne). Aber dann merkst du das auch, und noch viel deutlicher, wenn du (quasi) open loop fliegst. Wenn sich mit DMA das Heck gar in die falsche Richtung dreht dann ist es eindeutig zuviel DMA. Bei dem CopterX Beispiel vermute ich dass das DMA basierend auf ein paar wenigen "speziellen" Flugmanöveren eingestellt wurde die aber nicht alle Situationen repräsentieren die später im "echten" Flug vorkommen. Dann kann das mit DMA natürlich auch fürchterlich schief gehen (wie bei allen anderen Parametern i.ü. aber auch). Das liegt dann aber nicht am DMA oder dem Prinzip der Einstellmethode, sondern daran dass man das Einstellen nicht ausreichend sorgfältig gemacht und wichtige Situationen übersehen hat.

        Mir scheint deine Philosophie ist eher die, zunächst den Regler möglichst gut einzustellen, und wenn er dann manche Situationen noch nicht perfekt meistert ihm ein bischen unter die Arme zu greifen bis er es packt. Das mag in der Praxis sehr gut funktionieren, aber aus Reglersicht arbeitet er trotzdem in diesen Situationen "am Anschlag" auch wenn er es gerade so hinbekommt, und es könnte sein dass man ihn noch besser unterstützen könnte damit er erst gar nicht an den Anschlag kommt. Das Letztere wäre die Philosophie bei der DMA-vor-Empfindlichkeit-Methode, bzw., das ist aus Reglertheoriesicht der Grundgedanke dabei.

        Zur Praxis kann ich wie gesagt nichts sagen.

        Grundsätzlich ist es im übrigen durchaus möglich dass eine gut ausgelegte/eingestellte Vorsteuerung/Störgrßenkompensation größere Empfindlichkeiten (und damit "schärfere" Regeleigenschaften) erlaubt als ohne. Ob das beim DMA relavant ist vermag ich nicht zu sagen.

        Cheers, Olli

        Kommentar

        • MartinSausF
          xtremeracing.de/
          Onlineshop
          • 28.08.2007
          • 754
          • Martin
          • Rund um München

          #34
          AW: Heckflattern bei Tictocs - Empfindlichkeit?

          Wie wärs, wenn man DMA und Empfindlichkeit bzw. Regelkreiseinstellung getrennt erfliegt und dann "zusammenmischt"? Ansonsten kann ja jeder die verschiedenen Methoden ausprobieren und die erfolgreichere für sich anwenden (und hier darüber berichten )
          Viele Grü�e
          Martin

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          • noch ein Stefan
            Senior Member
            • 07.08.2004
            • 7356
            • Stefan
            • Neuss

            #35
            AW: Heckflattern bei Tictocs - Empfindlichkeit?

            Hallo,

            jetzt hat es mich auch erwischt, aber nicht lange.
            Nachdem ich mit der 113er Software im HC keine Probleme hatte habe ich die Tage einen 700er Rex mit HC3X 114 eingeflogen und siehe da, das Heck wackelt im Tic Toc hin und her. Durch erhöhen der Empfindlichkeit war das Problem nicht abzustellen zwar verringert sich die Amplitude aber dafür erhöht sich die Frequenz, muss also einfach an der Regelung liegen. Die Schwingung war eher langsam, also kein richtiges Aufschwingen sondern eher ein durch die Pitcheingaben angeregte Wackeln, also eher eine schwingung des I Anteils.
            Wegbekommen habe ich es durch schrittweise Erhöhung des Proportionalanteils im Expertenteil der Heckeinstellungen. Wenn´s anfängt aufzuschwingen eher mit der Gesammtempfindlichkeit was runter gehen, das kann man so lange treiben wie die Drehrate bei Fahrt noch gleichmäßig bleibt.
            Versucht mal...

            Gruß Stefan
            Zuletzt geändert von noch ein Stefan; 20.02.2012, 17:11.

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            • Gala-Tante
              Member
              • 14.07.2009
              • 504
              • Christian
              • Wildflieger â?? an der Grenze zwischen Herford und Bad Salzuflen

              #36
              AW: Heckflattern bei Tictocs - Empfindlichkeit?

              Ich konnte "mein Wackeln" gestern zu einem großen Teil durch starke Erhöhung der DELAY-Einstellung (=Einrasten) auf den Wert =5 unter Kontrolle bringen. Weitestgehend zumindest, nicht komplett. Das Heck "knallt" dadurch aber leider nicht mehr ganz so doll wie vorher.

              @Stefan: Ich werde nächstes Wochenende nochmal an Deinem Tipp arbeiten und mit I (also indirekt, halt über die Gesamtempfindlichkeit) etwas runter, und dafür wieder mit P etwas raufgehen. Mal schauen, ob ich-s dann endlich in den Griff bekomme.

              Gruß

              Christian.
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              • noch ein Stefan
                Senior Member
                • 07.08.2004
                • 7356
                • Stefan
                • Neuss

                #37
                AW: Heckflattern bei Tictocs - Empfindlichkeit?

                Delay steht bei mir auf 0, Heck knallt. Delay Werkseinstellung war immer schon zu hoch für gute Servos. Versuch mal ruhig mit P, wird schon gehen.

                Gruß Stefan

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