Bin gerade dabei mich nach nem Heckservo umzuschauen,
und da bin ich auf ein und das Selbe Servo gestoßen, einmal
mit 1520 und einmal mit 760 bestellbar.
...das sind die Ansteuerfrequenzen die das Heckservo verarbeiten kann..
760 qs entspricht dem Analogmodus am Gyro...1520 qs entspricht dem Digitalmodus am Gyro... (soweit ich weiß)
Gruß Reimund
...lieber schlecht gelandet, als gut abgestürzt...[FONT="Arial Black"][/FONT]
Heisst das dann, das das Servo ein Signal 1520 Microsekunden lang bekommt und damit weiss: Ah, ich muss in die Mitte (also Neutrallage), oder: Stop, nix machen und an dieser Stelle bleiben*?
Servos werden klassischerweise mit Rechteck-Pulsen angesteuert. "Alte" Servos erwarten 50 Mal in der Sekunde einen Rechteck-Puls, dessen Breite dabei die Servo-Position beschreibt. Das Verfahren heißt Pulsweitenmodulation, auf englisch Pulse Position Modulation (PPM). Soweit ich weiß, geht der gültige Bereich von ca. 1 bis 2 Millisekunden, wobei meist nur ca. 1.1 bis 1.9 genutzt werden und 1.5 die Mitte bezeichnet.
Einige Hersteller nehmen 1.52 (Futaba), andere 1.50 (Graupner, JR), und wieder andere (Multiplex) etwa 1.6 Millisekunden. Deshalb "passen" einige Servos in puncto Mittelstellung bei einigen Herstellern besser als bei anderen. Multiplex ist ein besonderer Fall, da hier (soweit ich weiß) der maximale Bereich von 1.0 bis 2.2 Millisekunden geht und damit sowohl verschoben als auch größer ist. Wenn ich mich richtig erinnere, müßte folgendes passen:
Aus diesem Grund muß man für jeden konkreten Sender/Empfänger die Servomitten und Wege ggf. anpassen; bei Futaba und den meisten anderen stimmen immerhin die Wege, man muß nur jeweils die Mitte um 4 Prozent verschieben. Andere Komponenten wie Drehzahlregler haben meist einen Modus, um den Steuerweg zu "lernen", dort ist das dann auch kein Problem.
Bei digitalen und analogen Servos gibt es bis hierhin keinen Unterschied. Digitale Servos vertragen allerdings deutlich mehr Pulse pro Sekunde (bis ca. 300) als analoge (50); das wird meist als "Taktrate" bezeichnet. Futaba hat vor einiger Zeit spezielle Heckservos mit halbierter Pulsweite herausgebracht (760us=0.76ms), und andere Hersteller haben dann nachgezogen. Diese Servos haben ihre Mitte also bei 0.76ms und vertragen noch einmal mehr Pulse pro Sekunde (bis ca. 600 glaube ich). Das passende Signal wird meistens nur von HH-Kreiseln und FBL-Systemen erzeugt, mir ist kein Empfänger bekannt, der das direkt liefern kann (aber zur Beruhigung: praktisch alle modernen HH-Kreisel können es).
Um ein Servo komplett zu beschreiben braucht man also 2 Dinge: die Mitten-Position in Millisekunden (0.76, 1.50, 1.52) und die maximale "Framerate" in Pulsen pro Sekunde (50 für analog, ansonsten z.B. 320 oder 650).
Noch neuer sind Techniken, die direkt digitale serielle Protokolle verwenden (z.B. S-BUS). Eine komplette Ablösung der "alten" Technik durch die neue ist möglich, halte ich aber derzeit für unwahrscheinlich, weil dann die Austauschbarkeit der Komponenten komplett vor die Hunde geht. Wir sind derzeit an dem Punkt, wo man immerhin Servos mehr oder weniger universell tauschen kann zwischen den Systemen, und "nur" den Empfänger passend zum System haben muß. Futaba arbeitet mit S-BUS daran, daß ihre Kunden exakt nur ihre eigenen Komponenten benutzen können; das wird aber nie vollständig klappen. Eine vollständige Umstellung auf digitale Ansteuerung wird meiner Meinung nach nur etwas, wenn die Hersteller sich auf ein Nachfolgeprotokoll für PPM einigen, sonst nicht.
Futaba arbeitet mit S-BUS daran, daß ihre Kunden exakt nur ihre eigenen Komponenten benutzen können; das wird aber nie vollständig klappen
Immerhin können alle modernen Gyro-Systeme bereits S-Bus. Das Protokoll ist ja weder ein Geheimnis noch schwierig zu implementieren. Es besteht also (geringe) Hoffnung, dass sich das System weiter durchsetzt. Relativ gering ist meine Hoffnung deshalb, weil selbst Futaba das eigene System nur marginal unterstützt, es gibt nämlich kaum Servos dafür zu kaufen. Bei Heli-Trainermodellen ist das nicht so schlimm, weil ja nur das Stabi-System S-Bus verstehen muss (nicht die Servos!), aber bei komplexeren Flächenfliegern ist das schon ein Manko.
Das Problem ist für die anderen Hersteller, daß Futaba das Protokoll nicht "freigegeben" hat. Und da heutzutage selbst Fortschrittsbalken von den Herstellern als "Software-Erfindung" patentiert werden können, werden die anderen Hersteller eher vorsichtig sein mit der Implementierung. Man kann, zumindest in Europa, über Interoperabilitätsanforderungen argumentieren, daß Lizenzgebühren o.ä. für S-BUS nicht zulässig wären, aber die meisten größeren Hersteller agieren ja nun einmal weltweit inklusive USA (und dort können Prozesse sehr teuer werden).
Der Graupner-Mensch hat auf die Frage nach einem seriellen Protokoll für HoTT z.B. auch nur geantwortet "wir arbeiten an einem System", und nicht "wir werden S-BUS nutzen". Im Moment läuft es also auf eine weiter zunehmende Fragmentierung des Marktes hinaus, und das heißt wiederum, daß auf absehbare Zeit viele verschiedene Systeme nebeneinander betrieben werden. Daher gehe ich davon aus, daß insbesondere die Servos von Zubehörherstellern brav weiter PPM sprechen und man dann ihnen halt S-BUS o.ä. per Adapter beibringen muß (was zugegeben eine nicht mal mittelprächtige Variante ist).
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