Umbau Vision SX Pro auf V-Stabi?Schon mal gemacht?
Hallo,
ich liebäugele mit einem Umbau meines Vision SX Pro auf V-Stabi.Ich habe trotz Intensiver Suche nichts über so einen Umbau gefunden.Hat das schon mal jemand gemacht.Die Leute bei Mikado wussten auch keinen.ßber Tipps oder Hinweise wäre ich wirklich sehr Dankbar.
Re: Umbau Vision SX Pro auf V-Stabi?Schon mal gemacht?
1. Die Taumelscheibenanlenkung
Grundsätzlich müssen die Hebelarme und Wege auf den nun direkt anzusteuernden (Rigid, Paddellos) Rotorkopf angepaßt werden. Ebenso muß der Umbau eines bereits vorhandenen Kopfes gewissen Dingen entsprechen.
Ziel ist es, eine möglichst steife und spielfreie Anlenkung mit sinnvollen kollektiven und zyklischen Pitchwegen unter Ausnutzung der vollen Servowege bestmöglich zu erreichen.
Zunächst ist ein bereits vorhandener Rotorkopf so umzubauen, daß die Anlenkpunkte für die Steuergestänge 90° zur Blattlagerachse mittig in Hauptrotorwellenflucht liegen. Hierbei bitte beachten daß manche Helis diese Anlenkungen dann weit innnen, also nahe an der Rotorwelle haben. Es kann sein daß hier später noch Nacharbeiten zur Abstandsvergrößerung erforderlich sind um die Wege voll nutzen zu können. Die Mikado VStabi Köpfe haben hier 62mm von Anlenkkugelmitte zu Anlenkkugelmitte.
Zum Rotorkopfumbau gehört ebenfalls der Einsatz der härtestmöglichen Kopfdämpfung. Weiche Dämpfungsgummis sind unerwünscht, dies ist für VStabi unerwünschtes Spiel im Regelkreis. Um die Stellung des TS-Innenrings zum Rotorkopf zu definieren ist selbstverständlich der Einsatz eines Taumelscheibenmitnehmers anstelle des Pitchkompensators erfoderlich. Bezug z.B. über Vario Helicopter. Bei Verwendung des Mikado Kopfes kann die Mitnahme auch über die Gestängeführungen gemacht werden. Allerdings ist dies nur für kurze Steuergestänge geeignet da sich hier sonst WInkelfehler in die Steuerung einschleichen können.
Verfügt der Heli über eine Push-Pull Anlenkung mit ßbersetzung (Hebel zum Servo hin sind kürzer als die Hebel zur Taumelscheibe hin) ist ggf. zu prüfen, ob es hier Hebel ohne ßbersetzung gibt.
Am besten ist es zunächst im Sender ein neues Modell ohne jegliche Dual Rate, Expo, Servowegbegrenzungen sowie mit einer Pitchgeraden von -100 ... 0 ... +100% anzulegen. Dann stellen wir den VStabi auf "Klassik" damit wir reproduzierbare Ergebnisse haben. Jetzt noch den "Testmodus" aktivieren, die Funktion der Fernsteuerung übernehmen dann die Schieber am PC.
Die Sensor- Servo- und RC-Signal Laufrichtungen bitte vor beginn der folgenden Schritte prüfen und ggf. einstellen. Bitte beachten, daß bei manchen Helis für kollektivpitch (i.d.R. mit nach unten laufender TS bei positiver Pitchgabe) ein negativer Wert für "Pitch gemeinsam" erforderlich ist. Die Taumelscheibe muß sich quasi in dieselbe Richtung bewegen wie zuvor mit Paddelkopf.
Nun müssen die Servoeinhängepunkte der Steuergestänge sowie die Länge der Gestänge so gewählt werden, daß sich am Rotorkopf ein sinnvoller kollektiver Pitchweg (für 3D z.B. -12...0...+12°, für Scale z.B. -4...0...+12°) ergibt. Hierbei ist zunächst mit 100% Pitch gemeinsam im VStabi vorzugehen. Geringfügige Anpassungen der gemeinsamen Endpositionen erfolgen nun hiermit wenn man oben bestmöglich gearbeitet hat.
Ebenso ist nun die zyklische Steuerung auf sinnvolle Wege und Winkel zu justieren. Dies wären z.B. für Scaler +-5° und für 3D +-8° jeweils von 0° bis Vollausschlag gemessen. Dazu im Testmodus Pitch auf 0° stellen und vollen Roll bzw. Nickausschlag am PC auslösen. Bei mechnischer Mischung kann man nun mit den Servoeinhängepunkten variieren, bei elektronischer Mischung sollte man dabei aber die Interaktion mit dem zuvor eingestellten Pitchweg beachten! Wenn sich nun herausstellt, daß der zyklische Wert nicht wie gewünscht zustandekommt besteht bei einigen Helis die Möglichkeit am Taumelscheibeninnenring die Anlenkbolzen für die Gestänge zum Rotorkopf hin gegen andere auszutauschen. Kürzer = weniger Zyklisch, Länger = mehr Zyklisch. Bolzen in den unterschiedlichsten Gewinden und Längen erhält man z.B. bei Vario Helicopter.
