2,4GHz-RX - Das leidige Spannungsproblem

Einklappen
X
 
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge
  • dl7uae
    dl7uae

    #1

    2,4GHz-RX - Das leidige Spannungsproblem

    Hi allerseits!

    Bekanntlich reagieren die Microcontroller in einigen 2,4GHz-Empfängern gerne mal mit gefährlichem Brownout, selbst, wenn die vom RX gesehene Spannung nur ganz kurz mal unter ein magisches Limit gerät.

    Bei "vom RX gesehene Spannung" liegt der Hase im Pfeffer. Es ist der RX, nicht die Servos oder das Gyro oder ein Stabi, was Stress macht. Aber ausgerechnet der RX ist der Saftverteiler, jedenfalls liegt die RX-Spannung zwangsläufig auf gleichem Potential mit dem Rest der R/C-Welt.

    Warum die RX-Hersteller nun nicht für hinreichende Entkopplung der RX-Spannung von der Spannung auf der "Backplane" sorgen, bleibt deren Geheimnis. Vermutlich scheuen sie den Aufwand, insbesondere die marginale Gewichts- und Volumenzunahme.

    Was können wir selbst tun?
    Nun, ohne Entkopplung beider Spannungsebenen eigentlich nur dafür sorgen, dass die Spannung niemals nicht, auch nicht für Millisekunden unter das magische Limit gerät, - vornehmlich durch hinreichend geringen Innenwiderstand der Spannungsquelle (Akkupack, BEC, 2S-LiPo plus Regler) und der Einspeisung in die Verteilung des Saftes am RX und/oder Stabi, - dicke Kabelquerschnitte, vernünftige Steckersysteme statt gecrimpte JR & Co. an Servostrippen.

    Richtig wäre allerdings, selbst für eine Entkopplung der RX- von der übrigen R/C-Spannung zu sorgen. Wie ginge das?

    So: (Bild)

    Wir basteln uns ein kleines Verteilerboard, am besten aus einem Stückchen Lochrasterplatine, verlegen also die "Backplane" der R/C-Spannung (Servos, Gyro, ..) hierher. Auf die Platine kommen 3er Stiftleisten für den Anschluss der Servos usw. So eine 40er anreihenbare Stiftleiste kostet 11 Cents, bei Reichelt Elektronik z.B. (www.reichelt.de).

    Von der Platine weg gehen kurze Servokabel mit JR-Stecker (Weibchen) am Ende und führen in die Steckplätze des RX (bzw. des Stabi). Also ein Bündelchen kurze Servokabel mit ankonfektionierten JR-Steckern kaufen.

    Auf der Platine befindet sich minimal "elektronisches Geraffel", als da sind:

    Auf der Einspeisungsseite haben wir einen Low-ESR-Elko 3.300uF/35V (RAD FC3.300/35, 1,05 EUR bei Reichelt), er soll den dyn. Innenwiderstand der R/C-Spannung senken helfen. Der Elko ist gestrichelt gezeichnet, da man ihn auch weglassen könnte bzw. muss, falls ein getakteter BEC evtl. verweigert, anzuschwingen, wenn er die Kapazität sieht.

    Dann haben wir diese ulkige bidirektionale Diode P6KE6V8CA (STMicroelectronics), eine sog. "Transient voltage suppression diode", STM nennt sie auch "Transil" (TM). Die Diode kappt Spannungen ab 6,35V (nominal 6,8V) in beiden Richtungen, wobei sie sehr schnell reagiert und erhebliche Impulsleistungen aufnehmen kann. Ihr Zweck ist der Schutz jeglicher Elektronik vor Gegeninduktionsspannungen, die uns die Servomotoren bescheren könnten. Die P6KE kostet bei Reichelt 14 Cents das Stück.

    Nun koppeln wir den RX-Spannungszweig ab mit einer Schottky-Diode SB540 (18 Cents bei Reichelt). Die Flußspannung der Diode dürfte bei ca. 0,4V bleiben, die RX-Spannung liegt also um 0,4V niedriger als die übrige R/C-Spannung. Die 5A-Diode ist reichlich dimensioniert. Damit die ganze Sache Sinn macht, kommt hier ein Low-ESR-Elko 10.000uF/6,3V drauf (RAD FC10.000/6.3, 1,15 EUR bei Reichelt). Dieser Elko, im Zusammenhang mit dem One-Way der Diode, soll dafür sorgen, dass kurzzeitige Minima auf der R/C-Seite für den RX glatt gebügelt werden. Wer seinem RX noch mehr Gutes tun will, nimmt mehrfach 10.000uF.

