Eine Frage, die ich mir auch immer wieder stelle. Doch es gibt Gründe aus der Sicht derer, die sich im Mainstream einfach wohler fühlen und einfach ihre Rexmechanik mit einer Zelle optisch aufwerten wollen. Anderen gefällt das auch und dann ist es verständlich, dass die auch genau sowas wollen. Da kommt lediglich Eins zum Anderen.
Aus sachlicher Sicht und wenn Scale im klassischen Sinne im Vordergrund steht, ist - ich sagte es woansders schon - eine knallharte und nicht wirklich leichte 3D-Mechanik eher suboptimal für Scale. Ich sagte Scale, nicht Rümpfe im Allgemeinen. Folgende Punkte sprechen gegen eine ALU/Carbon 3D-Mechanik:
- Laut: das Getriebe ist überdeutlich und unschön zu hören - erst recht mit TT.
- Resonanzgefärdet: Eine harte Mechanik hat kaum Potential, schädliche
Resonanzen zu schlucken, wenn die nicht absolut rund läuft. Und mindestens die Getriebegeräusche werden - sofern nichts dagegen getan wird - an die Zelle weitergeleitet und dort nochmals verstärkt. Im schlechtesten Fall gerät das ganze System ins starke Resonanzen und es kann zu Beschädigungen kommen.
- Gewicht: An sich ist Gewicht nichst schädliches, es beruhigt den Heli ja. Aber andererseits kostet das Energie und erfordert dann auch eine starken Antrieb. Da rechtfertigt sich die Anwesenheit der 3D-Mechanik quasi selbst.
- Overpowered: Wenn man eine 3D-Mechanik in eine Zelle packt, ist das eine Sache. Aber ohne dann auch den Flugstil signifikant zu ändern, eine ganz andere.
Solange man diese brachiale Leistung stets zur verfügung weiß, fliegt man auch entsprechend sorglos. Man sieht es selbst dann, wenn der Pilot sich müht, scale zu liegen. Es klappt meistens trotzdem nicht. Wieso? Eben wegen der Power und den mit viel zu hohen Drehzahlen (Heckproblem). Da wird jedes Tipperlein genau angezeigt und "versaut" quasi den Eindruck, dass es sich um ein "Original" handelt. Das liegt in der natur der Sache und läst sich - von Ausnahmen mal abgesehen - nur durch "entpowerung" lösen. Ein kleinerer Motor und weniger, viel weniger Drehzahl.
- Heckübersetzung: Die Rexe haben fast durch die Bank eine niedrige Heckübersetzung, weil sie nunmal auf Drehzahlen konzipiert sind. Fast jeder weiß es: Wenn man beim Rex mit kleineren DZ fliegt, dann hat man schnell Probleme. Muss nicht, passiert aber oft genug, dass man das als klassich bezeichnen darf.
Dazu will ich anmerken, dass dieses Problem nicht allein die Rexe plagt. Andere haben meist auch kaum mehr als die 1:4,x des Rex. Aber wenn das Chassis aus Plaste besteht, lohnt sich das Umrüsten schonmal.
- Gewicht 2: Viele Kunden mit Rexrümpfen verstehen einfach nicht, dass eine Zelle im Gegensatz zur Mechanik eher weich sein muss. Sie hängt gedämpft an 3 Punkten an der Mechanik und muss lediglich eigenstabil sein. Aber stattdessen hat es sich eingebürgert, dass die Zelle mit der Mechanik eine stabile und harte Einheit bildet - mit allen Nachteilen, die das mit sich bring: Lärm, Resonanzen, Gewicht, schwierigerer Service, etc. Tja, mittlerweile sind fast alle Zellen "3D-tauglich" und ich fürchte, dieser Trend ist noch nicht abgeschlossen.
Immerhin: Wenn das so weitergeht, brauche ich auch keine klassische Mechanik mehr, ich kann wieder - wie früher - alle Komponenten in die Zelle integrieren. Heckrohr? Total überflüssig! Da kommt ein eigener BL vor das hintere Rumpfrohr und geht per Riemen order TT nach hinten. Damit ist dann auch das DZ-Problem gelöst - nicht nur beim Propellerheck sondern auch beim Fenestron.
Die Hauptmechanik kann dann so ausgelegt werden, dass möglichst alles hinten und möglichst oben angebracht ist, so dass man auch den mittleren Passagierbereich scale ausbauen kann.
Ich versuche halt, es trotzdem positiv zu sehen und das Beste draus zu machen.
Anbei: es hat durchaus einen Sinn, wieder und immer wieder ungewollte Nebeneffekte bestimmter Trends zur Sprache zu bringen. Als ich mit dem Heli anfing, waren so gut wie keine tragenden Blades mehr für mittlere, oder gar kleinere Helis zu bekommen. Ich bin schon ein bisschen Stolz darauf, dass ich da indirekt vielleicht einen kleinen Anteil daran hatte, indem ich die Vorzüge tragender Blätter für alle, die noch nicht oder gerade nicht 3D fliegen. Nun ist der Markt wieder etwas in Bewegung geraten. Und dasselbe kann ich mir auch für Scale vorstellen, bzw. z.T. passiert das ja bereits.
Ich stimme also in vielen Punkten mit Torsten überein*. Aber nicht in allen. Und mut mir werden auch nicht alle einer Meinung sein - aber drum sind wir ja hier: Meinunsgaustausch.
*Große Akkus bekomme ich im Scale immer irgendwo unter, während hingenen die Zugänglichkeit im eingebauten Zustand auch schnell wieder an Bedeutung verliert. Um das Ausbauen kommt man meistens doch nicht herum.
Mein Fazit: Ich finde es toll, dass Scale mittlerweile wieder an Gewicht gewonnen hat, nachdem 3D-Gezappel sich etwas abgenutzt hat. Ich bewundere immer noch jeden, der es kann, doch sehen kann ich es halt trotzdem nimme. Aber Scale ist halt immer noch schön und wird seinen Reiz auch so schnell nicht verlieren. Nur hoffe ich halt, dass sich nicht nur "Funscale" als neuer Megatrend entwickelt, sondern dass parallel dazu auch das "echte" Scale sich weiter entwickelt, bzw. in günstigere Preisregionen rutscht. Das tut es aber nur, wenn sich genügend Leute dafür interessieren (kaufenderweise). Und das wiederum geschieht nur, wenn das Verständnis für die Zusammenhänge wächst und gedeiht.
Genau darum geht es mir und ich hoffe, ihr helft mir dabei.





Kommentar