knapp zwei Wochen nach der Auslieferung ist es nun geschafft: Der PSG Zenyt ist fertig aufgebaut und
eingestellt. Ich habe mir beim Aufbau bewusst viel Zeit gelassen und nun wird es Zeit
für einen Erfahrungsbericht.
Nachfolgend möchte ich gerne meine Eindrücke mit Euch teilen, was den Aufbau
im Allgemeinen und meine persönlichen Erfahrungen im Speziellen betrifft.
Natürlich geht man beim Aufbau einer Mechanik, die mit knapp EUR 2000 zu Buche
schlägt, kritischer an die Sache heran, als das bei einem vergleichsweise günstigen Bausatz
der Fall wäre.
Meine Erwartungshaltung war also ziemlich hoch, was die Qualität und Passgenauigkeit der
einzelnen Komponenten anbelangt. Der Zenyt ist mein 14. Heli-Bausatz in 3 Jahren und so kann ich auf einen
gewissen Erfahrungssatz zurückgreifen und durchaus Vergleiche ziehen.
In den Postings Nr.393 und 394 (S. 40) gab es ja bereits die ersten Bilder und Eindrücke vom Unpacking.
neue 3D Mechanik ZENYT von PSG Dynamics - Seite 40 - RC-Heli Community
Die Aufbauanleitung ist auf der PSG-Homepage online als pdf-Download verfügbar. Die Anleitung ist
sehr logisch aufgebaut, übersichtlich gestaltet, lässt prinzipiell keine Fragen aufkommen und bietet
auch fast keinen Raum für Interpretationen. An ein paar Stellen konnte ich Dino, dem Konstrukteur
des Zenyt und Verfasser des Manuals, noch ein paar ergänzende Tipps geben, die auch umgehend
eingepflegt wurden.
Als Beispiel: Ich habe mich leider nicht ganz 100% an die Aufbau-Reihenfolge gehalten und
die Tütchen mit den Alu-Winkelzahnrädern beide gleichzeitig ausgepackt.
Die zyklo-palloid Verzahnung ist aber aus konstruktiven Gründen bei einem Zahnrad rechts gedreht, beim anderen links.
Prompt habe ich diese natürlich irrtümlich vertauscht montiert und mich danach gewundert,
warum das korrespondierende Zahnrad nicht in die Verzahnung passen wollte. Der Tausch war dann
ein wenig frickelig, weil ich mit dem Loctite nicht sparsam genug war und die Zahnräder auf den Wellen
bereits festgeklebt waren. O.K. daran bin ich selbst schuld :-)
Der Aufbau hat Dank der hervorragend passenden Teile großen Spaß gemacht und es gab
praktisch keine Probleme bei der Montage.
Ein paar Stellen sind etwas tricky, weshalb ich hier kurz darauf eingehen will.
Wenn man die Stellen kennt, ist das schon die halbe Miete:
- insgesamt müssen 7 Lager, 2 Flansche, eine Aluhülse und 2 Gewindestifte mit Loctite 648 eingeklebt werden.
Da ich dieses Loctite leider nicht da hatte, musste ich es erst bestellen, was ein paar Tage
Bauverzögerung nach sich zog. Das Verkleben klappt aber sehr gut, wenn man das mit der richtigen Menge
an Kleber herausgefunden hat.
- der Einbau der Heckantriebswelle in das Heckrohr geht ziemlich schwer. Man muss die Teile mit Silikonspray
"gefügig" machen, was schnell Flecken auf dem tief-matten Heckrohr hinterlässt.
Mit Ballistol-Spray ist die nachfolgende Reinigung dann aber kein Problem.
