Inwieweit beeinflusst der Abgasstrahl die Lage vom Heli?
Hallo zusammen,
ich mache mir gerade Gedanken über die Auswirkung vom Abgasstrahl beim Heli, speziell bei einer Hughes 500.
Wie viel kg Schub entsteht bei einer Heli-Turbine? Ist es denn so, dass beim Steigen der Heli gleichzeitig nach vorne wandern möchte? Wie wird das abgefangen? Durch die Stabilisierung oder durch den Piloten?
Hat jemand einen Tipp, wo das Thema mal durchleuchtet wurde?
Hallo Thomas,
ich habe keinen Turbinen - Heli, aber bin der Meinung, dass der Pilot das aussteuern muss. Wenn du bei Windstille schwebst und plötzlich kommt eine starke Windböe driftet der Heli mit dem Wind ab, der Pilot muss dagegen korrigieren. Wenn der Wind wieder weg ist muss der Pilot wieder korrigieren, das ist aber ein fliesender Prozess, das macht der Pilot doch eigentlich automatisch. Mein FBL macht das nicht. Die Turbine bringt den Schub ohne Unterbrechung, deshalb muss man beim Schweben den Heli entsprechend gegen den Schub mit leicht hängendem Heck ausrichten und er schwebt auf der Stelle.
Bin gespannt was Turbinen - Heil- Piloten antworten ?
Habe eine pht2 und eine Jakadofski pro 7000 , der Rückschüb ist fast vernachläsigbar, da die Turbinen anders aufgebaut sind als normale Flugturbinen.
Siehe vorherige Schreiber. Zusätzlich: Es hängt vom Heli ab (bzw.: wo bläst welche Turbine durch welchen Auslass raus). Bekannt für relativ "viel" (ist aber immer noch leicht aussteuerbar!) "Restschub" (so nennt man das, was einen ein bisserl vorwärts schieben will und man mit leicht hängendem Heck aussteuern muss) ist zum Beispiel das "kleine" Vario Lama mit PHT2. Andere Helis bekommen ein bissel ein instabileres Heck, weil der Abgasstrahl da drauf gelenkt wird. Und bei anderen (z.B. EC 135 / 145 etc.) merkst Du meist fast nix. Die Hughes (habe selbst u.a. eine HeliCenterBerlin Hughes mit Turbine) ist da recht unauffällig - Effekt fast nicht spürbar; sie bläst ja ein bisserl nach hinten unten raus. Mit der machst Du deshalb nur bei Start und Landung gelbe Flecken auf den Rasen ;-)) ... beim Fliegen ist die aber super.
Ich habe die kleine Vario Lama mit PHT2. Man merkt es schon etwas, aber nicht wirklich schlimm. Muss man etwas aussteuern. Was etwas mehr auffällt bei dem Heli zumindest ist, wie mein Vorredner schon schrieb, das leicht hängende Heck beim Schweben. Durch das Ausgleichen muss das Flybarless natürlich etwas nach hinten steuern. Aber das allgemeine Flugbild wird dadurch meiner Meinung nach nicht gestört. Ich finde die Lama eines meiner schönsten Helis und ballere dementsprechend auch mehr Petroleum raus, als ich Akkus lade :-)
Hier im Video sieht man schön wie sehr das Heck hängen muß, um den Rest-Schub der Turbine auszugleichen. Das ist ganz klar eine Geschmacks- und Ansichtsfrage, ich aber finde es schon dolle. Zumindest stärker als beim Original.
Btw: Mir fällt immer vermehrt auf, dass die meißten Piloten (trotz Stabi?!) kaum mehr länger ruhig schweben (können/wollen?). Ob das aus den gern angegebenen Gründen mehr "Action" darbieten zu wollen resultiert, oder man eben beim Schweben das wahre (nicht)Können erkennt, weiß ich nicht ;-).
Hier dazu unten das Original.
Ganz logisch ist ja die Tatsache, dass dem Heli (ähnlich Heißluftbalon) im Schweben nur minimaler Schub reicht um ihn wegdriften zu lassen.
Bei einer Hughes 500 u.a. speziell schwieriges Thema, da haste absolut recht. Aber was willste machen. Eine Art "Verteiler" in das Abgasrohr bauen, der den Strahl etwas zu beiden Seiten auf-/verteilt ist halt auch auffällig.
Das alles ist aber nur die optische Frage. Für die eigentliche steuerungstechnische Frage müssen natürlich die Profis hier ran! Rein von meinem Verständnis aber dürftest du Recht haben, und der Heli müsste beim Steigen mehr nach vorne driften, da das Mehr an (Abgas) Schub ja (eigentlich) keine Lageänderung bringt und daher nicht vom Stabi ausgeglichen werden dürfte. Andererseits sitzt der Abgasstrahl weit unter dem Rotor, sodass es eigentlich eine Nickbewegung (Nase hoch) ergeben könnte, was dem nach vorne Schieben entgegen wirkt. Das aber wiederum wäre eine Lageänderung fürs Stabi...
