ich habe mir vor einigen Wochen einen gebrauchten Zweitheli ersteigert. Es ist ein DNHP 90 pro.
Motor: OS 91FX mit Vergaser OS 60B
Resorohr mit derzeit 44 cm Abstimmlänge
Sprit: Helisynthglow mit 7% Nitro
Glühkerze: Enya 4
Der Motor ist liegend eingebaut (Kolben bewegt sich horizontal). Der Auslass ist daher senkrecht, das Resorohr geht ansteigend nach hinten.
Mein Problem:
Die ursprüngliche Vergasereinstellung war in etwa:
Gemischschraube: etwas mehr als 1/2 Umdrehung offen
mittlere Nadel: etwa 1 Umdrehung offen
Vollgasnadel: etwa 1 Umdrehung offen
Wegen der geöffneten Mittelnadel habe ich vermutet, dass der Vorgänger mit hochnitriertem Sprit geflogen ist. Deshalb habe ich zunächst die Mittelnadel zugedreht (war vielleicht nicht richtig). Danach habe ich den Motor relativ problemlos starten können. Der Motor ist jedoch bei relativ geringer Drosselöffnung in den Zweitaktbetrieb gekommen (im Vergleich zu meinem OS46). Der Motor hat sehr agressiv Gas angenommen, Abgasfahne war vorhanden, aber nicht sehr dicht. Danach habe ich abgestellt und mit spucktest die Motortemperatur geprüft, Ergebnis: zisch...
Ich habe daraufhin einen Temperatursensor montiert, da ich meinen OS46 auch mit Temperaturmessung fliege, und dabei immer zwischen 80° und 100° bleibe.
Jetzt kommt mein wahrscheinlich schwerster Fehler: Ich habe versucht die Einstellung nach Bedienungsanleitung vorzunehmen. Dabei soll man die Gemischschraube von ganz offen 2 Umdrehungen zudrehen, das entspricht etwa 3,5 Umdrehungen offen. Ergebnis: kein Start, nicht einmal eine hörbare Zündung, sondern sofortiges Absaufen. Nach dem Herausnehmen der Glühkerze, Kolben zurückdrehen und auf den Kopfstellen rinnt der pure Sprit aus allen Löchern (Glühkerzenöffnung und Vergaseröffnung).
Mittlerweile habe ich die Gemischschraube nur mehr etwa 1,5 Umdrehungen offen, der Motor säuft noch immer ab. Von etwa 20 Startversuchen mit der Prozedur Kerze raus und ausrinnen lassen, Kerze rein und nächster Startversuch ist der Motor nur 3 mal angesprungen. Einen stabilen Lauf habe ich nur im mittleren Drehzahlbereich erreicht, dabei war die Drossel etwa 30 bis 40% offen, die Temperatur knapp unter 100°, im unteren Bereich ist er kurz gelaufen und dann ausgegangen, vermutlich zu fett. Nach dieser etwa 2 stündigen Prozedur habe ich resigniert aufgegeben.
Hat jemand noch einen Tip, soll ich die Gemischschraube wieder auf 0,5 Umdrehungen zudrehen und aus dem mageren Bereich heraus versuchen den Motorlauf in den Griff zu bekommen? Bei den misslungenen Startversuchen hat es nie hörbare Zündungen gegeben, die Kerze ist aber in Ordung, auch die Helligkeit der Glühwendel ist für mich ok.

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