Agusta vor dem Verschrotten gerettet

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  • Klaus13
    Klaus13

    #1

    Agusta vor dem Verschrotten gerettet

    Hallo,

    ich traue mich kaum, diese Bilder in das Scaleforum zu schreiben. Es ist als Mut-Mach-Thread für all diejenigen gedacht, die einen Rumpf oder Teile davon scheinbar irreparabel geschreddert haben. In meinem Fall war es der nagelneue Rumpf einer 450er Agusta, der beim Erstflug!!! mit einer abgebrochenen Blattanlenkung in den Schnee fiel. Die Haube war dabei durch den Rotor gegangen. Nun gibt es für die Heliartistrümpfe keine Ersatzteile, aber zum wegwerfen war mir das auch zu Schade, zumal der Hauptrumpf fast unbeschädigt geblieben ist. Also habe ich ungeübt mit GFK-Matte, Harz und Plastikfolie für die Windschutzscheibe alles wieder geflickt, gespachtelt, geschiffen usw. und mit Spruhdose lackiert. Anschließend noch ein paar Details angebracht und, na ja: ich sag mal in der Luft sieht man von der Misere nichts mehr. Gesamtaufwand allerdings ca. 10 Stunden.

    Gruß Klaus
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  • seijoscha
    seijoscha

    #2
    AW: Agusta vor dem Verschrotten gerettet

    Man muß ja nicht alles gleich Verschrotten !
    Darum heist es ja Modellbau!

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    • Schneipe
      Schneipe

      #3
      AW: Agusta vor dem Verschrotten gerettet

      Ich will meine Haube von der EC135 auch wieder herstellen. Wie hast du denn die Form so anähernd hingebracht? Ich hätte ja eine neue zum Abformen...aber wie am besten?

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      • nopost123
        Member
        • 14.09.2009
        • 516
        • Norbert
        • Altenberge, FMSC-Steinfurt

        #4
        AW: Agusta vor dem Verschrotten gerettet

        Hallo Klaus
        Sieht ja wieder ganz nach Hubschrauber aus. Mit Epoxydharz, Glasmatte, Spachtel Lack und Flolie kan mann schon eine Menge machen. Bei neuen Rümpfen forme ich deshalb die Kanzel und Haube vor der Bearbeitung ab. Das ist in dem Stadium wenig Aufwand und man kan sich die Ersatzteile selber herstellen. Viel Spaß weiterhin beim Fliegen


        mfG


        Norbert
        Eigenbau-ElektroMechanik M2010/FC28-Jeti+FF9,Scale- und Rumpfhubschrauber mit Rigidköpfen.

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        • raptor-ea
          Senior Member
          • 13.04.2004
          • 1894
          • Andreas
          • Renningen

          #5
          AW: Agusta vor dem Verschrotten gerettet

          10 Stunden?!

          In der Zeit haste noch nicht mal nen neuen bestellt!
          Fürs "erste mal" sieht es sehr gut aus.
          Möcht nicht an meine ersten Lamminierversuche denken.....

          Grüße
          Andreas
          Raptor50V2 (mein erster Heli) jetzt Elektro;450er Airwolf; 600er-Bell412;700er-JetRanger

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          • Klaus13
            Klaus13

            #6
            AW: Agusta vor dem Verschrotten gerettet

            Zitat von Schneipe Beitrag anzeigen
            Ich will meine Haube von der EC135 auch wieder herstellen. Wie hast du denn die Form so anähernd hingebracht? Ich hätte ja eine neue zum Abformen...aber wie am besten?
            Hallo Schneipe,

            leider habe ich kein Bild von der zerstörten Haube. Der Schaden hielt sich insofern in Grenzen, dass zwar vor allem an der Spitze das Rotorblatt durchgeschlagen war und auch alle Fenster zerstört hat, aber der Rest war noch am Stück. Ich konnte die Reste so hinformen, dass da zwar Lücken waren, aber die Grundform blieb erhalten. Insofern musste ich nur dies Lücken schließen. Ein komplette Abformung hätte ich nicht gemacht, dazu fehlt mir die Erfahrung. Meine Bo-Haube werde ich nicht wieder aufbauen, da ich die gewölbten Scheiben nicht hinbekommen würde.

