hier die ersten Bilder des neuen SJM-600. Glücklicherweise hat der Heli mit den teilweise recht eigentümlichen Konzeptstudien der jüngeren Vergangenheit nicht mehr viel gemein. Der neue SJM-600 ist als SJM erkennbar. Das freut mich. Das markentypische Design (MFS-Kopf mit obenliegender Paddelstange, SJM-Landegestell etc.) ist vorhanden. Ich finde die Ausführung recht gelungen. Sicher gibt es im Detail auch noch Verbesserungsmöglichkeiten, aber das was realisiert wurde ist recht ordentlich.
Zu den für mich erkennbaren technischen Details:
- Chassis in Vertikalplattenbauweise (ähnlich SJM-500NG)
- typisches SJM-Landegestell
- 2-stufiges Hauptgetriebe, schrägverzahnt
- TS-Servos mit 120Grad-Direktanlenkung, Roll-Servo vorne - sieht lustig aus, aber warum nicht?
- Heckservo im Chassis mit direkter Anlenkung des Hecks mittels CFK-Rohr
- Heckrohr offensichtlich im Durchmesser vergrößert mit klassischer Heck-Abstützung
- Direkter Heckantrieb über Kegelradstufen
- großzügig dimensionierte Heckblatthalter mit PMG´s
- Heckvorbau für alle Arten von Akkus
- Heckvorbau zur Integration des Reglers und zusätzlicher Akkupacks zur Empfängerstromversorgung
- im Chassis geschütze Unterbringung von Empfänger und Kreisel
- Rotorkopf mit Zentralstück und vermutlich durchgehender Blattlagerachse - hoffentlich mit integrierter Kopfdämpfung
- obenliegende Paddelebene mit MFS-Kopf, Flybar-stand in Kunststoff
- großzügig dimensionierte Taumelscheibe mit interessanter Anordnung der Kugeln im Bereich der oberen Scheibe
- "wälzgelagerter" Taumelscheibenmitnehmer
Der Heli wartet mit einigen Raffinessen auf. So ist die flybar-stand entfernbar und kann gegen einen Bremssteller ersetzt werden. Dadurch bekommt man ganz einfach einen Rigid-Heli mit Direktanlenkung und typischerweise kurzer HRW. Die Anlenkarme der Blatthalter sind geschraubt und könnten so ganz einfach gegen längere Arme (vorteilhaft bei Rigid-Betrieb) ausgetauscht werden.
Wenn man sich die Getriebestufe anschaut, fällt die sehr tiefe Lage des großen Rades der ersten Stufe auf. Demnach müsste der Motor eine überlange Motorwelle haben. Hat er aber nicht. Das Ritzel der ersten Stufe ist auf einer eigenen Vorgelegewelle montiert und der Motor mittels Kupplung an dieser Welle angeschlossen. Das ist eine sehr aufwendige Konstruktion, hat aber zwei ganz zweckmäßige Effekte. Zunächst wird die Axialkraft aus dem schrägverzahnten Ritzel in der Lagerung der Vorgelegewelle abgefangen. Zusätzlich ist das Ritzel vom Motor über die Kupplung thermisch entkoppelt. Scorpion-Motore sind ja für ihre hohen Betriebstemperaturen bekannt. Bei deren Einsatz hat es in Kombi mit engen Verzahnungsspielen (Beispiel TD-Rigid) angeschmolzene HZR gegeben. So etwas dürfte mit dem SJM nicht passieren. Durch die separate Lagerung des Ritzel kommt es auch nicht zu einer ßberlastung der Motorlagerung (auch das war/ist ein Problem der Pyro-Motoren im TD-Rigid). So gesehen offenbart SJM zwei wirklich sinnvolle Gimmicks.
Wie sich die Kegelradstufen des Heckantriebes im Laufgeräusch bemerkbar machen bleibt abzuwarten. Alle Kegelradritzel scheinen in Metall ausgeführt zu sein. Vielleicht wäre es günstiger zumindest jeweils ein Rad in Kunststoff vorzusehen. Aber das sind Details, die einer Erprobung bedürfen.
Der jetzt vorgestellte SJM sieht zumindest schon mal gut aus und hat einige technische Merkmale an Bord, die gut gemacht sind. Bleibt abzuwarten wann die ersten Helis auf dem Markt auftauchen. Vielleicht gibt es die ja schon als Weihnachtsgeschenk (sehr sportlich gedacht - aber warum nicht?).
Die Bilder stammen offensichtlich von zwei Helis mit unterschiedlicher Ausführung des Heckrohres. Mir persönlich gefällt die "Black Edition" mit weniger Bling-Bling eindeutig besser.
Gruß Dieter







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