Vorsicht bei Einsatz von Elektronik im Hubschraube

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  • arnie
    Member
    • 18.10.2002
    • 564
    • Ingo

    #1

    Vorsicht bei Einsatz von Elektronik im Hubschraube

    Es gibt nämlich keine Garantieansprüche, zumindest nicht für Graupnerkomponenten, bei denen Verschleiß vorliegt.

    Eins vorab: Ich möchte keinen Hersteller verunglimpfen und irgendeine Stimmungsmache betreiben. Dies ist ein möglichst objektiver Erfahrungsbericht und beschreibt nur die Konsequenzen, die ich persönlich daraus ziehe.

    Hier kurz der Ablauf der Dinge bis zur völligen Ohnmacht.
    Der Verkauf eines meiner Rumpfhubies brachte mich auf die tolle Idee, die Elektronikkomponenten (Kreisel und Empfänger), die sämtlichst erst eine Flugstunde auf dem Buckel hatten in meinen NT zu Bauen, der schon 95 Stunden im Betrieb war. Neuere Teile vermitteln irgendwie ein besseres Gefühl.
    Nach weiteren 2 Stunden im NT ging plötzlich nix mehr und das Teil zerschellte ziemlich spektakulär.
    Ich wußte ja, daß das mal irgendwann auch mich treffen wird und nahm es entsprechend gefasst.
    Die Absturzursache war relativ schnell herausgefunden, es kam nämlich wirklich nix mehr an - Dauerstörung so zu sagen. Den auf Vollgas laufenden Motor habe ich auf Kosten einer ordentlichen Brandblase (Zuhalten des nicht ganz kalten Resorohres) zum Stehen bringen müssen.
    Ein Empfängerquarztausch ergab keine ßnderung. Erst nach den ersten Zerlegemaßnahmen rührten sich die Servos plötzlich wieder und ich dachte: Suuuuuuper, jetzt kann ich wenigstens auch nicht mehr testen, ob durch einen Empfängertausch der Fehler behoben werden kann.
    Also Sender und Empfänger nach kurzem Telefonat mit Graupner an die Serviceabteilung geschickt mit schriftlicher Beschreibung des Hergangs und Antrag auf Kulanz, wenn sich der Empfänger als ßbeltäter herausstellt. Eine Eingangsbestätigung mit der Info die Teile voraussichtlich innerhalb von 15 Werktagen an mich zurück zu schicken, stimmten mich zuversichtlich. Meine erste telefonische Nachfrage nach 19 Werktagen ergab nur die Info, daß mein Serviceauftrag laut der Nummer nun gerade an der Reihe sei, lapidare Entschuldigungen für die Verzögerungen inklusive.
    Die Nachnahmesendung mit meinen Teilen kam letzten Freitag nach letztendlich 4 !/2 Wochen.
    Schwerstens beeindruckt war ich vom Servicebericht. Der wies einen zerstörten Prozessorquarz des Empfängers aus, hervorgerufen durch starke Vibrationen. Aufgrund dieser Diagnose stellte man die Reparatur auch in Rechnung mit dem Verweis, daß es sich nicht um einen Garantiefall handelt. Wohl gemerkt, der DS 19 ist ca. 3 Stunden im Einsatz gewesen.
    Mit dem Vorhaben dies abzuklären, rief ich heute nochmals bei der Serviceabteilung an. Ergebnis: Es handelt sich einfach mal um Verschleiß, für den kein Garantieanspruch geltend gemacht werden kann. Der gute Abteilungsleiter erzählte mir irgend etwas von Grenzwerten aus der Raumfahrt ?( ?( ?( und von hubschrauberspezifischen hochfrequenten Vibrationen, die ich überhaupt nicht erkennen könne.
    Ich solle eine andere Lagerung und einen anderen Einbauort des Empfängers wählen. Ich konterte mit der Info, daß baugleicher Empfänger an gleichem Ort mit gleicher Lagerung schadlos nahezu 100 Stunden im Einsatz war.
    Langer Rede schwacher Sinn: Man bot mir Kulanz bei der Reparatur des Empfängers (ca. 30 €) an, wollte aber nicht für den Folgeschaden (ca. 500 €) in irgendeiner Weise aufkommen oder sich an den Kosten beteiligen. Mit entsprechend viel Schaum vor dem Mund hab- ich dieses abgelehnt.
    Nun stehe ich da, ich doofer Kunde mit -hochfrequenter- Laune und bin mir sicher mit besagtem Empfänger das letzte Graupnerprodukt gekauft zu haben. Diese Erkenntnis war mir durchaus die paar Euros wert, die ich ausgeschlagen habe.
    Ich hätte dieselbe gerne 5 Wochen vorher gehabt. Dann hätte ich mir sofort einen neuen Sender und Empfänger zugelegt und mir wären die schönen Flugtage nicht durch die Lappen gegangen.
    Wie sind Eure Erfahrungen bei möglicherweise ähnlichen Vorfällen mit Futaba - Komponenten ?
    Ich kann nur hoffen, bei zukünftig auftretenden Schäden auch weiterhin den Haufen Schrott auf dem Flugfeld und nicht in der Zuschauermenge wieder zu finden. Meine Einstellung zu unserem tollen Hobby und das Vertrauen zu "hochwertigen" Produkten hat sich auf jeden Fall ziemlich verändert. Werde nur noch fliegen, wenn sich Kollegen und Zuschauer in objektiver Sicherheit befinden.
    Wer nach diesem Bericht immer noch Lust auf Graupnerteile hat, kann sich gerne bei mir melden. Verkaufe nun meine MC 24 (4 Jahre alt, Raste und seit neuestem auch Druckschalter auf dem linken Hebel) und die beiden PCM DS 19 (15 Monate alt und 100 Std Betrieb, 9 Monate alt und 3 Std Betrieb, Prozessorquarz und Keramikfilter neu nach Absturz und Service beim Hersteller).

