ich habe mir einen Jet Ranger von EVO geholt. Leider findet sich zu dem Heli nicht viel im Netz. Das mag wohl daran liegen das EVO recht neu ist. Da habe ich keine ahnung. Schaut man sich die Teile in dem Heli genauer an so unterscheiden die sich erstmal nicht von den vielen anderen Helis die man so im Netz findet.
Das ganze Paket war RTF. Nur mußte man noch für den Sender Akkus finden. Der beigefügte Lipo hat ein mehrpoliges Kabel für den Balancer (?). Das Ladegerät leider nicht. Also kann man nur den gesamten Akku an sich aufladen was nicht so optimal ist.
Damit ich die Möbel im Wohnzimmer, den Heli und meine Nerven schone, habe ich mir ein erweitertes Landegestell aus CFK Rohre gebaut. Das Gestell ist als X unter dem Heli montiert und hat eine Stablänge von 50cm. An den Enden habe ich kleine ca. 5x5x5 cm³ große Schaumstoffklötze montiert. Das Gestell kommt auf 49g.
Die ersten Hüpfer im Wohnzimmer haben gezeigt das der Heli ohne Probleme mit dem Gestell abhebt. Er hebt ungefährt bei 50% Vollgas ab. Gibt man zuviel Gas steigt er recht schnell. Also gehe ich mal davon aus das mein Gestell nicht zu schwer für den Heli ist.
Der Heli hat kaum Justageeinstellungen benötigt. Wegen dem Gestell mußte natürlich der Schwerpunkt neu ausbalanziert werden. Was mich etwas stört ist die eigentlich nicht vorhande Akkuhalterung. Der wird zwar gehalten kann aber ungehindert in eine Richtung verrutschen. Ich habe daher den Akku mit einem Gummiband gesichert das er jetzt fix seine Position hält. Den Rest habe ich am Sender weg getrimmt. Das ist wohl nicht die optimale Lösung weil so ein Heli dann anfängt beim geradeaus Flug zu pumpen, aber das wird im Wohnzimmer erstmal nicht möglich sein. Wenn ich soweit bin werde ich auch die Akkuhalterung weiter optimieren. Was etwas stört, zwischen Akku und Antriebszahnräder des Rotors ist nichts was die Zahnräder davon abhalten würde sich in den Akku zu bohren wenn man mal etwas härter aufsetzt.
Am Empfänger befindet sich nur ein Poti was mit "MIX" beschriftet ist. Laut einigen Seiten im Netz ist das wohl die Einstellung für den Kreisel, wie stark er stabilisiert. Da habe ich erstmal nicht dran gedreht, weil der Heli recht gut alleine zurecht kommt. Der kann durchaus ein paar Sekunden frei ohne zutun die Position halten.
Das Gehäuse ist nicht so der Bringer. muss man es doch fast komplett abbauen um den Akku zum Laden heraus zu nehmen. Ich werde wohl eine Seitenscheibe herausschneiden. Die Form des Jet Ranger scheint für die Mechanik nicht ideal zu sein oder umgekehrt. Der Empfänger ist auf dem Gestell festgeklebt mit Klebeband. Dadurch das er aber an der Windschutzscheibe aneckt hat er sich schon zur Hälfte gelöst. Das Landegestell sitzt auch sehr locker. Da es noch das zusätzliche X tragen muss, habe ich es mit einem Gummiband am Rumpf gesichert. Nun fällt da nichts mehr ab. Der Heckausleger wird mit einem Querstab gesichert welcher sich im Flug durch die leichten Vibrationen langsam heraus schiebt. Da das Landegestellgummiband an diesem Stab fest gemacht ist bleibt der jetzt auch drin.
