Heckvibrationen: Ein "Erlebnisbericht"

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  • Inder-Nett
    Senior Member
    • 09.07.2012
    • 1559
    • Lutz
    • Seligenstadt

    #1

    Heckvibrationen: Ein "Erlebnisbericht"

    Nach dem ich im letzten Jahr nacheinander mit meinem TDR alle möglichen Probleme mit dem Antrieb hatte, hat es mich zu Beginn diesen Jahres mit Heckvibrationen erwischt.

    Ich will das Ergebnis der mehrwöchigen Fehlersuche mal als "Erlebnisbericht" zusammenfassen, vielleicht hilft es dem einen oder anderen, wenn er ähnliche Probleme hat, etwas schneller zum Ziel zu kommen.

    Angefangen hat es damit, dass mir aufgefallen ist, dass der TDR bei ca. 2000rpm am Kopf äußerst nervös in der Luft lag und auch bei niedrigeren Drehzahlen das Heck in der Schwebe nicht wirklich ruhig stand.

    Nach Demontage der Hauptrotorblätter ist aufgefallen, dass beim Durchlaufen des Drehzahlbereichs von 1800-1900 Umdrehungen die Taumelscheibe richtig zu Zappeln anfing.
    Die Vibrationsanalyse zeigte bei Drehzahlen drunter und drüber leicht überhöhte Vibrationen bei der Drehzahl des Heckrotors, im Bereich von 1800-1900 Umdrehungen kamen scheinbar breitbandige Störungen (richtiges Gebirge in der Anzeige der Vibrationsanalyse) rein.

    Nach Demotage der Heckrotorblätter waren die Vibrationen deutlich schwächer, aber auch nicht weg.
    Mit anderen Heckrotorblättern (3 verschiedene Sätze probiert) gleicher Effekt (deshalb habe ich die Heckrotorblätter erstmal als mögliche Fehlerursache ausgeschlossen).
    Außerdem auffällig, dass bei den Vibrationen auch der gesamte Heckausleger mit geschwungen hat, als ob die Vibrationen von der Heckrotorantriebswelle (RI-0810-700) ausgehen würden.

    Nach Auswechseln der Heckrotorantriebswelle war das nur minimal besser. Heckgetriebewelle (RI-0910) wurde als nächstes ausgebaut, aber die war absolut gerade. Als die ab war, waren auch die Vibrationen völlig weg!

    Mit Heckgetriebewelle, aber ohne Heckrotornabe (RI-0936) waren die Virbationen immer noch völlig weg, mit Heckrotornabe (ohne Blattgriffe) schon wieder ein Ansatz von leichten Vibrationen, mit Blattgriffen etwas mehr, mit Blättern dran absolut katastrophal! Mit einer anderen, nagelneuen Heckgetriebewelle die gleichen Probleme.
    Dann hab ich mal (ohne Blätter) probiert, wie das aussieht, wenn man die Finne ab macht: Nicht unbedingt vibrationsfrei, aber auffällig schwächer! Ohne Finne ist sind die Vibrationen vor Allem nicht so ausgeprägt bei einer ganz bestimmten Drehzahl, sondern auf ein breiteres Band verteilt.
    Mit einer nagelneuen Finne weniger Vibrationen, aber (mit Blättern dran) immer noch im kritischen Bereich.

    Die Heckrotornabe weißt allerdings auch keinerlei Verformung auf, ist absolut symmetrisch und auch nicht krumm. Blattgriffe haben auf der Feinwaage auch das gleiche Gewicht angezeigt, d.h. beide kommen als Verursacher auch nicht in Frage.

    Ganz zum Schluss habe ich dann (weil mir nix besseres mehr eingefallen ist) einfach mit ein bisschen Tesa auf den Heckrotorblättern rumprobiert und siehe da... nach dem dritten Versuch waren die Vibrationen weg!

