Hallo!
Ist es theoretisch möglich, daß ein sehr schnelles Gasservo schon wieder ungeeignet ist weil dann bei Pitchänderungen immer ein größerer zeitlicher Versatz zwischen Gas und Pitch entsteht?
Für einen Drehzahlregler sollte das doch aber eigentlich ideal sein, oder?
ich denke eher, daß Du die Gas-Vorsteuerung an Deinem Drehzahlregler nachjustieren müßtest, falls sowas bei Dir auftritt.
"[...] Die Vorsteuerung bewirkt ein nahezu perfektes Konstanthalten der Drehzahl bei Erhöhung (bzw. Reduzierung) des Pitchwinkels, da der Regler dem Motor bereits vorab mehr (bzw. weniger) Gas gibt bevor die Drehzahl schwanken kann. Diese Vorabinformation bezieht der Regler aus dem Gassignal. Daher sollte, um hier optimales Verhalten zu bekommen - wie bereits erwähnt - die Pitch zu Gas Mischung stimmen. [...]"
So steht´s zumindest in der Anleitung zu meinem mc-HELI CONTROL von Graupner. Ich mußte bei mir an der Vorsteuerung bisher nix nachstellen, habe mich aber schon immer gefragt, ob der Drehzahlregler nun wirklich die Gaskurve doch berücksichtigt oder nicht. Aber das ist schon wieder ein anderes Thema... .
Hallo,
diese Gedanken hatte ich mir auch schon gemacht.
Allerdings mit einem zu langsamen Gas Servo.
Bin mal gespannt, was noch so kommt.
Die Gasvorsteuerung ist aber nicht für eine 3D Einstellung zu gebrauchen, da sie im
negativ Bereich genau das Gegenteil bewirkt.
Laut Schulze Anleitung des MCR Servo Reglers!
Moin,
<Besserwissermodus an>
ich versuche mal ganz heftig, mich an die Vorlesung Regelungstechnik zu erinnern.
Bei einem Regler haben wir es ja, wie der Name vermuten lässt, mit einem Regelkreis zu tun.
Ein Element dieses Regelkreises ist neben dem Messglied, dem Sollwertgeber, der Regeleinrichtung und anderen
auch das Stellglied, das die Stellgröße, die ßffnung des Drosselkükens verändert.
Das Stellglied ist hier das Gasservo. Nun ist ein Regelkreis kein statisches, sondern ein höchst
dynamisches Gebilde, das auch zu Schwingungen fähig ist. Jedes Glied im Reglkreis hat sein
eigenes dynamisches Verhalten, Eigenfrequenz, Dämpfung, Totzeit usw. Eine zu langsame
Komponente im Regelkreis kann die gesamte Einrichtung beeinflussen, konkret, ein
zu langsames Gasservo würde der ßnderung des Stellsignals zu langsam folgen, die
Stellgröße (Rotordrehzahl) würde noch weiter vom Vorgabewert abweichen, das Stellsignal
an das Servo würde weiter vergrößert. Am Ende wäre das Gasservo am Anschlag, der Motor tourt irgendwann auf,
das Stellsignal sagt "Servo: bitte zumachen". Ebenfalls mit zu großer Verzögerung, weil zu langsam.
Genug der Faselei, bei einem hochwertigen und schnellen Regelkreis kommt es auf die Geschwindigkeit
und Reaktionsfähigkeit jeder Komponente an. Ein Gasservo kann eigentlich nicht zu schnell sein,
höchstens zu langsam. Zu langsame TS-Servos sollten eigentlich nichts ausmachen, da sich ja hierdurch
eine Störgröße, nämlich die erhöhte Last auf den Motor durch Pitchzunahme auch nur langsam
auswirkt, der Motor also sogar mehr Zeit hat, sich der veränderten Lastanforderung anzupassen.
Und zu Guter letzt: beim Betrieb eines Reglers stellt man schliesslich nicht das Gssservo, auch nicht
die Drehzahl. Was man einzig und allein stellt, ist die Belastung des Motors durch ßnderung der Last.
Der Regler hat das auszugleichen und verändert hierzu unabhängig vom Sendersignal die Stellung des Gasservos.
<Besserwissermodus aus>
Gruss,
Thilo (hoffend, dass das nun nicht zu heftig war..)
Das würde ja meine Vermutung bestätigen. Je schneller desto besser.
"Zu schnell" bezog sich auch eher auf den Fall wenn ich mal den Regler ausschalte und einfach mit der Gaskurve im Sender fliege.
