Eins vorab: Ich möchte keinen Hersteller verunglimpfen und irgendeine Stimmungsmache betreiben. Dies ist ein möglichst objektiver Erfahrungsbericht und beschreibt nur die Konsequenzen, die ich persönlich daraus ziehe.
Hier kurz der Ablauf der Dinge bis zur völligen Ohnmacht.
Der Verkauf eines meiner Rumpfhubies brachte mich auf die tolle Idee, die Elektronikkomponenten (Kreisel und Empfänger), die sämtlichst erst eine Flugstunde auf dem Buckel hatten in meinen NT zu Bauen, der schon 95 Stunden im Betrieb war. Neuere Teile vermitteln irgendwie ein besseres Gefühl.
Nach weiteren 2 Stunden im NT ging plötzlich nix mehr und das Teil zerschellte ziemlich spektakulär.
Ich wußte ja, daß das mal irgendwann auch mich treffen wird und nahm es entsprechend gefasst.
Die Absturzursache war relativ schnell herausgefunden, es kam nämlich wirklich nix mehr an - Dauerstörung so zu sagen. Den auf Vollgas laufenden Motor habe ich auf Kosten einer ordentlichen Brandblase (Zuhalten des nicht ganz kalten Resorohres) zum Stehen bringen müssen.
Ein Empfängerquarztausch ergab keine ßnderung. Erst nach den ersten Zerlegemaßnahmen rührten sich die Servos plötzlich wieder und ich dachte: Suuuuuuper, jetzt kann ich wenigstens auch nicht mehr testen, ob durch einen Empfängertausch der Fehler behoben werden kann.
Also Sender und Empfänger nach kurzem Telefonat mit Graupner an die Serviceabteilung geschickt mit schriftlicher Beschreibung des Hergangs und Antrag auf Kulanz, wenn sich der Empfänger als ßbeltäter herausstellt. Eine Eingangsbestätigung mit der Info die Teile voraussichtlich innerhalb von 15 Werktagen an mich zurück zu schicken, stimmten mich zuversichtlich. Meine erste telefonische Nachfrage nach 19 Werktagen ergab nur die Info, daß mein Serviceauftrag laut der Nummer nun gerade an der Reihe sei, lapidare Entschuldigungen für die Verzögerungen inklusive.
Die Nachnahmesendung mit meinen Teilen kam letzten Freitag nach letztendlich 4 !/2 Wochen.
Schwerstens beeindruckt war ich vom Servicebericht. Der wies einen zerstörten Prozessorquarz des Empfängers aus, hervorgerufen durch starke Vibrationen. Aufgrund dieser Diagnose stellte man die Reparatur auch in Rechnung mit dem Verweis, daß es sich nicht um einen Garantiefall handelt. Wohl gemerkt, der DS 19 ist ca. 3 Stunden im Einsatz gewesen.
Mit dem Vorhaben dies abzuklären, rief ich heute nochmals bei der Serviceabteilung an. Ergebnis: Es handelt sich einfach mal um Verschleiß, für den kein Garantieanspruch geltend gemacht werden kann. Der gute Abteilungsleiter erzählte mir irgend etwas von Grenzwerten aus der Raumfahrt ?( ?( ?( und von hubschrauberspezifischen hochfrequenten Vibrationen, die ich überhaupt nicht erkennen könne.
Ich solle eine andere Lagerung und einen anderen Einbauort des Empfängers wählen. Ich konterte mit der Info, daß baugleicher Empfänger an gleichem Ort mit gleicher Lagerung schadlos nahezu 100 Stunden im Einsatz war.
Langer Rede schwacher Sinn: Man bot mir Kulanz bei der Reparatur des Empfängers (ca. 30 €) an, wollte aber nicht für den Folgeschaden (ca. 500 €) in irgendeiner Weise aufkommen oder sich an den Kosten beteiligen. Mit entsprechend viel Schaum vor dem Mund hab- ich dieses abgelehnt.
Nun stehe ich da, ich doofer Kunde mit -hochfrequenter- Laune und bin mir sicher mit besagtem Empfänger das letzte Graupnerprodukt gekauft zu haben. Diese Erkenntnis war mir durchaus die paar Euros wert, die ich ausgeschlagen habe.
Ich hätte dieselbe gerne 5 Wochen vorher gehabt. Dann hätte ich mir sofort einen neuen Sender und Empfänger zugelegt und mir wären die schönen Flugtage nicht durch die Lappen gegangen.
Wie sind Eure Erfahrungen bei möglicherweise ähnlichen Vorfällen mit Futaba - Komponenten ?
Ich kann nur hoffen, bei zukünftig auftretenden Schäden auch weiterhin den Haufen Schrott auf dem Flugfeld und nicht in der Zuschauermenge wieder zu finden. Meine Einstellung zu unserem tollen Hobby und das Vertrauen zu "hochwertigen" Produkten hat sich auf jeden Fall ziemlich verändert. Werde nur noch fliegen, wenn sich Kollegen und Zuschauer in objektiver Sicherheit befinden.
Wer nach diesem Bericht immer noch Lust auf Graupnerteile hat, kann sich gerne bei mir melden. Verkaufe nun meine MC 24 (4 Jahre alt, Raste und seit neuestem auch Druckschalter auf dem linken Hebel) und die beiden PCM DS 19 (15 Monate alt und 100 Std Betrieb, 9 Monate alt und 3 Std Betrieb, Prozessorquarz und Keramikfilter neu nach Absturz und Service beim Hersteller).
Wäre interessant Eure Meinung zu hören. Möglicherweise sehe ich das ja zu subjektiv und naturgemäß zu emotional. Ein Systemwechsel steht für mich allerdings fest. Da werden auch keine Raumfahrtgrenzwerte etwas ändern können.
Gruß aus NRW
Ingo

" seit dem bekomme ich die Worte irgendwie nicht mehr aus dem Kopf. ?( (Sie leben aber von diesem Spielzeug recht gut 
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