Eine Bell 222

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  • Immelmann
    Member
    • 10.05.2013
    • 30
    • Henning
    • Dresden

    #1

    Eine Bell 222

    Servus allerseits!

    Ich habe heute zum erstenmal in diesem Forum gelesen. Ich muss sagen, toll was ich hier alles über die schönen alten Graupner Helis lernen kann!

    Ich bin selbst seit 1976 Modellflieger (mit einer langen Unterbrechung von 10 Jahren oder mehr) und kann mich noch gut an die Anfänge der RC-Hubschrauber erinnern. Leider konnte ich mir damals als Schüler so etwas nicht leisten.

    Vor etwa 20 Jahren hatte ich dann einen gebrauchten Graupner Bell 222 Trainer (nach dem was ich hier gelernt habe, vermutlich mit der Mechanik Best.-Nr. 73 , zumindest mit Bell/Hiller-Kopf und HB 61 PDP Motor) von einem anderen Piloten gekauft.
    Dummerweise bekam ich seinerzeit den Motor nicht wieder richtig zum Laufen, sodass
    der Hubi schliesslich einen langen Dornröschenschlaf angetreten hat.

    Vor ca. einem Jahr habe ich nun mit RC-Hubschraubern begonnen und mache jetzt Rundflüge und auch mal einen Looping. Vor einigen Tagen habe ich nun begonnen, die Bell 222 wieder flott zu bekommen. Die Mechanik sieht noch ganz gut aus.
    Aus Lärmschutzgründen will ich den Hubi zunächst einmal mit einem Elektromotor
    fliegen. Ich mache die Modifikationen aber so, dass ich den HB PDP wieder einbauen kann
    (falls ich ihn jemals wieder zum Laufen bekomme). Der Plan ist, statt der Fliehkraftkupplungsglocke eine Verbindungshülse auf die 6 mm Antriebswelle zu setzen
    und den Elektromotor dann in deren Verlängerung nach vorne im Bereich des verbreiterten Ausschnittes der Plattform anzuordnen.

    Dazu jetzt meine Fragen:

    1. Kann mir jemand von Euch einen Bauplan, eine Explosionszeichung der Mechanik o.ä. per email schicken, damit ich beim Zerlegen und Restaurieren nichts kaputt mache und es auch wieder richtig zusammen bekomme?

    2. Welche Drehzahlen braucht der Rotorkopf für angemessenes Fliegen (sportlicher Rundflug)? Oder besser, welche Drehzahlen hat der HB PDP typischerweise?
    Sind das so etwa 10.000 bis 11.000 U/min ?

    3. Die Hauptrotorblätter aus Holz sehen nicht mehr so richtig vertrauenserweckend aus.
    Kann man den Heli mit modernen 600er Carbon-Blättern fliegen?

    4. Reichen Standardservos für Roll/Nick und Pitch?

    Vielen Dank und viele Grüße,

    Henning
    VG. Henning
  • WGS
    WGS
    Member
    • 15.09.2010
    • 675
    • Wolfgang

    #2
    AW: Graupner Bell 212 TwinJet - das Ende...

    Hallo Henning,

    Zitat von Immelmann Beitrag anzeigen
    Dazu jetzt meine Fragen:

    1. Kann mir jemand von Euch einen Bauplan, eine Explosionszeichung der Mechanik o.ä. per email schicken, damit ich beim Zerlegen und Restaurieren nichts kaputt mache und es auch wieder richtig zusammen bekomme?
    Schick' mir Deine e-Mail-Adrese per PN.

    2. Welche Drehzahlen braucht der Rotorkopf für angemessenes Fliegen (sportlicher Rundflug )? Oder besser, welche Drehzahlen hat der HB PDP typischerweise?
    Sind das so etwa 10.000 bis 11.000 U/min ?
    Das sollte schon etwas mehr sein, die ßbersetzung ist ca. 1:10, da sollte der Motor schon 15.000 bis 16.000 Upm bringen und auch unter Last halten können.