Sollte sich nun kein befriedigendes Ergebnis abzeichnen, d.h. die zyklischen Wege sind zu groß und lassen sich nicht weiter eingrenzen (z.B. weil eine Push-Pull Anlenkung mit ßbersetzung vorliegt welche nicht verändert werden kann und die Bolzen am TS-Innenring schon die kürzesten wären) so haben wir ein geringfügiges Problem. Hier sollte man nochmals von Oben in diesem Abschnitt beginnen und dabei ein größeres Abstandsmaß der Anlenkung am Blatthalter wählen. Dies erfordert zwar eine komplette Neujustage, ist aber in solchen Fällen vermutlich der einzig mögliche Weg. Umgekehrt gilt dies natürlich im Falle zu kleiner zyklischer Wege ebenso.
Gibt man jetzt voll Roll und Nick gleichzeitig, so sollten die Servos, Gestänge, Taumelscheibe usw. nirgends auflaufen bzw. sich die Steuerbewegung nicht übermäßig zu unsinnigen Pitchwinkeln addieren. Ist dies der Fall wird mittels der Cyclic Ring Funktion der additive Weg in den "Ecken" auf einen sinnvollen Pitchwert (Winkel am Blatt wie zuvor für zyklische Steuerung eingestellt) begrenzt.
Die soeben gemachten Einstellungen stellen das mechanische Grundsetup eines jeden Rotorkopfes an VStabi dar. Bitte diese Einstellungen vor Inbetriebnahme mit dem Sender noch einmals gegenprüfen. Am Sender kann selbstverständlich die Pitchkurve nach eigenem Ermessen jetzt angepaßt werden. Dual Rate und Expo sind ab jetzt ebenfalls nutzbar um das Steuerverhalten weiter im Flug zu verfeinern.
2. Die Heckanlenkung
Wie man eine Heckanlenkung im Zeitalter von Heading Hold Gyros mechanisch einstellt, sollte ja jedem Helipiloten bekannt sein. Dennoch hier eine Anleitung da VStabi auch hier mit Besonderheiten aufwerten kann:
Bitte das Steuergestänge zunächst aushängen.
Im Sender sicherstellen daß keinerlei Wegreduzierungen, Dual Rate sowie Trimmungen und Mischer für den Heckkanal aktiv sind.
Nun den korrekten Servotyp im VStabi Menü auswählen und einstellen. Bitte das Heck in beide Richtungen vom Sender aus langsam betätigen. Sollte der Servoarm in eine oder beide Richtungen nun am Ende bzw. kurz davor "überschnappen", so ist das Signal vom VStabi außerhalb der für dieses Servo gültigen Bandbreite. Bitte in diesem Fall Beidseitig symmetrisch den Wert "Begrenzer" im Profi Heck Menü solange reduzieren bis dies nicht mehr auftritt. Sicherheitshalber lieber 5 Punkte mehr reduzieren als zu knapp am "ßberschnappen" zu operieren.
Jetzt den Testmodus aktivieren. Das Servohorn rechtwinklig montieren, um nach beiden Seiten gleiche Steuerwege zu erhalten. Geringfügige Schiefstellungen durch den Parameter "Servomitte" im Menü Heck ausgleichen. Die Hecksteuerbrücke auf "Schwebepitch-DMA" stellen, i.d.R. ist dies auch rechtwinklig am Hebel. Das Gestänge nun einpassen, dabei die Einhängepunkte so wählen daß ein möglichst großer Steuerweg zur Verfügung steht. Läuft das Servo in eine oder beide Richtungen leicht auf, kann hier nun der Weg mit der oben schon verwendeten Begrenzer-Einstellung weiter reduziert werden.
Laufrichtungen prüfen! Ist die Steuerrichtung beim Betätigen des Heckknüppels richtig herum? - Läuft das Servo richtig herum? - Ist die Wirkrichtung des Sensors (Hubi mal um die Hochachse schwenken) richtig herum? - Hierbei sind übrigens die noch vorhandenen Bezeichnungen im Life-Menü für rechts/links egal!
DMA-Feed Forward Laufrichtung prüfen: Der VStabi besitz ein Forwarding für den Drehmomentausgleich zu der Last am Pitch, Nick und Roll. Hierzu muß natürlich die Laufrichtung stimmen. Zum prüfen den Wert für Pitch im Profi Heckmenü auf 120 stellen und die Heckblätter beim Pitchgeben beobachten. Sie müssen sich mit zunehmendem Pitchwinkel mehr in Richtung Drehmomentausgleich anstellen. Ist dies nicht der Fall, sind i.d.R alle 3 Inputs (Sender, Gyro und Servo) zu invertieren.
Ergänzend dazu muß das System für die korrekte Funktion des FF am Heck natürlich den Wert des Pitchkanals wissen an dem die geringste Last im System anliegt. Dies ist i.d.R. 0° Pitch bei symmetrischen Blättern bzw. bei S-Schlag etwa -1° (Nullauftriebswinkel). Zur Justage ist es hilfreich, sich diesen Punkt irgendwie an einem Gestänge oder Servo zu markieren oder die Pitchlehre aufgesteckt zu lassen. Bewegt man nun den Pitchknüppel von negativ über Null nach positiv, so muß das Heck bei Pitchnulldurchgang den geringsten Anstellwinkel aufweisen. Korrekturen hierzu werden im Menü Heck mit dem Schieber "Schwebepitch Korrektur" vorgenommen.
Re: Umbau Vision SX Pro auf V-Stabi?Schon mal gemacht?
Hallo rainer,
vielen Dank für diese absolut ausführliche und mir sehr helfende Antwort.Absolut Top.Denke das ich mir einen V-Stabi zulegen werde.Ich Berichte dann mal wie es funktioniert hat!
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