Scaleflying Bell 412 - Zubehörteile selbstgedruckt

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  • ParzivaI
    Member
    • 09.09.2018
    • 166
    • Markus

    #1

    Scaleflying Bell 412 - Zubehörteile selbstgedruckt

    Hallo,

    ich habe für meine 800er Scaleflying/Roban Superscale Bell 412 LAFD County ein paar Ein- und Anbauteile, hauptsächlich mit dem 3D-Drucker, hergestellt und möchte euch die meisten davon hier einmal vorstellen. Bei den Scaleteilen geht es nicht darum, 100% Scale zu sein, davon ist der Roban-Rumpf auch weit entfernt. Es geht einfach um ein "scaligeres" Aussehen und um das Vervollständigen des Modells mit ein paar markanten Details, welche auch beim Original sofort ins Auge fallen. Dazu gehören die seitlichen Trittbretter mit den daran angebrachten Einsatzlampen, die Manschetten und Einstiegshilfen am Landegestell, die Winde auf der rechten Seite (das Teil, was dem Bausatz beiliegt, ist mir vom Original doch etwas sehr weit entfernt) aber auch kleinere Teile, wie z. B. Türgriffe, Scharniere oder Scheibenwischer.

    Darüber hinaus habe ich ein paar Einbauteile entwickelt. Die für mich wichtigsten sind eine Rumpfbelüftung, hauptsächlich zu Kühlung des JIVE sowie eine spezielle Halterung für den Beleuchtungsakku. Auch eine Antennenhalterung und Abstandshalter für die Flugakkus, um bei deren Größe flexibler zu sein, habe ich entworfen und eingebaut.

    Es geht mir in diesem Thread nicht nur darum, die Teile vorzustellen, sondern ich werde auch meinen Weg dahin etwas beschreiben, um vielleicht den Ein oder Anderen zu ermuntern, für sein Modell ßhnliches zu entwerfen, auch, wenn es keine Bell 412 ist. Ich hatte auf jeden Fall eine Menge Spaß dabei.

    Für potentielle Nachbauinteressenten werde ich im jeweiligen Beitrag auch die Druckdaten im .stl Format zur Verfügung stellen. Die Nutzung dieser ist ausdrücklich für den Nachbau im privaten Umfeld und als Einzelstück für das eigene Modell erlaubt. Kommerzielle bzw. gewerbliche Nutzung der Druckdaten ist untersagt. Das Copyright liegt bei mir.

    Es wird für jedes Teil einen eigenen Beitrag in diesem Thread geben, um die ßbersicht zu behalten. Fragen, Anregungen sowie weitere Gedanken zu den Teilen können natürlich gerne hier gepostet werden, dazu ist das Forum ja da und ich freue mich auch über eure Kommentare.

    Noch ein paar Angaben zur verwendeten Technik: Der von mir verwendete Drucker ist ein Anycubic i3 Mega, ich drucke alles in PLA (auch bei größeren Aussentemperaturen kein Problem). Als CAD Programm kommt Autodesk Fusion 360 zum Einsatz und gesliced wird mit Ultimaker CURA 4.

    Ach ja, das Beleuchtungsmodul ist auch in großen Teilen eine Eigenentwicklung auf Arduino-Basis. Auch darauf möchte ich hier näher eingehen.

    Hier nun noch Fotos des Modells, und zwar einmal ohne die Anbauteile und einmal mit, damit man sieht, worum es hier geht.

    Vorher:


    Nachher:


    Grüße und viel Spaß beim Lesen
    Parzival
  • ParzivaI
    Member
    • 09.09.2018
    • 166
    • Markus

    #2
    Landegestell Teil 1

    Hallo,

    hier nun also die ersten Teile. Es geht um das Landegestell. Nochmal zur Erinnerung: Das Projekt hat nicht den Anspruch "Full-Scale" zu sein. Es soll alles nur etwas "scaliger" wirken. Ausserdem kann ich natürlich keine Schritt-für-Schritt Anleitung für die genaue Konstruktion geben, sondern zeige nur jeweils grob den Weg auf, den ich dafür gegangen bin. Natürlich gibt es auch andere Wege, der Kreativität ist bei der 3D-Konstruktion keine Grenze gesetzt. Die von mir beschriebenen Funktionen sind allerdings so oder ähnlich in allen guten CAD-Programmen zu finden und somit als Anregung oder Denkanstoß zu verstehen.