    Blau ist die gemeinsame Masse. Die roten Leitungen markieren die R/C-Spannungsseite, grün ist die Seite der RX-Spannung.

    Am Gyro-Anschluss unseres Verteilerboards sind zwei Dioden vorgesehen, die dafür sorgen sollen, dass ein evtl. spannungsempfindliches Heckservo nicht mehr als ca. 5,1V zu sehen bekommt. Wir produzieren den notwendigen Spannungsabfall also ausnahmsweise vor statt hinter dem Gyro, weil sich so alles besser konzentrieren läßt. Der Gain-Anschluss des Gyros geht direkt an den RX.
    Vorgesehen ist eine Standard-Si-Diode 1N5408 (8,2 Cents) und in Reihe eine weitere Schottky-Diode SB540. Die Flußspannung der 1N5408 liegt zw. 0,6 und 0,8V, die der SB540 zw.0,4 und 0,55V. Beide Dioden können optional gebrückt werden, um so den Spannungsabfall an die R/C-Nominalspannung anzupassen, dass nie mehr als 5,1V an das Servo unter Last kommen. Für eine Eingangsspannungspannung von 5,3-5,6V nimmt man nur die SB540 in Reihe, für 5,5-5,8V nur die 1N5408, für 6,0-6,2V beide Dioden. Bis 5,2V Eingangsspannung oder wenn das Heckservo keinen Spannungslimiter braucht, brückt man beide Dioden bzw. läßt sie weg, indem man die R/C-Spannung an's Gyro ohne Dioden durchschleift.

    Tom
    Angehängte Dateien
    Zuletzt geändert von Gast; 21.03.2009, 20:24.
  • thomas1130
    RC-Heli TEAM
    Admin
    • 26.11.2007
    • 25912
    • Thomas
    • Österreich

    #2
    AW: 2,4GHz-RX - Das leidige Spannungsproblem

    Guten Abend Namensvetter!

    Möchtest du heute abend noch deine Doktorarbeit in Elektronik vorantreiben*

    Aber im Ernst: Ist das nicht irgendwie genau das Konzept vom ReactorX - oder habe ich da was falsch verstanden...

    lg
    Thomas
    Stay hungry. Stay foolish.

    Kommentar

    • pclinux
      Member
      • 02.03.2006
      • 131
      • Thomas
      • Fürstenwalde

      #3
      AW: 2,4GHz-RX - Das leidige Spannungsproblem

      Hallo

      Es geht auch einfacher, gleich nen Empfänger kaufen, mit Hochstrom-Anschluß

      oder hier


      Gruß Thomas
      LMH 120 / Logo 10-3D / Caliber 5-M
      T-Rex XL SE, Logo 500 V-Stabi
      MC-20 Hott

      Kommentar

      • BerndFfm
        heli-technik.de
        Onlineshop
        • 05.11.2007
        • 1015
        • Bernd

        #4
        AW: 2,4GHz-RX - Das leidige Spannungsproblem

        Hallo Tom,

        Es ist der RX, nicht die Servos oder das Gyro oder ein Stabi, was Stress macht.
        Beim Einsatz von V-Stabi gibt es das Problem nicht : Ein Kabel vom BEC zum Empfänger, eins zum V-Stabi, das auch die Servos versorgt.

        Egal wieviel Spannung am Kabel durch die Servos abfällt, die Spannung am Empfänger bleibt konstant. Der BEC muss natürlich stark genug sein.

        Grüße Bernd
        Heli : Logo 500 V-Stabi
        Websites: www.heli-technik.de & www.partyfotos.de/heli

        Kommentar

        • dl7uae
          dl7uae

          #5
          Doktorarbeit? Nie wieder, es sei denn, ich bekomme den Flips im Hirn und will die Promotion-B machen. Dafür dürfte aber mehr als 10 Strippen und 3 Dioden erforderlich sein.

          Ja, Reactor-X ist das erste kommerzielle Produkt, das genau diesen Weg verfolgt, die Spannungszweige dadurch zu entkoppeln, indem man die RX-Strippen hierüber leitet. Reactor-X enthält allerdings noch Spannungsregler, das habe ich mal weggelassen, war ja neulich mein Thema.