    Wäre interessant Eure Meinung zu hören. Möglicherweise sehe ich das ja zu subjektiv und naturgemäß zu emotional. Ein Systemwechsel steht für mich allerdings fest. Da werden auch keine Raumfahrtgrenzwerte etwas ändern können.

    Gruß aus NRW

    Ingo








  • Xceller
    Xceller

    #2
    Vorsicht bei Einsatz von Elektronik im Hubschraube

    Hallo und herzliches Beileid.

    Für mich klingt die ganze Geschichte wie ein typischer Frühausfall. Komponenten gehen mit hoher wahrscheinlichkeit entweder in den ersten Betriebsstunden oder eben am Ende ihrer Designlebensdauer kaputt. Das kann kein Hersteller bei preislich vertretbarem Aufwand verhindern. Eine Alternative ist ein sogenannter Burn-In-Test bei dem das Testobjekt wechselnden Umweltbedingungen (Hitze/Kälte/Vibration) ausgesetzt wird und die ersten Betriebsstunden quasi in ungefährlicher Umgebung verbringt. Aber bezahlbar ist das für ein Konsumprodukt vermutlich nicht. Selbermachen wär eine Alternative.

    Wie hattest Du denn den Empfänger gelagert?
    Ich nehm immer ein Stück Moosgummi wie es zur Isolation von Heizungsrohren verwendet wird und schnall den Empfänger mit Gummis am Rumpf fest.


    Gruß,
    Dirk

    Kommentar

    • arnie
      Member
      • 18.10.2002
      • 564
      • Ingo

      #3
      Vorsicht bei Einsatz von Elektronik im Hubschraube

      Hallo Dirk,

      Danke für's Beileid. Ist mir schon klar, daß es keine hundertprozentige Sicherheit gegen Ausfälle gibt. Eine andere Haltung des Herstellers beim Eintreten eines solchen Ausfalles hätte ich allerdings schon erwartet. Wozu pappen die schließlich ein Garantiesiegel drauf, wenn einem im Nachhinein eine Garantie verweigert wird.
      Gelagert ist der Empfänger auf 2cm - Schaumstoff und ist mit Gummis befestigt, um die schädlichen Vibrationen zu entkoppeln. War mir auch durchaus nicht ganz neu, daß ein Heli Vibrationen erzeugt. Aber auch da erwarte ich dann vom Hersteller einen Hinweis, daß dieser Empfängertyp NICHT in einen Heli gehört.
      Kann ich beim besten Willen nicht finden. Fliege jetzt seit 6 Jahren und auch nicht gerade wenig ausschließlich mit diesem Empfängertyp.

