wieder mal ein kleiner elektronischer Anschlag auf die R/C-Menschheit:
Habe vorletzte Nacht wg. galoppierender Blödheit oder dicker Klüsen einen Webra LiPo2Switch, Spannungsregler für 2S-LiPo-Input, in ein stinkendes Etwas konvertiert, brauchte schnell Ersatz. Keine Angst, diesmal wirklich kein Daueramperemonster, was ganz praxisnahes, auch so klein und leicht, wie wir es unvorsichterweise lieben. Obwohl mit einem dicken LT1083-Festspannungsregler bestückt und mit noch ein paar Gimmicks ergänzt, ist das Teil kaum größer als der Verblichene, Letzterer ist 40x20mm, der Ersatzmann 50x20mm. War etwas tricky, da kein SMD, aber Platz ist in der kleinsten Hütte.
Zur Schaltung ist nicht viel zu sagen, ich verweise auch auf das und das.
Die Eingangsspg. wird über einen FET IRL1004 geschaltet, ein sog. "HexFET" (surrealistische Wortmarke eines Halbleiterherstellers), die Betätigung erfolgt mit zwei Tastern "EIN" und "AUS". Ist der FET zunächst manuell via den ON-Taster durchgesteuert, sieht der PNP-Transistor BC327 auf seiner Basis den (negativen) Saft, um ebenfalls durchzusteuern und somit die Selbsthaltung des Schalters herzustellen. Der OFF-Taster überbrückt die Basis-Emitter-Strecke des BC327 und hebt dadurch dessen haltende Wirkung auf, der HexFET sperrt wieder.
Im ON-Zustand leuchtet die LED.
Die beiden Elkos 47uF machen den Schalter träge, gegen Prellen und evtl. Taster-Hazards durch Vibs (kaum vorstellbar), man muss schon ca. 1 Sekunde den OFF-Taster halten. Die beiden Widerstände 82 Ohm sind eigentlich nicht erforderlich, nur eine Sicherheitsmaßnahme.
Der HexFET muss nicht gekühlt werden, weil quasi keine Verlustleistung anfällt, er schaltet also ohne nennenswerten Spannungsverlust. Im OFF-Zustand fließt nix Meßbares, der LiPo kann immer am Regler verbleiben (abgesehen von den LiPo-Sicherheitsrichtlinien bei Lagerung
).Wichtig ist, dass die Selbsthaltung auch bei extremen Unterspannungsspitzen nicht abfällt. Daher ist hier der Stromverstärkungsfaktor des PNP-Transistors angegeben (40), der zusammen mit 1 kOhm für R5 diese Sicherheit gewährleistet.
Der LT1083 hat keine direkte Strombegrenzung, stattdessen wird der Leistungsquadrant ausgewertet. Mit 2S Input können somit auch 15A und mehr gezogen werden. Allerdings haben wir hier die "übliche Pipi-Kühlung", wenn man den Regler mit 10A dauerhaft belasten würde, käme bald die Temp.abschaltung, weil 150 Grad Celsius Chiptemp. erreicht sind. Der LT1083, in einem TO-3P Package, ist an der Unterseite der Lochrasterplatine angelötet, liegt mit seiner Kühlfläche, unter Zwischengabe von etwas Wärmeleitpaste, auf einem simplem Alu-U-Profil aus'm Baumarkt, 50x20x10mm, der Regler mit einem Kabelbinder auf das Profil geschnallt. Das ist natürlich, wie (leider) allg. üblich, KEINE adäquate Kühlung, um die im Bild spezifizierten 10A als echten Dauerstrom verstehen zu können, - für die R/C-Praxis aber vollkommen ausreichend.
Die Dropout-Spg. des LT1083 liegt bei 0,7..1V, das geht also zw. Eingang und Ausgang mind. flöten, was interessant ist bei Unterspannung am Eingang.
Die Diode D2, 1N4007, unterstützt den LT1083 in seinem Fight gegen Rückstrom aus dicken Elkos an seinem Ausgang, reine Sicherheitsmaßnahme.
Die Diode 1N4007 am Ausgang killt negative Spannungsimpulse, die von induktiven Lasten herrühren könnten (Servomotoren).
Die beiden Transil-Dioden P6KE6V8 killen Spannungsimpulse in beiden Polaritätsrichtungen bei 6,8V, dienen zunächst ebenfalls der Bekämpfung von Spannungsimpulsen durch Gegeninduktion (Servomotoren). Allerdings habe ich die Transil-Diode nochmals mehr schätzen gelernt, als beim Overkill des oben erwähnten Webra-Reglers 8,2V auf der R/C-Spannungsschiene auftauchten, - die Gute opferte sich qualmenderweise und begrenzte die Spannung tapfer bei 6,8V. Wg. dieser nochmals gesteigerten Wertschätzung meinerseits, kamen gleich zwei dieser Brüder parallel hier rein, - gemeinsam sind sie stärker.
Das war's schon, einfach und geschmacklos. Viel Erfolg beim evtl. Nachbau.

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