- für die Montage der Heckrotorwelle inkl. Zahnrad, Messingabstandshülse und Shims hat
sich folgende Reihenfolge bewährt: Ein Türmchen bauen, bestehend aus Zahnrad, 0.2mm Shim
und Messinghülse (fehlt noch im unteren Bild). Dieses Türmchen senkrecht stehend zwischen die beiden Lager der Heckrotorwelle
reinbalancieren. Dann das linke und rechte Shim reinfummeln, alles festhalten und
dann sofort die Heckrotorwelle vorsichtig einschieben. Fertig - ganz einfach, wenn man es weiß.
- die beiden M3-Muttern für die Motorhalterung müssen jeweils in eine kleine Nut eingelegt werden.
Dabei liegen diese erstmal auf dem Zahnrad der Zwischenwelle auf. Verdreht man dieses Zahnrad,
verschieben sich die Muttern und fallen nach unten raus. Hier hilft es, das Zahnrad
mit einem Klebestreifgen am Chassis zu fixieren, damit sich dieses nicht unbeabsichtigt drehen kann.
Die Positionierung des Motorritzels geht dank der Pfeilverzahnung ganz einfach. Einfach das Ritzel
lose auf die Motorwelle aufschieben und alles zusammen an das Zahnrad der ersten Getriebestufe randrücken.
Dadurch stellt sich die exakte Höhe des Ritzels automatisch ein.
Sehr gut klappt die Verkabelung des Helis. Das ist ja meist ein leidiges Thema, weil die
Heli-Konstrukteure oftmals nur die Mechanik im Fokus haben, und die Elektrik eher
stiefmütterlich behandeln. Es gibt in der Anleitung sehr gut passende Vorschläge
für die Verlegung der Leitungen. ßberall sind Bohrungen im Chassis für Kabelbinder vorgesehen.
Sogar kleine Klebeböckchen und Kabelbinder sind im Bausatz mit enthalten.
Im hinteren Teil des Chassis gibt es zwei große Plattformen, welche das FBL, den Empfänger
und auch einen BEC-Puffer aufnehmen können.
Sämtliche Servos lassen sich übrigens später ganz leicht tauschen, ohne die komplette Mechanik zerlegen zu müssen.
Ein echter Pluspunkt.
Sehr gut haben mir auch die mitgelieferten Gabriel-Servoarme und die sehr stabilen Kugelpfannen
mit bereits bestückten Kugeln gefallen. Man benötigt also keine Kugelpfannenzange.
Als Schmakerln sind sämtliche Anlenkstangen als Titan-Turnbuckles (Rechts-Linksgewinde) ausgeführt
und sogar ein hochwertiger 4.5mm Gabelschlüssel ist zum Einstellen mit beigelegt.
Jede Mechanik wird übrigens bei PSG ausgemessen und die exakte Dicke und Position der einzelnen Shims
in den Getriebewellen ist für jedes Modell separat dokumentiert. Durch die Pfeilverzahnung muss natürlich
die Höhenposition der einzelnen Zahnräder exakt eingehalten werden.
Die Vormontage der Mechanik macht also echt Sinn und erspart dem Anwender jede Menge an Arbeit.
In der Anleitung ist explizit darauf hingewiesen, dass die Chassis-Schrauben noch nicht mit
Loctite gesichert wurden.
Sehr schön fand ich auch, dass die Blatthalter bereits fertig mit Lagern bestück waren. Dadurch
entfällt das lästige Fetten der Drucklager. Der Rotorkopf lief nach der Montage auf Anhieb
völlig spielfrei aber dennoch "sahnig". Dasselbe galt auch für den Heckrotor.
Mein persönliches Higlight war jedoch die Anlenk-Mimik der Heckrotorblätter. Sämtliche
Gelenke sind mit teilweise winzigen Kugellagern bestück (alles vormontiert) und entsprechend spielfrei
und extrem leichtgängig läuft das Heck. Das hat mich echt schwer beeindruckt.
Abgerundet wird das Paket durch den absolut hervorragenden Kunden-Support durch PSG.