      Gruß

      Ingo

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      • M.F.
        Member
        • 04.04.2003
        • 338
        • Michael
        • Ruhland

        #4
        Vorsicht bei Einsatz von Elektronik im Hubschraube

        Hallo Ingo,

        habe auch schon ein Ausfall eines neuen Servos der Firma Graupner für damals 120 DM gehabt. Servo beim ersten Probeflug schon defekt gewesen, wurde mir von der Firma anstandslos ersetzt, allerdings auf dem Modellschaden bin ich auch sitzen geblieben. Den selben Fall hatte ich aber bei Robbe auch schon, 4 Servos beim einschalten immer leichtes Zittern, eingeschickt und angeblich alles ok zurück bekommen. Nach dem Einbau war der selbe Efekt wieder da. Ich bin der Meinung im Bereich Service hängt es bei beiden. Wenn Sie etwas neues Verkaufen wollen ist alles super, aber wehe Du hast da mal eine Beschwerde X( . Ich habe mal auf der Messe in Dortmund mit dem Herrn Simon gesprochen und habe von Ihm nach einem langen Gespräch die Aussage bekommen "es ist doch eigentlich nur Spielzeug um was es hier geht " seit dem bekomme ich die Worte irgendwie nicht mehr aus dem Kopf. ?( (Sie leben aber von diesem Spielzeug recht gut )Du kannst mir glauben, dass mich diese Aussage lange beschäftigt hatt.
        Ich betreibe dieses Hobby schon recht lange und meine Modelle haben für mich nicht nur einen finaziellen Wert, (1xEagle mit 3.10m Spannweite/1xChallenger mit 2,90m/1xPitts mit 2,45m/1xHughes 500mit 1,88m Forum Vario) da wird einen schon etwas anders wenn man dann diese Antwort bekommt.
        Ich habe einen Fall bei RC-Line Forum nachzulesen, wo mir bei einer 3m Extra bei einem sehr großen Loping einfach die rechte Fläche anklappte, die Meinungen über Gewährleistungen gehen sehr weit auseinander, ich muß aber dazu sagen, dass sich der Hersteller dieses Modelles bereit erklärt hat mir einen neuen Bausatz kostenlos bereit zu stellen und die Instandsetzung des Motors übernommen hat.
        Er ist nicht so ein großer Hersteller wie Graupner oder Futaba, Ihm liegt noch was an jedem einzelnen Modellbauer, dem Graupner oder Robbe geht es doch am Ars...... vorbei ob Du da noch etwas kaufst oder nicht, wenn nicht Du dann drei andere und das ist doch eigentlich das Problem.
        Ich weiß, dass das den Absturz nicht wieder in Ordnung bringt aber wie gesagt " es ist ja nur Spielzeug"
        Mfg Michael
        GruÃ? Michael

        Kommentar

        • Markus Fiehn
          heli.academy
          • 13.04.2001
          • 3896
          • Markus
          • Obersülzen

          #5
          Vorsicht bei Einsatz von Elektronik im Hubschraube

          Hi!

          Mein Beileid wegen dem Absturz

          Bzgl. SMC 19 DS habe ich von einem Händler die Aussage bekommen, dass der nicht so vibrationsfest wäre und ich besser den normalen SMC 19 nehmen soll.