    Los gehts:

    Das ist die Ausgangssituation. So liegt das Langestell dem Bausatz bei:



    Vor der Konstruktion habe ich noch die Stelle, an welcher später eine Trittstufe angebracht werden soll, plan geschliffen:



    Eigentlich ganz nett, aber es fehlt ein wenig der Scale-Charakter. Zuerst sollen die Manschetten für die Rohrverbindungen, welche beim Original zu finden sind, konstruiert werden. Dazu werden die Maße der Landegestell-Rohre abgenommen und im CAD quasi ein Modell vom Modell für den relevanten Bereich erzeugt. Dieser wird natürlich später nicht mit gedruckt, sondern dient nur der Konstruktion. Ich habe an den Verbindungsstellen noch eine Art Wulst erzeugt. Dieser sorgt nach dem (virtuellen) "Abformen" später für eine bessere Passgenauigkeit:



    Um dieses Landegestell-Teilmodell wird dann die Grundform der Manschette konstruiert, quasi als "Vollmaterial". Später kann dann der Landegestellteil von der Manschette "abgezogen" werden und man erhält eine passgenaue Manschette.



    Diese muss dann genau mittig in zwei Hälften geteilt werden. Hier sind auch schon die nötigen Bohrungen zur Befestigung gesetzt:



    Auch das Scaledetail erhält noch Scaledetails, hier in Form von "Muttern". Diese dienen nur der Zierde und haben ansonsten keine Funktion:



    Nachdem nun die unteren Teile der Manschettenteile abgeschnitten sind, sind die Teile fertig zum Druck:

    Kommentar

    • ParzivaI
      Member
      • 09.09.2018
      • 166
      • Markus

      #3
      Landegestell Teil 2

      Es fehlen jetzt noch die vorderen Trittstufen. Dazu habe ich erst einmal ein Foto der relevanten Stelle aufgenommen, welches zur Scalierung auch einen angelegten Meter enthält:



      Dieses Foto wird im CAD-Programm dann in den Hintergrund des Konstruktionsbereiches gelegt. Somit kann man den Verlauf der Kufe sehr genau abnehmen und dank des angelegten Meters den Maßstab genau bestimmen:



      Auf dem so konstruierten Kufenteil kann nun einfach der Tritt gebaut werden:



      ... welcher dann wieder mittels Subtraktion vom der Hilfskonstruktion der Kufe getrennt wird und dabei die Rundungen der Kufe exakt übernimmt:



      Damit wären dann alle benötigten Teile konstruiert und können gedruckt werden. Für die kleineren Teile stelle ich in der Regel eine Schichtstärke von 0,1 mm ein. Dann hält sich die Struktur in Grenzen. Richtig glatt bekommt man das natürlich auch ... mit viel Ellbogenschmalz, Geduld und dem richtigen Schmirgelpapier. Sogar hochglänzend ist möglich, doch dazu in einem anderen Beitrag mehr:



      Dann wurden die Teile angebracht. Die Manschetten sind, nach dem Vorbohren, mit M1.2X4 mm Blechschrauben angeschraubt. Wer keine Löcher in das Landegestell bohren möchte, kann diese natürlich auch ankleben. Allerdings muss man keine Bedenken zur Festigkeit haben, das Landegestell hat schon viele Landungen schadlos überstanden. Und landen sollte man als Besitzer eines solchen Modells ohnehin können ;-). Die Trittstufen sind mit 2K-Kleber (Epoxy) aufgeklebt. Die Rutschsicherung ist feines schwarzes Sandpapier, welches mit doppelseitigem Klebeband aufgebracht wurde:



      Das Ergebnis kann sich in meinen Augen durchaus sehen lassen:



      Und hier nun noch die versprochen STL-Dateien zum Nachbauen:

      STL-Dateien Landegestell

      Soviel zu den ersten Teilen.

      To be continued ...

      Grüße
      Parzival

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      • ParzivaI
        Member
        • 09.09.2018
        • 166
        • Markus

        #4
        AW: Scaleflying Bell 412 - Zubehörteile selbstgedruckt

        Als nächstes wurden die markanten Einstiegsplattformen an den Seiten konstruiert und gebaut. Hier bin ich so vorgegangen, dass ich zuerst nach Fotos vom Original aus dünnem Draht den groben Umriss formte, um davon die Maße für das CAD-Modell abzunehmen. Von dem Drahtmodell habe ich leider keine Fotos. Im CAD wurde so zuerst ein Dummy erstellt, welcher nur aus den Umrissen besteht, und dieser wurde gedruckt. Das Teil mußte aufgrund der Druckbettgröße meines Druckers 2-teilig konstruiert werden. Es kann einfach ineinander gesteckt werden:



        Dieser Dummy wurde nun mit Hilfe von 2 Holzböcken am Rumpf in die richtige Position gebracht:



        Jetzt konnte ich an den vorgesehenen Befestigungspunkten paßgenaue Röhrchen ankleben (hier in orange zu sehen):



        Von dem so entstandenen Modell konnte ich die genauen Maße und Winkel für die Befestigungsstreben abnehmen und im CAD umsetzen:



        Die Plattformrahmen wurden nun fertig gezeichnet und es wurden noch Werkzeuge für die Gitter erstellt. Die Gitter hätte ich auch drucken können, ich wollte aber ein etwas realistischeres Aussehen und entschied mich daher für Metallgitter, welche ich noch rumliegen hatte und welche man im Baumarkt für schmales Geld bekommt. Auf dem Bild ist das Werkzeug zur Herstellung des Gitters für den vorderen Plattformteil in blau dargestellt. Für den hinteren Teil bin ich analog verfahren. Es wurden je 2 Werkzeuge gedruckt:



        Um das Gitter herzustellen, wird das Metallgitter zwischen die so entstandenen Schablonen geschraubt und rings herum mit einem kleinen Seitenschneider abgeschnitten. Danach werden die verbleibenen Reste mit einem Tellerschleifer bis zur Schablone abgeschliffen:



        So ergibt sich ein sehr passgenaues Teil, welches in den Rahmen eingesetzt werden kann:

        Kommentar

        • ParzivaI
          Member
          • 09.09.2018
          • 166
          • Markus

          #5
          AW: Scaleflying Bell 412 - Zubehörteile selbstgedruckt

          Und dieses paßt wirklich sehr sauber:



          Jetzt wurden die Gitter in die Rahmen geklebt. Ich verwende dafür UHU Endfest, mit welchem ich bei PLA gute Erfahrungen gemacht habe:



          Die Trittflächen wurden nun mit mattschwarzem Revell-Lack lackiert. Die Streben bleiben weiß:



          Die Plattform wurde mit den restlichen Streben vervollständigt, hier im Vergleich mit dem zuvor erstellten Dummy. Alles wieder mit UHU Endfest verklebt:



          Für die Befestigungen an der Rumpunterseite habe ich kleine Befestigungsteile gedruckt. Somit kann hier schön an die Rumpfkontur angepasst werden:



          Mit Hilfe der bereits vorgestellten Holzböcke wurden nun die Plattformen ausgerichtet und mit dem Rumpf verschraubt:



          Fertig sind die Einstiegsplattformen:



          Im nächsten Teil geht es um die beiden Einsatzleuchten, welche vorne an den Plattformen angebracht sind. Diese sind natürlich funktionsfähig ausgeführt. Da damit dann die Plattformen komplett sind, werde ich auch wieder die .stl-Dateien veröffentlichen Also: Stay tuned ...

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          • Sascha Helle
            Flightcopter.TV
            Foto & Videoflüge
            • 19.07.2007
            • 382
            • Sascha
            • Berlin-Bernau

            #6
            AW: Scaleflying Bell 412 - Zubehörteile selbstgedruckt

            tolles projekt, super finde ich auch, dass du die STL - dateien zur verfügung stellst.
            da steckt eine menge arbeit dahinter !

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            • TheFox
              Gelöscht
              • 28.10.2016
              • 7876
              • Peter
              • Ingolstadt/Bayern

              #7
              AW: Scaleflying Bell 412 - Zubehörteile selbstgedruckt

              Eine super Sache. Perfekt ausgeführt, von A bis Z. Ich werde diese Idee aufgreifen und in meinem Baubericht ebenfalls die STL der gedruckten Teile mit anhängen.

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              • steveman
                Senior Member
                • 16.05.2007
                • 4364
                • Stefan
                • Österreich

                #8
                AW: Scaleflying Bell 412 - Zubehörteile selbstgedruckt

                Welchen Drucker hast du und welches Material verwendest du?
                Lg Stefan
                Bo105, 2x Jetranger, Bell212, Ecureuil, Lama, Logos, Specter, Omp M2

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                • ParzivaI
                  Member
                  • 09.09.2018
                  • 166
                  • Markus

                  #9
                  AW: Scaleflying Bell 412 - Zubehörteile selbstgedruckt

                  Zitat von Sascha Helle Beitrag anzeigen
                  dass du die STL - dateien zur verfügung stellst.
                  da steckt eine menge arbeit dahinter !
                  Ich sehe das so: Je mehr Leute damit etwas anfangen können, desto mehr hat sich die Arbeit gelohnt . Ich hätte eh keine weitere Verwendung dafür.