    3. Die Hauptrotorblätter aus Holz sehen nicht mehr so richtig vertrauenserweckend aus.
    Kann man den Heli mit modernen 600er Carbon-Blättern fliegen?
    Das wirft dann die Frage auf, was Du willst: Möchtest Du einen Oldie restaurieren, oder einfach "was zum Fliegen" haben auf der Basis der vorhandenen, alten Mechanik.
    Im ersten Fall spricht nichts gegen die Holz-Hauptrotorblätter, wenn sie nicht gebrochen oder verfault sind (sehr unwahrscheinlich).
    Da der Kopf aber - in jener Zeit nicht allgemein üblich - schon mit kräftigen, steifen Anlenkungen und Drucklagern ausgestattet ist, kannst Du jedes normale Rotorblatt darauf fliegen, also auch Carbon-Blätter.

    4. Reichen Standardservos für Roll /Nick und Pitch ?
    Das kommt darauf an, wie man "Standard" definiert: Billigservos jener Zeit, wie z.B. C 505, C507 o.ä. sind ganz sicher nicht geeignet, Servos wie das C4041 schon eher, wobei ich nach wie vor überall C4421 in den Oldies (und auch meinen aktuelleren Helis) einsetze; das ist für mich ein Standardservo.
    Grüsse
    Wolfgang

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    • Immelmann
      Member
      • 10.05.2013
      • 30
      • Henning
      • Dresden

      #3
      AW: Graupner Bell 212 TwinJet - das Ende...

      Hallo Wolfgang,

      vielen Dank für die Informationen!
      Ich will den Heli schon möglichst wieder sehr nah am Originalzustand fliegen.
      Ich schicke Dir meine email für die Pläne!

      Beim Inspezieren der Mechanik sind mir noch ein paar Fragen gekommen:

      1. Wie bekomme ich die alten verharzten Rizinus- und andere Verbrennungsrückstände
      von Metallteilen und vor allem auch von den Kunststoff-Kufenträgern ab? Sieht echt nicht schön aus.

      2. Kann man die HRW gemeinsam mit Rotorkopf und Taumelscheibe nach oben ausbauen?
      Dazu muss man vermutlich zunächst die innere "Pitchstange" aus dem Lager an dem
      Pitchhebel lösen und dann das große Plastikgetrieberad nebst Freilauf abbauen.
      Macht man das so?

      3. Der schwarze Taumelscheibenmitnehmer stand etwas verdreht. Nachdem ich die Klemmung gelöst und ihn ausgerichtet hatte, hatte dir HRW etwas axiales Spiel. Ist es richtig,
      das man die HRW ganz hochziehen und den Taumelscheibenmitnehmer runterdrücken muss,
      um die HRW durch den den Taumelscheibenmitnehmeraxial zu fixieren? Bei mir ist dann nur noch ein hauchdünner Spalt zwischen
      dem großen Getrieberad und dem Rahmen. Ich bin nicht sicher, dass das da nicht schleift im Flugbetrieb...

      4. Unten am Rotorkopf sind zwei Schrauben mit Kontermuttern radial nach innen gerichtet.
      Ich vermute, Teil einer Art Kopfdämpfung. Die lassen sich einigermaßen frei drehen, bewegen sich aber weder nach außen noch nach innen. Soll das so sein?
      VG. Henning

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      • Immelmann
        Member
        • 10.05.2013
        • 30
        • Henning
        • Dresden

        #4
        AW: Graupner Bell 212 TwinJet - das Ende...

        Uups,

        Beitrag eben zu früh abgeschickt...

        Nochmals vielen Dank und viele Grüße an alle Oldie-Flieger!
        (Hmm, ich meine natürlich Flieger von Heli-Oldies... nicht nur Oldies, die fliegen!
        Aber da gibt es vermutlich eine nenneswerte Schnittmenge...

        Henning
        VG. Henning

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        • WGS
          WGS
          Member
          • 15.09.2010
          • 675
          • Wolfgang

          #5
          AW: Graupner Bell 212 TwinJet - das Ende...

          Hallo Henning,

          da der Michael "mitspielt", schreib' ich hier weiter, wird halt später mit verschoben.

