paddellose Rotorsysteme: mit oder ohne Stabi?

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  • rennsemmelchen
    Member
    • 31.01.2011
    • 316
    • Hans-Dieter
    • Bergisches Land

    #1

    paddellose Rotorsysteme: mit oder ohne Stabi?

    Hallo da draußen,
    mich beschäftigen diese Fragen bezüglich paddelloser Rotorsysteme:
    warum kann man einige (auch Mehrblatt-) Rotorsysteme ohne FBL-Systeme fliegen?
    Was unterscheidet die Rotorsysteme dann voneinander?
    Gibt es Grenzen für die Varianten ohne Stabisysteme?
    Gilt: je größer, je besser. Oder je mehr Blätter, je besser?
    Ich würde es halt gerne wissen, da ich mir einen 4-Blattkopf zugelegt habe und den mit Beast fliege. Dazu habe ich aber die Kopfdämfung recht hart eingestellt. Im Lieferzustand war der Kopf superweich und sollte auch ohne Stabi fliegen. Nur: getraut habe ich mich das Ganze nicht.........

    Danke schon mal für nachvollziehbare Erklärungen!
    mit besten Grü�en aus dem Bergischen Land

    Hans-Dieter
  • Logo3030
    Member
    • 21.09.2004
    • 910
    • Gerd
    • Austria/Vorarlberg

    #2
    AW: paddellose Rotorsysteme: mit oder ohne Stabi?

    Hi
    Man kann jedes padellose rotorsystem ohne fbl fliegen wenn man gewillt ist die Arbeit eines fbl systems selber aus zusteuern ! ßbung macht den meister !

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    • coerni
      Senior Member
      • 21.04.2010
      • 1385
      • Karsten
      • Vallstedt

      #3
      AW: paddellose Rotorsysteme: mit oder ohne Stabi?

      Hi,

      du kannst auch in der 450er Grösse problemlos paddellose Helis ohne Stabi fliegen. Meine alte Bo 105 flog sogar sehr manierlich. Hier habe ich einen 4-Blattsatz von Spinblades in verbindung mit einem ungedämpften Copter-X Kopf verwendet. Ein gedämpfter Kopf in Verbindung mit den weichen Blättern flog sich etwa wie Honig .

      Auch einen Heli der 250er Grösse bin ich schon (allerdings aus Versehen ) ohne Stabi geflogen... . Das war "etwas anstrengender", ging aber auch. Gaui hat vor einiger Zeit Scale Rümpfe für den Gaui 100, also etwas grösser als der Blade 130, mit 3,4 und 5 blattkopf angeboten. Stabis waren damals noch nicht bekannt und auch die Kleinen waren nach Aussagen eines Vereinskollegen durchaus zu fliegen.
      Benda Genesis, Pulse;Gaui X4,200; SJM 430; Whiplash 90e, 3D-NT, Rave 90 ENV, Robbe 4s

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      • LudwigX
        Senior Member
        • 12.06.2012
        • 4635
        • Thomas
        • Siegen

        #4
        AW: paddellose Rotorsysteme: mit oder ohne Stabi?

        Du kannst jeden FBL Heli auch ohne FBL System fliegen.

        Das Schöne, aber gleichzeitig auch Fatale daran ist, dass du dir dabei das Flugverhalten gut anpassen kannst:
        Du könntest theoretisch einen 250er mit Zweiblattkopf und sehr aggressiven 3D Paddelblättern fliegen. Aber dadurch wird der Heli unglaublich instabil und muss extrem stark ausgesteuert werden.

        Du kannst dir den Heli natürlich auch schön zahm trimmen: 800er Heli, 5-Blattkopf, schwere Blätter mit wenig Vorlauf.


        Mehrblattköpfe sind einfacher zu fliegen. Durch das zusätzliche Gewicht der Blätter wird der stabilisierende Kreiseleffekt größer. Außerdem haben die Blätter meist einen geringen Vorlauf, wodurch der Heli weniger stark auf äußere Einflüsse reagiert.

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        • andre77
          Senior Member
          • 30.01.2012
          • 3435
          • Andre
          • Taunus +

          #5
          AW: paddellose Rotorsysteme: mit oder ohne Stabi?

