nachdem es mir schlichtweg unmöglich war, mit dem GU-365 von GAUI auch nur einen vernünftigen Looping mit meinem sorgsamst umgerüsteten und justierten Spirit zu fliegen ohne das der Heli nach dem Looping beim Loslassen des Nickknüppels radikal die Nase gen Erboden richtet, habe ich das Verhalten des GU-365 sozusagen als Trockenübung einmal eingehend analysiert, um auszuschliessen, daß die Aerodynamik und die Geometrie des Modells die Ursache für die Probleme sind. Dabei traten zwei Ungereimtheiten auf, die das merkwürdige Verhalten in der Luft nachvollziehbar machen und eindeutig zeigen, daß das System meines Erachtens softwaremässig fehlerhaft ist:
1:
Man nimmt den Heli in die Hand, die Taumelscheibe steht senkrecht zur Hauptrotorwelle. Dann gibt man ein Nicksignal nach hinten und dreht den Heli gleichzeitig so schnell in Richtung Nick nach hinten, daß die Taumelscheibe durch die Regelung des GU-365 etwa gerade gehalten wird. Wenn man nach etwa 90 Grad gleichzeitig den Nichküppel in die Neutralstellung entlässt und die Derehbewegung des Helis stoppt, passiert folgendes: die Taumelscheibe fährt sofort auf etwa 20 Grad in Stellung Nick nach vorn. Zu erwarten wäre hier, daß das GU-365 die Taumelscheibe in Neutralstellung fährt, um anschließend die Lage zu stabilisieren. Ein AC3X tut dies auch ganau so und auch ein normaler Paddelkopf würde niemals die Paddelebene nach vorn neigen.
Fazit zu 1:
entweder der Vorsteueranteil oder der Proportionalanteil übersteuern beim Zürückstellen der Steuerknüppel in die Neutrallage in eine Richtung, in die niemals gesteuert wurde. Dies tut der GU-365 übrigens auf allen drei Achsen.
2:
Man nimmt den Heli in die Hand, die Taumelscheibe steht senkrecht zur Hauptrotorwelle. Dann neigt man den Heli langsam ca 20 Grad nach hinten. Die Taumelscheibe folgt dieser Bewegung langsam in entgegengesetzter Richtung und verharrt hier, um sich entweder langsam von selbst zurückzustellen oder aber dann, wenn man das Modell wieder langsam in die Waagerechte bringt. Bis hierhin ist das Verhalten logisch und o.k. sowie analog zu einem AC3X und dem Verhalten eines Paddelkopfes.
Jetzt wiederholt man den Vorgang mit dem Unterschied, daß man den Heli schlagartig um etwa 20 Grad nach hinten neigt. Jetzt folgt die Taumelscheibe der Bewegung schnell in entgegengesetzter Richung mit dem Unterschied, daß sie sich beim Stoppen des Modells in etwa 20 Grad Schräglage sofort wieder in die Neutralstellung bewegt. Dieses Verhalten ist unlogisch und entspricht auch nicht dem Verhalten eines AC3X oder eines normalen Paddelkopfes. Sowohl der AC3X als auch die Paddelebene eines normalen Paddelkopfes halten hier gegen bis sich der Heli entweder in der Neutrallage befindet oder aber sie sich langsam auf die neue Position angepasst haben. ("Entladen des Integrators")
Fazit zu 2: Der Integralanteil des GU-365 reagiert auf der Nick- und Rollachse nicht oder nur viel zu gering auf schnelle Störungen. Er akzepziert ungewollte schnelle Lageänderungen sofort als neue Sollage und regelt diese dadurch sogar schlechter als ein Paddelkopf aus.
Aus 1. und 2. erlärt sich das mangelhafte Verhalten beim Abfangen aus dem Looping oder bei kleinen Kurskorrekturen insbresondere auf der Nickachse: Durch die unsinnige ßbersteuerung laut 1. in die entgegengestzte Richtung beim Loslassen des Steuerknüppels nimmt das Modell schlagartig die Nase herunter und durch das in 2. beschriebene Verhalten steuert der GU-365 das Modell auch nicht in die Lage zurück, in der der Knüppel losgelassen wurde. Anstattdessen akzeptiert das GU-365 seine selbst verursachte Falschlage des Modells als neue Sollage.
Dadurch kommt es vor, das man im schnellen Geradeausflug eine Kurskorrektur nach oben vornimmt, die in einem neuen Kurs in entgegengestzter Richtung endet.
Im Schwebeflug sind diese Effekte kaum spürbar bzw. nur dann, wenn man das Modell mit einem deutlichen Impuls in eine Richtung neigt.
Die Tests wurden mit verschiedenen Empfindlichkeitswerten am GU-365 durchgeführt und haben nichts mit Regelschwingungen zu tun, die bei höheren Empfindlichkeitswerten auftreten.
Im 3D- Flug mögen sich die genannten Eigenschaften kaum spürbar auswirken oder sich unter gewissen Bedingungen sogar positiv auswirken.
Es ist aber eine Tatsache, daß vernünftiger großräumiger Kunstflug mit diesem System schlichtweg unmöglich ist und auch nicht möglich sein kann. Das Verhalten des Systems ist regelungstechnisch teilweise unsinnig und unlogisch. Dies zeigt der Vergleich zu dem AC3X und einem normalen Paddelkopf.
3.
gibt man eine zyklischen Ausschlag zu irgendeiner Seite und dreht bei nun schräggesteller Taumelscheibe den Heli um 90 Grad um die Hochachse, so dreht sich die Schieflage der Taumelscheibe mit anstatt auf der Ursprungsposition zu verharren. Sowohl ein Paddelkopf als auch ein AC3X halten in der ursprünglichen Richtung gegen. Dies hat zur Folge, daß man beim GU-365 bei Pirhouetten ständig mit Nick und Roll nachsteuern muss, mehr noch als bei einem Paddelkopf.
Insgesamt ist das GU-365 meiner Meinung ein höchst unausgereiftes System mit Fehlern im Steuer- und Regelverhalten. Ich will nicht ausschliessen, daß der eine oder andere Heli mit dem Teil passabel fliegt, aber das ist dann Glück. Man sollte nicht den gesamten Heli umbauen müssen, nur damit dieses Ding mit damit halbwegs klarkommt.
Auch das versprochene einfache Setup stellt sich im Nachhinein als tückisch dar, da man von den Möglichkeiten des Senders, die Taumelscheibenservos anzugleichen, keinen Gebrauch mehr machen darf (auch nicht vor dem Setup) und alles wie in alten Zeiten mechanisch gnauestens anpassen muss. Rigidkopf drauf, Gu-365 einlernen und losfliegen - vergesst es.
Hat jemand ähnliche Erfahrungen mit dem Teil oder kann mir das Verhalten erklären?
Will jemand das Ding haben?
Gruss an alle,
Mattn



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mal ernstgenommen, nachvollzogen und an den Hersteller weitergegeben würde.
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