            Gruß Klaus

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            • Klaus13
              Klaus13

              #7
              AW: Agusta vor dem Verschrotten gerettet

              Zitat von nopost123 Beitrag anzeigen
              Hallo Klaus
              Sieht ja wieder ganz nach Hubschrauber aus. Mit Epoxydharz, Glasmatte, Spachtel Lack und Flolie kan mann schon eine Menge machen. Bei neuen Rümpfen forme ich deshalb die Kanzel und Haube vor der Bearbeitung ab. Das ist in dem Stadium wenig Aufwand und man kan sich die Ersatzteile selber herstellen. Viel Spaß weiterhin beim Fliegen


              mfG


              Norbert
              Hallo Norbert,

              das ist ja mal eine Idee. Kannst Du mal in einfachen Worten beschreiben, wie so einen Abformung funktioniert? Darfst auch gerne eine Link posten, der das erklärt. Schneipe ist auch interessiert

              Gruß Klaus

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              • athome
                sudar.ch
                Onlineshop
                • 14.04.2009
                • 802
                • Lukacs
                • Aargau (Schweiz)

                #8
                AW: Agusta vor dem Verschrotten gerettet

                Hallo Klaus
                Wie heisst es doch so schön im Tischlergewerbe: Kit und Leim machen des Schreiners Arbeit fein
                Und hattest du kein Problem mit dem Ablösen durch unterschiedlichen Farben und Lacke beim Spritzen mit der Spraydose. Oder hast du gleich den ganzen Heli abgeschliffen!

                Gruss Lukacs
                Homepage:
                http://www.sudar.ch und http://www.turbinenheli.ch

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                • Klaus13
                  Klaus13

                  #9
                  AW: Agusta vor dem Verschrotten gerettet

                  Zitat von athome Beitrag anzeigen
                  Hallo Klaus
                  Wie heisst es doch so schön im Tischlergewerbe: Kit und Leim machen des Schreiners Arbeit fein
                  Und hattest du kein Problem mit dem Ablösen durch unterschiedlichen Farben und Lacke beim Spritzen mit der Spraydose. Oder hast du gleich den ganzen Heli abgeschliffen!

                  Gruss Lukacs
                  Also ich bin Drucker von Beruf und bei uns gibt ähnliche Sprüche, die ich uns jetzt erspare
                  Die Haube habe ich komplett nur angeschliffen. ßber die eventuell unverträglichen Lacksorten habe ich mir keine Gedanken gemacht; die Alternative war ja verschrotten. Es hat aber keine Probleme gegeben.

                  Gruß Klaus

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                  • Schneipe
                    Schneipe

                    #10
                    AW: Agusta vor dem Verschrotten gerettet

                    So sieht meine haube aus....denRiss an der Seite ist schon geflickt. Was mir aber Kopfzerbrechen macht, ist die Form der Scheiben hinzukommen. Kann ja durchaus nachhher ein Stück werden. Scheibe wird eh schwarz lackiert.
                    Angehängte Dateien

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                    • Klaus13
                      Klaus13

                      #11
                      AW: Agusta vor dem Verschrotten gerettet

                      Hallo Schneipe,

                      Deine Haube ist wohl kaum noch zu retten, es sei denn Du baust Dir eine tragenden Rahmen (also alles, was bisher einfach nur auflackiert war, aus CFK oder so auf, in den Du die Scheiben als Einzelteile einsetzt. Die obere Scheibe wär dann ja auch 2 teilig. Du benötigst dann als 4 Einzelscheiben, die nur recht wenig gewölbt sind. Das sollte man mit Formteilen aus Balsaholz und einen Heißluftfön aus planen Folienmaterial hinformen können. Da sitzt Du aber Stunden dran.
                      Der Rahmen ließe sich aus aus Sperrholz oder schmalen Alustreifen in Spantenbauweise herstellen. Ich hab ehier auch noch eine Frontpartie einer Hughes, die auch einteilig hergstellt war. Da will ich da mal auf diese Weise versuchen.