          Mancher will/muss nun entkoppeln, will aber einen anderen Regler nehmen. Das wäre dann der Weg, einfach, billig, zeitlich unaufwändig.

          N'abend Thomas von Thomas

          Die Sache mit dem Hochstromanschluss als auch der Trennung mit Stabi als Backplane beruht jeweils darauf, den Innenwiderstand der Einspeisung zu senken bzw. evtl. Spannungsabfälle dadurch vom RX fernzuhalten. Das ist natürlich prinzipiell gut. Noch sicherer ist die Entkopplung nebst Pufferung (Elko) für den RX.
          Zuletzt geändert von JMalberg; 21.03.2009, 22:50.

          Kommentar

          • guido
            guido

            #6
            AW: 2,4GHz-RX - Das leidige Spannungsproblem

            Hallo Tom !

            Super Idee. Könntest du ein Foto davon einstellen ?

            CU Guido

            Kommentar

            • dl7uae
              dl7uae

              #7
              AW: 2,4GHz-RX - Das leidige Spannungsproblem

              Mit Bildern kann ich leider (noch) nicht dienen. Es ist das erste Mal, dass ich eine Schaltungsbeschreibung hier ablasse, ohne es vorher so gebaut zu haben, aus zwei Gründen:

              1. Sind mir gerade die Bauelemente ausgegangen (bestellt).

              2. Würde/werde ich es anders machen, was ich mich aber nicht traue, hier zu propagieren:
              RX öffnen, (+) Backplane von (+) RX trennen und als zwei Litzen herausziehen, dazu Masse (-), - und die paar Bauelemente außen auf den RX setzen. Spart man sich das Verteilergestrippe. Dann kommt noch ein Hochstromanschluss ran - mit MPX- oder Dean-Stecker.

              Kommentar

              • Ballo
                Ballo

                #8
                AW: 2,4GHz-RX - Das leidige Spannungsproblem

                Einfach einen Kondensator an den Ausgang eines getakteten BEC anzuschließen ist nach meinen Erfahrungen nicht immer unkritisch. Je nach Design des Schaltreglers kann es sein, dass er mit kapazitiven Lasten nicht gut zurechtkommt. Dann verschlechtert der Kondensator die Regelung bei plötzlichen Stromänderungen und es erhöht sich auch der Stromrippel. Solch ein Kandidat ist z.B. das Castle BEC. Dies funktioniert ohne zusätzliches C am Ausgang wesentlich besser.

                Balko
                Zuletzt geändert von Gast; 17.04.2009, 21:50.

                Kommentar

                • dl7uae
                  dl7uae

                  #9
                  AW: 2,4GHz-RX - Das leidige Spannungsproblem

                  Ja, einige werden evtl. gar nicht anschwingen. Ansonsten setzt ja relative Ruhe ein, sobald der Elko via die Schottky-Diode geladen ist. Ich stehe da sowieso auf Linearregler, zumindest solange die Quelle ein 2S-LiPo ist, dann muss man nur am Regler dafür sorgen (per Diode), dass der Rückstrom nicht den Längstransistor killt. Aber auch hier ist mit stärkeren Ripple zu rechnen, zum Glück geben wir ja vorne keine Restwelligkeit kein, - ich hab' jedenfalls noch keinen mit Netzkabel fliegen sehen.

                  ---
                  Schön, dass sich offenbar ein weiterer Elektroniker im Forum eingefunden hat.
                  Welcome!

                  Kommentar

                  • munke
                    munke

                    #10
                    AW: 2,4GHz-RX - Das leidige Spannungsproblem

                    Respekt, Respekt.............
                    Hatte schon immer Angst vor der Kaffeemaschine (Wasser+Strom)
                    Und ihr Rippelt hier mit Restwelligkeit herum.
                    Ich liebe dieses Forum!!!
                    Gruß Rainer

                    Kommentar

                    • dl7uae
                      dl7uae

                      #11
                      AW: 2,4GHz-RX - Das leidige Spannungsproblem

                      So. Da ich heute früh wg. des Windes so bescheuert war, nicht zum Platz zu fahren, habe ich nun auch etwas gelötet, kann somit meiner Bildchen-Schuld nachkommen:

                      Die aufgebaute Schaltungsvariante ist die im Bild 1. Die spannungsreduzierenden Dioden für's Heckservo habe ich weggelassen, dafür kam die Diode 1N4007 hinzu, die negative Spannungsspitzen bei 0,5..0,7V begrenzt.