Die Flugeigenschaften sind für mich als Neuling erstaunlich gut. Ich habe gedacht das es schwieriger wäre. Nach zwei Akkuladungen war ich schon in der Lage für ca. 2 Minuten nirgends gegen zu fliegen. Nach der fünften Ladung konnte ich schon recht weich landen und gezielt Ecken im Wohnzimmer ansteuern. Ob da die Flugerfahrungen mit Flächenmodellen geholfen haben oder der Heli so gut ist kann ich nicht beurteilen. Meist überreagiert man ja beim knüppeln. Ich habe fast den Eindruck das der Heli soviel Wind im Wohnzimmer produziert das er sich selber irgendwann Gegenwind produziert und abdriftet.
Meist hält der Akku läner als meine Nerven. Das Ladegerät macht 0,5-0,6A und der Akku hat 0,8Ah. Da das Ladegerät nur eine grüne LED hat, habe ich die Ladezeit immer gestoppt. Die liegt um die eine Stunde. Also werde ich wohl den Akku nicht tief entladen haben. Er konnte bei allen Flügen bis jetzt auch immer noch am Ende abheben, hatte also genug Leistung zur Verfügung.
Da die Eigenschaften so gut waren und ich schon die Richtugn vorgeben kann, wurde ich natürlich etwas übermütig und habe den Kamin im Wohnzimmer gerammt. Dabe ist der Heli aus ca. 1,5m Höhe abgestürtzt und kopfüber gelandet. Das war bis jetzt mein erster großer Absturz. Dabei hat er sich ein Rotorblatt des unteren Rotors abgehackt. Die anderen haben nur sehr kleine Macken um die 1-2mm. Mit diesem Absturz sind einige Probleme und Fragen entstanden.
Der Heli hebt nicht mehr ab.
Ich habe erst gedacht das evtl. der zweite Satz Rotorblätter eine andere Steigung haben und habe nachdem ich nur ein Blatt getauscht habe gleich alle getauscht. Er hebt danach immer noch nicht ab. Er klingt so als ob er nicht mehr auf Touren kommt. Dabei dreht er sich lamgsam nach rechts. Daher habe ich mal einige Punkte gecheckt:
1. Akku
Spannung ist jeweils 3,93V pro Zelle. Also eigentlich gut. Nach jeder Menge Tests habe ich den Akku neu aufgeladen. Heli hebt immer noch nicht ab.
2. Ich habe den Spurlauf kontrolliert. Dabei ist mir aufgefallen das der obere Rotor sehr exakt ist. Die Rotorblätter des unteren Rotors sind ca. 1cm am Ende auseinandern. Beide Blätter ausgebaut und nebeneinander gehalten sehen ziemlich gleich aus. Die Spur scheint Drehzahlabhänig zu sein. Je mehr Gas man gibt, desto mehr gehen die auseinandern. Ich würde jetzt sagen das ein Blatt weicher ist als das andere und sich mehr durchbiegt.
3. Bei der Taumelscheibe hat sich das obere Teil vom unteren gelöst. Es kam eine große Plastikugel dazwischen zum vorschein. Die Teile habe ich vorsichtig zusammengedrückt bis da wohl was zusammengeschnappt ist. Jetzt funktioniert die wieder ohne Spiel. Ob die beim Absturz oder bei der Montage der Blätter so geworden ist weiß ich nicht.
4. Den Heli habe ich in der Hand gehalten um den Spurlauf zu kontrollieren. Dabei viel mir auf das der Heli nach vorne kippt wenn man Gas gibt. Das kann man mit dem Schieber an der Fernsteuerung ausgleichen.
5. Desweiteren ist mir aufgefallen das wenn man den Heli bei Vollgas in der Hand hält und den dann um die Hochachse dreht, er in einer Richtung ein deutliches Gegendrehmoment erzeugt und lauter wird, aber in der anderen Richtung eher leiser wird und so gut wie garkein Gegendrehmoment erzeugt. Das läst mich darauf tippen, das ein Motor nicht mehr die gleiche Drehzahl erzeugen kann wie der andere. Das kann an dem Motor liegen oder an einem mechanischen Widerstand. Daher habe ich die Leichtläufigkeit getestet.