          Zitat von rennsemmelchen Beitrag anzeigen
          Gilt: je größer, je besser. Oder je mehr Blätter, je besser?

          Hi,

          ich würde sagen, je mehr (dynamische) Masse in den Blätter, desto eher fliegt es 'erträglich' und ruhig. Also schwere Blätter, mit Schwerpunkt weit außen, davon möglichst viele Damit hast Du eine hohe 'Trägheit' und stabilisierende Kreiselwirkung.
          Ob weiche oder harte Dämpfung besser ist kann ich nicht sagen, freue mich aber über Infos dazu, am besten mit dem 'warum'

          Viele Grüsse
          Andre
          PS: Da war jemand schneller
          If you can't explain it simply, you don't understand it well enough

          Kommentar

          • LudwigX
            Senior Member
            • 12.06.2012
            • 4635
            • Thomas
            • Siegen

            #6
            AW: paddellose Rotorsysteme: mit oder ohne Stabi?

            Ich bin mal meine alten Nachrichten mit Piloto durchgegangen und hab noch ein paar Dinge entdeckt, die ganz hilfreich sein dürften:

            Phänomene, die im Flug auftreten werden:

            Aufbäumen:
            Die Blätter werden beim nach vorne Laufen durch den Fahrtwind zusätzlich angeströmt und erzeugen dadurch mehr Auftrieb. Gleichzeitig werden die Blätter beim Zurücklaufen weniger stark angeströmt und erzeugt weniger Auftrieb. Da die Kräfte um 90 Grad phasenverschoben auftreten, wird der Heli seine Nase im Geradeausflug anheben wollen. Das musst du ausgleichen indem du Nick drückst.

            Der Heli bekommt während der Fahrt mehr "Frischluft" und das Rotorsystem arbeitet dadurch effizienter: Die eine Auswirkung kennen wir alle: Wir brauchen weniger Pitch um die Höhe zu halten.
            Dieser Effekt wird auch auf den zyklischen Pitch. D.h. der Heli wird mit zunehmender Fahrt auch zunehmend agiler auf Roll und Nick.

            Transverse flow effect:
            Der Helikopter wird im langsamen geradeausflug eine leichte Tendenz haben zur Seite zu kippen. (Rechtsdreher nach links, Linksdreher nach rechts):
            Der Helikopter fliegt, indem er die umgebende Luft nach unten hin beschleunigt. Wenn du geradeaus fliegt, hat die Luft im vorderem Bereich der Rotorfläche keine Auf- oder Abwärtsbewegung. Die Luft wird jetzt aber durch die Blätter nach unten hin beschleunigt.
            Da sich der Helikopter nach vorne bewegt, bekommt der hintere Teil der Rotorfläche Luft ab, welche bereits nach unten hin beschleunigt wurde. Diese Luft kann nicht so stark nach unten hin beschleunigt werden, da die Differenz kleiner ist. (Fachlich korrekt: Der Anstellwinkel ist kleiner)
            Ergo wird vorne mehr Auftrieb erzeugt als hinten. Aber auch dieser Effekt tritt um 90 Grad versetzt auf. Dadurch auch die Kipprichtung nach links bzw. rechts.
            Der transverse flow effect scheint im deutschsprachigem Raum wenig bis gar nicht bekannt zu sein. (Daher habe ich auch den englischen Namen verwendet)

            Der TFE wird durch einen größeren Konuswinkel verstärkt. Er tritt daher verstärkt bei schweren Scale-Helis mit weicher Dämpfung auf. Um ihn zu reduzieren sollte man möglichst viele und schwere Blätter nutzen.
            (Der Konuswinkel verstärkt den TFE, da die Blätter im vorderem Bereich der Kreisfläche beinahe parallel zum Horizont sind und der daraus resultierende Vektor (Die Richtung in die die Luft beschleunigt wird) fast genau nach unten zeigt. Die Blätter zeigen in der hinteren Kreisfläche leicht in Richtung Himmel. Der resultierende Vektor zeigt dadurch, leicht nach hinten. Siehe dazu auch dieses Bild unten rechts: https://rdl.train.army.mil/catalog/v...3/image059.gif )
            Zuletzt geändert von LudwigX; 27.01.2014, 20:25.

