Hallo Leute,
Jan hat mir freundlicherweise 5 Einzelzellen ( zu große Selbstentladerate ) für einen Test zur Verfügung gestellt.
Hier der Bericht mit Bildern und Video:
Aus Gipskartonplatten, 5 Minuten-Epoxi und Draht habe ich eine passende Box gebaut. Um den schlimmsten Fall zu simulieren, habe ich auch den Deckel fest verschlossen.
Der 1s5p Akku wurde mit 1 C vollgeladen.
Am Tag des Tests haben wir den Akku 20 Minuten lang mit 2 Ampere überladen. Da sich nichts tat, folgten 20 Minuten ßberladen mit 5 Ampere.
Da immer noch nichts passierte, haben wir eine 12 Volt Autobatterie direkt an den 1s5p Pack geklemmt , was das Kabel dazu veranlaßte, Rauchzeichen zu geben.
Da müssen mindestens 25 A geflossen sein 8) Um ein Abbrennen der Kunststoffisolierung des Kabels mit anschließendem Kurzschluß in der Zuleitung zu verhindern, haben wir die Autobatterie abwechselnd an- und wieder abgeklemmt.
Nach weiteren 20 Minuten hatten wir den Akku endlich entflammt.
Das Abfackeln:
Aus der kleinen ßffnung kam für ca. 2 Minuten eine ca. 2 Meter lange Stichflamme, die sicher gereicht hätte, um einen Zimmerbrand auszulösen ( wie von einer kleinen Silvesterrakete ). 8o 8o 8o
Weiterhin gab es eine erhebliche Rauchentwicklung. Wir haben auch ein Video gemacht, auf dem die Funken aber kaum zu sehen sind. Die Sache erscheint dadurch harmloser, als wenn man daneben steht. Das Video
Fazit:
Den Akku zu entzünden war in diesem Fall nicht einfach, es gibt aber offensichtlich Beispiele, wo das schneller geht als man denkt.
Die Box, wie ich sie weiter oben beschrieben habe, könnte weder einen Zimmer- noch einen Autobrand verhindern, da durch die kleine ßffnung eine gebündelte Stichflamme entsteht. Selbst wenn die Stichflamme auf schwerentflammbares Material treffen würde ( z.B. Kacheln im Badezimmer ), wäre die Wohnungseinrichtung aufgrund der erheblichen Rauchentwicklung ruiniert. Vielleicht müßte man auch einen von Nachbarn herbeigeführten Besuch der Feuerwehr ( ob nötig oder nicht ) bezahlen.
Wenn ich mir vorstelle, daß im ( zwar sehr unwahrscheinlichen, aber dennoch möglichen ) Ernstfall die zehnfache Brennstoff-Menge entzündet wird - oh oh 8o
Was nun ?
Die Gipskartonplatten halten der entstehenden Hitze problemlos stand. Der Metallkoffer ist eigentlich überflüssig.
Eine Explosion der Box wäre wohl nur möglich, wenn man sie hermetisch abdichten würde, was man kaum hinbekommen wird.
Ich persönlich werde vorläufig nur noch im Keller auf dem Steinfußboden laden.
Ganz unten eine Idee zur Weiterentwicklung der Box. Um Lipo-Spenden zum Testen wird gebeten
Das war der Akku:
Um wirklich Sicherheit zu haben, müßte man die Box mit größeren ßffnungen versehen, um der Stichflamme den Druck zu nehmen. Weiterhin müßte man einen Gang, oder eine Kammer anbauen, in der sich die Stichflamme totlaufen kann. Um zu verhindern, daß die Brandgase den Keller oder die Wohnung ruinieren, müßte man noch einen flexiblen Schlauch aus einem Fenster heraushängen lassen, ähnlich wie bei einem Wäschetrockner.
Ich habe mal eine Skizze angefertigt, wie man das realisieren könnte. Die Box würde ein Oberteil haben, das in ein Unterteil gesetzt wird. Alles wie gehabt aus Gipskartonplatten.
Wenn ich wieder von irgendjemand zum Fliegen unbrauchbare Lipos bekomme, werde ich es ausprobieren und wieder berichten.


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