(Um-) Baubericht MD 900 Explorer NOTAR von Vario

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  • Sass
    Sass

    #16
    AW: (Um-) Baubericht MD 900 Explorer NOTAR von Vario

    Nach Auswertung der LOG-Files aus dem MEZON komme ich auf 2,1 kW beim Lauf der Mechanik ohne Hauptrotorblätter.

    Es bläst ordentlich - ob es gerade ausreichend ist oder zu viel kann ich erst nach den ersten Flügen sagen. Mal sehen.

    Erstaunlich ist der Stromverbrauch in Abhängigkeit der Karlotte auf der Heckdüse.
    Ich hatte mich gefragt, ob er Verbrauch bei geschlossener Düse (konstante Drehzahl) größer oder kleiner ist.

    Das Ergebnis ist überraschend:
    - bei geschlossener Heckdüse 42 A
    - bei geöffneter Heckdüse 54 A

    Was das jetzt bedeutet?
    Ich schätze, dass der Radiallüfter bei geschlossener Düse weitgehend einen Stromungsabriss hat und nur Verluste erzeugt. Könnte für die weitere Auslegung und Optimierung von Bedeutung sein. Ich will das noch ergründen...

    Viele Grüße
    Sass

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    • Sass
      Sass

      #17
      AW: (Um-) Baubericht MD 900 Explorer NOTAR von Vario

      [SIZE="6"]Er fliegt![/SIZE]

      Und wie!

      Der erste Flug war ein reiner Schwebeflug. Aufgrund des extrem hohen Stromverbrauchs habe ich erst einmal auf 3 min Timer beschränkt. Jedoch mit sehr hoher Drehzahl.
      1550 U/min! Dann im Flug schrittweise runter auf 1400 U/min.

      Das Heck war extrem reaktiv. Einrasten wie bei einem Trainer.

      Im zweiten Flug habe ich das geändert. Bin auf 1300 runter, um den Stromverbrauch in den Griff zu bekommen.Damit ist das Heck deutlich weicher, aber immer noch sehr gefolgsam. Es fing leicht an zu pendeln. Durch Verringerung der Heckempfindlichkeit im Flug ließ sich das gut in den Griff bekommen. Bei Pitch-Stößen blieb das Heck stabil.

      Mit der gleichen Drehzahl habe ich einen 3. Flug gemacht. Man kann sagen, dass die MD 900 so ca. 1000mAH/min verbraucht. Habe ein paar Rundflüge gemacht.

      Folgende Werte habe ich der MEZON Telemetrie entnommen:
      - Der Strom hat sich bei ca. 60 Ampere bewegt (Rundflug zwischen 47 A und 70 A)
      - Die Spannung ist extrem schnell auf 43 V gefallen, wurde dann aber recht stabil gehalten. Nach dem Flug sind die Zellen wieder sofort auf 3,7 V hoch gegangen.
      - Die Flugzeit mit Lindinger Wellpower SE 12S 500 (neu) betrug erst einmal 3,5 min.
      Dabei wurden 3500 mAh entnommen.
      - Die gemittelte Leistungsaufnahme im langsamen Rundflug und Schwebeflug ist ca 2,6 kW.

      ßber die Lackierung mache ich mir erst einmal keine Gedanken.
      Der Heli muss noch besser eingeflogen werden:
      - Die Steuerung der Drehzahl über den V-Stabi muss noch verbessert werden. Im Log ist die Drehzahl nicht so extrem stabil. Bin bisher aber auch mit sehr konservativen Werten drangegangen.
      - Der NOTAR arbeitet extrem gut. Er ist geschätzt ca. 30 Grad offen im Schwebeflug. Die Kopfdrehzal ist ok. Aber der Radiallüfter zieht sehr viel Energie. Dadurch, dass ich die Grundplatte der Mechanik optimiert habe ist der NOTAR schon deutlich effektiver. Ich überlege jedoch die Gehäuseform um den Raduallüfter in Richtung einer Logarithmischen Spirale zu verbessern. Wenn ich die Verluste im Radiallüfter noch reduzieren kann, kommt da mehr hinten raus und ich kann mit der Drehzahl runter.Ich muss mich da mal schlau machen.
      Das V-Stabi könnte ich noch ein wenig optimieren. Schaun wir mal.

      Meine Familie hat ein paar Fotos gemacht und auf Video aufgenommen. Ich bekomme bestimmt raus, wie ich das auf YouTube hochladen kann. Ich melde mich dann.

      Viele Grüße
      Sass

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      • Topknut2
        Member
        • 07.03.2008
        • 903
        • Knut
        • Duisburg

        #18
        AW: (Um-) Baubericht MD 900 Explorer NOTAR von Vario

        Na, dann erstmal mein Glückwunsch.
        Das ist schon mal ein Erfolg eine MD in die Luft zu bekommen und auch heil wieder runter.
        Aber das hört sich alles sehr vielversprechend an.
        -
        Die Heckoptimierung kommt mit der genauen Drehzahl und Ströhmungsgeschwindigkeit.
        Zuviel gibt eine Art Luftstau oder sogar Umkehr im Heckrohr und zuwenig ein Pendeln im Schweben.
        Bitte auf jeden Fall weiterhin berichten.
        Gruß
        Knut

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        • Sass
          Sass

          #19
          AW: (Um-) Baubericht MD 900 Explorer NOTAR von Vario

          Hallo,

          erst einmal ein paar Bilder. Ich probiere derzeit, welche Optimierungen des Gebläses Sinn machen.