          Markus

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          • JK
            JK

            #6
            Vorsicht bei Einsatz von Elektronik im Hubschraube

            Fliege jetzt seit 6 Jahren und auch nicht gerade wenig ausschließlich mit diesem Empfängertyp.
            Hallo Ingo,

            siehe Zitat, damit komme ich überhaupt klar. Einerseits bist oder warst Du doch von dem Produkt überzeugt und hattest doch Erfolge damit, immerhin 6Jahre. Jetzt passiert leider mal was und dann ist auf einmal alles schlecht?? Ich hatte mir die MX22 neu gekauft und muste diese leider wegen einem Fehler an Graupner Senden, ist natürlich blöd wenn etwas bei einem Produkt innerhalb von drei Wochen passiert, aber ich habe sie sehr schnell zurückbekommen und seitdem keine Probleme mehr. Hätte ich doch lieber zu Futaba wechseln sollen? Ich glaube kaum, denn in Deinem Fall würde ich mir den Empfänger mit dem Du über Jahre zufrieden warst immer wieder holen auch wenn mal was dadurch kaputt gegangen ist und das ist noch fraglich.
            Bist Du denn sicher das der Empfänger bevor der Heli auf- eingeschlagen ist schon kaputt war?? Schon diese Frage würde ich mir selber stellen und nicht einen Defekt prognostizieren und dann noch auf Kulanz vom Hersteller hoffen. Sei selber mal Hersteller und überlege mal was Du tun würdest wenn nicht nur einer sondern ne ganze Menge Ihren Hubi ersetzt bekommen wollen. Hier gilt die Nachweispflicht, war der Empfänger im Flug defekt ? Versuche das mal !!

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            • arnie
              Member
              • 18.10.2002
              • 564
              • Ingo

              #7
              Vorsicht bei Einsatz von Elektronik im Hubschraube

              Hallo nochmal,

              @Michael: Das mit dem "Spielzeug" habe ich schon mal von einem Fliegerkollegen gehört. Er war auch sehr beeindruckt, daß seine Düse für einen namhaften Hersteller unter Spielzeug läuft. Stellt sich für mich direkt die Frage, warum ich für Spielzeug 'ne Versicherung brauche. Vielleicht um Schadensansprüche unserer Eltern zu decken, wenn wir Kleinen das Spielzeug aus Versehen verschlucken.

              @Jens: Es ist nur alles solange gut, bis etwas passiert. Und die Frage der Ursache ist zumindest für mich unstrittig. Es war nun einmal gar nichts mehr zu steuern und wie wahrscheinlich ist eine andere Ursache, wenn der Empfänger ein durch Vibrationen zerstörtes Bauteil aufweist. Und ich bin relativ sicher, daß jeder auf Kulanz des Herstellers hofft, wenn sich sein Produkt noch in der Garantiezeit befindet und durch Folgeschäden hohe Kosten entstehen.

              Ich war jedenfalls so naiv zu glauben, etwas entgegenkommender behandelt zu werden. Vielleicht mit einer Aussage, daß nicht ausgeschlossen werden kann, daß das Bauteil möglicherweise schadhaft gewesen ist. Das man dies aber kathegorisch ausschließt bringt halt mich dazu, alles zu veräußern, auf dem Graupner steht.
              Anscheinend herrscht auf dem Modellbausektor ein anderes Verhältnis zwischen Kunde und Hersteller und hier schreibe ich bewüßt nicht nur Graupner. Anders kann ich mir die recht vielen negativen Berichte nicht erklären.

              Gruß

              Ingo

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              • Harry Pro
                Harry Pro

