Hallo Leute,
nachdem ich Euch ja die letzten Tage einige Bilder von meinem neuen Heli gezeigt habe, gab es schon einige Resonanz in Form von einem Haufen neugieriger Mails. Danke erstmal dafür.
Ich denke, es ist an der Zeit mal den gesamten Heli, wie er jetzt aussieht zu zeigen und etwas dazu zu schreiben, warum, weshalb, wieso.
Also zunächst vorweg: Es handelt sich dabei vom Konzept her um einen Heli, der mir schon seit Jahren im Kopf rumschwirrt und vor meinem geistigen Auge immer weiter entwickelt hat. Im Prinzip der Heli, wie ich ihn mir für mich wünsche (ohne dabei auf andere Rücksicht nehmen zu müssen), nachdem ich ja bereits unzählige Modelle gebaut und geflogen habe und so meine eigenen Vorlieben gefunden habe. Der Peak ist nicht als Großserienheli geplant, also bitte weder fragen, wann er wo zu haben ist, noch sagen "Würde ich mir nicht kaufen, weil...". Denn es gibt ihn eh nicht für die breite Masse. Er ist schon so konzipiert, dass man ihn in einer kleinen Serie für Freunde und Bekannte für einen guten Kurs machen kann, was auch insofern wichtig war, als ich ihn ja, ohne mir Gedanken über die Ersatzteilversorgung machen zu müssen, fliegen möchte. Mehr aber auch nicht... Also wirklich mein Hobbyprojekt. Deswegen muss es auch niemandem gefallen außer mir.