            Kommentar

            • PMO
              PMO
              Senior Member
              • 04.07.2009
              • 2252
              • paul

              #7
              AW: paddellose Rotorsysteme: mit oder ohne Stabi?

              Hi,

              hier wurde alles gesagt!! ich fasse zusammen!!

              Kann alles ohne stabi geflogen werden. Da stabis aber nix mehr kosten stellt sich die frage :"warum sollte man?

              Ja ich habs auch mit nem 2 blatt gemacht um zu wissen was so ein FBL system leistet..

              Mein Raptor 30 fliegt ca 20 mituten mit einer Tankfüllung. Und nach 20 miuten haste echt kein Bock mehr . Da ist das Fliegen mit stabi angenehmer

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              • Klaus O.
                Senior Member
                • 03.12.2007
                • 22475
                • Klaus

                #8
                AW: paddellose Rotorsysteme: mit oder ohne Stabi?

                Zitat von PMO Beitrag anzeigen
                Da ist das Fliegen mit stabi angenehmer
                Ist wie beim Auto mit Servolenkung.
                Es geht auch ohne (kenne ich noch), aber mit ist´s angenehmer. Selber steuern muß man aber in beiden Fällen.
                Gruß Klaus

                Wer emotional wird hat keine sachlichen Argumente mehr und somit verloren.

                Kommentar

                • Meinrad
                  Senior Member
                  • 07.06.2001
                  • 1975
                  • Meinrad

                  #9
                  AW: paddellose Rotorsysteme: mit oder ohne Stabi?

                  Klaus hat es, etwas sarkastisch, auf den Punkt gebracht.

                  Fliegen kann man eigentlich alles, aber man sollte schon klar definieren, was man unter Fliegen versteht. Ein bisschen hektisch herumschweben, Ausbruchsversuche des Helis als enge Kurven zu bezeichnen, dann ja. Aber präzises Schweben bei Wind, langsame Piouretten bei Wind, klassische Kunstflug-Fahrt-Figuren, wo die Aerodynamik gnadenlos zuschlägt, da trennt sich die Spreu vom Weizen.

                  Das Thema an sich ist ja wirklich nichts Neues, seit den Siebzigern, da war ich schon dabei, versucht man natürlich, das Gerödel oben weg zu kriegen und alle paar Jahre gab es den ultimativen Rigid-Kopf mit sauschweren Blättern (660er mit 230g), der angeblich wie ein Paddelkopf fliegen soll. Umgerüstet, ein paar Monate sich gequält, dann wieder zurück auf den Paddelkopf, und das jahrzehntelang, bis die Elektronik langsam nutzbar wurde. Ich rede jetzt bewusst von den 2-Blatt-Köpfen, ab 3- Blatt wurde es besser, ich hatte vom 2-Blatt bis 4-Blatt-Starflex alles geflogen, gemeinsam hatten sie alle, dass man bei schnellem Vorwärtsflug den TS-Knüppel vorne auf einer Seite am Anschlag hatte. Als Trick hatte ich ab Mitte Pitch(damals Schwebe) Nick zugemischt, was bis zu einem bestimmten Punkt ganz gut funktionierte. Trotzdem verlangt jeder unstabilisierte Kopf permanente Aufmerksamkeit beim Fliegen.

                  Also prinzipiell gehts, wie beim Auto auch ohne Servounterstützung usw, aber die Frage, warum diese Quälerei, muß jeder für sich selbst beantworten. Wer es unbedingt wissen will, einfach ausprobieren, wie eine ganze Generation zuvor auch, und dann entscheiden, ob es für einem selbst irgendeinen Sinn ergibt.

                  Meinrad

                  Kommentar

                  • John Heli
                    Member
                    • 28.10.2009
                    • 701
                    • Ansger
                    • MFV Böblingen

                    #10
                    AW: paddellose Rotorsysteme: mit oder ohne Stabi?

                    Ich bin bereits meinen 450er Scaler mit gedämpftem Vierblattkopf und 325mm Spinblades nur mit Gyro geflogen. Fazit: Ja, es geht, aber entspanntes Fliegen ist anders. Seit ich ein Stabi fliege, habe ich ein scaligeres Flugbild, da alles ruhiger und nicht so abgehakt abläuft. Mit Wind gibt es keine Probleme mehr. Und schweissnasse Hände habe ich nach dem Flug auch keine.

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