                #8
                Vorsicht bei Einsatz von Elektronik im Hubschraube

                Auch mein Beileid,

                ähnliches ist mir mit Robbe Futaba auch schon passiert. Mit einem neuen 401er Kreisel. Mein X-Cell Pro ist am ersten Flugtag beim 4. Tank mit diesem Teil (Modell flog vorher mit einem anderem Kreisel) mit unglaublich schnellen Pirouetten in voller Fahrt auf Beton geknallt!! Außer dem Heckservo (das fliegt wieder) war ziemlich alles zertrümmert. Der Kreisel selbst sah noch aus wie neu, hat sich allerdings nicht mehr initialisiert.
                Also hab ich Ihn mit einer Beschreibung des Hergangs zu Futaba ins Ausland gesandt (ohne einen Gedanken an Garantie, ein Teil der restlichen, älteren Elektronik war auch dabei). Dort bekam ich die freundliche Auskunft, das der Gyro ein Garantiefall sei und ich kann diese nur von Robbe-Futaba in Anspruch nehmen, da ich ihn dort gekauft habe. Netterweise wurde er auch für mich gratis dorthin weitergeleitet, den Rest bekam ich nach 4 Tagen repariert zurück.
                Die Antwort von R-F war, ich habe selbst geschrieben das mein Modell abgestürzt ist, es kann keine Garantie gewährt werden, "Absturzschaden". Eine Reparatur ist nicht möglich. Die Kontrolle des Geräts brauche ich kulanter weise nicht bezahlen. Ein Austauschgerät kann ich für günstige 160 Euro kaufen.
                Meinen defekten Kreisel wieder zu bekommen war fast schon ein Kampf, von wegen "was wollen Sie damit, wir entsorgen Ihn für Sie", erhalten hab ich Ihn dann, ein Tütchen mit Einzelteilen, nicht mal die Schrauben vom Gehäuse waren mehr dabei!!!
                Seither verzichte ich lieber auf "Garantie" und kaufe wo es am günstigsten ist (immer noch Futaba).
                Kann sein das dies ein Einzellfall war, aber ich hab daraus gelernt!

                Gruß Harry

                Kommentar

                • bkramer
                  bkramer

                  #9
                  Vorsicht bei Einsatz von Elektronik im Hubschraube

                  Hallo Ingo !

                  => Andere Theorie ...

                  " Nt bekommt durch ...(*) massives Fail Safe und der Quarz verabschiedet sich bei´m Aufschlag ...*"

                  Fliege übrigens selben Empfänger im NT seit ca 120 Std.

                  LG

                  Bernhard

                  Kommentar

                  • holger
                    Member
                    • 02.07.2002
                    • 778
                    • Holger

                    #10
                    Vorsicht bei Einsatz von Elektronik im Hubschraube

                    Hallo Ingo,

                    mein Beileid.

                    Es gab übrigens vor einiger Zeit schon einige Berichte über Vibrationsausfälle dieses Empfängers (Suchfunktion), damit dürfte das wohl doch kein Einzelschicksal sein. Ich habe selbst nen smc19DS im NT, werde den wohl demächst mal auswechseln.

                    Zum Thema Gewährleistung, Haftung, Nachweispflicht meine ich folgendes mal in ner Vorlesung aufgeschnappt zu haben:

                    Gewährleistung:
                    - besteht gegenüber dem Händler (nicht Hersteller!!&#33
                    - innerhalb von 6 Monaten: Händler muss nachweisen, dass Fehlfunktion vom Kunden verschuldet wurde (dürfte unmöglich sein)
                    - innerhalb von 24 Monaten: Kunde muss nachweisen, dass Fehlfunktion vom Hersteller verschuldet wurde (dürfte ebenfalls schwer möglich sein)

                    Garantie:
                    - freiwillige Leistung des Herstellers (eventuell auch des Händlers, wenn er mit der Garantie wirbt) zu beliebigen Bedingungen - normalerweise nicht das Papier wert

                    Produkthaftung:
                    - der Inverkehrbringer (im Fall von JR-Produkten Graupner) haftet für Schäden, die durch sein Produkt entstehen
                    - verjährt erst nach 10 Jahren
                    - der typische Laber-Satz "keine Haftung über Produktwert hinaus ... weil odrnungsgemäßer Betrieb von uns..." in der Anleitung ist ungültig (Verstoß gegen AGB-Gesetz)

                    Fazit: die 30 EUR sind mehr als dreist und sicher nicht durchsetzbar. Der Schadensersatz dürfte jedoch auch schierig durchzusetzen sein. Wenn Du aber sagst, der Heli im Wert von 3000 EUR ist Totalschaden, könnte es durchaus sein, dass Du einen Anwalt dafür findest.

