AW: Drehbank und Fräse. Maschinen-Erfahrungen-Bewertungen-Unterschiede?
N`Abend
das mit der Grundausstattung war schon so gedacht, dass nur das gekauft wird, was man unbedingt braucht und den Rest dann Stück für Stück je nach Bedarf. Sonst kauft man am Anfang gleich das ganze Hoffmann Sortiment um dann festzustellen, dass 99% nur rumliegen.
@KlausG: Den Teilapparat wollten wir noch ein weilchen schieben, aber bei genauer ßberlegung....
@Rasenmäher: Die Teile die du da hast sehen wirklich sehr gut aus, Kompliment.
Die Idee die Drehbank als Fräse zu nutzen ist nicht schlecht aber leider ist man so platzmäßig etwas eingeschränkt.
AW: Drehbank und Fräse. Maschinen-Erfahrungen-Bewertungen-Unterschiede?
Wir konnten mittlerweile bei nem Bekannten Fräsen und Drehbänke besichtigen, leider sind dabei die Wabeco F1210 und D6000 aus unserer Auswahl gefallen Gründe waren bei der Fräse der zu weiche Aufbau der mit dem Bett verschraubten Säule, was ein Präzises Arbeiten nahezu unmöglich macht. Dazu kamen noch ein paar weitere Kleinigkeiten und wir waren uns einig, dass es keine Wabeco wird.
Mittlerweile sind wir halbwegs Ratlos und es stehen nur noch die Optimum Drehbank D 280x700 DC Vario sowie die Fräsen BF 20L Vario oder BF 30 Vario auf der Auswahlliste.
Wobei wir bei der BF 20L befürchten, dass sie, weil auch Säule mit Bett verschraubt, die gleich Problematik hat wie die Wabeco.
Hat evtl. jemand diese Maschinen im Einsatzt und könnte seine Erfahrungen berichten, v.a auch beim Bearbeiten von Stahl und größeren Werkstücken, da wir leider in näherer Umgebung noch niemanden gefunden haben, bei dem wir diese Maschinen anschaun/ausprobieren konnten.
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allo Walter,
das hört sich ja schon recht gut an
Wie sieht´s bei den Maschinen mit der Leistung im niedrigen Drehzahlbereich, bei Verwendung großer Fräser bzw. beim Drehen großer Werkstücke, wo viel Drehmoment benötigt wird, aus? Laufen sie noch sauber gleichmäßig ohne Drehzahlschwankungen oder gar ruckeln? Halten Elektronik und Motor das auch länger aus oder brauchen die zwischendrin ne Abkühlphase?
Haben die Maschinen auffälliges Spiel in Getriebe, Arbeits- , Leit- und Zugspindeln oder den Schwalbenschwanz- bzw. Prismenführungen?
Wie solide ist der Suport bei der Drehbank? Kann man hier auch große Drehstähle mit reichlich Spanabzug einsetzen ohne das sich etwas verwindet?
Wie ist die Rundlaufgenauigkeit? Werden die Herstellerangaben von 0,009mm für die Spindel ereicht oder ist sie sogar besser? Fluchten die Achsrichtungen von Spindel, Reitstock und Längsschlitten? Ist der Oberschlitten sauber rechtwinklig dazu?
Wie solide ist Fräse aufgebaut, vorallem die Verbindung von Fräskopf zu Tisch über Säule und Bett aber auch die Spindelführung? Schwingt hier evtl. etwas bei bestimmten Drehzahlen oder Fräser- Material Kombinationen? Kann man präzise und wiederholgenau nach Koordinaten Bohren oder "wandert" der Zentrierbohrer gern etwas? Ist ein "gerades" Fräsen in x-, y- und z-Richtung auch bei dickem Material und evtl. wechselnden Vorschubgeschwindigkeiten (was beim "von Hand fräsen" ja gerade bei weniger ßbung leichtsam passiert) möglich oder kann es passieren, dass man hier leichtsam "Wellen" oder "Bäuche" fräst, weil sich etwas verwindet, verbiegt oder Spiel hat?
Wie sieht´s mit der Rechtwinkeligkeit von x-, y- und z- Achse aus? Kann man dies u.U auch nachstellen, wenn es nicht von vorn herein passt?
Wie sieht´s hier mit der vom Hersteller angegebenen Rundlaufgenauigkeit von 0,015mm für die Spindel aus?
Das wärn mal so die wichtigsten Fragen. Dass natürlich bei Verwendung zu großer Fräser/Drehstähle und übertriebenen Vorstellungen an Spanabzug und Vorschubgeschwindigkeit man nahezu jede Maschine überfordern kann ist bei allen Angaben zu berücksichtigen, aber wenn sie im normal vorsichtigen Hobbybetrieb bereits "ins schwitzen kommt" würde man das ja recht bald merken.
