Ich bin immer noch mit der C42 unterwegs.
Die C42 ist das Brot und Butter standard Schulungsflugzeug im UL-Bereich schlechthin. Ich wage zu behaupten, dass 90% aller UL-Schein-Inhaber, die den Schein innerhalb der letzten Jahre erworben haben, auf diesem Muster gelernt haben. Sie ist unglaublich gutmütig, man kann fast sagen narrensicher. Sie startet von selbst, fliegt von selbst und landet (fast) von selbst. Solange man nicht in fünf Metern Höhe mit der Landung fertig ist, kann eigentlich nichts schief gehen. Die Tanks sind nicht in den Flächen sondern hinter den Sitzen und von innen einsehbar. Sie ist grundsolide, verzeiht auch harte Landungen und ist einfach zu reparieren, falls doch mal etwas verbogen ist. Der Innenraum ist großzügig bemessen.
Sie ist aber, wie soll man sagen, letzten Endes eine bespannte fliegende Drahtkommode. Die Flügel sind alles andere als steif. Der Rest der Konstruktion knarrzt und quietscht auch durchgehend. Das merkt schnell man bei bockigem Wetter. Dann verwindet sich einfach alles, was die Turbulenzen noch verstärkt. Sie steckt das klaglos weg aber es macht sie nicht gerade kompfortabler, was sie ohnehin schon nicht ist, was man auf längeren Strecken schnell merkt. Der mittige Steuerknüppel ist zumindest anfangs gewöhnungsbedürftig. Die Trimmung ist wegen der Rasterung nicht immer exakt einstellbar. Es gibt aber als Extra eine elektrische Trimmung die genauer ist. Bei der A-Version musste im Winter der Kühler zum Teil abgeklebt werden damit der Motor überhaupt auf die notwendige Mindesttemperatur kam. Damit konnte man leben, durfte aber nicht vergessen die Abklebung bei wärmeren Temperaturen wieder zu entfernen. Ab der B-Version besteht dieses Problem nicht mehr.
Da ich kein eigenes Flugzeug habe und die Flugschulen in der Umgebung fast ausschließlich C42 zur Charter anbieten fliege ich sie immer noch und eigentlich auch ganz gerne. Zwischenzeitlich hatte ich mal einige andere Muster ausprobiert. Die Tecnam P92 ist schon ehr ein "richtiges" Flugzeug, flott unterwegs. Obwohl deutlich enger als die C42 habe ich sie sehr gerne geflogen und würde sie der C42 vorziehen. Die Pioneer 200 ist sehr agil und macht schon Spaß, als Tiefdecker ist die Sicht nach unten allerdings begrenzt. Die Flight-Design CT kam dem was man sich später so wünscht schon recht nahe. Die Jet-Fox war schon vor 15 Jahren veraltet aber ganz lustig weil der Motor oben drauf war und die Sicht vorne raus fast wie im Hubschrauber war.
Die Frage ist, was man will. Zum low and slow cruisen bei gutem, nicht zu bockigem Wetter ist die C42 in Ordnung. Um zügig und kompfortabel von A nach B zu kommen gibt es definitiv Besseres.





Aber ich erkenne Fortschritte und gestern war meine erste Landung komplett ohne Unterstützung des Fluglehrers. Ganz ohne soufflieren oder Handzeichen geben.
Kommentar