                      Der grau hinterlegte sechste Sockel ist natürlich nicht montiert, Gyro Gain wird direkt vom RX per Gyro-Kabel abgegriffen. Es darf aber keine rote Leitung (Plus (+)) konnektiert sein!

                      Nun noch mal zu den beiden Elkos und der Höhe der Kapazität:

                      Zunächst ist der Elko 3.300uF/35V viel zu gross wg. der zu hohen Spannungsfestigkeit, die ich verwendete.

                      Den Ausgang eines Spannungsreglers (S- oder L-BEC, Emcotec & Konsorten) mit einer so hohen Kapazität zu besetzen, ist rein theoretisch kontraproduktiv für das Regelverhalten, - ist aber viel Theorie dabei in Bezug auf die Anforderungen der Praxis. Einige Schaltregler (S-BEC) werden es u.U. un-cool finden und gar nicht anlaufen. Dann kann man diesen Elko auch ebenso gut weglassen.

                      Der zweite Elko, hier 10.000uF, ist aber Sinn und Zweck der Sache. Sollte der Anlaufstrom über die Schottky-Diode SB540 einen Schaltregler ärgern, er schwingt nicht an, muss man die Kapazität verringern, auch 3.300uF, selbst nur 1.000uF, wären noch wirksam genug für unsere Zwecke. Hier muss man einfach vor Aufbau am verwendeten Schaltregler testen.

                      Das Ding hat die Maße 58 x 20, max. 40 hoch (32 an der Stelle des kleineren 10.000uF/6,3V-Elkos), die 5 Servokabel (zum RX) sind 10cm lang, der Hochstromanschluss ist ein Deans-Stecker. Wiegt tutto completto 40g.

                      ---
                      Ach so, die Elkos sind Low-ESR-Typen, keine Rubycons, aber die sog. "105 Grad"-Typen.
                      Angehängte Dateien
                      Zuletzt geändert von Gast; 25.04.2009, 18:57.

                      Kommentar

                      • dl7uae
                        dl7uae

                        #12
                        AW: 2,4GHz-RX - Das leidige Spannungsproblem

                        Das ganze Ding wird wesentlich kleiner, wenn man den Elko auf der Rohspannung wegläßt und den anderen auf der Platine hinlegt.

                        Kommentar

                        • fdietsch
                          Member
                          • 10.02.2003
                          • 826
                          • Falko
                          • Apolda (Weimar Jena)

                          #13
                          AW: 2,4GHz-RX - Das leidige Spannungsproblem

                          Spasnnungsprobleme kann ichnicht nachvollziehen.
                          Habe vor einiger Zeit mal den Fasst 617 mit 4 Digiservos HITEC 6945an einregelbares Netzgerät geklemmt. Das kann ich bis 2,8 V runterdrehen (weiter geht das Netzteil nicht runter) Der Empfänger geht noch und die Servos hören aber langsamauf. (Drehn ganz langsam).
                          Falko Dietsch

                          Kommentar

                          • Andreas B.
                            Member
                            • 25.09.2002
                            • 414
                            • Andreas
                            • Raum Düsseldorf

                            #14
                            AW: 2,4GHz-RX - Das leidige Spannungsproblem

                            Wenn ich das hier so lese weiß ich gar nicht wie meine Helis die letzten 6 Jahre oben bleiben konnten. Kaum modernisieren wir hier unsere Helis und schon kommt die Hobbythek wieder zu Vorschein. Ich glaube 35Mhz war einfach zu gut ... da gabs nicht mehr viel zu basteln.

                            Gruß Andreas
                            1 x TDR 2015 mit Hott GR24 3xG
                            1 x MC-20 Hott

                            Kommentar

                            • Schneipe
                              Schneipe

                              #15
                              AW: 2,4GHz-RX - Das leidige Spannungsproblem

                              Ich steck einfach einen Pufferkondensator in einen freien Platz am RX und gut ist......sollte ich mal Probleme mit der Spannung bekommen....

                              Kommentar

                              Lädt...
                              X