Insgesamt ist eine Beurteilung auf die Ferne natürlich nur schwer möglich und auf keinen Fall durch eine perönliche in Augenschein nahme zu ersetzen, aber da du ja zwei der in Frage kommenden Maschinen hast, kann man sich hier wenigstens einen kleinen ßberblick verschaffen.
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Hallo Stefan,
ich versuche die Antworten zu geben.
Drehbank:
Große Durchmesser drehen ist kein Problem, da ist nur die Riemenspannung wichtig.
Wobei ich den Riemen lieber weich spanne.
Der Motor läuft rund, Drehzahlschwankungen gibt es nicht.
Bei großen Durchmesern kannst du auch bei Stahl noch 1mm zustellen, erst bei mehr wird sid dann langsamerr und bleibt stehen.
Bei kleinen Durchmessern ca 30mm kannst du auch 2 mm zustellen, gibt dann aber bei Messing und auch bei Stahl ne ziemliche Sauerei, weil die Späne überall hinfliegen. Bei Stahl kriegst du auch einen Fließspan hin.
Keine Abkühlphase nötig, ich hab die Maschinen seit Jahren und nutze sie, das Spiel hat sich nicht vergrößert. Und das Spiel ist auch einstellbar.
Ich nutze HSS Stähle und Widia mit Wechseleinsätzen. Spizenhöhe 10,4.
Fluchten von Support und Spindel passt, Der Reitstock ist verstellbar zum Drehen von Kegeln.
Rundlaufgenauigkeit ist sehr gut.
Ich wechsle manchmal das Drehfutter und setze das Spannzangenfutter ein. Die Spannzangen sind ER 25 und sind auf Drehbank und Fräsmaschine einsetzbar.
Mit den Spannzangen richte ich die Heli-Wellen mit einer Messuhr auf 2-5 Tausendstel.
Fräsmaschine:
Die Maschine ist sehr steif aufgebaut (Meine Meinung) wie es eben geht mit einer 120kg Maschine. Wir reden hier nicht über eine Deckel FP1. Das waren die Maschinen aus meiner Lehrzeit. Die wiegen aber über 1t.
Also der Zentrierboher wandert in keinster Weise, darüber hab ich mir nie Gedanken gemacht. Er wandert auch nicht, wenn das Werkstück winklig mit 45 Grad eingestellt ist, aber da muss man halt mit Gefühl arbeiten und nicht mit Gewalt, das ist aber bei den größeren Maschinen auch so. Solche Arbeiten mach ich dann aber mit dem Fräser und nicht mit dem Zentrierbohrer.
Die Führungen sind sehr genau, ich spanne immer die nicht bewegte Achse fest.
Die größte Belastung bisher habe ich der Maschine zugefügt mit den Akkuplatten für den Acrobat SE. Acht Glasfaserplatten 2mm dich zusammengeschraubt 16mm aufgespannt im Schraubstock. Mit einen zweischneidigen 16mm Fräser mit Hartmetal bestückt und mittlerer Drehzahl auf Maß fräsen.
Stirn oder Flankenfräsen kein Problem. Da rappelt es natürlich schon und die Späne fliegen. Ich sauge dann mit dem Staubsauger von Hand beim Fräsen, weil das Glasfaserzeugs sicher nicht gesund ist.
Beim Stirnfräsen kannst du da auf ganzer Breite 2mm zustellen.
Die Kanten sind gerade, keine Wellen, ich hab aber nie gemessen, weil mir nie Wellen aufgefallen sind. Wenn welche da sind, sind sie kleiner 2 Zehntel auf 20cm Länge.
Da ich einen Magnetmessstab angebaut habe ist die Wiederholgenauigkeit hervorragend. Aber auch ohne ist es gut, du hast ja den Masstab vorne und den Einstellring auf der Spindel.
Auch hier ist die Rundlaufgenauigkeit so, dass ich Wellen in die Spannzangen einspanne und auf dem Kreuzsupport den Magnethalter mit der Messuhr fixiere.
Dann fahre ich die Welle an und lass die Maschine langsam drehen.
Selbst die neu gekauften Wellen richte ich hier auf 2-3 Hundertstel.
Also wie schon gesagt, ich hab als Werkzeugmacher, ist allerdings 30 Jahre her an einer Deckel FP1 und an Drehbänken mit 2m Spitzenweite gearbeitet.
Das ist nicht vergleichbar, aber in Relation dazu sind die kleinen Maschinen hervorragend einsetzbar. Alles was du an Werkstückgrößen einspannen kannst, ist auch mit hoherr Genauigkeit zu bearbeiten.
Aber Vorsicht: Es sind Werkzeugmaschinen. Nicht jeder kann damit umgehen. Es ist was anderes wie wenn ich mir einen Akkuschrauber kaufe und ein Loch bohre.
Bei diesen Maschinen muss ich wissen was ich tue.
Verletzungsgefahr ist auch ein Thema, aber ich denke, jeder der sich dafür interessiert, weiß was er tut.
