Funktionsweise Gyro IC

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  • Kholdstare
    Senior Member
    • 14.11.2007
    • 1390
    • Philipp
    • Bern

    #1

    Funktionsweise Gyro IC

    Ich suche nach einer Erklärung wie ein Gyro IC funktioniert, habe aber nur das gefunden:

    The ADXRS610 operates on the principle of a resonator gyro. Two polysilicon sensing structures each contain a dither frame that is electrostatically driven to resonance, producing the necessary velocity element to produce a Coriolis force during angular rate. At two of the outer extremes of each frame, orthogonal to the dither motion, are movable fingers that are placed between fixed pickoff fingers to form a capacitive pickoff structure that senses Coriolis motion.

    Ich bin zwar der englischen Sprache mächtig, aber das verstehe ich nicht. Kann mir das wer erklären?

    Gruss, Philipp
    6 x AC3X, 3 x T14, 33 x BLS 253, 3 x TREX, kein TDR.
  • Holger Hessling
    Holger Hessling

    #2
    AW: Funktionsweise Gyro IC

    Hi Philipp,

    ist zwar nicht direkt eine Antwort auf Deine Frage, aber vor einiger Zeit habe ich mal nach gefragt, welchen Einfluß der Abstand vom Gyro zur Hauptrotorwelle hat. Anbei meine Frage und danach eine sehr interessante Antwort

    Viel Vergnügen beim lesen und Gruß aus dem Chiemgau

    Holger


    Sehr geehrter Herr *********,


    wir, meine Freunde und ich, sind begeisterte Modellhubschrauber Piloten.
    Oft diskutieren wir über die Kreiselstabilisierung der Hochachse unserer
    Hubschrauber. Aufgrund fehlender Fachkenntnisse gleiten die Diskussionen
    immer wieder ins 'wenn' und 'aber' ab. Eine immer wieder auftretende Frage
    ist die Positionierung unserer 'Kreisel' im Modell.


    Im Allgeimnen soll der Kreisel direkt unter die Hauptrotorachse montiert
    werden, was aber aus platztechnischen Gründen nur in seltenen Fällen
    machbar ist. Somit hat die Position des Kreisels immer einen Abstand zur
    Drehachse. Daß das der Funktion keinen Abbruch tut, beweisen unsere
    erfolgreichen Flüge.


    Können Sie uns bitte erläutern, welchen Einfluß ein Abstand zur Drehachse
    auf die Messung hat? Was passiert dann phsikalisch betrachtet?

    ßber eine Nachricht von Ihnen würde ich mich sehr freuen und verbleibe


    Mit freundlichen Grüßen


    Holger Hessling
    Die Anwort von Herrn *********:

    Hallo Herr Hessling,
    entschuldigen Sie bitte dass ich erst so spät auf Ihre Email reagiere.

    Prinzipiell messen die Drehratensensoren wie der Name sagt die
    Drehbeschleunigung was ortsunabhängig ist, d.h. es ist theoretisch egal wo
    Sie Ihren Sensor platzieren, ein Abstand von der Drehachse hat keinen
    Einfluss - aber eben nur theoretisch gesehen. Man geht hier von ideal
    gefertigten Sensoren aus.

    Im realen Leben können diese Sensoren leider nicht ideal gefertigt werden.
    Um Drehungen detektieren zu können müssen wir ein Inertialsystem generieren
    indem wir eine Masse (Inertialmasse) in einer ersten Richtung in Schwingung
    versetzen (Primäroszillation). So angeregt kann nun diese Masse sobald sie
    einer Corioliskraft ausgesetzt ist (Drehung), in einer zweiten Richtung
    auslenken (Sekundäroszillation), was dann abstandssensitiv über
    Kondensatoren detektiert wird. Dabei liegen die Primäroszillationen im
    Bereich von einigen Mikrometern, die Sekundäroszillationen im Bereich von
    einigen Nanometern - es liegen also 3 Größenordungen zwischen Anregungs-
    und Detektionsbewegung. Liegt nun die Primäroszillation nicht ideal in
    Primärrichtung vor, sondern hat auch noch einen minimalen Anteil in
    Sekundärrichtung schwingt die Masse auch wenn dem Sensor noch keine Drehung
    beaufschlagt wird auch schon in Detektionsrichtung und zwar in der
    Größenordung des zu messenden Signals - man bekommt also bereits ein
    Messsignal obwohl der Sensor sich noch in Ruhelage befindet. Diesen Effekt,
    dieses Fehlersignal, nennt man Quadratur und dies ist durch nichtideale
    Prozessierung immer zu erwarten - mit einer genaueren Prozessierung bzw mit
    einer gewissen Intelligenz in der Auswerteelektronik kann man diesen Effekt
    lediglich einschränken, wir reden hier jedoch von Technologieabweichungen
    von der Idealstruktur von 0.1° bzw Nanometern!
    Ebenso wie das unschöne Quadratursignal und leider (!) noch diversen
    anderen Effekten, wird durch diese Technologievarianzen der Sensor auch
    Linearbeschleunigungsempfindlich - und das ist das von Ihnen angesprochene
    Problem.
    Sitzt ein Sensor nicht direkt auf der Drehachse sieht er Zentrifugalkräfte,
    welche er aufgrund seiner Linearbeschleunigungsempfindlichkeit detektiert.
    Die Elektronik kompensiert dies wiederum anteilig, wenn Sie aber mal in
    eine Spec eines Drehratensensors hineinschauen finden Sie diesen Punkt
    spezifiziert. ßblicherweise ist für Navigations-Anwendungen eine
    Beschleunigungsempfindlichkeit von < 0.1°/s/g ausreichend und
    wahrscheinlich bauen Sie einen ADXRS (?) mit 0,2°/s/g in Ihre Helikopter
    ein was auch noch keinen negativen Einfluss auf Ihre Anwendung haben
    sollte, wie Sie es ja auch in Ihrer Mail beschrieben haben.

    Ich hoffe Ihnen etwas weiter geholfen zu haben, man kann leider in einer
    Mail die Zusammenhänge der Drehratensensorik nur äusserst unzulänglich und
    sehr oberflächlich darlegen - Sie befassen sich hier allerdings auch mit
    dem kompliziertesten Sensor den es gibt!
    Ich freue mich über Ihr Interesse an dieser spannenden Thematik,
    viele Grüße

    *********
    Zuletzt geändert von Gast; 06.01.2010, 21:09.

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    • Kholdstare
      Senior Member
      • 14.11.2007
      • 1390
      • Philipp
      • Bern

      #3
      AW: Funktionsweise Gyro IC

      Danke, war interessant zu lesen.
      6 x AC3X, 3 x T14, 33 x BLS 253, 3 x TREX, kein TDR.

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