Gestern hat mein neues Modell seinen Erstflug hinter sich gebracht: Eine Mi-1.
Nachdem ich im vergangenen Jahr einen so gut wie neuen Raptor 90 in der Bucht günstig kaufen konnte, stelle sich die Frage welches Modell ich drum herum bauen möchte. Da ich grundsätzlich die Rümpfe selber baue sollte es wieder ein ausgefallenes und nicht alltägliches Modell werden. Nachdem ich schon eine S-55, eine S-56, eine S-58, und eine Bell 47B gebaut hatte sollte es nun eine Mi-1 werden.
Der Rumpf ist wieder komplett im Eigenbau in Holzbauweise entstanden. Mit GFK überzogen und gefüllert erhält man dann schon mal eine glatte Oberfläche. Anschließend die Beplankungsstöße aufgespachtelt, Klappen, Deckelchen und sonstige Details aufgebracht und zum guten Schluss alles mit der üblichen Weißleim/Puder-Mischung vernietet . Die Schmutz-Effekte bestehen aus in Wasser/Spüli-Mischung aufgelöster schwarzer und grauer Kreide.
Die Mechanik musste etwas Federn lassen, vom Chassis ist praktisch nur noch die Kupplungseinheit übrig geblieben. Die Untersetzung ist auf 1:10 geändert um dem größeren Rotordurchmesser Rechnung zu tragen. Alle Zahnräder sind von Mädler, einzig das Kupplungsritzel ist original. Der Durchmesser des Lüfterrades beträgt jetzt 90mm bei ca. 20 mm Schaufelhöhe. Gestern morgen hatten wir schon 28 Grad und der Kurbelgehäusedeckel vom Motor war nach 15 Minuten Flug bei ausreichend spitz laufendem Motor noch problemlos anzufassen. - Sehr gut bis hierher.
Der Antrieb erfolgt durch einen 90er OS der mit Webra-Vergaser und Zimmermann-Expansionsdämpfer ausgerüstet auch nitrofreien Sprit klaglos rundlaufend verbrennt.
Die ganze Mimik ist dann wieder in ein selbstgebautes Holzchassis eingebaut. Da spätestens an dieser Stelle oftmals ungläubiges Staunen entsteht: Ich habe jetzt vier Modelle mit Holzmechanik und absolut keine Probleme damit. Die Verwendung hochwertigen Flugzeugsperrholzes ist Voraussetzung. Das Material lässt sich perfekt verarbeiten im Bereich bis 5/100 mm verarbeiten, und einfach verleimen. Alle Kugellager sind in eingeschraubte bzw. eingeklebte Alu-Drehteile eingesetzt. Bei durchdachter Konstruktion ist das Ergebnis brutal verwindungsfest und leicht und steht einer Alu-Mechanik in nichts nach. Ein anschließender Anstrick mit 24-Stunden-Epoxy macht alles spritfest.
Haupt- und Heckrotor sind Rappi-90 -Standard und nur unwesentlich modifiziert.
Hier noch die wichtigsten technischen Daten:
Rotordurchmesser 1,80 Meter
Heckrotordurckmesser ca. 38 cm
Rumpflänge ca. 1,70 Meter
Abfluggewicht komplett aber ohne Treibstoff: 7,8 kg.
Motor OS-Max 91 / Webra-Ultramix / Zimmermann-Dämpfer
Kreisel GY-401
Heckantriebselle 2,5 mm Stahldraht
40-Grad-Getriebe: Vario (schade, dass das nicht mehr von Graupner angeboten wird. Ich kann mir an dieser Stelle nicht verkneifen anzumerken, dass das Ding bei Vario 3 (!) mal so teuer ist als es bei Graupner früher war, dafür die Qualität aber grottig ist. Bei Graupner lief das Ding immer seidenweid-ruckelfrei, das Vario-Teil musste massiv nachgearbeitet werden, weil die Zahnräder so stark hakten, dass es sich beinahe gar nicht mehr drehen ließ.)
Gruß
Kai

Vor allem hast du auf alt bewehrte Materialien zurückgegriffen.
Kommentar