                    Viele Grüße,
                    Holger

                    Kommentar

                    • Mika
                      Mika

                      #11
                      Vorsicht bei Einsatz von Elektronik im Hubschraube

                      Mein Beileid Arnie ,

                      ...sicherlich wird sich hier nichts ändern...

                      zugegeben selbst bei der gewissenhaftesten und sorgfältigsten Produktion werden Fehler im Anteil nur geringer, aber gänzlich nie auszuschliessen sein. Vom Fernsehtechniker bis zum Raumfahrtingenieur ist es so und wird wahrscheinlich auch so bleiben.
                      Was allerdings unterschiedlich ist, oder zumidest sein kann, ist wie man mit Fehlern und den daraus resultierenden Folgen umgeht.
                      Und hier können sich die/der hersteller von RC und Modellbaukomponenten in einer scheinbaren Sicherheit bewegen. Wie jeder Vermieter die üblest verschimmelte Bude den verdutzten Mieter mit den Worten "....nicht, nicht richtig gelüftet..." entläßt, so haben auch hier die Hersteller die besseren Karten.
                      Objektiv gibt es zuviele Gründe, die ein fehlerfrei hergestelltes und funktionierendes Teil im Betrieb beeinträchtigen bzw. zerstören können.
                      Es wird für den betroffenen damit häufig fast unmöglich die tatsächliche Schadensursache zu ermitteln und ggf. wirksam beim Verursacher einzufordern.

                      Nachdem ich schon sehr viele ähnliche Berichte gelesen habe , sind die Schilderungen über das Verhalten der Firmen doch recht ähnlich. Keiner sieht in irgendeinerweise eine Verantwortung, oder beteiligt sich an der Ursachensuche.

                      Oftmals glaube ich - und hier komme ich auf die Bezeichnung "Spielzeug" - das eine mögliche Mitverantwortung gar nicht erst gesehen wird. Dabei wird völlig ausser Acht gelassen, das der Betrieb eines Helis oder Flugmodells alles andere als ungefährlich ist.

                      Wenn verständlicherweise mangels Kontrollmöglichkeiten schon nicht für Betrieb gehaftet werden kann, so sollten die Hersteller ihren Kunden zumindestens durch eingene , nachgewiesene Qualitätskontrollen, Routinechecks und konkreten Einbau- und Betriebsanweisungen notwendige Hinweise liefern, die einen sicheren Betrieb gewährleisten können.

                      Die Haltung : wir verkaufen - ab da an geht uns das alles nichts mehr an, schliesslich können wir uns immer auf falschen Einbau etc. berufen könnte auch einmal ins Auge gehen. Spätestens , wenn sich ein Staatsanwalt um die Ursachenklärung kümmern muss.

                      Vielleicht ist es eine Aufgabe der Justiziare der Modellflugverbände mit den Herstellern hier eine Lösung zu erarbeiten.

                      ... wie gesagt - wahrscheinlich ändert sich nix ....

                      Gruss Mika

                      Kommentar

                      • peter tuerk
                        Senior Member
                        • 31.08.2001
                        • 2479
                        • peter
                        • Poysbrunn

                        #12
                        Vorsicht bei Einsatz von Elektronik im Hubschraube

                        Beileid Arnie
                        aber vieleicht ist es dir eine Genugtuung das beim Hirobo-Cub Europe von 17 Teilnehmern 1ne MC24, 2 JR PCM 10 ,1ne unbekannt
                        he he he und die anderen alle auf Futaba Sendern flogen
                        ebenso bei den Kreiseln 1 Graupner 3 Frech alle anderen Futaba 601
                        Drehzahlregler von Graupner war gar keiner dabei
                        Bei den Motoren waren sie mit einen vertreten
                        Hubi gar keinen
                        scheinbar hat sich dein Fall schon herumgesprochen