    Was ich dabei gelernt habe:
    • Bereits minimale Unwuchten im Heckantrieb können über 1600rpm (am Kopf) verheerende Wirkung haben.
    • Da Heckrotorantriebswelle und Heckgetriebewelle auf der gleichen Drehzahl drehen ist die Fehlersuche ziemlich schwierig, weil die sich unter Umständen gegenseitig zum Schwingen anregen.
    • Die Finne scheint (wenn sie schon etwas älter ist) auch gern auf einer Frequenz mit zu schwingen, die Resonanzen des Heckantriebs noch verstärkt.
    • Die V-Stabi Vibrationsanalyse ist ein wertvolles Toll, aber nicht unfehlbar. Bei bestimmten Frequenzen und Amplituden werden irreführende Werte angezeigt.
    • Tesa wirkt Wunder ;-)
    Saubere Landungen werden völlig überbewertet...

    ... besonders von Passagieren!
  • molch
    Member
    • 20.09.2012
    • 49
    • Jörg

    #2
    Heckvibrationen: Ein "Erlebnisbericht"

    Super Bericht!

    Kannst du vielleicht mal aufzeigen, was sind für dich akzeptable bzw. inakzeptabel Vibrationen?
    Ich habe zwar keinen Henseleit aber man kann diese Erfahrungen auch auf andere Hersteller Portieren.
    mCPX BL, Compass Atom 5.5, Compass 6HV, Reflex XTR2, MC20 + MX20 HoTT

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    • Inder-Nett
      Senior Member
      • 09.07.2012
      • 1559
      • Lutz
      • Seligenstadt

      #3
      AW: Heckvibrationen: Ein "Erlebnisbericht"

      Völlig inakzeptabel sind Vibrationen, die zur Störung des V-Stabi-Betriebs führen, insbesondere das oben erwähnte Zittern der Taubelscheibe bei bestimmten Drehzahlen, Vibrationsdrift oder Unruhe im Heck.

      Ansonsten ist so ein Richtwert (ich glaube, das habe ich mal im V-Stabi-Forum gelesen), wenn die Anzeige in der Vibrationsanalyse bei den Peeks unter 200 bleibt.
      Saubere Landungen werden völlig überbewertet...

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      • molch
        Member
        • 20.09.2012
        • 49
        • Jörg

        #4
        AW: Heckvibrationen: Ein "Erlebnisbericht"

        Ich hatte vielleicht gedacht du Bilder von der Vibrationsanalyse hast, vorher und nachher.
        mCPX BL, Compass Atom 5.5, Compass 6HV, Reflex XTR2, MC20 + MX20 HoTT

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        • Inder-Nett
          Senior Member
          • 09.07.2012
          • 1559
          • Lutz
          • Seligenstadt

          #5
          AW: Heckvibrationen: Ein "Erlebnisbericht"

          Einen Screenshot von der Vibrationsanalyse habe ich nur einmal machen lassen, mit Rotorblättern drauf:



          Ist allerdings ziemlich erklärungsbedürftig.
          Der dunkelgrüne Zacken sind die aktuellen Vibrationen zum Zeitpunkt des Screenshots, das ist etwa die Heckdrehzahl und die Vibrationen sind nicht schön, aber noch nicht wirklich kritisch. Da sind wir aber auch außerhalb der Resonanz-Drehzahl.
          Die hellgrünen Zacken sind entstanden, als die Drehzahl den Bereich durchfahren hat, wo die Stabi total verrückt spielte. Da gehe ich allerdings davon aus, dass das Fehler bei der Wandlung/Fourier-Transformation sind, denn so eine breitbandige Störung würde mechanisch anders aussehen.

          Auf der Resonanz-Drehzahl habe ich keine Screenshots gemacht, das war mir zu heikel, um den Heli zur Belustigung Anderer länger auf dieser Drehzahl laufen zu lassen.

          Wenn die Unwuchten weg sind, dann sieht man bei den meisten Drehzahlen überhaupt nichts. Lediglich bei max. Rotorkopfdrehzahl kommt ein kleiner Buckel bei etwas über 10000rpm (was der Heck-Drehzahl entspricht).
          Angehängte Dateien
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          • molch
            Member
            • 20.09.2012
            • 49
            • Jörg

            #6
            AW: Heckvibrationen: Ein "Erlebnisbericht"

            Danke für deine Ausführungen.

