Ich will das Ergebnis der mehrwöchigen Fehlersuche mal als "Erlebnisbericht" zusammenfassen, vielleicht hilft es dem einen oder anderen, wenn er ähnliche Probleme hat, etwas schneller zum Ziel zu kommen.
Angefangen hat es damit, dass mir aufgefallen ist, dass der TDR bei ca. 2000rpm am Kopf äußerst nervös in der Luft lag und auch bei niedrigeren Drehzahlen das Heck in der Schwebe nicht wirklich ruhig stand.
Nach Demontage der Hauptrotorblätter ist aufgefallen, dass beim Durchlaufen des Drehzahlbereichs von 1800-1900 Umdrehungen die Taumelscheibe richtig zu Zappeln anfing.
Die Vibrationsanalyse zeigte bei Drehzahlen drunter und drüber leicht überhöhte Vibrationen bei der Drehzahl des Heckrotors, im Bereich von 1800-1900 Umdrehungen kamen scheinbar breitbandige Störungen (richtiges Gebirge in der Anzeige der Vibrationsanalyse) rein.
Nach Demotage der Heckrotorblätter waren die Vibrationen deutlich schwächer, aber auch nicht weg.
Mit anderen Heckrotorblättern (3 verschiedene Sätze probiert) gleicher Effekt (deshalb habe ich die Heckrotorblätter erstmal als mögliche Fehlerursache ausgeschlossen).
Außerdem auffällig, dass bei den Vibrationen auch der gesamte Heckausleger mit geschwungen hat, als ob die Vibrationen von der Heckrotorantriebswelle (RI-0810-700) ausgehen würden.
Nach Auswechseln der Heckrotorantriebswelle war das nur minimal besser. Heckgetriebewelle (RI-0910) wurde als nächstes ausgebaut, aber die war absolut gerade. Als die ab war, waren auch die Vibrationen völlig weg!
Mit Heckgetriebewelle, aber ohne Heckrotornabe (RI-0936) waren die Virbationen immer noch völlig weg, mit Heckrotornabe (ohne Blattgriffe) schon wieder ein Ansatz von leichten Vibrationen, mit Blattgriffen etwas mehr, mit Blättern dran absolut katastrophal! Mit einer anderen, nagelneuen Heckgetriebewelle die gleichen Probleme.
Dann hab ich mal (ohne Blätter) probiert, wie das aussieht, wenn man die Finne ab macht: Nicht unbedingt vibrationsfrei, aber auffällig schwächer! Ohne Finne ist sind die Vibrationen vor Allem nicht so ausgeprägt bei einer ganz bestimmten Drehzahl, sondern auf ein breiteres Band verteilt.
Mit einer nagelneuen Finne weniger Vibrationen, aber (mit Blättern dran) immer noch im kritischen Bereich.
Die Heckrotornabe weißt allerdings auch keinerlei Verformung auf, ist absolut symmetrisch und auch nicht krumm. Blattgriffe haben auf der Feinwaage auch das gleiche Gewicht angezeigt, d.h. beide kommen als Verursacher auch nicht in Frage.
Ganz zum Schluss habe ich dann (weil mir nix besseres mehr eingefallen ist) einfach mit ein bisschen Tesa auf den Heckrotorblättern rumprobiert und siehe da... nach dem dritten Versuch waren die Vibrationen weg!
Was ich dabei gelernt habe:
- Bereits minimale Unwuchten im Heckantrieb können über 1600rpm (am Kopf) verheerende Wirkung haben.
- Da Heckrotorantriebswelle und Heckgetriebewelle auf der gleichen Drehzahl drehen ist die Fehlersuche ziemlich schwierig, weil die sich unter Umständen gegenseitig zum Schwingen anregen.
- Die Finne scheint (wenn sie schon etwas älter ist) auch gern auf einer Frequenz mit zu schwingen, die Resonanzen des Heckantriebs noch verstärkt.
- Die V-Stabi Vibrationsanalyse ist ein wertvolles Toll, aber nicht unfehlbar. Bei bestimmten Frequenzen und Amplituden werden irreführende Werte angezeigt.
- Tesa wirkt Wunder ;-)


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