                        lg peter

                        Kommentar

                        • helirup
                          helirup

                          #13
                          Vorsicht bei Einsatz von Elektronik im Hubschraube

                          Hallo Arnie,

                          ich will hier auf keinen Fall Graupner oder irgendeinen anderen Hersteller in Schutz nehmen, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass es irgendeinen Hersteller gibt, der von sich aus bereit wäre, die Verantwortung für Folgeschäden zu übernehmen.
                          Selbst bei noch so kulanter Haltung des Herstellers wirst Du bei Folgeschäden wohl nie um eine Klage herumkommen. Bei einem Autounfall darft Du ja auch auf keinen Fall gleich Deine Schuld zugeben, egal wie offensichtlich sie ist, da Du sont Deinen Versicherungsschutz verlieren kannst. Ich könnte mir vorstellen, dass das hier ähnlich ist.
                          Und da der Hersteller ja auch nie wissen kann, ob Du ihm schon den vollständigen Schaden geschildert hast, oder ob Du vielleicht noch den Drittschaden einer niedergebrannten Kleinstadt "vergessen" hast zu erwähnen, kann ein Schuldbekenntnis schnell den Ruin bedeuten.

                          Das ist natürlich nur meine Meinung dazu, daher würde mich mal interessieren: Hat irgendjemand schoneinmal erlebt, dass ein Hersteller "freiwillig" die Haftung für Folgeschäden durch Produktfehler übernommen hat?

                          Gruss,

                          Rupert


                          Kommentar

                          • Wolfgang Neumann
                            Wolfgang Neumann

                            #14
                            Vorsicht bei Einsatz von Elektronik im Hubschraube

                            Hallo Ingo,

                            erstmal mein Beileid für den Absturz.

                            Mit den Garantien usw. ist das so eine Sache. In deinem Fall müsste Graupner nach dem Produkthaftungsgesetz für den Schaden aufkommen. Dies zu beweisen ist allerdings nicht ganz einfach. Dein Fall ist aber nicht unbedingt ein reines Graupnerproblem und wird Dir bei allen anderen namenhaften Herstellern auch wiederfahren. Da die Firmen eine gute Rechtsabteilung haben versuchen sie erstmal alle Schuld von sich zuweisen. Hier wäre eine Rechtschutzversicherung gut und somit mal ein Brief vom Anwalt an den Hersteller, so das sie sehen, dass Du es ernst meinst.
                            Nach Deiner Aussage schreibt Graupner in ihrer Begründung, dass der Emfänger wegen Vibrationen eines Helis ausgefallen ist. Da stellt sich mir doch die Frage schreibt Graupner in Ihrer Anleitung, dass der Betrieb in Helis untersagt ist bzw. gibt genaue Richtlinien an, wie stark die Vibrationen sein dürfen? Hier wäre z.B. ein Ansatzpunkt für einen Juristen.
                            Ein Versuch ist es allemal wert. Ein Rechtstreit wird aber sehr teuer und übersteigt in der Regel den Schaden. Somit wiegen sich alle Hersteller in der vermeintlichen Sicherheit sich mit so allgemeinen Antworten wie Du sie bekommen hast aus der Verantwortung zu ziehen.

                            Unter dem Link findest Du ein paar rechtliche Infos zum Thema. Die wichtigsten Punkte habe ich mal reingestellt:

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                            Haftung aus dem Produkthaftungsgesetz

                            Zusätzlich zu den Haftungsgrundlagen auf der Basis des im BGB geregelten Vertrags- und traditionellen Deliktsrechts und des ergänzenden Richterrechts gibt es mit dem Produkthaftungsgesetz (PHG) seit dem 1.1.1990 eine weitere, dem Deliktsrecht zuzuordnende Anspruchsgrundlage. Dieses neue Gesetz transformiert die 1985 verabschiedete EG-Richtlinie über die Haftung für fehlerhafte Produkte in deutsches Recht.
                            Nach § 1 PHG wird der Produkthersteller zum Ersatz von Personen- und Sachschäden verpflichtet, die durch Fehler des Produkts verursacht sind. Der wichtigste Unterschied zur deliktischen Haftung nach § 823 BGB ist die fehlende Verschuldungsvoraussetzung: von Vorsatz oder Fahrlässigkeit wird nicht gesprochen; der rechtspolitische Kern des Produkthaftungsgesetzes ist die Einführung der verschuldensunabhängigen Haftung (Abb. 9).