Die Grundidee war, dass ich einen einfach aufgebauten, leicht zu wartenden und robusten Heli haben wollte, der zudem noch effektiv mit der Energie umgehen soll. Das bedeutete im Klartext erstmal:
- Mechanik in CfK-Platten mit einzelnen Lagerböcken, die einfach zu tauschen sind, wenn nötig.
- Einstufiges Getriebe, weil leichter und weniger Teile.
- Heckantrieb mit Zahnriemen, da bei einer Bodenberührung - gerade bei der Schulung, wenn die Schüler Landen lernen - beim Wellenantrieb immer irgendein Zahnrad draufgeht, wo der Riemen eben nix abbekommt. Mir ist klar, dass die Welle leichter läuft, aber einen Tod muss man eben sterben.
Weiter kamen folgende "Vorgaben" dazu mit Ideen, die mir bei anderen Helis schon gefallen haben:
- Heckrohr ohne Streben - ich mag das einfach optisch
- Freilauf im/am Motorritzel - dieses Design hat mir beim Whiplash und dem Protos echt gut gefallen, weil damit das ganze Getriebe viel einfacher wird (man fängt sich aber andere Probleme ein, muss ich zugeben)
- hohle 15 mm Rotorwelle - einfach, weil deutlich robuster und weniger zu Resonanzen neigend.
- 10 mm Heckrotorwelle mit innenliegender Anlenkung - mir gefällt einfach dieses Konzept der sehr kurzen und damit schwingungsfreien Welle.
- Schnellwechselsystem für den Akku
- stehend eingebaute Servos - so kann man die Gummitüllen der Servos ihre Arbeit machen lassen, ohne dass die Servos zu stark "kippeln" und damit die Ausschläge verfälschen.
Heraus kam nach einigen Experimenten dann die Mechanik des Peak, die durch ihre Konstruktion sehr steif und dennoch leicht gehalten ist. Die Servohalter stehen zwischen den Lagerplatten und versteifen die Mechanik so zusätzlich.
Das schrägverzahnten Hauptzahnrad hat 121 Zähne sowie eine Breite von 14 mm und treibt direkt auch das Heckabtriebsrad an. Auf der Motorwelle sitzt eine Glocke, in der der Freilauf sitzt, der dann auf das 12-Zähne-Ritzel greift. Die ßbersetzung ist 10,08, was mit meinem Scorpion Ultimate zu recht genau 2200 U/min geregelter Maximaldrehzahl führt.
Das CfK-Heckrohr hat einen Durchmesser von 40 mm und eine Wandstärke von einem mm. Es ist lang in der Mechanik geführt und ist extrem steif.
Der Heckantrieb läuft über einen Zahnriemen. Vorn und hinten sitzen 24er Riemenräder. Die Heckübersetzung ist 121:26=4,65, was auch bei Low-RPM mehr als genug Heckleistung ergibt. Der Heckrotor selbst hat die 10er Welle. Die Lagerung sitzt aber außermittig, so dass die Nabe nur etwa 10 mm vom rechten Lager entfernt sitzt. Auf der anderen Seite sitzt das Riemenrad frei. So kann hier gar nichts mehr schwingen.
Der Rotorkopf ist eher oldschool gebaut - mit normalen Dämpfungsgummis und einer 10er Blattlagerwelle. Die Anlenkung erfolgt über aus Delrin gefräste DFC-Arme (so ist das etwas flexibel, kann also nachgeben, wenn die Blätter in der Dämpfung schlagen, und fliegt einem nicht nach ner Weile um die Ohren, weil irgendwas bricht. Danke übrigens an Sebastian Zajonz, der sein OK dazu gegeben hat, dass ich diese Variante des DFC einsetze) und erfolgt in einem weiten Bereich linear. Das äußert sich im Flug unter anderem durch recht wenig Blattgeräusche bei großen zyklischen Ausschlägen, weil der Spurlauf da nicht bzw weniger auseinander geht. Auch gibt es so weniger Vibrationen bei großen Steuerausschlägen.
Der Akku wird auf eine einfache GfK-Platte geschnallt, von vorn eingeschoben und über einen Stift von der Seite her verriegelt.
Das Design der Haupt- und Heckblattgriffe war so ein "Gedankenfurz", weil ich mal was optisch anderes machen wollte. Sah am CAD ganz gut aus, in der Praxis finden wir es inzwischen nicht mehr ganz so schick. Ganz nebenbei ist es auch etwas unangenehm beim Tragen des Helis. Wie es aussehen kann, sieht man auf den CAD-Screenshots. Als Haube kommt aktuell die vom Soxos 700 zum Einsatz, die ich ein wenig zurechtgeschnitten habe. Mit gefällt die einfach optisch und die unsichtbare Befestigung ist natürlich der Knaller. Eine eigene habe ich aber auch gemacht - die ist auf dem Peak, der seit kurzem im neXt-Simulator ist, zu sehen.
Hier jetzt kurz das aktuelle Setup:
Blätter: Switch 693
Heckblätter: XBlades 115
Servos: KST X20
Stabi: bavarianDEMON AXON
Motor: Scorpion 4525 Ultimate
Regler: Graupner Brushless-Control 160 Cool
Akkus: 2x SLS XCube 6s/5000 20C
Empfänger: Graupner GR-16
Abfluggewicht mit genau diesem Setup: 5120 g
Der Peak wird jetzt schon seit einiger Zeit geflogen und immer wieder leicht verändert. So wurde der Akku zunächst als Sattle-Pack von der Seite eingeschoben, was sich nicht so extrem bewährt hat. Auch mit den Freiläufen habe ich viel experimentiert, weil das Thema bei dieser Konstellation gar nicht so trivial ist, wie ich zunächst dachte. Die Mechanik als solche funktioniert aber von Anfang an einfwadnfrei. Auch der Rotorkopf zeigt sich von seiner besten Seite.
Auch drei Abstürze gab es schon. Der erste war wegen eines fehlerhaften Zahnriemens, der nach etwa 40 Flügen gerissen ist. Der zweite war wegen des neuen, flacheren Zahnriemens, der von den anfangs noch vorhandenen Führungsrollen nicht mehr gehalten wurde und absprang. Und der Dritte weil das Hauptzahnrad geplatzt ist.
Inzwischen setze ich den gleichen Zahnriemen ein, wie er im Core ist. Damit war das Problem gelöst und gleichzeitig ist der Peak etwas länger geworden, so dass man jetzt biz zu 750er Blätter drauf fliegen könnte, wenn man es nicht übertreibt. Auch das Hauptzahnrad wurde nach der Analyse des Platzers nochmal verstärkt und die Passung zu seiner Nabe geändert. Jetzt hält auch das.
Was die Crashs übrigens gezeigt haben: Rotorwelle, Heckrohr und Heckwelle sind nahezu unkaputtbar - jedenfalls sind es immer noch die ersten.
Also der aktuelle Stand: Der Peak funktioniert genau so, wie ich es mir vorstelle. Er ist leicht, robust, fliegt gut und ist zudem auch noch richtig leise. Ihr werdet mich also in der kommenden Saison sicher öfter damit sehen. Ob und wann es zu eineer (Klein-)Serie kommt, muss man sehen. Der aktuelle Stand sieht am CAD jedenfalls die Verwendung vieler Teile von aktuellen Serienhelis (z.B. kämen Rotorblattgriffe, Blattlagerwelle und Kufen vom Soxos) vor, so dass die Anzahl der selbt zu fertigenden Teile deutlich reduziert werden konnte und auch im Crash normalerweise Material aus dem Regal benutzt werden kann.
Wenn jemand Fragen zum Peak hat, fragt einfach. Auch (konstruktive) Kritik ist immer willkommen.

#KeepRCHelisAlive


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