6. Das Zahnrad von der inneren Achse für den oberen Rotor kann man ganz leicht abmontieren. Dreht man dann den oberen Rotor so dreht er sich sehr lange. Es sieht nicht so aus als ob er irgendwo reibt. Daher gehe ich mal davon aus das die Achse auf dem Teilstück welches in der anderen Achse steckt gerade ist. Die andere Achse sollte daher auch gerade sein sonst würde das ja auch reiben.
Einzig scheint die Achse auf den oberen letzten 1,5cm einen ganz leichten Knick zu haben was nicht verwunderlich wäre da ja der Heli darauf gelandet ist.
7. Die Zahnräder der Achsen eiern. diese haben einen Abstand untereinander von ca. 1-2mm. Dreht man diese ganz leicht sieht man das der Abstand sich ändert. Ich gehe davon aus das der Akku dagegen gedrückt hat bei der letzte Landung. Nachdem ich das Zahnrad von der inneren Achse ab gemacht habe und wieder montiert habe ist es weniger geworden. Das Spiel von Motorzahnrad zu den Rotorachszahnrädern ist auch okay. Man kann den Rotor ganz leicht drehen ohne das Motorzahnrad mit zu drehen. Da kommt die Reibung nicht her.
8. Die obere Querstange mit den Gewichten am Ende eiert leicht wenn man die über die Tischplatte rollt. Durch vorsichtiges biegen ist das Eiern jetzt nicht mehr sichtbar. Die Querstange montiert ohne am Rotorblatt zu befestigen ist in der Waage.
9. Ich habe den Abstand der Rotorspitzen gemessen. Dieser beträgt ca. 5cm. Egal wie ich den Rotor drehe, der Abstand ist immer zwischen 49 und 51mm. Das ganze bekomme ich nicht genauer hin weil die Blattanstellung auch einen Einfluß hat. Ich habe versucht das immer bei waagerechter oberer Querstange zu messen. Ich denke aber das die Rotorblätter alle im 90° Winkel an der Achse dran sind.
10. Nach ein paar Minuten Motorlaufzeit werden die Motore sehr heiß. Das kann entweder an dem sehr eng anliegenden Gehäuse liegen oder an meiner zusätzliche Last von 49g. die Motoren sind sehr dicht aneinander gebaut. Da ist nur ein Spalt von vielleicht 3mm. Die Gehäuse sind so warm das man diese nicht anpacken kann und man zurück schreckt. Der Bierbrauer würde sagen das muss >80°C sein. Ich habe gelesen das die Magnete bei zu großer Hitze ihre Magnetisierung verlieren. Dazu habe ich noch beobachtet, das er am Anfang etwas besser im Bodeneffekt versucht zu schweben als etwas später. Dabei dreht er sich halt so stark nach rechts das man nicht mehr engegen knüppeln kann. Dreht man am Poti wo "MIX" dran steht, dreht er sich zwar weniger stark aber dafür kommt er auch nicht mehr hoch.
11. Das Drehmoment wleches die Motoren einem entgegen bringen beim manuelen drehen der Rotoren scheint gleich groß zu sein. Ob man daraus eine Info ziehen kann weiß ich nicht.
Mein Fazit daher, einer der Motoren hat durch zu großer Hitze Leistung verloren. Mich wundert nur das es zeitlgeich mit dem Absturz gekommen ist. Der Heli lag nicht Sekundenlang mit nicht drehenden Rotoren aber mit Vollgas auf dem Boden. Ich habe direkt vor dem Aufschlag schon das Gas weg genommen.
Was meint ihr könnte es sein?
Das fliegen hat mir soviel Spaß gemacht und das Gehäuse ist so schlecht das ich mir wohl einen eigenen Rumpf dazu bauen werde. Ich habe an dem Rumpf einer Kamov K-50 gedacht.
Gruß
Neil


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