Dino hatte mir nach Fertigstellung des Aufbaus angeboten, meinen Zenyt kurz persönlich
in Augenschein zu nehmen. Er wollte einfach 100% sicher gehen,
dass auch beim Endkunden und unter Serienfertigung alles soweit passt. Er gab mir in diesem
Zuge dann noch den Tipp, das Zahnflankenspiel zwischen Motorritzel und Zwischenwellenzahnrad ruhig
noch enger zu stellen, da sich der PEEK-Kunststoff auch bei Erwärmung so gut wie
nicht ausdehnt. Zusätzlich wurde noch die Dicke eines Shims verändert, um
einen optimalen Zahneingriff (war ca. 2/10mm nicht deckungsgleich) am Heckabtrieb
zu gewährleisten. Das lief dann aber eher unter Kosmetik und wäre nicht notwendig gewesen.
Die Zenyt-Mechankik verzeiht auch grobe "Zahnfehlstellungen", was sogar in der Praxis
vorsätzlich getestet wurde. Natürlich sollte man das trotzdem nicht tun :-)
Hier mein Setup:
- Zenyt-Bausatz mit PEEK-Zahnrädersatz (Standard ist POM)
- Pyro 800 Competition
- Kontronik Cool-Kosmik 200
- DH 711* Hauptrotorblätter (eventuell Test von MS Composite 730mm)
- DH 106 mm Heckrotorblätter
- Futaba BLS 175 SV TS-Servos
- Futaba BLS 276 SV Heckservo
- BD 3SX FBL
- Jeti R3L Empfänger
- SLS 14S 4400 mAh Magnum V2 Lipos
Lieferumgang des Baukastens:
- vormontiertes Chassis mit Getriebe
- sehr hochwertig lackierte Vollcarbon-Haube mit Tenax Schnellverschlüssen
- Blattcaddy
- silikonierte Halteriemen für den Akku
- Akkuschiene
- Befestigungsmaterial (Kabelbinder, Klebesockel usw.)
- 4.5mm Gabelschlüssel für Turnbuckles
nicht enthalten, aber notwendig:
- Blätter
- Elektronik
- Loctite 243, Loctite 648, Silikonspray
- Dry Fluid
- Silikonfett für die Dämpfungsgummis imRotorkopf
Mein persönliches Fazit: Meine Erwartungen an den Zenyt waren wirklich hoch und ich
war gespannt, ob der Anspruch, den PSG an sich selbst stellt, auch erfüllt werden konnte.
Ich sage: Ja, das passt auf alle Fälle!
Pro:
+ sehr gute Passgenauigkeit der Teile
+ hochwertige Materialien (Voll-Carbon Chassis, 7075 hochfestes Alu)
+ 100% Made in Germany (Konstruktion + Teilefertigung)
+ wartungsfreundlicher Aufbau
+ eingemessene Mechanik, vormontiert
+ PEEK Zahnradsatz als Option erhältlich
+ Heckrohrtausch einfach möglich
+ super Anleitung mit direkt anklickbaren Youtube-Link (Animationen)
+ komplett alle elektrischen Komponenten inkl. Empfehlung bei PSG im attraktiven Paket bestellbar
+ lange Testphase der Mechanik durch Teampiloten
+ Halterung für Kosmik-Regler vorgesehen
+ optimaler elektrischer Leistungsfluss, kurze und direkte Hochstrom-Leitungsverlegung vom Akku über Regler zum Motor
Contra:
- das ursprüngliche Haubendesing ist leider nicht mehr verfügbar (Geschmacksache)
- das mattschwarze Heckrohr ist etwas empfindlich gegen Flecken (lässt sich mit Ballistol aber gut reinigen)
- Einbau der Heckantriebswelle etwas schwierig
- Landegestelloptik
- Tenax-Verschlüsse (habe diese bei mir gegen Compass-Verschlüsse getauscht)








Viele Grüße
Rolf












bei der großen Haube hätte das Rohr dicker sein können.

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