                  Kommentar

                  • ParzivaI
                    Member
                    • 09.09.2018
                    • 166
                    • Markus

                    #10
                    AW: Scaleflying Bell 412 - Zubehörteile selbstgedruckt

                    Zitat von steveman Beitrag anzeigen
                    Welchen Drucker hast du und welches Material verwendest du?
                    Ich drucke mit einem Anycubic i3 mega, mit welchem ich übrigens nach einem Jahr recht intensivem Einsatz sehr zufrieden bin. Als Material kommt gewöhnliches PLA mit 1,75 mm Durchmesser zum Einsatz. Druckbett auf 50° und Extruder auf 190° durchgehend beheizt, aber das ist von PLA zu PLA unterschiedlich. Ich teste das immer mit dem Druck eines Temperatur-Towers, die gibt es ja zu Hauf auf Thingiverse.com.

                    Die gedruckten Teile wurden auch bei den heißen Temperaturen im letzten Sommer nicht weich, auch nicht die Teile, welche innen verbaut sind. Da gibt es eines, was direkt auf dem ESC sitzt, auch damit gab es bisher kein Problem.

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                    • steveman
                      Senior Member
                      • 16.05.2007
                      • 4364
                      • Stefan
                      • Österreich

                      #11
                      AW: Scaleflying Bell 412 - Zubehörteile selbstgedruckt

                      Super ich habe den gleichen Drucker. Mit schwarzem Plan hab ich so meine Probleme beim drucken, weiß, grün, violett hat bis jetzt sehr gut funktioniert.
                      Ich plane eine Bell 212 zu bauen.
                      Lg Stefan
                      Bo105, 2x Jetranger, Bell212, Ecureuil, Lama, Logos, Specter, Omp M2

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                      • Sascha Helle
                        Flightcopter.TV
                        Foto & Videoflüge
                        • 19.07.2007
                        • 382
                        • Sascha
                        • Berlin-Bernau

                        #12
                        AW: Scaleflying Bell 412 - Zubehörteile selbstgedruckt

                        @ParzivaI
                        darf ich fragen ob du auch in sachen cockpit / sitze `/ landescheinwerfer für die bell was gezeichnet / gemacht hast ?

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                        • ParzivaI
                          Member
                          • 09.09.2018
                          • 166
                          • Markus

                          #13
                          AW: Scaleflying Bell 412 - Zubehörteile selbstgedruckt

                          Zitat von Sascha Helle Beitrag anzeigen
                          @ParzivaI
                          darf ich fragen ob du auch in sachen cockpit / sitze `/ landescheinwerfer für die bell was gezeichnet / gemacht hast ?
                          Hallo,

                          Landescheinwerfer ja, das kommt hier noch. Cockpit und Sitze sind geplant bzw. da bin ich dran, aber das dauert noch etwas.

                          Grüße
                          Parzival

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                          • More Power
                            Member
                            • 23.10.2016
                            • 81
                            • Stephan
                            • Schweiz

                            #14
                            AW: Scaleflying Bell 412 - Zubehörteile selbstgedruckt

                            Hallo Parzival
                            Ist der Hammer Deine Anbauteile,sieht gleich viel Stimmiger aus,Danke für das teilen der STL Datei
                            Heli-Helppoint
                            Teampilot

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                            • ParzivaI
                              Member
                              • 09.09.2018
                              • 166
                              • Markus

                              #15
                              AW: Scaleflying Bell 412 - Zubehörteile selbstgedruckt

                              Weiter geht's wieder:

                              Die Einstiegsplattformen werden jetzt mit einem wichtigen Detail ergänzt: den Action-Lights, welche beim Original an eben diesen Plattformen befestigt sind und im Einsatz wechselseitig blinken. Die Lampen habe ich natürlich voll funktionsfähig gestaltet. Sie werden deshalb mit 1 Watt LED-Emittern ausgestattet.

                              Zur Konstruktion habe ich zuerst genau diesen Emitter im CAD nachgebaut:



                              Dann wurde die eigentliche Lampe konstruiert und mit meiner Lieblingsfunktion, der Subtraktion von Körpern, die Dummy-Power-LED vom Lampenkörper abgezogen:



                              Dadurch passt später die LED saugend in den Lampenkörper, ja sogar derart saugend, dass man auf weitere Befestigung verzichten kann:




                              Ausgedruckt sehen die Teile dann so aus, einmal mit, einmal ohne eingesaugte LED:



                              Mit ein bisschen silberner Farbe versehen (man kann auch Silberfolie einkleben, das wirkt sicher besser und reflektiert auch noch etwas) und im angebauten und angeschlossenem Zustand sieht das dann so aus:


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