hab' mir zwei von diesen Dingern zugelegt und ein bisschen probiert.
Meine Intention:
1. Neugier
2. Als Abfangeinrichtung bei Lageerkennungsproblemen, Zwischen-den-Ohren-Klemmern, Placebo vs. Adrenalin f. Anfänger
Hersteller: FMA Direct, MD, U.S.A. (http://www.fmadirect.com)
Typ: CPD4 (2-Achsen-Infrarotsensor)
Funktion: Stellt Heli "horizontal" im Sinne der Einstellung
Warum CPD4?
Ist mit $100 USD sehr günstig (plus Shipping, Einfuhrumsatzsteuer).
Nachteil:
Kein Z-Sensor (für Rückenfluglage und Differenzmessung vor Flug). FMA Direct bietet auch den FS8, ein PPM DS mit digitaler Signalnachbearbeitung, Monitoranschluß für Recorder und integriertem Stabilisator. Dafür gibt es den Z-Sensor als Option. Die Firmware des FS8 unterstützt aber NICHT den Rückenflug, wie es beispielsweise der "Stabilizer 3D" von General Laser (im Robbe-Vertrieb) tut. Der CPD4 wurde u.a. auch deshalb genommen, weil der eingebaute PCM-Empfänger im 50er weiter genutzt werden sollte, vor allem aber, um an einem "billigen Ding" zur erfahren, was von sowas überhaupt zu erwarten ist.
Der CPD4 ist im Moment noch relativ "arm" im Vergleich zum "Stabilizer 3D", was die Unterstützung der elektronischen Mischung an der TS angeht.
Der CPD4 wurde sowohl an einem 50er Verbrenner als auch an einem TREX450X montiert, wobei erste, halbwegs "tief gehende" Tests nur am Rex erfolgten.
Sender ist ein SANWA/Airtronics RD8000, dazu 8-Kanal PPM RX (SANWA), im 50er ein PCM DS (SANWA).
Nutzbarkeit - Hinreichende Temperaturdifferenz Himmel/Erdboden...
ist nicht immer gegeben. Bei Schnee oder Wasser als Grund sowieso nicht, bei bedecktem Himmel ist die Differenz häufig auch zu gering. Gute Voraussetzungen bei sonnigem Wetter.
Setup vor Flug...
gestaltet sich schwierig, gerade bei kleinen Helis, schliesslich ist der Heli so hinzustellen, dass dies der XY-Lage bei stabilem Schweben entspricht - also z.B. mit Neigung nach rechts bei rechtsdrehendem Rotor. Das gelingt fast nie und ist ziemlich nervig, man könnte es durch Trimmen im Schwebeflug korrigieren, würde damit aber die Grundtrimmung jedesmal verstellen.
Schwebetest:
Trotz gebremster Erwartungen war das Ergebnis immer noch enttäuschend. In verhältnismäßig grosser Flughöhe kann man den TS-Knüppel durchaus loslassen, der Heli "eiert" dann in einem ziemlich grossen Areal herum, sofern der Pilot dabei nicht soweit die Hosen voll bekommt, dass er doch "Hand anlegt". In geringerer Höhe wird es durch die Regelabweichungen und damit verbundene Höhenverluste unweigerlich zum Crash kommen, wenn nicht manuell gegengesteuert wird.
Problem #1 - Stabilisator arbeitet gegen die TS-Kommandos...
ist leicht eleminierbar durch zwei Mischer - Nick->Empfindlichkeitskanal_CPD4, Roll->Empfindlichkeitskanal_CPD4. Wenn der TS-Knüppel im Zentrum steht, ist CPD4 voll da, je weiter der Knüppel für Roll und/oder Nick betätigt wird, desto mehr wird der CPD4 ausgeblendet. Roll und Nick addieren sich in der Wirkung auf CPD4 über die beiden Mischer.
Trotdem sollte man nicht vergessen, den CPD4 vorher auszuschalten, bevor man Figuren fliegt, in denen Roll und Nick neutral stehen, der Heli aber nicht horizontal. Das ist z.B. schon am höchsten Punkt eines Stall-Turns der Fall.
Problem #2 - Empfindlichkeit des CPD4:
Obwohl FMA Direct von der Möglichkeit spricht, dass der Heli sich aufschaukelt, ähnlich wie beim HR-Gyro, kann ich mir das eigentlich kaum vorstellen. Im Gegenteil: Die Reaktion des CPD4 ist linear zur Horizontabweichung, sie sollte aber eher negativ exponential oder sowas sein, denn um den Schwebepunkt passiert seitens des CPD4 einfach zu wenig.
Man könnte jetzt die Servohebel von Roll und Nick einfach länger machen und für den Knüppel am Sender mit D/R arbeiten... Nee, das würde ich nicht wirklich wollen. Dann ist es auch noch die Frage, ob man es riskieren will, dass der CPD4 in Extremfluglage was am Rotorkopf zum Anecken bringt..? Denke mal, eher nicht.
Am TRex ist die Empfindlichkeit des CPD4 voll aufgedreht, Tests am 50er stehen noch aus.
Noch ein Wehrmutstropfen:
Der CPD4 läßt sicht remote nicht vollständig ausschalten, obwohl dessen Wirkung bei OFF eher marginal ist.
Fazit:
(CPD4 beinhaltet keine Positionsstabilisierung wie die Texturerkennung in geringer Höhe im "HeliCommand 3D".)
Als Schwebehilfe, nach der Devise "ich hebe ab, ohne den TS-Knüppel anzufassen", offensichtlich nicht benutzbar.
Als Abfangeinrichtung (s.Intention) u.U. geeignet, insbesondere für Anfänger, die nur Rundflug machen, dann aber in ausreichender Höhe. Der psychologische Effekt ist auch nicht zu verachten.
Für alle weiteren "Figuren", siehe Anmerkung zum Stall-Turn, sollte der Stabilisator eher abgeschaltet werden. Dann fragt sich, ob in der bewussten Schreckzehntelsekunde Zeit, Geistesgegenwart und Schnelligkeit vorhanden sein werden, nicht nur den TS-Knüppel loszulassen, sondern auch den CPD4 schnell einzuschalten...
Eigentlich nur für Sender im Mode 1 und 2 so zu gebrauchen, in 3 und 4 würde man mit dem Wegreißen der Steuerhände ja gleichzeitig die Kontrolle über Pitch und Heck aufgeben.
Obiges ist erstmal vorläufig, vielleicht darf ich ja noch feststellen, dass das Ding wirksamer ist, als ich es nach erstem Probieren hier darstellte.
Auch sieht es so aus, als müsste ich meine bisherige Meinung (auf rein theoretischer Basis) zu Gyro-basierten Lagestabilisatoren wie im "HeliCommand" von Captron Electronic (im Robbe-Vertrieb) revidieren. Spartan RC verwendet Infrarot-Horizont UND 2 Gyros, scheint so, als hätten die 'nen triftigen Grund dafür gehabt... Könnte mir denken, dass die beiden Gyros um den stabilen Schwebepunkt mehr bringen, als die Infrarot-Sensoren.
Soweit erstmal, Update folgt irgendwann...
Hoffe, keine Eulen nach Athen getragen zu haben, wenn doch, sorry.

Gruß, Tom

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