          Zitat von Immelmann Beitrag anzeigen
          1. Wie bekomme ich die alten verharzten Rizinus- und andere Verbrennungsrückstände
          von Metallteilen und vor allem auch von den Kunststoff-Kufenträgern ab? Sieht echt nicht schön aus.
          Also wenn es so aussieht:

          Modell komplett zerlegen, bis zur letzten Schraube, und alle Metall- und Kunststoffteile zunächst einmal in eine große Kunststoffschüssel fallen lassen, die mit einer Mischung aus Wasser, Geschirrspülmittel (fettlösend) und Brennspiritus gefüllt ist, dort mindestens ein bis zwei Tage einweichen lassen.
          Im nächsten Gang mit Zahnbürste (nicht mit der eigenen, mit der vom Partner) die gelösten Verschmutzungen entfernen. Wenn das nicht vollständig gelingt, mit "Cillit Bang Kraftreiniger Multi-Fett" nachhelfen und gut nachspülen; wenn man es trocknen läßt, gibt es einen klebrigen Film.
          Für die Härtefälle (eingebrannte Rückstände etc.) habe verwende ich den hier beschriebenen Felgenreiniger; danach geht dann nur noch polieren, z.B. mit NevrDull.

          2. Kann man die HRW gemeinsam mit Rotorkopf und Taumelscheibe nach oben ausbauen?
          Dazu muss man vermutlich zunächst die innere "Pitchstange" aus dem Lager an dem
          Pitchhebel lösen und dann das große Plastikgetrieberad nebst Freilauf abbauen.
          Macht man das so?
          Nein, Du mußt zunächst den Rotorkopf abbauen. Als erstes(!) mußt Du die Querschraube aus dem Kunststoff-Schiebestück oben auf der Pitchstange entfernen. Achte darauf, das Schiebestück nicht zu beschädigen, die letzte Ausführung wurde zugunsten eines größeren Pitchbereichs sehr weit ausgenommen und mechanisch dadurch geschwächt, das Ding ist sehr selten!
          Dann lockerst Du die beiden Klemmschrauben ganz unten am Rotorkopf (welche durch die kleinen Metallplättchen gehen), dann drehst Du die mittlere Schraube (zwischen den beiden Klemmschrauben) ganz heraus. Wenn niemand hier in der Vergangenheit "gemurkst" hat, kannst Du den Kopf jetzt nach oben abziehen.

          3. Der schwarze Taumelscheibenmitnehmer stand etwas verdreht. Nachdem ich die Klemmung gelöst und ihn ausgerichtet hatte, hatte dir HRW etwas axiales Spiel. Ist es richtig,
          das man die HRW ganz hochziehen und den Taumelscheibenmitnehmer runterdrücken muss,
          um die HRW durch den den Taumelscheibenmitnehmeraxial zu fixieren? Bei mir ist dann nur noch ein hauchdünner Spalt zwischen
          dem großen Getrieberad und dem Rahmen. Ich bin nicht sicher, dass das da nicht schleift im Flugbetrieb...
          Böse Falle, das!
          Normalerweise muss man tatsächlich die Welle ganz nach oben ziehen und alles axial durch den Mitnehmer fixieren. Voraussetzung ist aber, dass unten, zwischen Tellerrad/Freilauf und unterem Rotorwellenlager, die richtigen Distanzbuchsen eingebaut wurden. Leider gibt es mehrere Versionen des Freilaufs, und außerdem haben damals einige Modellflieger versucht, einen Freilauf in Eigenregie nachzurüsten, zwar mit Originalteilen, aber nicht immer mit allen, die je nach Version zu einander gehörten. Sieh' Dir daher genau den zugehörigen Abschnitt in der (neu erstellten) Anleitung an, dann sollte alles klar sein.