Hi,
@Meinrad: ein eindeutiges "im Prinzip ja". Klar, der Motor hat die ßnderung der Sollwertvorgabe der Drehzahl umzusetzen.
Wenn alle übrigen Komponenten des Regelkreises in ihrem Zeitverhalten schneller sind als der Motor, ist der eben das schwächste Glied
in der Kette. Was man vor allem merkt, wenn dem Motor zuviel Last (z.B. zuviel Pitch) abverlangt wird. Dann kann das Gasservo eben
soweit, so schnell und solange aufmachen, wie es will, dann geht eben nix mehr.
Man darf sich aber bei Motoren nicht täuschen. Ohne Last dreht ein Motor _blitzartig_ hoch! Bis zur Selbstzerstörung.
Ein Grund mehr, einen Motor nie ohne Last (über Leerlaufdrehzahl) laufen zu lassen.
Jedes Glied im Reglkreis hat sein
eigenes dynamisches Verhalten, Eigenfrequenz, Dämpfung, Totzeit usw. Eine zu langsame
Komponente im Regelkreis kann die gesamte Einrichtung beeinflussen, konkret, ein
zu langsames Gasservo würde der ßnderung des Stellsignals zu langsam folgen, die
Stellgröße (Rotordrehzahl) würde noch weiter vom Vorgabewert abweichen, das Stellsignal
an das Servo würde weiter vergrößert.
Das selbe passiert aber auch bei zu schnellem ausregeln,
weshalb ja praktisch jede Regelstrecke und auch Stellgerät einen I-Anteil hat.
Aber im Grunde denke ich auch das zu schnell in diesem Fall kaum zu schaffen ist.
Moin neogeo,
ich muss zugeben, irgendwie verstehe ich den von dir geschilderten Zusammenhang nicht.
Aber die Vorlesung in Regelungstechnik (brrr, grausiges Fach) ist ja auch schon 20 Jahre her...
Der I-Anteil eines Reglers, so vorhanden, soll vornehmlich die Regeldifferenz restlos beseitigen,
da ein reiner P-(Proportional-)Regler eine Regeldifferenz übrig lässt.
Um auf sehr schnelle Abweichungen reagieren zu können, kann ein D-(Differential-)Anteil im Regler vorgesehen werden,
der nicht auf die absolute Regelabweichung selbst, sondern auf deren ßnderung reagiert.
Also für die Problemstellung hier, zu schnelles oder zu langsames Verhalten des Gasservos, sehe ich
hauptsächlich den Proportional- und - falls überhaupt vorhanden - den Differential-Anteil des Reglers
zuständig.
Naja,
D- Verhalten ist eher für langsame Strecken mit großen
Abweichungen geeignet. Bei schnellen, würde das zum Aufschaukeln führen.
Der I-Anteil ist tatsächlich für die vollständige Beseitigung der Regeldifferenz zuständig,
aber auch dafür, das sich die Strecke nicht so leicht aufschaukelt.
Also der D-Anteil dürfte eher sehr gering sein.
Welche Stellzeiten der Servos wird denn hier als Grundlage genommen.
Der Differenzwert der Servos TS und Servo Gas wird doch in einen Bereich liegen der
keine negativen Auswirkungen hat, wie Motorauftouren oder absacken des Helis, weil das Servo zu lange gebraucht hat
das Drosselkücken zu bewegen.
Kann ich mir nicht vorstellen. Heute kauft doch jeder schnelle Servos, bzw. die heutigen sind schnell.
mfg
Harry
PS: ja, schon Verstanden, eine Wissenschaft daraus zu machen, macht auch Spaß und muss auch mal sein.
... in meinem "Praxistest" habe ich erfahren müssen, dass bei einem zu schnellem Gas der Motor Probleme hat nachzukommen. Gerade wenn das Gas schnell weggenommen wird.
Mein JR 8025 Servo (0,075 s auf 40° Stellweg) sollte einen Webra 61 AAR ansteuern. Der Motor war eigentlich ganz gut eingestellt.
In Flugfiguren mit schnellen Gas / Pitchwechsel (ßberschläge, 4-Zeiten Rolle, Turn, ...) kam der Motor nicht nach. (auf Gaskurve)
Als ich dann ein S9202 auf Gas genommen hatte, waren die Motorprobleme ebenfalls weg.
Ich würde mal behaupten ein schnelles Servo bringt Eigentlich nur Nachteile.
1. Kann sich der Motor verschlucken wenn man den Vergaser schlagartig aufreißt.
2. Ist jeder Vergaser träger als ein Servo.
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