            Wenn das von dir gezeigte Spektrum für Ok ist, dann sollte ich auch kein Problem haben. Es hat ßhnlichkeit mit meinem. Ich habe nämlich ein paar Probleme mit dem Heck, beim Atom 5.5 und das Log zeigt mir ganz viele Einträge "starke Vibrationen".
            mCPX BL, Compass Atom 5.5, Compass 6HV, Reflex XTR2, MC20 + MX20 HoTT

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            • Inder-Nett
              Senior Member
              • 09.07.2012
              • 1559
              • Lutz
              • Seligenstadt

              #7
              AW: Heckvibrationen: Ein "Erlebnisbericht"

              Zitat von molch Beitrag anzeigen
              Wenn das von dir gezeigte Spektrum für Ok ist, dann sollte ich auch kein Problem haben. Es hat ßhnlichkeit mit meinem. Ich habe nämlich ein paar Probleme mit dem Heck, beim Atom 5.5 und das Log zeigt mir ganz viele Einträge "starke Vibrationen".
              Das von mir gezeigte Spektrum ist nicht OK, sondern das fehlerhafte.
              Wenn's OK ist, dann ist da fast nix grün.


              Dann hat mich noch eine Frage zum Thema per PN erreicht, die beantworte ich mal gleich mit hier:
              waren die blätter unwuchtig ?
              du hast 3 sätze probiert...alle irgendwie fehlerhaft ?
              Das Problem trat fast identisch mit 3 verschiedenen Blatt-Sätzen auf (Railblade, DH-Blades und Xblades).
              Die Blätter waren eigentlich nicht unwuchtig. Auf der Feinwaage Abweichungen im Bereich der Messungenauigkeit der Waage.

              Wo das Problem genau liegt kann ich auch nicht sagen, ich vermute, dass da irgendwo eine minimale Unwucht drin ist, die sich be bestimmten Drehzahlen aufschaukelt und durch etwas Tesa gerade so ausgeglichen wird.
              Saubere Landungen werden völlig überbewertet...

              ... besonders von Passagieren!

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              • MartinSausF
                xtremeracing.de/
                Onlineshop
                • 28.08.2007
                • 754
                • Martin
                • Rund um München

                #8
                AW: Heckvibrationen: Ein "Erlebnisbericht"

                Ich hab bei mir mal die Heckblatthalter gewogen und einen messbaren Unterschied festgestellt. Daraufhin hab ich mir einen einzelnen beszellt und das beste paar rausgewogen.
                Es könnte sein, dass Du mit dem Tesa am Blatt bei bestimmten Drehzahlen kleine Unterschiede der Blatthalter mir ausgleichst und deshalb die Vibs geringer geworden sind.
                Viele Grü�e
                Martin

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                • Ralph S.
                  Moderator
                  • 07.07.2009
                  • 3316
                  • Ralph
                  • MSC Oberau�?em-Niederau�?em

                  #9
                  AW: Heckvibrationen: Ein "Erlebnisbericht"

                  Ich habe jetzt bei meinem neu aufgebauten TDR leider das gleiche Problem. Unter 1900Umdrehungen ist alles unauffällig, aber sobald ich höher komme habe ich im heck Vibrationen so das die Taumelscheibe wild hin und her zuckt. Montiere ich die Heckblätter ab, ist sie wieder ruhig.
                  Heckrotorblätter, Heckrotorwelle und Nabe habe ich schon gewechselt, daran liegt es nicht.
                  Ebenso vom Starrantrieb die Lager habe ich geprüft, sind ebenfalls in Ordnung.
                  Hat noch jemand einen Tipp?
                  Es ist nicht zu wenig Zeit, die wir haben, sondern es ist zuviel Zeit, die wir nicht nutzen.
                  Gru�? Ralph

                  Kommentar

                  • Worker
                    Worker

                    #10
                    AW: Heckvibrationen: Ein "Erlebnisbericht"

                    Moin.

                    Stand etwas Auffälliges im Eventlog, bezüglich der Vibrationen?
                    Welches V-Stabi hast Du verbaut?