          4. Unten am Rotorkopf sind zwei Schrauben mit Kontermuttern radial nach innen gerichtet.
          Ich vermute, Teil einer Art Kopfdämpfung. Die lassen sich einigermaßen frei drehen, bewegen sich aber weder nach außen noch nach innen. Soll das so sein?
          Ja, damit stellt man die Kopfdämpfung ein. Normalerweise drücken sie innerhalb der Kunststoffgehäuse über ein bis zwei runde Alu-Plättchen gegen die angespitzten Gummistopfen, und diese damit gegen die HR-Welle. Auf den Schrauben sitzen eigentlich Kontermuttern gegen die MS-Gewindeeinsätze in den Gehäusen, so dass die Schrauben nach dem Einstellen des statischen Spurlaufs fixiert werden können. Manchmal sind die Gummis verschlissen oder durch zu kräftiges Anziehen deformiert, das bekommt man aber normalerweise wieder hin, wenn man weiß, wie's funktioniert.

          Dann wünsche ich Dir erst einmal viel Spaß beim Lesen der Anleitungen, Material dürftest Du ja ausreichend für das verregnete Wochenende haben.
          Grüsse
          Wolfgang

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          • Immelmann
            Member
            • 10.05.2013
            • 30
            • Henning
            • Dresden

            #6
            AW: Eine Bell 222

            Vielen Dank für die Verlagerung meiner Fragen zum Thema Graupner Bell 222
            in einen neuen Thread.
            Wie ich nun mit Hilfe von Wolfgangs vielen Hilfen und Informationen in den Anleitungen,
            die ich von ihm erhalten habe (nochmals ganz herzlichen Dank dafür!), herausgefunden habe,
            habe ich einen Bell 222 Trainer (Zelle Best.-Nr. 4603 und 4604) mit einer Mechanik Best.-Nr. 73A plus Platinen-Set Nr. 98, die ich beginne zu restaurieren.

            Der Heli-Rumpf ist der Bell 222 nachempfunden, er hat kein Einziehfahrwerk
            sondern Landekufen, und ist aus sehr leichtem durchsichtigen Lexan-Kunststoff gefertigt.
            Er ist nicht selbsttragend, sondern wird an der kompletten Mechanik punktuell verschraubt.
            Die Mechanik ist, ähnlich modernen RC-Helis, auch ohne Rumpf flugfähig.

            Zu dieser Mechanik gab es auch einen etwas naturgetreueren Rumpf der BELL 222 mit
            Räderfahrwerk, das evtl. auch als Einziehfahrwerk ausgeführt werden konnte, Best.-Nr. 4605.

            In diesem Thread kann es sicher um beide Versionen gehen...

            Viele Grüße,

            Henning
            VG. Henning

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            • WGS
              WGS
              Member
              • 15.09.2010
              • 675
              • Wolfgang

              #7
              AW: Eine Bell 222

              Hallo Henning,

              dann dürfte Dein Modell ja diesem ziemlich ähnlich sehen:

              Grüsse
              Wolfgang

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              • Immelmann
                Member
                • 10.05.2013
                • 30
                • Henning
                • Dresden

                #8
                AW: Eine Bell 222

                Ja, genau so ein Modell ist es! Ich werde auch gerne Bilder von meinem Modell zeigen.
                Das geht allerdings frühestens nächsten Mittwoch. Momentan bin ich auf Dienstreise...

                Der Heli-Ständer sieht ja auch gut aus! Sicher sehr sinnvoll zum Anlassen der
                Graupner Helis.

                Aus welchen Gründen auch immer ist bei meinem Exemplar der Heckrotor entgegen der Anleitung rechts. Dann müsste eigentlich die asymmetrischen Ruderwirkung um die Neutrallage auftreten, die Wolfgang hier beschrieben und gelöst hat.

                Vermutlich werde ich den Originalzustand wieder herstellen, auch wenn das bei
                rechtsdrehendem Hauptrotor aerodynamisch nicht so günstig ist. Ist
                die Heckrotorwirkung mit Heckrotor links ausreichend?

                Grüße,

                Henning
                VG. Henning

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                • WGS
                  WGS
                  Member
                  • 15.09.2010
                  • 675
                  • Wolfgang

                  #9
                  AW: Eine Bell 222

                  Zitat von Immelmann Beitrag anzeigen
                  Ist
                  die Heckrotorwirkung mit Heckrotor links ausreichend?
                  Bei diesem Modell in jedem Fall.
                  Grüsse
                  Wolfgang

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