Für mich ist es super, da ich umsetzen kann, was ich damals gelernt habe und ich mir die Maschinen leisten konnte und Größe und Gewicht gerade so sind, dass wir sie zu zweit in meinen Keller geschafft haben.
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Hallo Walter,
das ging aber sehr schnell mit deiner Antwort
Das man jede Maschine ßberfordern kann hab ich ja oben schon geschrieben und dass ohne Gefühl nichts geht ist mir auch bekannt, da ich alle Dreh und Frästeile bis jetzt in einer Säulenbohrmaschine gefertigt hab.
Zur Drehbank nur noch ne Kleinigkeit: Was ist ca. ein "großer Durchmesser" und mit welcher Drehzal hast du da noch 1mm zugestellt?
Zur Fräse: Hast du mal die Rechtwinkeligkeit der Achsen (v.a. z-Achse zu x-y-Ebene) überprüft?
Wegen der Möglichkeit die Z-Säule links-rechts zu verschieben und weil diese ja mit dem Bett verschraubt ist, befürchten wir, dass sich an dieser Stelle Ungenauigkeiten einschleichen und die Maschine "weich" ist. Eine BF-30 Vario mit Säule und Bett aus "einem Guss" könnte hier u.U. Vorteile haben. Wir waren halt recht schockiert, dass besagter Bekannter mit seiner Wabeco, bei der auch Säule und Bett verschraubt sind, nicht mal Kupplungsstangen für ne Modelldampflok aus 3mm Stahlblech fräsen und präzise Löcher bohren konnte.
Vielen vielen Dank nochmals für deine Kompetente Unterstützung!
AW: Drehbank und Fräse. Maschinen-Erfahrungen-Bewertungen-Unterschiede?
Habe mir vor zwei Wochen eine Minilathe zugelegt, Kostenpunkt 400 Euro mit Bohrfutter (MK1) und einem Satz HSS-Meißel und dem orig. Satz an Zahnrädern zum Gewindeschneiden. Die Maschine ist entsprechend klein aber sauber verarbeitet. Man kann sehr präzise arbeiten z.B. habe ich eine Hülse außen 6mm innen 5mm aus einer 8mm Titanschraube gedreht, kein Problem! Hatte ein Ritzel welches 1 Milimeter zu groß war, die gedrehte Distanzhülse läuft absolut rund mit 0,5mm Wandstärke!
Kein Spielzeug die Drehbank wie ich finde. Habe drei Bücher gekauft, Drehen ist schließlich ein Ausbildungsberuf und man muß erstmal üben und hinter die Geheimnisse der Spanbearbeitung kommen.
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Hi,
also,
ich hab ein paar Bilder gemacht, getreu dem Techniker Motto: "ein Bild sagt mehr als tausend Worte".
Die Durchmesser der Drehteile bewegen sich um 100 mm und da ist zustellen von 1mm kein Problem. Drehen tue ich da bei ca 400 u/min.
Hab ich an der Riemenübersetzung abgelesen.
Bei der Fräse, nicht genau Bohren und 3mm nicht genau Fräsen ist Quatsch, das muss funktionieren, tut es bei mir auch. Es kommt aber schon auf den Stahl an. Da gibt es Teufelszeug, das wird schon bei 0,5mm zustellen blau.
Ich war sehr überrascht, als ein Nachbar kam mit Fahradteilen aus Alu, da sollte ich was abfräsen. Daz Zeug war so zäh, da ist mir echt nichts mehr eingefallen.
Da musste ich Widia Fräser nehmen. Letztendlich kriegt man alles klein.
Nun zu den Bildern,
ein paar Bilder von den Maschinen und dann von den Werkstücken.
Das dritte Bild ist mein Drehteller, wo ich den Acrobat SE und 450er Helis aufspanne um das Heck einzustellen. Ist aus Stahl und Alu gedreht. Das vierte Bild ist mein Teilapparat, da ist die Scheibe unter dem Drehfutter gedreht. Die Scheibe verschraubt das Drehfutter auf dem Teilapparat.
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Hallo,
die Werkstücke sehen ja z.T recht interessant aus, man kan sie aber sicher auch an nem Heli anbaun
An der Drehbank besteht nun wohl kein Zweifel mehr. Ich frag mich nur ob´s nen großen Unterschied zwischen deiner Quantum und der von uns ins Auge gefassten Wabeco gibt, muss da mal im Katalog schaun.
Die BF 20L Vario scheint also tatsächlich stabiler/solider/genauer zu sein als die 1200er Wabeco.
Wir werden uns nun mal sicherlich die Optimum Sachen anschaun, auch wenn wir ein Weilchen dafür fahren müssen.
Ob´s die BF 20 oder BF 30 wird, ist dann wohl Geschmackssache, auf alle Fälle scheint man mit der 20er auch trotz mit dem Bett verschraubter Säule genau arbeiten zu können ohne sich ßrger bei härteren oder dickeren Materialien einzuhandeln.
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