                            Anspruchsvoraussetzungen und Beweislage

                            Für alle Anspruchsgrundlagen einschließlich PHG gilt, dass Schaden, Fehler und Ursächlichkeit (Kausalität) nachzuweisen sind, und zwar vom Geschädigten. Der Anspruchsteller, der Schadenersatz haben will, muss den erlittenen Schaden nach Art und Umfang aufzeigen; er muss den Produktfehler ermitteln und dessen ursächliche Wirkung hinsichtlich der Schadenentstehung nachweisen. Das sind oftmals schwierige Aufgaben, die die Zuhilfenahme von Sachverständigen erfordern. Dahinter steht der Grundsatz, dass derjenige, der etwas beansprucht, alle notwendigen Begründungen und Beweise erbringen muss, dass der Anspruch zu Recht besteht (Abb. 10).
                            Demgemäss müsste der Geschädigte auch das Verschulden seitens des Herstellers nachweisen, soweit diese Voraussetzung ist. In der Tat war das in der Vergangenheit auch so. Angesichts der praktischen Unmöglichkeit außenstehenden Dritten, aufzuzeigen, wo, wann und durch wen im industriellen Betrieb fahrlässig (oder vorsätzlich) die Ursache für den Produktfehler gesetzt wurde, hat der Bundesgerichtshof 1968 die Beweislast bezüglich des Verschuldens zugunsten des Anspruchstellers umgekehrt. Seither muss das Unternehmen nachweisen, dass es das Mögliche und Zumutbare getan hat, um den Fehler und dadurch ausgelöste Folgeschäden zu vermeiden. Die außerordentlich hohen Anforderungen an diesen Entlastungsnachweis bedeuten seither eine drastische Haftungsrisikozunahme für die Industrie; die Entlastung ist nur in extrem wenigen Ausnahmefällen gelungen.
                            Der völlige Wegfall der Verschuldensfrage beim Produkthaftungsgesetz stellt demgegenüber insoweit nur noch einen geringfügigen Risikozuwachs dar. Anderslautende Befürchtungen zum Zeitpunkt der Verabschiedung von EG-Richtlinie und deutschem Transformationsgesetz waren unbegründet.

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                            Deinen Frust auf den Hersteller kann ich voll und ganz verstehen, aber ob Du mit dem anderen Hersteller glücklicher wirst ist, wie hier im Forum schon unzählige male diskutiert, reine Geschmaks- und Glaubenssache und wird sich erst im Schadensfall zeigen wenn Du auch da das Antwortschreiben erhälst, das es mit dem Gyro A in Verbindung mit dem Servo B und dem Helimodell C durch statische Ladung zu Problemen kommen kann.

                            Hier wäre wie bereits schon erwähnt der DMFV mal gefragt Grundlagen zu schaffen. Auch darüber wurde im Forum schon viel diskutiert. Werden die Hersteller mehr in die Plficht genommen und müssen für solche Schäden ohne genaue Beweislage haften verbessern sie mit Sicherheit auch die Qualtität ihrer Produkte. Aber wer muß das bezahlen? Wir, da die Produkte sich wahrscheinlich im Preis verdoppeln werden. Somit schließt sich der Kreis wieder und man muss abwägen doppelter Anschaffungspreis oder mal einen Schaden?

                            Da dies im Moment so ist kann man nur wieder an die Sicherheit appellieren und die Gefahren eines Flugmodells jeglicher Art nicht unterschätzen. Es ist kein Spielzeug !!!

                            Viele Grüße
                            Wolfgang

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                            • Rene D.
                              Rene D.

                              #15
                              Vorsicht bei Einsatz von Elektronik im Hubschraube

                              Hier wäre wie bereits schon erwähnt der DMFV mal gefragt Grundlagen zu schaffen

                              @airdive: Und wer bezahlt dann die sechsseitige Werbung in der Heftmitte......

                              Ich denke nicht das der DMFV sich an diesem Thema die Finger verennen will.

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