So ist es, Jürgen.
Als die Align-BEC´s entwickelt wurden, flog man mit Paddel und erst teilweise mit Digiservos, das klappte wunderbar und das BEC hatte gut Reserve. Jetzt fliegt man noch stärkere und schnellere Digiservos, da kann es selbst mit Paddel manchmal enger werden. Mit FBL steigt der Stromverbrauch nochmal mächtig an, weil die Servos nicht mehr indirekt über die Paddelebene, sondern direkt die Blatthalter ansteuern. Und die FBL-Helis fallen an manchen Tagen wie die Fliegen vom Himmel...
Ich poste hier mal meine Liste, was ich an BEC einsetze. Die Stromstärken sind die Angaben der als real anzunehmenden BEC Dauerbelastbarkeit.
450er Paddel mit Analogservos: 2 A Linear oder SBEC
450er Paddel mit Digiservos: 3 A SBEC, kein lineares mehr
450er FBL mit Digiservos: ab 5 A aufwärts, bei Powerservos ab 7 A
500er Paddel mit Analogservos: 3 A SBEC, kein lineares
500er Paddel mit Digiservos: 4A SBEC
500er FBL mit Digiservos: ab 8 A SBEC
600er Paddel mit Analogservos: ab 5 A SBEC
600er Paddel mit Digiservos: ab 8 A SBEC
600er FBL mit Digiservos: ab 10 A SBEC
Noch ein Wort zur real anzunehmenden BEC-Dauerbelastbarkeit: ich ziehe von den Herstellerangaben immer 20 - 25 % ab, um die reale Dauerbelastbarkeit zu errechnen. Das Turnigy 5/7.5 A SBEC leistet beispielsweise zuverlässig 4 A, darüber kann es bereits überfordert sein. Beim Align rechne ich ebenso. Die einzigen BEC´s, die ich bisher mit Belastung gemessen habe und die wirklich den angegebenen Stromwert liefern können, sind die Western Robotics. Die kosten auch entsprechend viel Geld, sind es meiner Meinung nach aber auch wirklich wert.
Da die Servostecker nur für maximal 2.5 A gut sind, wird pro 2.5 A BEC-Leistung ein Servostecker mit der Aufgabe der Stromlieferung beauftragt. Bei einem 10 A BEC bedeutet das, daß ich bei allen 4 Servos mittels 0.5 mm² Silikonlitze das BEC anschließe und somit Empfänger und Servos gut versorge. Zusätzlich kommt noch ein Stecker vom BEC an einen freien Steckplatz des Empfängers, auch ein FBL-System wird von mir gerne mit einem extra Stromanschluß versorgt. Sicher ist das ein gewisser Aufwand, viel Löterei und im Falle eines defektes Servos noch mehr Löterei. Ein so mit Strom versorgter Heli wird aber nur sehr selten aus nicht nachvollziehbaren Gründen abstürzen. Außerdem laufen nach meinen einfachen Messungen die Servos mit den stabilen 5.3 Volt eines Western Robotics BEC so schnell wie mit einem Align 6 Volt. Die Abweichung ist so gering, daß sie nur mit mehr meßtechnischem Aufwand zu erfassen ist als ich aufbringen kann.
Mein 500er Paddelheli mit 4 Digiservos wird über einen Chinasteller mit 5 Volt 5 A SBEC versorgt. Angenommene reale Belastbarkeit 4 A, dafür genügt das Servokabel vom Steller nicht. Also habe ich an Plus und Minus nochmal einen Servostecker angelötet und den auf einen freien Steckplatz am Empfänger gesteckt. Ergebnis: die 3 Turnigy MG930 an der Taumelscheibe laufen sehr schön synchron beim pitchen und haben ordentlich Kraft. Das PowerHD 3688HB hält das Heck trotz nur 1800 Umdrehungen Rotordrehzahl schön stabil, selbst mit dem billigen HK-401B Piezo Gyro. Die gesamte Elektronik arbeitet stabil und ohne Aussetzer. So wie diesen herrlichen Pfingstsonntag bei bestem Flugwetter und bis zu 35 Grad in der Sonne.
Wer sich mit der Stromversorgung der Elektronik etwas mehr Mühe gibt, wird mit einem problemlos arbeitendem System belohnt. Viele der Punkte, die ich hier genannt habe, werden von den meisten Piloten nicht beachtet und die Hersteller weisen auch nicht darauf hin. Hier sehe ich von Seiten der Hersteller erhöhten Handlungsbedarf.
Achja - ich habe kein Problem damit, so ein Western Robotics Hercules BEC für rund 100 € in eine 125 € HK-600 GT Mechanik einzubauen. Denn wenn das Ding wegen Strommangel einschlägt, ist´s piepegal, welcher Markenname da drauf steht.



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