                      Gruß Klaus

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                      • satsepp
                        Gast
                        • 03.11.2009
                        • 865
                        • Josef
                        • Bayerisch Eisenstein

                        #12
                        AW: Agusta vor dem Verschrotten gerettet

                        Also ich hätte auch Interesse am dem Abformen vom Original, Klaus sieht ja wie neu aus, super Arbeit!
                        Ich habe da Richtung Gips-Abdruck überlegt, aber ob dabei die Originalhaube nicht verkratzt wird?
                        Oder gibt es da einen ßberzug, sowas wie Latex, das sich wieder sicher abmachen lässt?
                        Oder ist Gips generell ungeeignet?
                        Ein Problem dürften ME die offenen Seitenscheiben sein, diese lasse ich wegen ßberhitzungsproblemen auch offen.

                        Sepp

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                        • Schneipe
                          Schneipe

                          #13
                          AW: Agusta vor dem Verschrotten gerettet

                          Die kannst du ja nachher immer noch rausdremeln. Hab mal was gelesen von einem Trennmittel. Also Original damit behandeln, dann soll die Form leicht abgehen. Sollte mal einer was sagen, der sich auskennt, wie man das macht. Wäre schade drum. Die Haube ist ansich noch gut. Zudem ich dann 2 kpl Rümpfe hätte, grins.

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                          • Klaus13
                            Klaus13

                            #14
                            AW: Agusta vor dem Verschrotten gerettet

                            Zitat von Schneipe Beitrag anzeigen
                            Sollte mal einer was sagen, der sich auskennt, wie man das macht. Wäre schade drum.
                            Genau, oder wir vertiefen uns mal wieder 2 Wochen in den Foren . Und wie gesagt, der GFK-Teil ist nicht das Problem, aber die tiefgezogenen Klarsichtteile.

                            Gruß Klaus

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                            • nopost123
                              Member
                              • 14.09.2009
                              • 516
                              • Norbert
                              • Altenberge, FMSC-Steinfurt