          Wohlgemerkt: Die Leute von VARIO haben hier ganze Arbeit geleistet. Da wurde wohl auch sehr vieles probiert. Ziel muss aber immer sein, einen stabilen Flug zu sichern.

          Ich habe mit VARIO telefoniert und werde mit den Optimierungen vorsichtiger sein. Denn eine Verbesserung der NOTAR Leistung auf dem Werktisch kann zu Instabilität im Flug führen: Wenn der NOTAR hinten schließt, muss das Gebläse im vollen Druckpunkt ohne Volumenstrom arbeiten. Dabei darf die Strömung am Gebläse nicht komplett abreißen. Ansonsten braucht es Zeit, bis die Strömung wieder anliegt. Es ergibt sich eine Totzeit, die kein Stabi kompensieren kann. Der NOTAR öffnet, aber es kommt erst einmal nichts.

          Knut hatte das angemerkt.

          Damit ist das Gebläse von VARIO gut zurechtgekommen. Man hat sogar ein Ausschnitt in die Trägerplatte gemacht, um bei Rückstau eine Schubumkehr zu haben, die den Verbrenner kühlt. Das braucht es nicht bei Elektro.

          Also, auf den Bildern ist zu sehen, dass ich die Ansauglippe (ganz pragmatisch erst einmal aus Rohrisolation aus dem Baumarkt angeklebt habe. Das macht sich in der Leistung auf dem Werktisch mit ca 8% bemerkbar.

          Die "Schnecke", die ich aus Styro geschnitten habe und mit Panzerband verstärkt habe ist nicht gut. Hier geht viel Leistung verloren. Die kommt erst einmal wieder raus. Jetzt dichte ich mal das ganze sauber mit Silikon ab und dann wird erst einmal geflogen.

          ßber Anregungen freue ich mich immer...

          Viele Grüße
          Sass
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          • Sass
            Sass

            #20
            AW: (Um-) Baubericht MD 900 Explorer NOTAR von Vario

            Noch ein paar Anmerkungen zu den geplanten Tests zur Verbesserung des Wirkungsgrads des Systems. Ich habe da viele Ideen, die ich ggf. nicht umsetzen werde. Einfach mal zur ßberlegung:

            1) Verbesserung des Wirkungsgrads des bisherigen Radialverdichters (Evolution)
            a) Ansauglippe (umgesetzt)
            b) Spiralumlauf (probiert, wird noch einmal in einer kleineren Version getestet)
            c) Abdichtung mit Silikon (umgesetzt)

            2) Verbesserung des Wirkungsgrads des Radialverdichters (Revolution)
            Das würde eine größere Nummer werden. Um den Wirkungsgrad zu verbessern muss die Drehzahl deutlich runter und der Durchmesser hoch. Das ist das gleiche wie bei den Impellern (Axial). Beim Radialgebläse ist da noch viel drin. Vario konnte das nicht, da man auf den NitroVerbrenner setzte. Mit meiner neuen Mechanik und einem neuen großen Lüfter müsste da was drin sein. Viel größer und eine höhere Bauform. Habe schon gegoogelt. Ich erde mir definitiv keinen Lüfter seber bauen. Mal sehen, was es da gibt. EBM Papst hat interessante Lüfter. Ich suche weiter. Das würde aber kein Umbau so mal eben sein. Ich denke, wenn ich das mache, werde ich erst einmal einen Teststand bauen...Ich habe aber nicht die Zeit.

            3) Die Heckdüse ist super. Aber der Tailboom ist innen sehr rau.
            Dadurch entstehen hohe Wand-Schubspannungen im Fluid. Reynolds läßt grüßen. Eigentlich müsste man eine komplett glatte Wandung haben, um möglichst wenig Druck zu verlieren. Ich habe noch keine Lösung. Mir fehlen einfach die Messinstrumente. Ich müsste mal den Druck am Anfang und am Ende messen...

            4) Nutzung des Coand? Effects:
            Einbringung von Ausblasungen entlang des Booms. Ist einfach zu realisieren. Ich denke, dass ich das einfach mal testen werde. Die Löcher kann ich ja schnell wieder vor dem Lackieren zumachen. Schaun wir mal.

            Das mal als Gedankensammlung. Erst einmal will ich jetzt mal die optimalen Einstellwerte mit der derzeitigen Konfiguration erfliegen. Mal sehen, was da so an Flugzeit noch rauszuholen ist. Wenn der Regler besser eingestellt ist, gehen ggf. die Ströme noch runter. Bin mit der Kombi vStabi/MEZON noch nicht ganz glücklich.

            Und ich wollte auch keine Doktorarbeit an dem Heli schreiben.
            Das ganze muss ganz praktisch getestet werden. Wer eine gute Idee hat: Ich bin für Ratschläge offen.

            Viele Grüße
            Sass

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            • misterbike
              Junior Member
              • 27.07.2010
              • 3
              • Andreas

              #21
              AW: (Um-) Baubericht MD 900 Explorer NOTAR von Vario

              Hallo,
              gibt es schon weitere Erkenntnisse?
              3-4 Minuten Flugzeit ist ja schon recht wenig.
              mfg
              Andreas

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