Sehr spannendes Thema. Bin selbst gespannt und neugierig ob es noch eine kompetente Antwort hierzu gibt!
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Dass zumindest reale Turbinen-Helis im Schwebeflug das Heck hängen lassen, ist oftmals auch durch die vorwärtsgeneigt eingebaute Hauptrotorwelle bedingt. Wahrscheinlich hält das die Zelle beim Vorwärtsflug mehr in der Waagerechten und die Insassen hänge nicht so sehr nach vorne. Bei Millitärtypen kommt noch hinzu, dass oftmals Frischluft in den Abgasstrahl gemischt und dieser diffus ausgelassen wird, damit IR-Raketen keinen Hitzepunkt auffassen können. Jedenfalls benötigen aktuelle Schnellflugversuchsträger von Airbus oder Boing ein zusätzliches Horizontalschubtriebwerk und nutzen nicht die konzentrierten Abgase der Wellenturbine.
Allerdings war mir so, dass z.B. das NOTAR-Hecksystem auch die Abgase der Turbine benötigt, um genug Heckausgleichsschub erzeugen zu können.
Zuletzt geändert von jumphigh; 25.07.2024, 13:03.
Ich habe die kleine Vario Lama mit PHT2. Man merkt es schon etwas, aber nicht wirklich schlimm. Muss man etwas aussteuern. Was etwas mehr auffällt bei dem Heli zumindest ist, wie mein Vorredner schon schrieb, das leicht hängende Heck beim Schweben. Durch das Ausgleichen muss das Flybarless natürlich etwas nach hinten steuern. Aber das allgemeine Flugbild wird dadurch meiner Meinung nach nicht gestört. Ich finde die Lama eines meiner schönsten Helis und ballere dementsprechend auch mehr Petroleum raus, als ich Akkus lade :-)
Gruß
Jörn
Da hast Du völlig recht - das Lama IST ein wunderschöner Heli !!!
Hier im Video sieht man schön wie sehr das Heck hängen muß, um den Rest-Schub der Turbine auszugleichen. Das ist ganz klar eine Geschmacks- und Ansichtsfrage, ich aber finde es schon dolle. Zumindest stärker als beim Original.
Btw: Mir fällt immer vermehrt auf, dass die meißten Piloten (trotz Stabi?!) kaum mehr länger ruhig schweben (können/wollen?). Ob das aus den gern angegebenen Gründen mehr "Action" darbieten zu wollen resultiert, oder man eben beim Schweben das wahre (nicht)Können erkennt, weiß ich nicht ;-).
Hier dazu unten das Original.
Ganz logisch ist ja die Tatsache, dass dem Heli (ähnlich Heißluftbalon) im Schweben nur minimaler Schub reicht um ihn wegdriften zu lassen.
Bei einer Hughes 500 u.a. speziell schwieriges Thema, da haste absolut recht. Aber was willste machen. Eine Art "Verteiler" in das Abgasrohr bauen, der den Strahl etwas zu beiden Seiten auf-/verteilt ist halt auch auffällig.
Das alles ist aber nur die optische Frage. Für die eigentliche steuerungstechnische Frage müssen natürlich die Profis hier ran! Rein von meinem Verständnis aber dürftest du Recht haben, und der Heli müsste beim Steigen mehr nach vorne driften, da das Mehr an (Abgas) Schub ja (eigentlich) keine Lageänderung bringt und daher nicht vom Stabi ausgeglichen werden dürfte. Andererseits sitzt der Abgasstrahl weit unter dem Rotor, sodass es eigentlich eine Nickbewegung (Nase hoch) ergeben könnte, was dem nach vorne Schieben entgegen wirkt. Das aber wiederum wäre eine Lageänderung fürs Stabi...
Sehr spannendes Thema. Bin selbst gespannt und neugierig ob es noch eine kompetente Antwort hierzu gibt!
Auch diese große Vario Hughes hat zusätzlich erkennbar eine nach vorn geneigte Rotorwelle, was das Thema "hängendes Heck beim Schweben" verstärkt. Und sie bläst anscheinend relativ gerade nach hinten raus. Andere Hughes Modelle (etwa die von HCB und Witte) - die eher nach "hinten unten" blasen und eine gerader stehende Rotorwelle haben benötigen weniger Heckneigung im stationären Schweben.
Wie schon gesagt, im Endeffekt ist das nicht viel und man steuert das quasi automatisch aus, ohne es groß zu merken.
Nochmal kurz hochgeholt, weil mir Gestern wieder einmal ein tieferer Einblick gewährt wurde 😃
So wird der Schub nach hinten etwas nach beiden Seiten abgelenkt und abgeschwächt. ​
Nochmal kurz hochgeholt, weil mir Gestern wieder einmal ein tieferer Einblick gewährt wurde 😃
So wird der Schub nach hinten etwas nach beiden Seiten abgelenkt und abgeschwächt. ​
So, jetzt nochmal ein Versuch mit Bild ;-)
Hier sieht man wie der Schub durch Leitbleche etwas zur Seite gelenkt wird, somit ist der Schub direkt nach hinten nicht mehr so stark.
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