                              #15
                              AW: Agusta vor dem Verschrotten gerettet

                              Hallo Klaus
                              Folgende Vorgehensweise wende ich öfters an: Defkte GFK.Haube Stück für Stück wieder mit Sekundenkleber zusammenpuzzeln. Dann wird von innen Glasfasergewebe (Köperbindung! keine Leinenbindung verwenden) mit 280g/m² mit ein bis zwei Lagen einlaminiert. Jetzt ist die Habe stabil genug um sie zu spachteln und zu schleifen. Anschließend grau überlackieren um ev. Unebenheiten zu entdecken. Die graue Lackierung ist auch hilfreich um das durchtränken der Laminate beim Abformen zu kontrollieren. Der Anschlußbereich der Haube zum Rumpf ist mit Holz oder Kunststoffplatten entsprechend so zu verschließen, dass alle Sikken und Pfalzkanten (oder auch nichts dergleichen) abgeformt werden können. Wenn die Haube keine Hinterschneidungen hat kann sie in einem Stück erstellt werden. (mit Hinterschneidungen kann ich nicht entformen, dann muß die Form mehrteilig aufgebaut werden). Nun wird die vorbereitete Haube einmal mit Hartwachs oder Polierpaste eingewachst. Danach benutze ich ein bis zweimal Flüssigwachs. Nach jedem Auftrag muß die Haube wieder poliert werden. Eine Nacht vor dem Laminieren wird die Haube mit Trennlack eingestrichen (Achtung, ist wasserlöslich). Am nächsten Tag beginnen die Laminierarbeiten. Für die Deckschicht kann man entweder ein normales Laminierharzsystem verwenden oder aber ein spezielles Formbauharz. Bei Verwendung von Laminierharz ist ca. 2 h bis zum Gelierzeitpunkt zu warten. Formbauharz ist nach 1/2 bis 1 h schon soweit. Jetzt kommt die nächste Schicht Harz, angedickt mit Baumwollflocken. Das ganze wird breiig, aber mit dem Pinsel streichbar angedickt. Als Pinsel verwende ich einen flachen Borstenpinsel, 15 bis 20mm breit. Anschließend wird 100g neues Harz angemischt und mit dem Pinsel sofort auf die Form gestrichen. Bei solchen Teilen wie eine Haube verwende ich i.d.Regel als erste Lage 160g/m² Gewebe, dann 1x 280g/m², danach 390g/m², dann wieder 280g/m² > 160g/m². Durch den Symmetrischen Laminatsaufbau wird ein Verziehen der Form verhindert. ßberstehendes Glasgewebe wird jetzt mit einer Schere weggeschnitten. Nun das ganze 48h durchhärten lassen. Eine Warmhärtung bis 50°C verbessert die Entformeigenschaften deutlich. Aber bitte nicht übertreiben! Nach dem Durchhärten kann das Urmodell von der Form getrennt werden. Sollten sich die Teile trocken nicht trennen lassen, so kann man das ganze auch in der Badewanne mit lauwarmem Wasser machen. Der Trennlack löst sich ja bei Kontakt mit Wasser wieder auf. Jetzt ist die Form fertig. Der Ablauf für das erste Formteil (Haube) ist vergleichbar dem Bau einer Form, allerdings wird hierfür nur 1x 280g/m² oder 160g/m² + 280g/m² verwendet. (Je nach Größe und Gewicht des benötigten Teiles).

                              Für eine Tiefziehform der Fenster kann man folgendes Machen: Der benötigte Fensterbereich der Haube wird erneut abgeformt mit Formbauharz (möglichst hart) Die Deckschicht hergestellt. Dann folgen wieder mehrere Lagen Glasfasergewebe. Hierfür ruhig 3 x 390g/m² statt 1x verwenden. Nach dem Aushärten dieses Formteiles kann es entweder mit Gips hinterfüttert oder aber mit Giessharz ausgegossen werden. Für das Tiefziehen der Scheiben wird Tiefziehfolie in einen passenden Rahmen eingespannt, Das ganze dann mit einem Fön oder im Backofen erhitzen bis die Folie weich wird. Jetzt muß die Folie schnell in einem Rutsch über den Formklotz gezogen werden. Je größer die Haube um so schwieriger wird das ganze. Wenn man einen Staubsauger benutzt um ein Vakuum unter der Haube zu erzeugen, kann man sehr professionelle Hauben machen.

                              Das ganze hört sich alles sehr kompliziert an, ist es aber nicht . Mit ein bischen ßbung hat man die Abformtechnik schnell im Griff. Bisher habe ich das Formbauharz der Firmen R&G und bacuplast (Remscheid) benutzt. Als Laminierharzsystem verwende ich das EPH285 / EPL285 von bacuplast. (www.bacuplast.de). Bei der Verwendung von Farbpasten kann die Deckschicht auch eingefärbt werden. Mit diesem luftfahrtzugelassenen Harzsystem laminiere ich auch meine Rotorblätter. Bitte immer auf eine gute Lüftung des Raumes achten und Einmalhandschuhe verwenden. Epoxidharze wirken Sensibilisierend.

                              mfG

                              Norbert
                              Zuletzt geändert von nopost123; 30.01.2010, 21:11.
                              Eigenbau-ElektroMechanik M2010/FC28-Jeti+FF9,Scale- und Rumpfhubschrauber mit Rigidköpfen.

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