                    Gruß
                    Worker

                    Kommentar

                    • ThomasC
                      Senior Member
                      • 10.02.2012
                      • 3963
                      • Thomas
                      • Giessen

                      #11
                      AW: Heckvibrationen: Ein "Erlebnisbericht"

                      Kurz von mir Erfahrungen mit einem anderen Heli (Gaui Hurricane 550, Graupner GR-18): auch hier beim "normalen abwiegen" der Heckblätter mittels Blattwaage keine Auffälligkeiten, aber bei bestimmtem Drehzahlbereich tanzten die Servos. Die Vibs waren auch auf der Werkbank von Hand deutlich zu spüren, ja sogar hörbar. Für mich erstaunliche Lösung war, die Heckblätter gegeneinander tauschen, seitdem läuft das Ding im Grunde vibrationsfrei. Als Meßgerät steht bei mir allerdings nur eine einfache Align-Blattwaage und zwei Colagläser zur Verfügung, bzw. bei Werkbankbetrieb direkt mit der Hand am Heckrohr fühlen. Ich kann das hier Beschriebene also bestätigen: minimalste Differenzen führen zu enormen Effekten.

                      Gruß

                      ThomasC
                      Es könnt' alles so einfach sein - isses aber nicht

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                      • miro911
                        Senior Member
                        • 15.02.2012
                        • 1957
                        • Jochen
                        • Düsseldorf und Umgebung

                        #12
                        AW: Heckvibrationen: Ein "Erlebnisbericht"

                        Zitat von Ralph S. Beitrag anzeigen
                        Hat noch jemand einen Tipp?
                        Ja hätte ich. Hatte auch nach einem Absturz bei meinem TDR Vibrationen am Heck und hatte alles versucht, ohne Erfolg. Dann habe ich hinten am Heckgetriebe etwas mehr Spiel eingebaut(die Passscheibe von der Linken auf die Rechte Seite gesetzt) und siehe da, alles wurde gut.
                        Zuletzt geändert von miro911; 16.03.2015, 07:48.
                        TDR II Speed mit Pyro 900 Custom
                        DiaboloS mit Scorpion 4540 Custom

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                        • charly39
                          Senior Member
                          • 21.09.2008
                          • 2066
                          • Karl
                          • UMFC Reichenthal OÃ?

                          #13
                          AW: Heckvibrationen: Ein "Erlebnisbericht"

                          Zitat von Ralph S. Beitrag anzeigen
                          Hat noch jemand einen Tipp?
                          Dreh mal die Hecknarbe um 180°.

                          Gruß Charly
                          Zuletzt geändert von charly39; 16.03.2015, 08:42.
                          _______________________
                          [FONT="Comic Sans MS"][FONT="Times New Roman"]SuziJanis700//Trex700FL//EXO500[/FONT][/FONT]

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                          • AndiG2
                            Member
                            • 26.07.2013
                            • 67
                            • Andreas
                            • Main Kinzig Kreis

                            #14
                            AW: Heckvibrationen: Ein "Erlebnisbericht"

                            - Bezgl. Vibrationen am Heck war bei meinen Helis immer eine Runde "Tesakleben" notwendig. 0,5...1cm^2 sind so meine "Maßeinheiten" (... bis 450er).
                            - Um noch besser zu werden, habe ich bei allen Helis die Heckfinne entkoppelt : 2-3mm Hartgummi zwischen Heck/Finne-Befestigungspunkten reichten bislang hierfür aus.
                            Meine Vib-Testmethode : Fingernagel senkrecht ans Heck; Hartes anstoßen/unangenehm - zu viel

                            Gruß Andreas

                            PS zuviel Vibs schaden auch den Lagern !
                            Zuletzt geändert von AndiG2; 16.03.2015, 08:52.
                            Blade nano cpx BL, 130X, 300(MH)X, Oxy 3, Align450L-TM1000, Chase 360-TM1000; DX9

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                            • realstarman
                              Senior Member
                              • 30.09.2012
                              • 1388
                              • Siegfried
                              • Gröbenzell

                              #15
                              AW: Heckvibrationen: Ein "Erlebnisbericht"

                              Schau mal ob die Lager des Starrantriebs fest im Heckrohr sitzen. Tun sie auch bei neuem Heckrohr und Lagern nicht immer. Ich habe im Moment unter den O-Ringen der Lager eine Lage Panzertape in der Nut. Damit waren die VIPs weg.

                              Grüße,
                              Siegi
                              Funke: Jeti DC-16
                              Helis: mcpx, mcpx BL, Protos 500, TDR, Chronos, R70Li
                              Männa...

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